Die Welt spielt verrückt

Der Führer der Zorn-Republik. Foto: Reuters.

Schnee in Texas, ausufernde Brände in Kalifornien, Politiker links und rechts, die ihren Job wegen sexueller Belästigung verlieren, ein republikanischer Senatskandidat wird wohl trotz schlimmster Beschuldigungen und das mit präsidialer Unterstützung gewählt werden und der „greatest groper“ von allen sitzt weiterhin im Weißen Haus. Irgendwie spielt gerade alles verrückt. Am Jahresende geht es noch einmal so richtig rund.

Wer hoffte, Donald Trump würde im Laufe seiner Amtszeit etwas gemäßigter werden, den populistischen Rechtsaußenton ändern, der sieht sich immer mehr getäuscht. Eigentlich müsste man ja sagen, so ist es gut, denn Donald Trump hat sich im Wahlkampf nicht verstellt, hat seine Wahlversprechen gegeben, die er jetzt nach und nach abarbeitet. Niemand kann also behaupten, er hätte nicht geahnt, was da auf uns zukommt. Wer für Trump gestimmt hat, der ist für Trump verantwortlich. Wer nicht zur Wahl gegangen ist, der sollte lieber den Mund halten und sich nicht beschweren. Anstatt zu klagen, wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich zu informieren, zu organisieren, die schnelle Abwahl der Trumpschen Kongresssoldaten im kommenden Jahr und ihres Führers 2020 vorzubereiten.

Vor dem selbstverliebten Donald Trump wurde jahrelang gewarnt, wer das nicht hören wollte muss nun damit leben. Trump versteckte sich nicht, sprach das aus, was er dachte, für was er stand. Rechtspopulistisches Gefasel, das die USA auf eine gefährliche Spur gebracht hat. Nun setzt Trump zu Überholmanövern an, die dieses Land, diese Gesellschaft und die internationale Gemeinschaft mehr als gefährden.

Amerika ist nicht erst seit Donald Trump tief gespalten. Spätestens seit der republikanischen Revolution unter Newt Gingrich Mitte der 90er Jahre war offensichtlich, dass es tiefe Gräben in diesem Land gibt. Man musste nur Talk Radio hören, die schreienden „Radioheads“ Rush Limbaugh, Michael Savage, Sean Hannity und andere oder den offiziellen GOP-Sender Fox News sehen, der die Kandidatur von George W. Bush aktiv unterstützte. Der Graben war schon damals tief und wurde nur noch tiefer. Mit Barack Obama im Amt und Trumps Kandidatur wurden all diese Gräben noch betoniert. Eine Einheit, ein Zusammenkommen ist gar nicht mehr vorstellbar. Die USA werden nicht aus der Mitte heraus regiert. Das politische Pendel schlägt hier immer weiter aus, unter Donald Trump wurde das Zentrum des politischen Diskurses massiv nach rechts verlagert

Ich glaub‘ Donald Trump ist auf Drogen

Also irgendetwas muß er rauchen oder einwerfen. Anders kann man das doch gar nicht mehr begründen, was Donald Trump in diesen Tagen da vom Stapel läßt. Er fordert eine Drogentest vor der nächsten Präsidentendebatte, weil ausgerechnet er meint, Hillary Clinton schien ihm beim letzten Aufeinandertreffen der beiden zugedröhnt zu sein. Er begründet es damit, dass Hillary am Anfang der Debatte voller Energie war und später dann nur noch da saß und ihm still zuschaute. Ich füge hier hinzu, dass sie eigentlich gar nichts machen mußte, nur noch zusehen, wie Trump sich selbst zerlegte.

Was soll man da noch sagen? Foto: twitter.

Was soll man da noch sagen? Foto: twitter.

Als Donald Trump den Drogentest auf einer seiner Veranstaltungen vorschlug, jubelte die Menge und wieder erklangen die Rufe „Lock her up“. Die Trump Unterstützer stehen hinter ihm, egal was da auch kommt. Auf seinen „Events“ geht es laut zu. Sogar die Aussagen des Kandidaten, Frauen einfach sexuell zu benutzen, die Vorwürfe, Trump habe mehrere Frauen angegrabscht, ist für sie nur ein weiterer Beleg dafür, dass die „Lügenpresse“ in den USA gegen ihren Mann im Rennen ist. Auf den Veranstaltungen tauchten sogar Frauen auf, die sich aufs T-Shirt gemalt hatten, Trump könne ihre „Pussy“ ruhig anfassen, mit einem Pfeil nach unten.

