Kurioses aus den USA

Thanksgiving liegt hinter uns, damit auch das Gedränge, Geschiebe, Geschubse und eine Pfeffersprayattacke an den Auslagen plus ein bewaffneter Überfall auf nächtliche Shopper auf dem Parkplatz am „Black Friday“. Wenn man denkt, das ist schon schräg, dann sollte man nicht die amerikanischen Zeitungen lesen.

Aus Utah kommt die Meldung, dass es in Box Elder County zu einer Schießerei kam. Na ja, nicht ganz. Ein Hund schoß da auf sein Herrchen. Der 46jährige war mit einem Freund auf Entenjagd. Sie paddelten mit dem Boot am Ufer entlang, als der Mann mal kurz über Bord kletterte, um ein paar Äste aus dem Weg zu räumen. Der Hund dachte, jetzt beginnt der Spaß mit der Entenjagd und sprang ganz aufgeregt im Boot hin und her. Die Tatze landete auf dem Abzug des Schießgewehrs und Kabumm….27 Schrotkügelchen landeten im Hinterteil des drei Meter entfernt stehenden Mannes. Um 9 Uhr morgens war damit die Entenjagd beendet.

Und aus Denver, Colorado, kommt die Nachricht, dass Jesse Dimmick das Ehepaar Jared und Lindsay Rowley verklagt. Das alleine ist ja keine Meldung, aber die Tatsache, dass Dimmick zuvor die Rowleys gekidnappt hat macht die ganze Sache interessant. Dimmick war auf der Flucht vor der Polizei, brach in das Haus der Rowleys ein und nahm die beiden als Geiseln. Er versprach den beiden einen hohen Geldbetrag, wenn sie ihn versteckt halten würden. Das Ehepaar willigte gezwungenermaßen ein. Die drei saßen in den folgenden Stunden vor dem Fernseher, kauten auf Snacks herum, bis der böse Bube schließlich einnickte. Die Rowleys nutzten die Gunst der Stunde und flohen. Jesse Dimmick wurde verhaftet und schließlich u.a. für zweifaches Kidnapping zu elf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Nun hat Jesse Dimmick eine Klage wegen Vertragsbruchs eingereicht. Er argumentiert, dass mit der Einwilligung der Rowleys ein mündlicher Vertrag ausgesprochen wurde, den die beiden offensichtlich brachen. Er fordert nun Schadensersatz von 250.000 (!) Dollar. Noch Fragen?

„News“ der anderen Art

Auch das sind Nachrichten und Amerika steckt voller solcher Meldungen:

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein Mann in Maine nahm in einem Hospital an einer Fortbildung zum Thema Herzgesundheit teil, als er sich über Brustschmerzen beschwerte. Der anwesende Herzspezialist forderte seine Krankenschwester auf, den Mann doch in die Notaufnahme zu begleiten, doch kaum stand der auf, brach er zusammen. Sofort wurden das vortragende Team aktiv, nutzte sogleich die mitgebrachten Apparaturen an diesem unfreiwilligen Patienten bis das eigentliche und herbeigerufene Notaufnahmeteam erschien. Der Mann ist dank der schnellen Reaktion in gutem Zustand.

Attacke im Tiefflug. Fahrradfahrer in Pendleton, im Osten des Bundesstaates Oregon, werden derzeit von einem Falken angegriffen. Immer wieder stürzt sich der Vogel aus dem Himmel auf die vorbeifahrenden Radler und pickt ihnen auf dem Helm. Der Grund dafür ist, dass der beliebte Fahrradweg ganz in der Nähe des Nestes ist, in dem ein paar Jungvögel des Falken hocken. Einer der Radler gab an, dass der Vogel wie ein herabstürzender Kampfflieger angeschossen kam und seinen Helm angriff.

