Bombenalarm an Ocean Beach

Dann macht es Bumm am Ocean Beach. Foto: KGO-TV.

Dann macht es Bumm am Ocean Beach. Foto: KGO-TV.

Ich kenne das nur von Nürnberg, auch von Dortmund. Bombenalarm, irgendein Bagger hat mal wieder ein explosives Erbe des Zweiten Weltkriegs ausgegraben. Sperrung, Evakuierung, dann der Bombenspezialist, der das Ding abtransportiert oder vor Ort entschärft.

Doch das so was auch hier passiert, das verwundert mich dann schon. Gestern wurde am Ocean Beach von San Francisco eine Leuchtgranate zur Explosion gebracht. Große Aufregung, denn das Ding wurde angeschwemmt und von Spaziergängern gefunden. Wie die Polizei erklärte, könnte es von einem Navy-Schiff „gefallen“ sein. Das ganze ereignete sich unterhalb des von Adolph Sutro erbauten Cliff Houses. Es war auch nicht das erste Mal, dass am Ocean Beach Granaten gefunden wurden. Schon mehrmals wurden hier „Explosives“ hochgejagt. Was mich ja wundert ist, warum darüber nicht mehr berichtet wird. Diese Nachricht des sehr speziellen Fundes am Strand von San Francisco war den lokalen Medien kaum eine Meldung wert. Was verwundert, denn eigentlich wird hier über jeden Blödsinn breit berichtet.

Glück im Unglück hatten vier Jugendliche, die zur gleichen Zeit im Wasser schwammen. Sie wurden von einer „Rip Tide“, einer starken Strömung vor Ocean Beach erfasst, die es unmöglich macht, wieder auf geradem Weg zurück zum Strand zu schwimmen. Die anwesenden Polizei- und Feuerwehrbeamten und die Park Rangers wurden von Passanten auf die Schwimmer aufmerksam gemacht, und retteten die vier aus ihrer misslichen Lage.

 

Im Gleichschritt zur Staatsbürgerschaft

Präsident Obama wollte die Gesundheitsreform. Das war eine seiner wichtigsten politischen Ziele. Doch mit der Umsetzung des landläufig als „Obamacare“ verschrienen Gesetzes, wurde alles andere in Washington ausgebremst. Die Republikaner hassen Obama und hassen noch mehr „Obamacare“. Die Gesundheitsreform sei unamerikanisch, sozialistisch, ein Jobkiller. Alles wird versucht, um irgendwie auch noch jetzt und heute die neue Regelung auszuhebeln. Klar ist, mit einem republikanischen Präsidenten im Weißen Haus, wird „Obamacare“ ausgehöhlt oder ganz abgeschafft werden.

Egal, dass nun auch Menschen mit chronischen Krankheiten versichert sein können oder bislang Unversicherte einen Versicherungsschutz bekommen. „Obamacare“ hat alles andere ausgebremst. Nichts geht mehr in Washington. Der totale Stillstand hat eingesetzt. Seit Jahren wird versucht in den USA eine Reform des Einwanderungsgesetzes durchzusetzen. Ich selbst habe die Idiotie dieses legalen Prozesses mitmachen müssen und habe mich bei jedem Schritt gefragt, wie das jemand aus Mexiko überhaupt hinbekommen kann. Ich war dankbar Deutscher zu sein, um Amerikaner zu werden.

In dieser Legislaturperiode und in der verbleibenden Amtszeit von Präsident Obama wird es keine grundlegende Überarbeitung des Immigrationsgesetzes mehr geben. Das steht fest. Nun haben ein paar Republikaner eine neue Initiative ins Gespräch gebracht, um Willigen den amerikanischen Pass schmackhaft zu machen. Potenzielle Einwanderer sollen sich „freiwillig“ zum Dienst an der Waffe verpflichten, dem neuen Vaterland dienen, bereit sein für Amerika zu sterben. 43 republikanische Abgeordnete haben diese Initiative unterschrieben, die sie passend „ENLIST Act“ nennen, also man unterschreibt bei der Navy, der Army, der Air Force, den Marines und wird dann bevorzugt auf dem Weg zum Staatsbürger behandelt.

