Goodbye Irak

16, 19 oder 23? Diese Zahlen werden derzeit in den USA durch den Raum geworfen. Sie stehen für die Anzahl der Monate, bis die amerikanischen Streitkräfte aus dem Irak abgezogen sein sollen. Barack Obama versprach vollmundig im Wahlkampf, spätestens 16 Monate nach seinem Amtsantritt wird der letzte GI das Land verlassen haben. Doch die Realität holte den frischgekürten Präsidenten schneller ein, als geplant. Zwar will Obama schnellstmöglich rund 30.000 Soldaten vom Irak nach Afghanistan verlegen lassen und arbeitet mit Hochdruck daran, aus der politischen Falle Irak heraus zu kommen, doch seine Generäle verlangen nach mehr Zeit.© Arndt Peltner

23 Monate seien trotz aller Vorbehalte realistisch, so heisst es. Als Kompromiss werden 19 Monate gehandelt. Allerdings beinhalten alle drei Zeitpläne, dass mehrere amerikanische Brigaden im Irak stationiert bleiben, um vor Ort die irakischen Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten (von der strategischen Bedeutung einer weiteren Mindestpräsenz redet so gut wie keiner offen). Barack Obama hat nun einen schweren Brocken vor sich, denn er muss mit seinen Militärs einen Weg finden, die 14 Kampf-Brigaden, die derzeit im Land stationiert sind, abziehen zu können und gleichzeitig die Sicherheit der zurückbleibenden Amerikaner im Irak zu garantieren.

Und das scheint fraglich zu sein, denn bereits jetzt warnen ranghohe Militärs vor dem Tag X und zweifeln an, dass die irakischen Einheiten bis dahin noch lange nicht in voller Stärke einsatzbereit sind. Bis dahin werden wohl weitere Truppen durch das „National Training Center“ in Fort Irwin, Kalifornien, geschleust werden, um sich für den Ernstfall im Land zwischen Euphrat und Tigris, aber auch die eskalierende Situation im Süden Afghanistans vorzubereiten.

Der Irakeinsatz wird in Südkalifornien geübt

Am vergangenen Wochenende war ich zu Gast im „National Training Center“ der amerikanischen Streitkräfte in Fort Irwin, Kalifornien. Hier werden die US Truppen für die Einsätze im Irak und Afghanistan ausgebildet. Zwei Tage und Nächte lang war ich „embedded“. Es war eine sehr spannende und interessante Reise, mit vielen Eindrücken. Dazu hier ein Audiobeitrag:

National Training Center