Selbstmordrate steigt

59.000 Soldaten der amerikanischen Streitkräfte gehören zu Spezialeinheiten, wie den Army Rangers oder den Navy SEALs. Derzeit sind sie nicht nur in Afghanistan und dem Irak, sondern in 84 (!) Ländern im Einsatz. Nun hat Admiral William McRaven, der die Spezialoperationen der US Sondereinheiten leitet, auf ein massives Problem in den Reihen seiner Soldaten hingewiesen. Die Selbstmordrate liegt ungewöhnlich hoch und steigt von Jahr zu Jahr. „Meine Soldaten kämpfen seit 12, 13 Jahren im harten Einsatz. Und jeder, der das miterlebt hat, hat sich verändert. So einfach ist das“, erklärte McRaven auf einer Konferenz in Tampa, Florida.

Harte Zahlen und Statistiken wollten der Admiral nicht vorlegen, denn alles, was diese Spezialeinheiten angeht fällt unter strengste Geheimhaltung. Allerdings weisen die allgemeinen Zahlen der aktiven Militärangehörigen daraufhin, dass im Jahr 2012 350 Soldaten sich das Leben nahmen. Eine ähnliche Zahl liegt für 2013 vor. William McRaven fügte in Florida nur hinzu: „Und dieses Jahr, befürchte ich, sind wir auf dem Weg, diese Zahl zu überschreiten.“

Amerika, das wird immer deutlicher, hat mit den jüngsten Kriegsschauplätzen in Afghanistan, im Irak und dem ausgerufenen „War on Terror“ an der Heimatfront einen Krieg der anderen Art eröffnet. Die Ausmaße dabei sind noch gar nicht zu erkennen und abzuschätzen.

 

 

 

Osama soll Obama helfen

Seit langem schon arbeiten die Regisseurin Kathryn Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal an einem Film über die Jagd auf den Terrorfürsten Osama bin Laden. Und dann, am 2. Mai, wurden sie von der Nachricht überrascht, dass Bin Laden in einer Geheimmission amerikanischer Elitetruppen erschossen wurde. Bigelow und Boal, die für „Hurt Locker“ den Oscar bekamen, überlegten nur kurz, ob diese neue Sachlage ihrem Filmprojekt ein Ende setzt.

Nein, ganz im Gegenteil, denn anscheinend hat das Weiße Haus Wind von den Plänen bekommen und findet die Idee durchaus unterstützenswert. Drehbuchautor Boal hat sogar Zugang zu Treffen des Militärs und der Navy Seals bekommen, die ansonsten eher hinter verschlossenen Türen stattfinden. Die Obama Administration scheint einen Hintergedanken bei all der Freundlichkeit zu haben. Der Kinostart für den Osama-Jagd Streifen ist auf den 12. Oktober 2012 festgesetzt, also weniger als vier Wochen vor der Wahl. Obama als amerikanischer Held und Terrorjäger.

Natürlich führt das zu Aufregung bei den Republikanern, immerhin hatte ihr Präsident Bush die Jagd auf Bin Laden mit den Worten „Dead or Alive“ eröffnet. Auch sehen sie die Sicherheitslage gefährdet, wenn einem Drehbuchautoren Zugang zu den geheimen Navy Seal Kommandos gegeben wird. Der republikanische Abgeordnete Peter King hat deshalb jetzt eine Untersuchung der Vorfälle gefordert. Was wissen Bigelow und Boal von den Navy Seals und wie hat das Weiße Haus dabei mitgeholfen? King kritisiert auch den Zeitpunkt des Filmstarts, den er schon jetzt als billigen Werbefilm für den demokratischen Präsidenten abtut.

Kathryn Bigelow und Mark Boal verstehen die ganze Kritik nicht. In einer Erklärung ihres Büros heisst es: „Unser geplantes Filmprojekt über die Jahrzehnte lange Jagd auf Bin Laden ist schon seit Jahren in Arbeit und beinhaltet die gemeinsamen Anstrengungen von drei Administrationen, von Präsident Clinton, Bush und Obama, und dem Verteidigungsministerium und der CIA. Es war ein amerikanischer Triumph, heroisch und überparteilich. Es gibt keine Grundlage dafür, dass wir diesen enormen Sieg anders darstellen werden.“

 

 

„It took Obama to catch Osama“

Immer mehr Informationen dringen vom Tod Osama Bin Ladens durch. Anfangs hieß es noch, der Terrorchef sei bewaffnet gewesen und habe Widerstand gegen den Zugriff der Navy Seals geleistet. Doch heute erklärte das Weiße Haus, der Al Qaida Chef sei unbewaffnet gewesen, habe sich jedoch einer Verhaftung widersetzt. Und das wirft neue Fragen auf: War es wirklich das Ziel der Amerikaner Osama Bin Laden lebend zu fassen?

Amerika am Tag danach