Als Amerika noch eine „Draft“, eine allgemeine Wehrpflicht, hatte, wurden auch hier lebende Deutsche zum Militärdienst eingezogen. Ich kenne einige Deutsche, die in den 50er Jahren in die USA auswanderten und dann erstmal ihren Armeedienst ableisten mußten. Pikanterweise wurden sie oftmals in Deutschland oder Österreich stationiert, als Mitglied der US Army.

NRA was nun?

Was wird die National Rifle Association (NRA) nun sagen? Ich denke mal, sie wird gar nichts sagen, diesen Mord nicht kommentieren, einfach schön den Mantel des Schweigens über diesen tragischen Zwischenfall legen.

Chris Kyle war einer der besten. Ein jahrelang trainierter Navy-SEAL und dort auch noch in einer tödlichen Spezialeinheit. Sein Geschäft war sein Gewehr, sein Auge, sein ruhiger Finger am Abzug. Kyle war Scharfschütze, einer der tödlichsten in der Geschichte der Navy-SEALS. Zwischen 1999 und 2009 erschoss er im staatlichen Auftrag mehr als 150 „Ziele“ mit tödlichen Schüssen. Über seine Erfahrungen als „Sniper“ schrieb und veröffentliche Chris Kyle den Bestseller „American Sniper: The Autobiography of the Most Lethal Sniper in U.S. Military History“.

Nun ist der trainierte und stets bewaffnete Spezialmann ermordet worden. Auf einem Schießplatz in Glen Rose, 80 Kilometer südwestlich der texanischen Stadt Fort Worth, wurden er und sein Begleiter von einem 25jährigen aus noch unbekannten Gründen erschossen. Ein hochtrainierter Navy-SEAL! Auf einem Schießplatz! Mit Dutzenden offen herumliegenden Waffen! Wie also will die NRA das nun erklären, wenn sie fordert in Schulen bewaffnete Wachen aufzustellen, Lehrer und Schulleitungen an Schießeisen auszubilden und mit Knarren auszurüsten, die im Falle eines Amokläufers zur Selbstjustiz greifen?

Ich weiß, Waffen töten nicht, nur Verrückte, die sie „falsch“ einsetzen. Aber ich denke mal, dieser Fall könnte der NRA noch Argumentationsprobleme einbringen.

 

Neue Zeiten brechen an

Vor fünf Monaten hat die US Administration die umstrittene Regelung „Don’t ask, don’t tell“ aufgehoben, die Schwulen und Lesben in den amerikanischen Streitkräften verbot, offen zu Ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Also nichts sagen und eben auch nicht von Offiziellen gefragt werden. Nach dem Motto: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“.

Doch Präsident Obama ist 2008 angetreten, um diese überflüssige Regelung aufzuheben. Was soll das auch, kann ein homosexueller Mann, kann eine homosexuelle Frau nicht genauso gut seinem und ihrem Land dienen? Schießt ein Gewehr anders? Marschiert man anders? Unter großem Protest aus dem republikanisch-konservativen Lager wurde die Regelung nach intensiven Beratungen und Untersuchungen und mit Zustimmung der Militärführung aufgehoben. Auch wenn der Untergang des Abendlandes und die Verweichlichung der Streitkräfte prophezeit wurde, die US Army, die Air Force, die Navy, die Marines, die vielen Spezialeinheiten des amerikanischen Militärs, sie alle in Uniform leisten noch immer ihren Dienst so ab, wie zu Zeiten von „Don’t ask, don’t tell“.

Als Sergeant Brandon Morgan nun von seinem Einsatz in Afghanistan zurückkam, wurde er in der Kaserne der Marines in Kaneohe Bay auf Hawaii von seinem Lebenspartner Dalan Wells freudig begrüßt. Freude, Erleichterung, Nähe.. Die beiden umarmten und küssten sich ganz offen, etwas, was noch vor wenigen Monaten undenkbar gewesen wäre. Der Moment wurde von einem Fotografen der Associated Press festgehalten und wird wohl als ein bedeutendes Foto in die Geschichte der amerikanischen Streitkräfte und der amerikanischen Gesellschaft eingehen. Neue Zeiten sind angebrochen.