Nicht alle bekannten Namen im republikanischen Lager haben sich in der letzten Woche von Donald Trump distanziert. Der frühere Sprecher des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, ist allabendlich auf FOXNews zu sehen, um mit dem quasi inoffiziellen Sprecher der Trump-Kampagne, dem Moderator Sean Hannity, die Dinge so zu drehen, wie sie in ihren Augen sein sollten. Trump wird über den Klee gelobt, alles, was er sagt und tut hat für sie Hand und Fuß. Die Medienberichterstattung wird ausgerechnet von Hannity angeklagt, die Vorwürfe gegen Trump als Lügen abgetan, Hillary als Strippenzieherin einer riesigen Verschwörung gesehen.

Trump werden keine Chancen mehr auf einen Wahlsieg eingeräumt. Er hat in den letzten Monaten und Wochen zu viele wichtige Wählergruppen verprellt. Die Frage ist, was nach der Niederlage passiert, was der Donald und seine vielen wütenden Wählerinnen und Wähler machen, die schon jetzt alle glauben, die Wahl sei manipuliert, die gesamte Stimmabgabe ein abgekartetes Spiel. Was sie übersehen ist, dass Donald Trump mit seinem provokanten Wahlkampf die Vorwahlen gewonnen hat. Nichts und niemand konnte ihn stoppen, obwohl es genügend Anlässe dazu gab. Auf die bewaffneten amerikanischen Wutbürger blickend, frage ich mich schon, was das hier in diesem Land noch wird.

Newt Gingrich wollte nicht tanzen

Man kennt sich und plauscht am Opernball.

Man kennt sich und plauscht am Opernball.

Es ist zweifelsfrei die beeindruckendste diplomatische Vertretung Deutschlands im Ausland. Die Residenz des deutschen Botschafters in Washington DC, 1994 von Architekt O.M. Ungers verwirklicht. Ein modernes, offen gehaltenes und auch warmes Gebäude auf einem Hügel in einer parkgleichen Umgebung, am Rande von Georgetown.

Und hier fand am Samstagabend der Opernball des Kennedy Centers statt. Ein „Black Tie Event“ für die wichtigen Unterstützer der „National Opera“. Perfekt war das ganze inszeniert und ausgeleuchtet. Die Damen und Herren in feinster Abendrobe genossen Drinks, üppige Desserts, Live-Musik und gute Unterhaltung. Man wollte dabei sein, das war klar. Ein paar bekannte Gesichter konnte ich auch ausmachen, wie die Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsberg, die sehr fragil wirkte, doch von zwei muskelbepackten Sicherheitsleuten begleitet wurde. Dann auch der ehemalige „Speaker of the House“ und Ex-Präsidentschaftskandidat Newt Gingrich, der aus dem Plaudern gar nicht mehr raus kam. Ein paar Namensschilder an reservierten Tischen deuteten noch auf andere „wichtige“ Gäste aus Politik und Wirtschaft hin.

Wir sind alle Berliner in der "Berlin Bar".

Wir sind alle Berliner in der „Berlin Bar“.

Etwas verspätet durfte ich dann in der „Berlin Bar“ mit meiner Musikmischung beginnen. Und es lief erstaunlich gut, denn vorher wußte ich so gar nicht, was bei einem Opernball und einer durchaus altersmäßig undurchschaubaren Zielgruppe ankommen könnte. Die Stimmung war mehr als gut, das Bier floss in Strömen, darunter auch Schlenkerla Rauchbier aus Bamberg. Und die Damen und Herren im feinsten Zwirn tanzten zu Klängen zwischen Abba und Peter Fox. Nur Newt Gingrich kam nicht in den wohlig warmen Keller um das Tanzbein zu schwingen. Schade eigentlich, denn das wäre doch was gewesen, wenn ich am Ende auch noch Newt Gingrich zum Tanzen gebracht hätte.

Das wird was geben

Donald Trump setzte sich in Szene.

Donald Trump setzte sich in Szene.

In Iowa trafen sich am Samstag einige der republikanischen Möchtegernpräsidentschaftskandidaten. Ted Cruz, Chris Christie, Scott Walker, Rick Perry, Rick Santorum, Dr. Ben Carson, Donald Trump, Newt Gingrich, Mike Huckabee, Carly Fiorina, Sarah Palin und noch ein paar andere. Das ganze lief unter dem Namen „Freedom Summit“, denn hier kamen ja die Freiheitskämpfer schlechthin zusammen. Freiheit dahingehend, dass sie sich deutlich über Präsident Barack Obama äußerten und sich der erzkonservativen und teils verschrobenen „Tea Party“-Bewegung in den Reihen der GOP anbiederten.

