Die Grenzen dicht zum Weihnachtsfest

Die Stimmung ändert sich in den USA. Das Land der Einwanderer aus aller Welt, igelt sich immer mehr ein. Donald Trumps Forderung, die Einreise für alles Moslems zu verbieten, wurde zwar mit einem großen Aufschrei beantwortet, doch es scheint, es war mehr aus „political correctness“ als eine ernstzunehmende Kritik an der Wahlkampfaussage Trumps. Die jüngsten Beispiele belegen, Amerika fährt nun auf einer anderen Immigrationsschiene.

Gleich mehrere Fälle wurden bekannt, in denen jüngst britischen Moslems die Einreise verwehrt wurde. Eine elfköpfige Familie wollte vom Londoner Gatwick Airport nach Los Angeles fliegen, um einen lang geplanten Disneyland Urlaub anzutreten. Doch am Gate wurde ihnen gesagt, dass die USA ihnen die Einreise verwehrt. Ein Grund wurde nicht genannt. Alle Einreisedokumente lagen vor. Nachdem dieser Fall bekannt wurde, meldeten sich weitere Mosleme in Großbritannien, denen ähnliches passiert war. Es scheint, die amerikanische Einwanderungsbehörde INS, Teil des Homeland Security Ministeriums, konzentriert sich mehr und mehr vor allem auf Moslems. Gründe des Einreiseverbots werden nicht genannt. Die Fluggesellschaften verweigern einfach den Betroffenen in letzter Minute das „Boarding“.

Donald Trump und Konsorten wird es freuen, auch wenn sie das sicherlich als Tropfen auf dem heißen Stein sehen. Doch auch die anderen republikanischen Präsidentschaftsanwärter verbreiten im Wahlkampf Angst und Schrecken. Keiner von ihnen unterstützt die Initiative aus dem Weißen Haus, syrische Flüchtlinge in den USA aufzunehmen. Vielmehr wird erklärt, unter den Flüchtlingen seien mit Sicherheit auch ISIS Terroristen, die die Hilfsbereitschaft der Amerikaner nur ausnutzen wollen, um ins Land zu kommen und hier Anschläge vorzubereiten. Das ist ein Wahlkampf voller Angst. Jeder Syrer wird damit zum Terroristen abgestempelt.

Nun legt die Obama Adminstration noch einen drauf in Sachen Immigrationspolitik. Allein in diesem Jahr sind etwa 100.000 Familien aus Mittelamerika illegal in die USA gekommen. Geflüchtet vor der ausufernden Gewalt in Guatemala, Honduras, El Salvador. Die Mordrate in El Salvador ist so hoch, wie noch nie. An der sich immer schneller drehenden Gewaltspirale in Mittelamerika sind die USA zumindest mitschuldig. Und doch gibt es nun Pläne, in den nächsten Tagen mit einer riesigen Abschiedewelle zu beginnen. Innerhalb der Obama Administration scheinen diese jedoch zu heftigen Debatten geführt zu haben. Auch wurden Latino Bürger- und Menschenrechtsgruppen nicht vorab informiert. Die Abschiebungen sollen dennoch durchgeführt werden. Wie viele Männer, Frauen und Kinder zurück geschickt werden, ist noch unklar. Amerika macht dicht, von offenen Grenzen und dem sicheren Ort für Flüchtlinge und Verfolgte aus aller Welt ist schon lange keine Rede mehr. Die diesjährige Weihnachtsbotschaft aus dem Weißen Haus und aus Washington ist alles andere als friedlich und einladend.

Donald Trump ist klasse!

Donald Trump kann es selbst nicht glauben, was er alles sagen darf. Foto: Reuters.

Donald Trump kann es selbst nicht glauben, was er alles sagen darf. In den Umfragen steigt er weiter. Foto: Reuters.

Now I get it!!! Donald Trump will eigentlich nur Spassss haben. Trump braucht nicht Präsident werden. Warum auch, er hat genug Geld, um sich bei jedem State Dinner einzukaufen. So kann er mit den Wichtigen und Übergewichtigen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport dinieren, plaudern, sich zum Kaffeeklatsch in irgendeinem seiner Penthäuser verabreden. Trump will gar nicht Präsident werden, aber er zeigt den Amerikanern gerade, wie schwachsinnig ihr Wahlsystem ist. Er führt Amerika vor, hält dieser Gesellschaft den Spiegel vor. Anders läßt sich das alles nicht mehr erklären.