Marschieren unterm Regenbogen

San Diego ist die zweitgrößte kalifornische Stadt. Strand, Badewetter, Surfer und der größte Militärstützpunkt der US Marines westlich des Mississippi. Das Militär prägt das Bild der Stadt und der Region. Kriegsschiffe liegen im Hafen. Helikopter und Militärflugzeuge heben ab und landen. Am Flughafen ist es ganz normal auf Soldaten in Kampfanzügen und in Ausgehuniform zu treffen.

Am Samstag nun fand die jährliche „Gay Pride Parade“ in San Diego statt, die Parade der Homosexuellen, mit der für Gleichberechtigung und Offenheit eingetreten wird. Und dieses mal, zum ersten mal, nahmen auch rund 250 Angehörige der Streitkräfte teil. Mitglieder der Navy, der Marines, der Army, der Air Force, sie alle kamen zusammen, um für die Aufhebung von „Don’t ask, don’t tell“ einzutreten. „Don’t ask, don’t tell“ ist die Leitlinie des Pentagon mit homosexuellen Soldaten umzugehen. Also, man fragt von offizieller Seite nicht, welche sexuelle Orientierung ein Soldat hat, und als Soldat zeigt man nicht, ob man schwul oder lesbisch ist. Homosexualität wird einfach in den militärischen Rängen unter den Teppich gekehrt. Es geht bei diesem Kampf der „Gay-Bewegung“ nicht nur darum, ob ein Schwuler auch öffentlich sagen kann, er liebe einen Mann. Es geht vor allem um gleiche Rechte, so z.B. wenn ein verwundeter Soldat im Krankenhaus liegt und sein vom Militär nicht akzeptierter Partner ihn aufgrund von bestehenden Beschränkungen nicht besuchen darf und kein medizinisches Mitspracherecht hat. Oder wenn ein Soldat im Einsatz stirbt, der Partner jedoch keine finanzielle Abfindung oder Rente erhält.

Die Soldaten am Samstag wollten in die Öffentlichkeit gehen. Uniformen waren ihnen nicht erlaubt, deshalb kamen sie in ziviler Kleidung, doch durch ihre braunen und grauen T-Shirts waren sie gut als Militärangehörige erkennbar. Sie marschierten in einem für sie ungewissen Marsch. Jeder von ihnen hielt eine kleine amerikanische Fahne in der Hand, um zu zeigen, dass sie stolz ihren Dienst ableisteten. Einige von ihnen kamen gerade vom Einsatz in Afghanistan zurück. Im Krieg ist die sexuelle Orientierung egal, doch das ist noch nicht so ganz bis Washington durchgedrungen. Zwar hat Präsident Barack Obama „Don’t ask, don’t tell“ schon im Dezember für nichtig erklärt, doch gab er dem Pentagon einen unbefristeten Zeitraum, diese neue „Policy“ auch umzusetzen. Das Pentagon läßt sich also Zeit. In einer Stellungnahme am Samstag hieß es, die teilnehmenden Zivilpersonen düften durchaus in der Parade mitmarschieren, das sei jedem frei gestellt. Die Passanten zumindest entlang der Paradestrecke bejubelten die mutigen Soldaten, die auch daheim ihren Kampf für gleiche Rechte weiter austragen.

„Afghanistan goes Gaga“

…so lässt sich wohl am besten das Video beschreiben, das eine Gruppe amerikanischer Soldaten in Afghanistan aufgenommen hat. Die Mitglieder der 82nd Airborne Division langweilten sich etwas in ihrem Lager „Forward Operating Base“ in der Farah Provinz. Einer von ihnen kam auf die Idee  ein Video zum Lady Gaga Song „Telephone“ aufzunehmen, um die besorgten Angehörigen daheim etwas aufzumuntern. Und das ist ihnen mehr als gelungen. Herausgekommen ist ein youtube Phänomen, mit derzeit schon Hunderttausenden von Klicks.

In den USA stiess das Video auf geteilte Meinungen. Die einen amüsierten sich köstlich über die Performance, andere hingegen meinten, die Soldaten hätten wohl nicht besseres zu tun, als solchen Blödsinn zu verzapfen. Doch urteilen Sie selbst, wie finden Sie dieses Video der US Boys?

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