Allzuviel neues konnte man nicht hören, außer den typischen Angriffen und Unterstellungen und Verdrehungen. Interssant allerdings waren die Auftritte von Trump und Palin. Donald Trump erklärte gleich mehrmals, er überlege sehr ernsthaft zu kandidieren. Die Frontrunner in der Partei, Jeb Bush und Mitt Romney, bezeichnete er unter dem Applaus des Publikums als nicht fähig Veränderungen zu bringen. Der eine sei zu lasch in Fragen der Einwanderung, der andere habe seine Chance gehabt und sie verbockt. Nur er und er allein könne Amerika wieder auf Kurs bringen. Seine Geschäftserfahrungen prädestinierten ihn und nur ihn allein für den Job im Oval Office.

Beim "Freedom Summit" durfte auch Sarah Palin nicht fehlen.

Beim „Freedom Summit“ durfte auch Sarah Palin nicht fehlen.

Donald Trump liebt Donald Trump. Er badet geradezu im Scheinwerferlicht auf der Bühne, wälzt sich genüßlich in den eigenen Worten, zeichnet quasi ein politisches Aktbild von sich. Natürlich sexy und unwiderstehlich! Trump ist ein Narzist sondergleichen. Fremdschämen ist angesagt. Man ist als Zuschauer peinlich berührt, wie dieser Mann mit eigenwilliger Haarpracht sich selbst in den höchsten Tönen lobt. Schlimm ist an seinem Auftritt, dass er nicht nur ernsthaft androht zu kandidieren, Trump meint auch noch, er habe sehr gute Chancen zu gewinnen.

Und dann ist da Sarah Palin. Mal wieder. Sie erklärte in den letzten Tagen so ganz nebenbei, dass sie „sehr interessiert“ daran sei zu kandidieren. Sofort springen die amerikanischen Medien und erklären sie gleich zu einer ernsthaften Kandidatin. Und gerade das ist Palin nicht. Das war sie noch nie, auch wenn die Teeparteisoldaten und sie selbst es gerne anders hätten. Palin war Bürgermeisterin in der Kleinstadt Wasilla in Alaska, danach noch nicht mal für eine Amtsperiode Gouverneurin des Bundesstaates. Auffällig wurde sie erst als Vize-Präsidentschaftskandidatin an der Seite von John McCain im Wahlkampf 2008. Auffällig vor allem durch ihre politischen Äußerungen, wie etwa, sie habe internationale Erfahrungen, weil sie Russland von Alaska aus sehen könne.

Sarah Palin hört sich, wie auch Donald Trump, am liebsten selbst. Die ‚Tea Party“ Aktivisten lieben sie, warum ist unerklärbar. Politisch ist Palin ein Nobody, die außer großem Getöse und Schlagworten keine Inhalte bieten kann. Sie und Trump werden sicherlich nicht 2017 im Oval Office Platz nehmen. Und falls doch, falls wirklich das Unvorstellbare passieren sollte, es nicht mit rechten Dingen zugeht, Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen, Barack Obama sich doch noch als wiederauferstandener Adolf Hitler oder Joseph Stalin outen sollte, dann, ja dann, habe ich immer noch meinen deutschen Pass, um das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf dem schnellsten Weg zu verlassen.

Santorum…raus, Raus, RAUS

Der amerikanische Wahlkampf ist schon seltsam. Seit gut einem Jahr prügeln die republikanischen Kandidaten auf sich ein. Der ist ein Lügner, der ein Wendehals, der ein Spinner, der ein Obama-Light und die da sowieso Balla-Balla. Wenn man sich das alles mal in einer ruhigen Stunde durchliest, dann kann man nur zu dem Schluß gelangen, dass keiner der republikanischen Kandidaten wählbar ist.

