Gute Presse für die Deutschen

Kraftwerk ist wohl die deutscheste aller deutschen Bands. Im Ausland, und gerade in den USA, steht die Düsseldorfer Formation für das Qualitätssiegel „Made In Germany“, wie keine andere teutonische Kapelle. Perfektion, Innovation, Kühle, Distanziertheit, Genauigkeit, Pünktlichkeit. Hier spielen Musiker, nein Maschinisten, wie sie sich selbst nennen, in perfekter Abstimmung. Bei einem Kraftwerk Konzert wird klar, warum eine ihrer erfolgreichsten und wichtigsten Platten der Musikgeschichte „MenschMaschine“ heißt. Das Roboterimage paßt zum Bild der Deutschen.

Nun sind sie in New York. Acht Abende lang, morgen findet das letzte Konzert im Museum of Modern Art statt. Jeder Auftritt ist vor nur 450 Menschen. Auf dem Schwarzmarkt gingen die Karten für rund 2000 Dollar weg. Jeder Gig ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus 3-D Videoproduktionen und einer Surroundsound Installation. Das MoMA ist der ideale Ort für diese Live-Performances. Musik, Sound, visuelle Impressionen….das ist wahre Kunst.

Und die Presse jubelt. Selten hat die New York Times so ausführlich über die Konzerte einer deutschen Band gejubelt. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk NPR wird in einer der populärsten Magazinsendungen „All Things Considered“ ausführlich über die Konzerreihe und die Bedeutung der Düsseldorfer auf andere Musiker und Genres berichtet. Die Kritiker sind sich einig, Kraftwerk verdienen eine eigene Umlaufbahn im Musikolymp. Hier einige Medienlinks:

High-Design Fans Come Primed for a Retro Future (New York Times)

Kraftwerk Diary Day One: Electronic Pioneers Play 1974’s ‚Autobahn‘ (Rolling Stone)

Klaus Biesenbach On Kraftwerk’s Performances At MoMA (Huffington Post)

Kraftwerk In New York: Decades Of Influence On Display (WBUR – NPR)

Kraftwerk Keeps Catching Up With Its Past (New York Times)

Kraftwerk In New York: Decades Of Influence On Display (National Public Radio)

Man, Alive to Machine Possibilities (New York Times)

 

Ein Kraftwerk namens Rammstein

Ist das Zufall oder wird hier beabsichtigt mit den beiden Muckibuden der deutschen Musikszene getönt. Kraftwerk und Rammstein werden im April in den USA spielen. Die Düsseldorfer Elektro-Pioniere kommen für acht Konzerte in Folge ins New Yorker Museum of Modern Art. An jedem Abend stellen sie eine ihrer herausragenden Langspielplatten vor. Die 70er Jahre leben auf. Innerhalb kürzester Zeit waren die begehrten Tickets weg. Das MOMA will mit dieser Konzertreihe unterstreichen, welche Bedeutung Kraftwerk für Kunst und Musik hatte. Bands, Musiker, Sounddesigner, Künstler, kreativ Denkende….sie alle und mehr kamen und kommen an Kraftwerk nicht vorbei. Kraftwerk setzten Maßstäbe. Diese Konzertserie ist eine gelungene Hommage an eine der wichtigsten Bands der Musik.

Kaum haben Kraftwerk die Bühne geräumt, werden bei Rammstein die Turbinen angeschmissen. Die Band kommt in den USA und Kanada an. Jahrelang ließen sie nichts von sich hören im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Doch dann überlegte man sich einen ausgeklügelten Schlachtplan. Der namhafte Madison Square Garden war der Start für den zweiten Frühling der Berliner Schwermetaller. Das Konzert war als ein Test gedacht, angekündigt war, dass sie nur ein Konzert in absehbarer Zeit in den USA geben werden. Innerhalb von 40 Minuten war die Bude mit nahezu 20.000 Tickets ausverkauft. Aus dem ganzen Land strömten die Fans nach New York City:

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Rammstein ließen sich nicht lumpen und buchten eine Tour durchs Land, es ging nur in die größten Hallen. Auch die war fast überall ausverkauft. Und nun ist Teil 2 der Rammsteintour angesagt. 21 Städte werden angefahren. Das einzige Konzert in Kalifornien findet in Anaheim statt und ich kenne einige aus der Bay Area, die die rund 600 Kilometer Richtung Süden fahren, um Rammstein live zu erleben.

Interessant ist für mich beim Erfolg von Rammstein, dass die Band auf Deutsch singt. Anfangs versuchte man sich noch mit englischen Versionen von „Du hast“ und „Engel“, doch das ist vorbei. Egal wohin die Berliner auch kommen, ihre Texte werden mitgesungen. Moskau, Paris, Warschau, London, Tokio, Los Angeles, Mexiko City… Was in Deutschland von den professionellen Kulturmachern und -kritikern belächelt und abgetan wird, zeigt jedoch Wirkung. Ich lehne mich gerne aus dem Fenster und behaupte, dass Rammstein in den letzten Jahren mehr junge Leute im Ausland für die deutsche Sprache interessiert hat, als so manche staatlich finanzierte und sündhaft teure „Projektidee“. Doch sich das eingestehen wird man nie. Rammstein sind die bösen Buben, mit denen die ach so korrekten Kulturprofis nichts zu tun haben wollen. Schade, Chance verpasst!

 

Kraftwerk – NYC – MOMA

Eigentlich ist es das Konzertereignis des Jahres. Kraftwerk live in New York. Nicht ein Abend, nicht zwei Abende…nein, gleich acht Abende haben die deutschen Musikpioniere im Museum of Modern Art in New York City gebucht. Und in jedem Konzert wird eine andere Langspielplatte der legendären Düsseldorfer Formation im Mittelpunkt stehen:

Dienstag, 10. April  – Autobahn (1974)
Mittwoch, 11. April – Radio-Activity (1975)
Donnerstag, 12. April 12 – Trans Europe Express (1977)
Freitag, 13. April – The Man-Machine (1978)
Samstag, 14.  April – Computer World (1981)
Sonntag, 15. April 1 – Techno Pop (1986)
Montag, 16. April  – The Mix (1991)
Dienstag, 17. April – Tour de France (2003)

Kraftwerk sind Kult. Und das weltweit. Es ist wohl die einzige deutsche Band die maßgeblich unzählige Gruppen und die verschiedensten Genres beeinflußt haben. Ihre musikalische und künstlerische Weitsicht kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Ich finde ja immer, es wird sehr inflationär mit dem Begriff „Musikpionier“ umgegangen. Doch wenn ich diesen Begriff nur einmal für eine Band verwenden dürfte, dann wäre es für mich zweifellos Kraftwerk.

Auf nach New York City!