Es muß so sein, Donald Trump trifft sich am Abend mit seiner Familie und seinen „Beratern“ und dann überlegen sie gemeinsam, mit welcher Schockmeldung sie am nächsten Tag rauskommen. Und am Folgeabend sitzen sie wieder zusammen, lachen sich ins Fäustchen über die Reaktionen und sind selbst mehr als alle anderen darüber überrascht, wie der Donald weiter in den Umfragen steigt. Sie versuchen es ja, dass er fällt, aber nichts geschieht. Er beschimpfte die Mexikaner, die Homosexuellen, die Frauen, die europäischen Partner, Obama und seine Demokraten, Opfer von Massenschießereien und nun will er sogar ganz die Grenzen für Moslems schließen. Der armen Trump-Familie gehen die Ideen aus. Wie läßt sich das noch toppen?

Wie man so, und dabei unbeabsichtigt, durch den politischen Porzellanladen stolpern kann, ohne Rücksicht auf Verluste, kann einfach nicht sein. Donald Trump liegt in den Umfragen sage und schreibe 22 (!) Prozent vor seinem nächsten Konkurrenten. Ich kann einfach nicht mehr glauben, dass Trump das nicht alles mit Absicht macht. Er hat Wahlkampfforderungen wie Martin Sonneborn mit seiner „Die Partei“. Trump muß ein hervorragender Satiriker, Clown, ein demokratischer Spion oder ein Agent des russischen Empires sein. Er muß so sein, sonst zweifele ich wirklich noch am amerikanischen Geist.

Spannend wird es jetzt, wenn die neuesten Umfragen herauskommen. Bleibt Trump vorne, steigt er weiter oder verliert er Prozentpunkte. All seine republikanischen Mitbewerber haben sich schnell und teils deutlich von Trumps Fordernung nach Grenzschließlung für Moslems distanziert. Ob ihnen das hilft? Bislang eher weniger. Trump tanzt weiter auf dem amerikanischen Politgrab wie Rumpelstilzchen ums Feuer. Wo soll das noch hinführen.

Trump der Brandstifter

Donald Trump hat in den USA einen neuen Beinamen bekommen: Pinocchio. Eigentlich müßte seine Nase Tag für Tag weiter wachsen. Trump ist ein moderner Münchhausen, ein Lügenbaron. Allerdings einer der ganz gefährlichen Sorte. Sein Ohr ist ganz nah an Volkes Stimme, zumindest an einem sehr lautstarken Teil der Amerikaner. Nennen wir sie in Anlehnung an die dumpfen Töne der sächsischen Pegida PAGIDEN (Patrioten Amerikas Gegen die Islamisierung der Neuen Welt).

Donald Trump will Präsident werden und um dahin zu kommen, geht er über Leichen. Er pöbelt, wütet, lügt. Trump wird immer mehr zu einem gesellschaftlichen Zündler. Seine Themen- und Wortwahl wird immer gefährlicher. Jüngstes Beispiel, Trump erklärte, er habe nach den Terroranschlägen vom 11. September mit eigenen Augen gesehen, wie Tausende von Moslems in New Jersey den Einsturz des World Trade Centers feierten (siehe Video unten). Darauf später von einem Reporter angesprochen, der meinte, die Polizei habe darüber überhaupt keine Informationen, antwortete Trump, er habe das mit eigenen Augen gesehen….im Fernsehen.

Donald Trump macht Politik, gefährlich und ohne Skrupel. Nach den Terrorattacken von Paris sind die Amerikaner mehr als nervös. Die republikanischen Kandidaten und viele GOP Gouverneure weigern sich, syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Trump hört genau hin, erkennt die Stimmungslage und setzt noch einen drauf. Mit Horrorszenarien von islamistischen Flüchtlingen, Radikalen, die nur darauf warten in den USA zu bomben punktet er. Und nun noch die jubelnden Moslems nach dem Trauma 9/11.

Trump kann sich dabei sicher sein, Unterstützung zu finden, denn die PAGIDEN in den USA bestimmen genauso wie die Pegiden in Deutschland die Diskussion. Donald Trump, der gesellschaftliche Zündler, der damit wohl über Leichen gehen wird, um ins Weiße Haus einziehen zu können. Der amerikanische Wahlkampf hat damit eine gefährliche Wende genommen.