Noch vier von ihnen sind im Rennen: Mitt Romney, Rick Santorum, Newt Gingrich und Ron Paul. Obwohl Romney der vermeintliche Frontrunner ist und in den bisherigen Vorwahlen rund 300 Delegiertenstimmen mehr auf sich vereinen konnte, ist er noch weit davon entfernt der Kandidat der Partei zu sein. Auch wenn sich das Establishment der GOP hinter ihn stellt, jüngst Bob Dole und Jeb Bush, so richtig überzeugen kann er nicht. Nun aber versucht man ihn damit zu unterstützen, indem man seinen schärfsten Konkurrenten diskreditiert. Rick Santorum wird nahe gelegt aus dem Rennen auszuscheiden. Wenn er noch eine politische Zukunft in der Partei haben wolle, dann, ja dann, müßte er sich jetzt zurückziehen. Es gehe nun nicht mehr um einen Kandidaten, sondern um Partei und Land. Mit patriotischen Parolen will die GOP nun die eigenen Reihen kitten und das ganze Gemaule, Gemotze und Rumgehampele der letzten Monate vergessen lassen.

Aber so einfach ist das nicht. Weder Rick Santorum noch Newt Gingrich und Ron Paul wollen vor dem Parteitag aufgeben. Und das ist ein Problem für Mitt Romney. Nicht nur, dass damit deutlich wird, dass die Republikaner in diesem Wahljahr tief gespalten sind, nein, die drei werden auch weiterhin scharf gegen Romney schießen und alles kommentieren, was der Kandidat der GOP-Führungsriege so von sich läßt. Mitt Romney wird auf jeden Fall angeschlagen und angezählt mit etlichen Blutergüssen, Kratzern und einem blauen Auge in den Kampf gegen Obama ziehen. Die Versuche der Partei, mit einem Notkandidaten Romney das Weiße Haus zu gewinnen werden scheitern. Erst in vier Jahren wird es wieder einen republikanischen Präsidenten geben, der dann aber sicherlich nicht Mitt Romney heißen wird.

Romney marschiert weiter

Küßchen hier, Küßchen da. Einmal nett gelächelt und in die Menge gewunken. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat auch die Vorwahlen in Illinois gewonnen. Seine Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag sind damit auf 563 angestiegen, 1144 braucht er, um den Sack zuzumachen. Romney hat auch in Illinois rund sieben mal so viel Geld investiert, wie seine Kontrahenten. Man wird den Eindruck nicht los, dass er sich die Wahl kaufen will. Das Establishment der Partei hat sich zwar hinter ihn gestellt, doch so richtig will der Funken innerhalb der GOP nicht überspringen.

Romney wird es schaffen, das steht außer Frage. Doch er wird weder die Partei im Wahlkampf einen können, noch die Novemberwahl gegen Barack Obama gewinnen. In Illinois ist erneut klar geworden, dass Romney nicht die Wähler und nicht die eigenen Parteimitglieder begeistern kann. Zwar gewinnt er die meisten Vorwahlen, doch mit erheblichem finanziellen Aufwand und dann auch nur gerade mal so. Einen Erdrutschsieg gab es im direkten Vergleich mit seinen Mitkonkurrenten noch nie.

Mitt Romney wird der GOP Kandidat für die Wahl 2012 werden. Doch es ist ein „Loser Ticket“. Die frühere Bush Vertraute und Außenministerin Condoleezza Rice hat bereits abgewunken, sie werde nicht als Vize-Kandidatin für Romney zur Verfügung stehen. Der sucht nämlich schon nach einem fähigen Partner, gerade im außenpolitischen Bereich. Rice ist sich dafür zu schade und distanziert sich. Wahrscheinlich auch mit dem Hintergedanken, dass sie sich ein paar Monate lang nicht die Hacken im Wahlkampf ablaufen will, um dann als Verliererin dazustehen.

Was nach den jüngsten Wahlergebnissen auch immer deutlicher geworden ist, Rick Santorum könnte Romneys Pläne ernsthaft gefährden, wenn denn da nicht ein egozentrischer und arroganter Newt Gingrich wäre. Der will einfach nicht aus dem Rennen ausscheiden, obwohl seine Chancen gleich Null sind. Wie es heißt will Gingrich auf alle Fälle bis zum Parteitag durchhalten und sich dann direkt an die Delegierten wenden. Sein Ziel ist es, mit einem wahltaktischen Manöver eine freie Kandidatenwahl auf dem Parteitag durchzusetzen. Gingrich meint, er sei genau der richtige für die Grand Old Party im Kampf gegen den „Sozialisten“ Obama. Von daher tritt er nicht ab, zieht weiterhin Wählerstimmen auf sich, die Rick Santorum dringend bräuchte. Gingrich ist ein Narzist, der jedem und in jeder Situation klar macht, dass er der eigentliche Führer Amerikas ist und sein sollte.

