Blick auf Ronald Reagan

Ron Reagan hat ein Buch über seinen Vater geschrieben. „My father at 100“, veröffentlicht bei Viking Publishers. Darin schreibt der Sohn, dass er glaubt, sein Vater habe schon in seinen Jahren im Weißen Haus mit Alzheimer zu kämpfen gehabt. Doch damals habe niemand die Zeichen erkannt. Erst 1994, also vier Jahre nach dem Ausscheiden Reagans, wurde die Diagnose gestellt.

Ronald Reagan, 1985Ron Reagan erinnert sich, dass sein Vater bereits 1984 Erinnerungslücken hatte, die man auch schon in den TV Debatten gegen seinen Herausforderer Walter Mondale deutlich erkennen konnte. 1986, so Reagan Junior, habe sein Vater beim Überfliegen von Canyons nördlich von Los Angeles, deren Namen nicht mehr gewußt, obwohl er sie in- und auswendig kannte. Ron Reagan ist sich sicher, dass sein Vater bereits zu diesem Zeitpunkt etwas geahnt habe. Wenn er damals schon die Diagnose gehabt hätte, wäre er sicherlich zurück getreten.

Allerdings, so Reagan weiter in seinem Buch, dürfe diese Erkenntnis keinen Schatten auf die Präsidentschaft seines Vaters werfen. Vielmehr müsse man erkennen, dass Präsidenten keine Übermenschen sind, „wir votieren für Menschen mit all ihren Schwächen, psychologisch und physiologisch“.

Ronny und die Berliner Mauer

In den USA preisen die Menschen den früheren Präsidenten Ronald Reagan dafür, dass er quasi eigenhändig die Berliner Mauer zu Fall gebracht hat. Reagan habe mit seinem russischen Gegenüber Gorbatschow hoch gepokert und am Ende gewonnen, denn der Amerikaner hatte mehr Kohle im Säckel fürs militärische Wettrüste, so die allgemeine Meinung.

So war es nicht ganz, wie uns die Geschichte lehrt. Aber gerade die konservativen Kommentatoren in den USA vertreten nach wie vor diese Sicht der Dinge. Und das haben sie heute auch wieder erklärt, als in der Rotunda im Kongress eine Statue des 40. US-Präsidenten enthüllt wurde. Mit dabei Reagans Witwe Nancy Reagan.

Da jeder Bundesstaat nur zwei Statuen in diesem Raum aufstellen darf, musste eine kalilfornische für Reagan weichen. Das Abbild von Rev. Thomas Starr King wird nun eingemottet, King kämpfte dafür, dass Kalifornien während des amerikanischen Bürgerkrieges in der Union blieb. Der eine kommt, der andere geht…und Ronald Reagans Statue kam sogar mit einem Stück der Berliner Mauer….ich frage mich echt, wieviele Tonnen Beton Reagan und seine Bibliothek in Simi Valley damals nach Kalifornien schippern liessen, denn dort stehen ja auch so einige Bauteile rum.

YouTube Preview Image