Es weihnachtet sehr

Es gibt wirklich Männer, die so rumlaufen!? Ein besonders schickes 3-D Exemplar von uglychristmassweater.com.

Gestern war ich in Healdsburg und traf dort in einem „Wine Tasting Room“ jemanden, den ich zuvor schon oft gesehen hatte. Und dieser jemand hatte einen „Christmas Sweater“ an, einen Pullover passend zur Jahreszeit. Nun muss ich sagen, das Ding war pottenhässlich. Ein ekliges Blau, und darauf ein Druck der schon vom Hingucken Kopfschmerzen bereitete. Und ich fragte frank und frei heraus, ob das ein Sweatshirt von der Webseite uglychristmassweater.com sei.

Die Reaktion, die ich bekam, war allerdings nicht locker. Ich wurde mit Blicken durchbohrt. Also meinte ich anschließend, „wirklich, diese Webseite gibt es tatsächlich“. Doch das half nichts. Er kannte sie nicht und meinte, ich wolle ihn nur veralbern. Versuch Fehlgeschlagen! Auf uglychristmassweater.com werden die absolut hässlichsten Weihnachtspullover verkauft, die man sich nur vorstellen kann. Wie ich lernte, gibt es in den USA eine große Fangemeinde von diesen Pullovern, die einfach nur schrecklich sind und mit denen ich noch nicht mal in tiefster, dunkler Nacht rumlaufen würde. Selbst die Hip Hop Größe Method Man vom Wu-Tang-Clan ist großer Weihnachtspulloverfan und hat sein eigenes Model.

Und ich dachte eben am gestrigen Samstag, dieser jene in dem Weinladen gehört zu diesen Zeitgenossen, die das ganze Jahr darauf warten, ihre besonderen Feiertags-Sweat Shirts rauszuholen und ihre Mitmenschen damit zu schocken. Ich lag falsch, er hatte seinen nicht auf der Webseite gekauft und fand ihn auch noch ansehnlich. Er sah ihn auch nicht als hässlich an, sondern als passend zur besinnlichen Weihnachtszeit. Na denn…Ho, Ho, Ho…Merry Christmas!

 

Made in America

Präsident Donald Trump ruft die „Made in America“ Woche aus. Ausgerechnet jener Mann, der viel Geld mit der Auslagerung der Produktion für seine Produkte gemacht hat. Auch seine Tochter Ivanka Trump hat sich eine goldene Nase mit ihrer Modereihe verdient, denn Ivanka lässt in Indonesien, Vietnam, China und Mexiko nähen. Die Trumps zahlen gerne Hungerlöhne in Südostasien und Mittelamerika für ihre überteuren Klamotten, Hauptsache „Trump“ steht drauf.

Anders macht es da das kleine, aber feine Modelabel „American Giant„. T-Shirts, Shorts und Sweat-Shirts, die in den USA von Anfang bis zum Ende hergestellt werden. „High Quality“ und das zu einem fairen Preis. Ja, man zahlt mehr dafür, aber der gesamte Produktionsprozess findet in den USA, im eigenen Land, statt.Faire Löhne, weniger Belastung für die Umwelt, sichere Arbeitsplätze.

Trump redet und erklärt, die Rahmenbedinungen seien in den USA nicht gegeben, deshalb müsse er jetzt alles ändern, dann könnten er  und seine Tochter auch „Made in USA“ anbieten. Darüber kann man bei „American Giant“ nur lachen. Die Headquarters sind in San Francisco, südlich der Market Street zu finden. Von Anfang an galt, produziert wird hier. Genäht wird an verschiedenen Orten in den USA. Eine Nähhalle von „American Giant“ konnte ich südlich von San Francsico selbst besuchen. Über meinen Besuch bei der kleinen Firma produzierte ich bereits vor einigen Jahren einen Radiobeitrag, den man hier hören kann, von Trump war damals noch nicht die Rede. „American Giant“ ist (noch) nicht die große Marke, aber die Produkte sind mehr als konkurrenzfähig, qualitativ hochwertig und eben quasi vor der eigenen Haustür gefertigt. „Think globally, buy locally“, ein Grundatz, von dem Donald Trump noch weit, weit entfernt ist.