Die Republikaner haben große Ziele für dieses Jahr. Sie wollen das Weiße Haus gewinnen, die Mehrheit im US Kongreß halten und die Mehrheit im US Senat bekommen. Ich bezweifele allerdings, dass das alles mit einem Kandidaten Romney möglich ist, denn dessen Kandidatur legt offen, dass die republikanische Partei tief gespalten ist und alles andere als gemeinsam in den Wahlkampf zieht.

 

 

Es kann noch schlimmer kommen!!!

Romney, Santorum, Gingrich, Paul…vier Kandidaten, von denen man sich keinen einzigen im Weißen Haus vorstellen möchte. Doch es kann noch schlimmer kommen. Oh ja, richtig geraten. Sarah Palin spielt derzeit ein Szenario durch, das mir Angst und Bange macht. Im Falle, dass keiner der Kandidaten bis zum Parteitag im August die notwendigen 1144 Delegiertenstimmen auf sich ziehen kann, um eine Mehrheit zu haben, könnte es zu einer offenen Abstimmung kommen. Dann wäre es durchaus möglich, dass der Parteitag weitere Kandidaten zuläßt. Und Sarah Palin, die sich gerne selbst als Retterin der Konservativen in den USA preist, könnte zur Kandidatur aufgefordert werden. Das „Darling“ der Tea-Party Bewegung hätte damit die Chance auf der Überholspur die Kandidatur der GOP zu bekommen. Auf dieses Szenario angesprochen meinte Palin: „Alles ist möglich. Ich schließe keine Türen, die offen sein könnten. Ich plane auf dem Parteitag zu sein“.

 

 

Und die Moral von der G’schicht…

…..Romney wird es nicht. Der Super Tuesday wurde hochstilisiert als das Ereignis dieses Wahlkampfes. Nur am Wochenende wurde die Berichterstattung über das laue republikanische Lüftchen ein bisschen von den Tornados im Mittleren Westen unterbrochen. Doch dann am Dienstagmorgen liefen die Uhren wieder rückwärts auf den amerikanischen Nachrichtenkanälen. Nur noch vier Stunden, dreiundzwanzig Minuten und sechzehn Sekunden bis zu den ersten Ergebnissen dieses Super Tuesdays. Ein absoluter Nägelbeisser. Wahnsinn, die Spannung stieg mit jedem Augenblick. Wird sich Millionendollar Romney durchsetzen oder schafft es der – in seinen Augen – von Gott gesandte Rick Santorum die Geldmacht zu brechen. Und was ist mit dem Polithai Newt Gingrich? Und Ron Paul, welche Promillegrenze muß er erreichen, damit er endlich Ruhe gibt?

Es kam, wie es kommen sollte. Romney gewann den Großteil der Vorwahlen, setzte sich deutlich im Kandidatenfeld ab, er hat nun eine sichere Anzahl von Delegiertenstimmen auf seinem Konto. Es läuft alles auf ihn hinaus. Santorum dankte dem Herrn, Gingrich meinte auch, er habe was zu feiern, doch das Ding ist durch. Für Obama. Denn der lachende Fünfte bei allem ist der Amtsinhaber. Er braucht gar nichts machen, nur abwarten, zusehen, sich zurück lehnen. Die Republikaner zerfleischen sich derzeit gegenseitig, ohne auch nur einen Fingerkrumm der Demokraten. Keiner der Kandidaten wird es schaffen, die Partei in den restlichen Monaten vor der Novemberwahl zu einen. Der eine ist zu fundamentalistisch-religiös, der andere Anhänger einer Sekte, der zu schmierig-korrupt und der da lebt sowieso in einer anderen Welt. Hin und wieder lädt Obama zu Spendensammelwahlkampfveranstaltungen ein und fragt ganz locker in die Runde „Wollt ihr Mitt, wollt ihr Rick, wollt ihr Newt, wollt ihr Ron?“ Das alleine schon langt, um die Scheckbücher zu öffnen.

Wenn Obama nicht noch den totalen Bockmist baut oder irgendeine politische Entscheidung trifft, die die Republikaner doch noch unerwartet einen könnte, kann er die Möbelwagen wieder abbestellen. Um was es im November geht ist nun nicht mehr die Wahl um den Chefsessel im Oval Office. Es geht einzig und allein nur noch darum, wer in den kommenden vier Jahren die Mehrheit im Kongress und im Senat haben wird. Denn dort wird die eigentliche Politik Amerikas gemacht. Das ist entscheidend für Obama, wird er regieren können oder nur vier Jahre im Weißen Haus absitzen müssen.