Der freundliche Einbrecher von nebenan. Ein Einbrecher in Vineland, New Jersey, knackte die Haustür eines Hauses und bemerkte dann seinen Fehler. Als die dort wohnende Frau ins Zimmer kam, entschuldigte sich der Einbrecher höflich und erklärte, es tue ihm leid, er wollte eigentlich im Nachbarhaus einbrechen. Auch bot er an, das demolierte Fliegengitter wieder zu reparieren. Die Hausherrin meinte daraufhin, das sei sehr nett, aber es wäre wohl besser, wenn der Dieb lieber ginge. Die herbeigerufene Polizei konnte bislang niemanden dingfest machen.

Milchiger Angriff. Und dann ist da noch die Frau in Delaware, Ohio, die nun eine Anzeige am Hals hat. Nach einem Streit mit ihrem Mann, schloss sich die angetrunkene Frau in den Familienwagen ein. Der Gatte rief die Polizei, die auch kam und die Frau dazu aufforderte, das Auto zu verlassen. Doch die weigerte sich und schrie nur die Beamten an. Die Sheriff Deputies öffneten schließlich gewaltsam die Tür. Der Frau gefiel das jedoch gar nicht, entblösste ihre Brust und begann die Polizisten mit Brustmilch zu bespritzen. Nun hat sie die Anklage wegen „ungehöriges Verhalten“ zugestellt bekommen.

Der bedröhnte Cop

Gibt es eigentlich sowas nur in den USA? Ein Polizist beschlagnahmt Marihuana und backt damit mit seiner Frau zu Hause  „Brownies“. Doch damit nicht genug, als beide so richtig bedröhnt sind rufen sie den Notruf an und erklären, sie sterben gerade und die Zeit vergeht „sehr, sehr, sehr langsam“. Ok, das Video ist schon etwas älter, aber dennoch, man kann nur lachen und sich an den Kopf packen…

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Die verrückten Amerikaner

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, es waren interessante, spannende und nie langweilige 12 Monate. Amerika ist voller Geschichten. Von der politischen Zentrale in Washington DC bis zur „left coast“, der von vielen Republikanern abfällig genannten und eher politisch links tendierenden Pazifikküste. In Amerika gehen einem Journalisten nie die Geschichten aus, das steht fest. Alleine der Blick in die heutige Zeitung zeigt, was sich so alles tut fernab der Tagesthemen Stories.

Da ist der Mann in Warren, Michigan, der überfallen und mit einem Messer verwundet wird. Er ruft mit seinem Handy die Polizei an und erklärt, er werde im nahegelegenen Diner auf die Beamten warten, denn „es ist zu kalt hier draussen“. Der 52jährige geht also ins Cafe, bestellt in aller Ruhe einen Kaffee und setzt sich hin. Die Bedienung will erst ihren Augen nicht trauen, doch in der Brust des Mannes steckt noch die Klinge des Messers mit dem er angegriffen wurde. „Ist kalt heute“, meint er nur.

Oder da ist der 37jährige aus Oldsmar in Florida. Er rief den Notruf 911 an und erklärte er sei überfallen und zusammen geschlagen worden. Als die Polizisten kamen stellte sich raus, dass die Geschichte vollends erfunden war, der Mann hoffte lediglich mit dem Streifenwagen in eine andere Bar gefahren zu werden. Doch die Polizisten verstanden keinen Spass. Nun hat er eine Anzeige wegen Missbrauchs des Notrufs am Hals.

Auch schön ist die Nachricht aus Lancaster, Pennsylvania, wo ein Sheriff einen 22jährigen Amish Mann verhaftete. Der steuerte betrunken seine Kutsche. Fragt sich nur, ob ihm nun der Führerschein abgenommen wird. Aber richtig Ärger wird er wohl mit den Älteren seiner Gemeinschaft bekommen, denn Alkoholkonsum ist bei den Amish verpönt.

