„Ich weiß, wie man kastriert“

„I grew up castrating hogs on an Iowa farm. So, when I get to Washington, I’ll know how to cut pork….Washington is full of big spenders. Let’s make ‚em squeal“. Das sagt Joni Ernst in ihrem Wahlwerbespot, republikanische Kandidatin für den US Senat. Ernst weiß also, wie man kastriert und will dieses Handwerk auch in Washington durchführen, bis „sie“ eben vor Schmerzen schreien. Wahlkampf auf amerikanisch, in Deutschland wäre das wohl undenkbar.

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Die Wahlen am 4. November entscheiden darüber, ob Barack Obama überhaupt noch etwas in den letzten zwei Amtsjahren zu sagen hat, oder ob er ganz aufs Abstellgleis geschoben wird. Denn falls die Demokraten im Senat ihre Mehrheit verlieren, sieht es nicht gut für den Präsidenten aus. In Iowa wird ein hart umkämpfter Sitz vergeben, den beide Parteien für sich erringen möchten. Und beide Seiten investieren viel Geld und Energie.

Joni Ernst ist derzeit Senatorin im Senat von Iowa. Sie war in der US Army und ist noch immer aktives Mitglied der Nationalgarde von Iowa. 2003 und 2004 war sie im Zuge der „Operation Freedom“ in Kuwait eingesetzt. Ernst besticht im Wahlkampf mit ihren Forderungen, was sie alles in Washington streichen will. Bildungsmaßnahmen, Umweltschutz, Steuerbehörden, all das muß weg. Sie ist Abtreibungsgegnerin, von den zehn Geboten überzeugt, sie beschreibt Barack Obama als einen „Diktator“ und ist von der Waffenlobby, der „National Rifle Association“, mit einem „A“ für ihren Einsatz für Waffenrechte ausgezeichnet worden. Ja, Joni Ernst schießt scharf, jetzt noch mit Worthülsen und gelegentlich in Lederjacke auf dem Schießstand, aber bald schon mit Entscheidungen in DC. Denn Ernst führt in den Umfragen. Ihr demokratischer Gegner Bruce Braley hat am Ende wohl gegen die Schweine kastrierende Kriegsheldin keine Chance. Das ist das „Heartland“ von Amerika.

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