Super Tuesday in den USA

Es ist nicht Dienstag, nein es ist Superdienstag. In zehn Bundesstaaten wird heute gewählt: Alaska, Georgia, Idaho, Massachusetts, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Tennessee, Vermont und Virginia. Die republikanischen Wähler entscheiden über ihren Kandidaten, der am Ende sowieso Mitt Romney heißen wird. Der hat schon Millionen in diesen Wahlkampf investiert und wird nicht verlieren, zumindest jetzt noch nicht. Keiner der Kandidaten hat bislang die gesamte Partei überzeugen können und wird es auch nicht mehr. Barack Obama wird weitere vier Jahre im Amt bleiben. Im November geht es daher vor allem um die Mehrheit im Kongress und im Senat.

Hier ein aktueller Audiobericht:

Super Tuesday in den USA     

Verbalterrorist Gingrich

Newt Gingrich ist, was wir einen „Hate Monger“ nennen, ein Hass Priester. Der Mann versprüht Gift und Galle, wenn es um den politischen Gegner geht. Das erlebte einst Bill Clinton, als Gingrich noch Sprecher des Kongresses war, das bekommen derzeit seine innerparteilichen Konkurrenten zu spüren und natürlich wird auch der Amtsinhaber Barack Obama mit einer hasserfüllten Schmierenkampagne überzogen. Gingrich ist hochintelligent, von sich mehr als überzeugt, immer mal wieder spricht er von sich in der dritten Person, so, als ob Gingrich Gingrich huldigt. Doch seine Verbalattacken gegen den verhassten Obama grenzen schon fast an Verbalterrorismus. Verwundern würde es wohl nicht, wenn im schwerbewaffneten Amerika ein Bekloppter Gingrichs Worte zu ernst nehmen und den „Sozialisten“, „Verräter“ und „Muslim“ Obama zur Zielscheibe nehmen würde.

Gingrich greift an. Obama ist für den Untergang des Abendlandes verantwortlich, stehe für alles, was in seinem „geliebten“ Amerika falsch laufe. Obamas Entschuldigungsschreiben an den afghanischen Präsidenten Karzai, nachdem auf einem US Stützpunkt irrtümlich der Koran verbrannt wurde, sieht der Republikaner als eine „politische und militärische Aufgabe“. Vielmehr verlange er vom US Präsidenten, dass dieser sich vor seine Soldaten stelle und eine Entschuldigung von Seiten der afghanischen Regierung einfordere, da diese den anschliessenden Unruhen untätig zugesehen habe. Er, Gingrich, würde sich als Präsident jedenfalls nicht für so etwas entschuldigen. Unerwähnt läßt er, dass sich auch Obamas Vorgänger George W. Bush nach den skandalösen Zwischenfällen im Militärgefängnis von Abu Ghraib beim irakischen Präsidenten entschuldigte. Auch das wäre im Falle einer Gingrich Präsidentschaft wohl nicht vorgekommen.

Doch damit nicht genug. Obama ist natürlich auch für die hohen Spritpreise in den USA verantwortlich. Eine Gallone Benzin kostet mittlerweile in Kalifornien rund 4 Dollar und 26 Cent. Obama, so Gingrich, hänge der wilden Fantasie nach, „dass man mit kleinen Autos und hohen Spritpreisen“ die Energiewende herbei führe. Obama sei dafür verantwortlich, dass ein „Barrel“ Öl derzeit 125 Dollar koste. Newt Gingrich posaunt, er werde im Weißen Haus den Spritpreis auf 2 Dollar und 50 Cent senken. Einfach, weil er überall nach Öl bohren lassen werde. Vor den amerikanischen Küsten, in Naturschutzgebieten und auch hoch oben in Alaska. Und auch die Pipeline von Kanada nach Texas werde gebaut. Umweltschutz? Absoluter Blödsinn. In einer Gingrich Regierung werde das Umweltministerium gleich mal abgeschafft. Ach ja, 2008, unter Präsident Bush kostete das „Barrel“ 147 Dollar!

Newt Gingrich ist ein hasserfüllter Mann, der klar und deutlich sagt, dass der Großteil der Amerikaner, die für Barack Obama gestimmt haben Idioten sind. Blindwütig und machthungrig greift er an, verdreht Tatsachen oder legt die Dinge einfach mal so aus, wie sie am besten für ihn passen. Gingrich als Präsident wäre nicht nur eine Katastrophe für die USA.