New York singt „Du hast“

nycRammstein sind die weltweit erfolgreichste deutschsprachige Band. Ob das deutsche Kulturkritiker und Feuilletonisten wollen und gut finden oder nicht. Konzerte in Mexiko sind in Stunden ausverkauft, ihr Konzert auf einem Festival im kanadischen Quebec haben rund 130.000 Fans gesehen, Südamerika und Osteuropa sind Heimspiele für die Berliner Schwermetaller. Zwischen Rio, Moskau und Tokio singen die begeisterten Anhänger mit, was Till Lindemann auf der Bühne vorgibt. „Du hast“, „Amerika“, „Pussy“, „Links 2 3 4“. Alleine die DVD „Völkerball“ zeigt, dass Rammstein mittlerweile mehr fürs Deutschlernen im Ausland tut als das staatlich geförderte Goethe-Institut.

Nun kommt die Band erneut in die USA. Am 11. Dezember steht ein Konzert im Madison Square Garden in New York City an, das erste seit zehn Jahren in den USA. Und schon jetzt ist der „Buzz“ riesig bei den Fans. Wenn am 8. Oktober die Karten in den Vorverkauf kommen, werden die in nullkommanichts vergriffen sein. Rammstein begeistern und faszinieren und provozieren noch immer. Deutschlands Musikexport Nummer eins ist nicht zu stoppen.

Wo warst Du am 11.9.2001?

9 Jahre nach dem 11. September 2001     

Man braucht nicht viel zu diesen Bildern sagen. Man erinnert sich an diesen Tag, weiss noch ganz genau wo man war, was man in diesen Stunden machte.

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Das Trauma Amerikas – ein Audiobericht

Amerika, neun Jahre nach den Terrorangriffen:

Ein Audiobericht     

9/11

Verbrenn den Koran

islamisofthedevilMohammed als Cartoon malen ist „old school“. Am 11. September, dem neunten Jahrestag der Terrorangriffe auf New York City und Washington DC soll es nun ein wahres „Feuerwerk“ geben. Zumindest, wenn es nach Pastor Terry Jones und seiner radikal-christlichen Freikirche, dem  „Dove World Outreach Center“ in Florida geht. Dort soll nämlich ein „Verbrenn den Koran“ Tag stattfinden. Kein Witz, Jones meint es völlig ernst.

Auch Warnungen von radikalen Muslimgruppen halten ihn nicht ab. Selbst das Verbot der lokalen Feuerbehörde ja kein Feuerchen zu entfachen nimmt er nicht für voll. Terry Jones will die Welt „vor der Gefahr des Koran warnen“, die Lehren des Koran seien hasserfüllt, so Jones. Mit seinem Vorhaben stößt er größtenteils auf Unverständnis, doch auch auf Sympathie bei etlichen Amerikanern, die die derzeitige Diskussion über ein geplantes Islamzentrum in der Nähe von „Ground Zero“ in New York City als eine Abrechnung mit der muslimischen Welt sehen.

Man kann nur hoffen, daß Pastor Terry Jones weiß, was er da vor hat. Die Wellen schlagen schon jetzt hoch, sie könnten ganz leicht über dem Bibelprediger zusammenschlagen.

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Jetsetting First Couple

Das „Republican National Committee“ wirft Präsident Obama vor, den Boden unter den Füssen verloren zu haben. Barack Obama hatte am Freitag seine Frau Michelle Obama nach New York zum Abendessen und einem Theaterbesuch ausgeführt. Das Paar flog mit einem kleinen Jet von Washington zum John F. Kennedy Airport, von dort mit einem Helikopter weiter nach Manhattan.

Schon Stunden vorher wurde das Theater und umliegende Häuser vom Secret Service gesichert, was ganz normal ist. Auch die Route vom Hotel zum Theater war strengstens abgeriegelt, allerdings nahmen es die New Yorker gelassen hin, winkten und jubelten ihrem Präsidenten zu. Die Theaterbesucher selbst wussten bis zum letzten Moment nichts vom hohen Besuch, doch applaudierten dem „First Couple“ beim Eintreffen mit stehenden Ovationen.

Die Republikaner allerdings sehen das „Outing“ als übertrieben, werfen den Obamas vor, Steuergelder zu verschwenden und im Angesicht der Riesenpleite bei General Motors das Gefühl für den kleinen Mann verloren zu haben. Allerdings lassen die GOP-Parteigenossen bei ihrer Kritik aussen vor, dass der Transport der Obamas nicht mehr in den Händen der First Family liegt. Obama kann nicht einfach mit seiner Michelle einen Linienflug besteigen oder Theaterkarten an der Abendkasse kaufen. Er muss sich den Sicherheitsanordnungen des Secret Service beugen. Und man sollte ruhig mal daran denken, dass Amtsvorgänger George W. Bush immer wieder wochenlang auf seiner Texas Farm die Büsche gerodet oder sich mit dem Fahrrad diverse Verletzungen zugezogen hat, obwohl US Soldaten an den Fronten kämpften und anderswo die sprichwörtliche K…. am Dampfen war.

Da kann man den Obamas doch mal einen netten Abend in Manhattan gönnen!? Scheint eher so, als ob der GOP nichts mehr einfällt, wie man Präsident Obama attackieren könnte. Übrigens, im Theater, nur wenige Reihen vor den Obamas sass Schauspielerin Meryl Streep und niemanden im Publikum schien das gross zu beeindrucken.

Ute Lemper, zwischen gestern und morgen

Ute Lemper grüßt die NZ-Leser:

Ute Lemper     

Na, das war mal ein ungewöhnliches Interview für mich. Heute morgen sprach ich mit Ute Lemper, die in New York City lebt und gerade ihr Album „Between Yesterday and Tomorrow“ in den USA veröffentlicht hat. Die Platte kam schon vor einem Jahr in Deutschland heraus, nun ist also ihre Wahlheimat dran.

Ungewöhnlich für mich deshalb, weil ich in meiner Sendung „Radio Goethe“ eigentlich mehr Bands zwischen Kraftwerk und Rammstein präsentiere. Jüngst waren Unheilig, Diary of Dreams, KMFDM und Gudrun Gut dran. Aber ich dachte mir, warum eigentlich nicht. In der Vergangenheit hatte ich auch schon James Last im Interview (wobei ich Ute Lemper musikalisch nicht mit „Hansi“ vergleichen möchte). Mir geht es in der Sendung darum, deutsche Themen anzusprechen und Ute Lemper ist eine Ausnahmemusikerin, die weltweit gefeiert wird und auch ein bisschen zu einer deutsch-europäischen Kulturbotschafterin geworden ist.

Das Interview – auf Englisch – kann man hier hören:

Ute Lemper Interview