San FranciscoIst es ein Zeichen Gottes? In Sterling, Connecticut, wurde ein Kalb mit einem weissen kreuzförmigen Mal auf der Stirn geboren. Der Farmer schrie sofort „Holy Cow“. Nicht ganz so heilig geht es derzeit in Nevada zu, wo die Bundesregierung damit begonnen hat, Wildpferde einzufangen und sie zu zum Teil zu zähmen oder in den Mittleren Westen zu schaffen. Die Wildpferde, so die Begründung, würden zu viel Gras fressen und kaum was für die Kühe übrig lassen, die auf dem staatlichen Weideland zugelassen sind. Da sehen wohl ein paar Bürokraten zuviel Money, Money, Money, denn Farmer müssen dafür zahlen, dass ihr Vieh auf öffentlichen Flächen grasen darf. Die Wildpferde hingegen breiten sich kostenlos aus, und das in rasantem Tempo. Ach ja, da ist dann noch die Story von Jesus Christus, DIE als Geschworene in einem Prozess in Birmingham, Alabama, entlassen wurde. Ja, Sie lesen richtig….Dorothy Lola Killingworth hatte vor einiger Zeit ganz legal ihren Namen auf „Jesus Christus“ ändern lassen. Doch im Gerichtssaal war sie alles andere als die Ruhe selbst. Sie fiel durch Störmanöver auf und wurde schliesslich aus dem Geschworenenpool entlassen. Auch mal eine Nachricht.

Sie sehen, Amerika ist voller „Stories“. Langweilig wird es hier nie. Aber eigentlich gibt es solche und viele andere Geschichten überall, man muss nur hinhören und hinsehen. Auf ein schönes, ereignisreiches und interessantes 2010. Prost Neujahr!

„Evil Dick“ kann’s nicht lassen

Viele in den USA sehen ihn als eine Ausgeburt des Teufels an. In Cartoons und in Comedy Sendungen wird Dick Cheney immer wieder als Darth Vader dargestellt, der acht Jahre lang die Strippen in der Hand hatte und den USA ein Weltbild aus Gut und Böse vorgaukelte. Cheney schuf als Vize-Präsident ein Imperium der Macht. George W. Bush, so die Meinung vieler, stand unter dem Einfluss von Cheney, der ihn in den Krieg gegen den Irak führte, Geheimgefängnisse aufbauen liess, das Lager auf Kuba ausbaute und im Innern drastische Einschnitte bei den Bürgerrechten vorantrieb.

Und Dick Cheney, anders als frühere Präsidenten und Vize-Präsidenten, kann sich mit dem Verlust der Macht nicht abfinden. Über das konservative Nachrichtennetwork FOXNews donnert und poltert er weiter gegen die, seiner Meinung nach, verweichlichte Politik von Präsident Barack Obama. Zuletzt heute morgen in der Frühsendung. Ein weiteres Zeugnis eines humorlosen Mannes, der eigene Fehler nie eingestehen würde und am liebsten weiterhin die Richtung vorgeben würde.

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Abschied von einer TV-Legende

Walter Cronkite ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 92 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan. Cronkite war der Newsman schlechthin im Golden Age der amerikanischen Fernsehsender. Er wurde beschrieben als „the most trusted man in America“ und „the father of television news“. Er zeichnete sich aus durch eine strikte Objektivität, Fairness und Ehrlichkeit und Walter Cronkite war da, als Geschichte geschrieben wurde. Bei den Attentaten auf John F. Kennedy und Martin Luther King, bei den Rassenunruhen und Anti-Kriegsdemonstrationen der 60er Jahre, bei der Mondlandung, Watergate und der Irankrise.

Zwischen 1962 und 1981 war Walter Cronkite die Stimme von CBS News. Im Rückblick war er neben Edward R. Murrow wohl der bekannteste und bedeutendste Fernsehreporter in den USA. Seine ruhige und beruhigende Stimme und Art, die Nachrichten zu präsentieren beeinflussten Generationen von Nachrichtensprechern und Reportern.

Hier einige Beispiele berühmter Momente im Leben von Walter Cronkite:

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