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Die Republikaner und ihre M&Ms

Nun nimmt der amerikanischen Wahlkampf bizarre Formen an. Ben Carson antwortete auf eine Frage in der Sendung NBC „Meet the Press“: „Ich würde es nicht unterstützen, wenn ein Moslem die Kontrolle dieser Nation hätte. Ich würde das strikt ablehnen“. Die Frage kam, nachdem in einer Donald Trump Veranstaltung ein Zuschauer erklärte, Moslems seien das größte Problem in den USA, Obama sei einer und überhaupt gebe es in den USA versteckte Camps der Islamisten. Trump reagierte nicht und wies den Zuhörer auch nicht zurecht. Großer Skandal!!!

Ben Carson will keinen Moslem im Weißen Haus. Foto: AFP.

Ben Carson will keinen Moslem im Weißen Haus. Foto: AFP.

So ein Skandal, der fabriziert erscheint. Denn Donald Trump passt so gar nicht in das Bild des republikanischen Establishments. Mit Donald Trump wußte man und weiß man, was man bekommt. Er vertrat jahrelang den Vorwurf, dass Barack Obama überhaupt nicht in den USA geboren wurde, von daher überhaupt nicht Präsident sein dürfte. Wahrscheinlich sei er auch noch Moslem, so Trump immer mal wieder in der Vergangenheit. Natürlich wird er auf einer eigenen Wahlkampfveranstaltung nicht Obama verteidigen. Die Größe hat Trump nun doch nicht. Er ist ein Entertainer, der die Massen anzieht. Seine Auftritte und seine Fernsehdebatten sind beliebter als „American Idol“, da erwartet man Spitzen und Kanten, Angriffe und Tiefschläge. Und die liefert der Donald nur zu gerne und in bester Laune. Die Fernsehnation, sein geliebtes Amerika, „God’s Country“, will bespaßt werden.

Das weiß die republikanische Parteizentrale, das wissen die Medienvertreter in den Redaktionen und Sender. Und es ist ein Wohl und ein Elend zugleich. Denn die Republikaner haben schon lange nicht mehr so viel Aufmerksamkeit erzielt, seitdem Donald Trump im Rennen ums Weiße Haus ist. Aber es konzentriert sich alles auf den Egomanen Trump. Die anderen Kandidaten und eine wirkliche inhaltliche Debatte haben gegen den „best businessman“ (Trump über Trump) keine Chance. Er bestimmt die Diskussion. Eben auch dann, wenn er nichts sagt, wie beim Moslem Einwurf auf einer seiner Veranstaltungen.

Und dann lief eben Ben Carson ins offene Messer. Der Aufschrei über Carsons Antwort ist groß, auch wenn seine Einstellung zu Moslems nichts neues ist. Carson kann sich da gelassen zurück lehnen, denn 38 Prozent der Amerikaner würden keinen Moslem auf dem Weg ins Weiße Haus unterstützen. Schlimmer käme es nur für Atheisten (40 Prozent) und Sozialisten (50 Prozent).

Carson passt auch nicht so in das klassische Bild eines Republikaners. Als Neurochirurg ein Außenseiter, der in den Umfragen dennoch gleich hinter Trump und vor den Parteigrößen Bush, Walker, Christie, Cruz und Kasich liegt und mit seiner Kandidatur auch den Normalstand in der Partei hinterfragt.

Die Republikaner zerlegen sich derzeit selbst. Die Parteizentrale hat keine Antworten auf Trump und Carson, kein anderer Kandidat ist stark genug, um sie auch nur annähernd anzugehen. Als Reaktion werden nun Skandale fabriziert, die eigentlich keine sind. Denn was die beiden da offen sagen, ist nichts neues, es entspricht lediglich dem, was viele in der Partei denken und vertreten. Nun wird es eben ausgesprochen. Aber nach den Mexikanern sind eben jetzt die Moslems dran. Der Wahlkampf ist noch lang, mal sehen, wer als nächstes dran kommt. Vielleicht die Deutschen, die mit gefälschten Autodaten das Atmen amerikanischer Kleinkinder erschweren. Hey, möglich ist alles in diesem Wahlkampf.

 

 

 

Wenn die toten Moslems kommen

In Collin County, einem Distrikt in der Dallas-Forth Worth Gegend, leben rund 22000 Moslems. Das liegt nicht daran, dass es hier islamistische Trainingscamps für den heiligen Krieg gibt. Vielmehr haben sich in der Region zahlreiche Technologiefirmen angesiedelt, die gutbezahlte Jobs bieten und eben Arbeitnehmer von überallher anziehen.

Foto: AFP

Nun jedoch gibt es ein ganz alltägliches Problem. Es muß ein neuer Friedhof her. Es gibt bereits drei für Moslems in der Region, doch die sind fast voll. Derzeit liegt ein Antrag in Farmersville vor, dort einen weiteren Friedhof anzulegen, doch das stößt nicht auf große Gegenliebe bei den Bürgern der texanischen Gemeinde. Der Bürgermeister des 3400 Seelen Örtchens, Joe Helmberger, versuchte zu beschwichtigen. Er verwies bei einer Bürgerstunde auf die bereits bestehenden Friedhöfe, erklärte, dass der Friedhof ein wichtiger Ort für die moslemische Gemeinde sei. Und er machte deutlich, dass die Gerüchte um den Bau eines islamischen Centers und einer Moschee in Farmersville nicht zuträfen.

Doch das alles kam bei den erzürnten Bürgern der Gemeinde nicht an. Eine erboste Frau erklärte nach dem Treffen der Tageszeitung „Dallas Morning News“, „Die Leute vertrauen Moslems nicht. Ihr Ziel ist es, die Vereinigten Staaten zu bevölkern und dann zu übernehmen“. Dieser Satz allein drückt wohl die Grundstimmung bei einigen in den USA aus. Und in abgeschwächter Form berichtet so auch FOXNews, ständig davor warnend, dass der Einfluss der (radikalen) Moslems in den USA steigt, wenn man nicht auf Hut sei.

 

 

Eine totale Schweinerei

Munition gegen Islamisten     

Man solle 72 Jungfrauen retten und „Put some Ham in MoHAMed“, also etwas Schweinefleisch für den Propheten Mohammed. Das sind die Werbeslogans der kleinen Munitionsfirma „Jihawg Ammo“. Gegründet 2010, als „Patrioten aus Idaho County, Idaho, um ein Lagerfeuer sassen und ein Erwachsenen Getränk genossen“. Man redete erhitzt über den geplanten Moscheenbau am Ground Zero, ein Unding sei das, direkt dort, an diesem heiligen Platz Amerikas ein islamisches Gotteshaus zu errichten. Damit würde man den Amerikanern praktisch jeden Tag „die Nase in diese Tragödie drücken“. Das dort keine Moschee gebaut wird, hat sich wahrscheinlich noch nicht bis Idaho rumgesprochen.

Es mußte was getan werden in einem Land, in dem schon der Präsident den Mittelnamen „Hussein“ trägt, entschlossen sich die Feierabendpatrioten in Idaho. Doch was könnte man nur gegen den Dschihad und das Scharia Gesetz machen. Der Alkoholspiegel stieg am Lagerfeuer und so kam man auf die Idee, die Islamisten in ihrem heiligen Krieg nicht nur umzbringen, sondern auch noch gleichzeitig in die Hölle zu schicken. Munition, die mit einer schweinefetthaltigen Glasur umhüllt ist. Das sei die Lösung. Bumm, böser Islamist tot, und das Schweinefett sorgt auch noch dafür, dass der bärtige Gotteskrieger nicht zu Allah und seinen versprochenen 72 Jungfrauen kommt. Und das Sahnehäubchen im Kampf um Himmel und Hölle, die Munition ist „Made in USA“. Uncle Sam läßt grüßen.

Gesagt-getan, „Jihawg Ammo“ wurde gegründet, als Teil des Kriegs gegen den islamistischen Terror. So zumindest haben es sich die patriotischen Idahoaner vorgestellt. Doch ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein mit dem „Highway to Hell“ für Osamas Kumpel.  Man will es nicht glauben , doch eine Religionsexpertin hat sich bereits zu Wort gemeldet: „Es gibt keine Strafe im Koran für das Berühren von Schwein. So weit ich weiß, würden Moslems nicht vom Himmel ausgesperrt werden, wenn sie Schwein essen oder davon getroffen werden“, weiß Shannon Dunn, Professorin für religiöse Studien in einem Interview. Und sie hat ja wohl den direkten Draht zu Jesus, Buddha, Shiva und eben Mohammed.

Doch die Munition kommt an und verkauft sich. Die Facebook Seite von „Jihawg Ammo“ hat bereits tausende Fans und wie die Firma selbst erklärt, „die Patronen sind ganz normal einsetzbar“, nur man sei eben schon jetzt für den Ausbruch des Dschihad in Amerika vorbereitet. In Zukunft werden also die Enten und das Wild in Amerikas Weiten mit Schweinfett glasierten Patronen beschossen.

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