Fünf weitere, blutige Jahre

Vor genau fünf Jahren erschoss der 20jährige Adam Lanza seine Mutter in ihrem Haus in Newton, Connecticut, fuhr dann zur „Sandy Hook Elementary School“ und richtete eines der schlimmsten Blutbäder in der Geschichte der USA an. 20 Grundschüler und sechs Erwachsene wurde von Lanza in seinem Amoklauf tödlich getroffen. Amerika war geschockt, oder zeigte sich zumindest so. Der Ruf nach einem Ende der Waffengewalt war laut und deutlich zu hören.

„We will never forget“, schöne Worte, auf die keine Taten folgten. Foto: Reuters.

Fünf Jahre später kann man getrost sagen, es hat sich nichts verändert. Amokläufe gehören zu Amerika dazu wie Hamburger, Baseball und Cowboyhüte. Die Politiker in Washington und in zahlreichen Bundesstaaten haben Sandy Hook ausgesessen. Das Grundrecht auf Waffenbesitz wurde nie in Frage gestellt. Einfache Schutzmaßnahmen für die unbewaffnete Zivilbevölkerung nicht umgesetzt. Seit dem Blutbad in Newtown gab es fast eintausend weitere Amokläufe, manche in ihrer Dimension noch schlimmer als der an der Grundschule. Mittlerweile haben Amerikaner gelernt, dass sie nicht mehr sicher sind in Kirchen, auf Countrymusicfestivals, in Einkaufszentren, Kinos, an High Schools, Universitäten, in der Schlange im Supermarkt.

Nach Sandy Hook glaubten viele in den USA, jetzt werde sich etwas ändern. Ein weißer Vorort war getroffen, Kleinkinder brutalst abgeknallt worden, an einem Ort, der als sicher galt. Schon damals schrieb ich, es wird sich nichts ändern. Fünf Jahre später muss ich leider schreiben, ich hatte recht. Gerne würde ich meinen Fehler eingestehen. Doch viele in Amerika lernen nicht dazu, sehen nicht, dass der unkontrollierte Zugriff auf Waffen in den USA eines der größten Probleme dieses Landes ist. Jedes Jahr sterben Zehntausende durch Schusswaffen, Zehntausende weitere werden durch Schusswaffen verletzt. Die Opferzahl gleicht der Einwohnerzahl Erlangens. Die Amokläufe sind da nur die schallende Ohrfeige, die eigentlich wachrütteln sollte.

Das Schlimme ist, dass sich die Situation sogar noch verschlechtert hat. Erst vor wenigen Tagen hat der US Kongress mit der republikanischen Mehrheit beschlossen, dass Waffenbesitzer, die in ihrem Bundesstaat die Erlaubnis haben eine Waffe tragen zu dürfen, diese auch in andere Bundesstaaten mitnehmen dürfen, auch wenn die dortigen Gesetze das eigentlich nicht erlauben. Das grenzüberschreitende Grundrecht auf Waffenbesitz ist eben wichtiger als die Sicherheit der eigenen Bevölkerung. Nichts wird sich ändern, es darf also weiter fröhlich durch die Gegend geballert werden.

Die Liberalen schießen zurück

Liberal Gun Club     

Eine Schießerei hier, ein Massaker da, ein Amoklauf dort. Die Nachrichten aus Amerika kommen wöchentlich. In Schulen, Hotels und auf den Straßen wird wie im Wilden Westen durch die Gegend geballert. „Someone goes postal“ heißt, ein Mitarbeiter erschießt Kollegen am Arbeitsplatz. Auch das ganz „normal“. Amerika lebt mit seinen Schußwaffen und lebt mit seinen Schießereien. Dass sich nichts ändert liegt vor allem am Einfluß der Waffenlobby, allen voran der National Rifle Association, der NRA. Die bestimmt die Diskussion, blockiert Gesetzesvorlagen auf lokaler, staatlicher und Bundesebene. Wer sich als Politiker gegen die NRA stellt, dem wird bei den nächsten Wahlen Feuer unterm Allerwertesten gemacht.

Doch nun gibt es eine neue Stimme in der Waffendiskussion. Der „Liberal Gun Club“ ist ein Zusammenschluß eher liberaler und progressiver Waffenfans. Sie verteidigen das Recht auf Schußwaffen, wollen allerdings eine neue Diskussion lostreten. Dazu ein aktueller Audiobericht:

Same procedure as every year

Jahrestage sind doch was schönes. Man kann sich erinnern, man hat was zum Reden, man kann betroffen sein. Und man kann zeigen, dass sich eigentlich nichts verändert hat. Als vor einem Jahr in Newtown, Connecticut, 20 Kinder und sechs Mitarbeiter einer Grundschule erschossen wurden, war der Aufschrei groß. Amerika, so hieß es, müsse endlich einsehen, dass man ein Waffenproblem habe und es so nicht weitergehen könne. Auf 300 Millionen Amerikaner, so schätzt man, kommen 350 Millionen Schießeisen.

Unzählige Protestveranstaltungen und Gedenkminuten, Trauerfeiern und Anhörungen später, 12 Monate sind vergangen und nichts hat sich getan. Vor einem Jahr schöpften all jene in den USA Hoffnung, die für strengere Waffengesetze kämpfen. Kinder in einer Grundschule waren Opfer, wurden kaltblütig erschossen, das müßte doch nun endlich das Fass zum Überlaufen bringen. 80 Prozent der Amerikaner sprachen sich in den Wochen danach für Verschärfungen der Gesetze aus. Doch schon damals schrieb ich „Laßt mir meine Knarre“ und leider behielt ich Recht. Am Freitag gab es erneut eine Schießerei in einer Schule in Colorado, am Samstag gedachte Präsident Barack Obama im Weißen Haus der Opfer von Newtown. Kerzen wurden angezündet und sogar die wöchentliche Radioansprache des Präsidenten erinnerte an die Tragödie ein Jahr zuvor.

Wöchentliche Radioansprache      

Die amerikanische Waffenlobby hat es mal wieder geschafft und ist stärker als je zuvor. Wenn noch nicht einmal das Abknallen von Kleinkindern zu Beschränkungen und Kontrollen und Verschärfungen im Waffengesetz führen, dann kann man Amerika nicht mehr helfen. Man kann nur warten, bis wieder ein Amoklauf passiert. Man kann nur hoffen, dass man dann nicht gerade zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Die Freiheit steht auf dem Spiel

Fast zeitgleich ging es mal wieder um Waffen und der Unterschied in der Diskussion hätte nicht größer sein können. Während Präsident Barack Obama in einer Rede im mexikanischen „Museo Nacional de Antropologia“ eine zumindest Mitschuld in der Gewaltspirale im südlichen Nachbarland eingestand, traf sich im texanischen Houston die National Rifle Association (NRA) zu ihrem jährlichen Treffen. Der Präsident wies daraufhin, dass rund 70 Prozent der Waffen im Drogenkrieg Mexikos aus den USA stammten, die NRA forderte ihre Mitglieder auf, sich für einen „Kulturkrieg“ zu rüsten und die „Freiheit“ zu verteidigen.

Fakt ist, in Mexiko gibt es ein Recht auf Waffenbesitz. Allerdings gibt es nur einen Waffenladen im ganzen Land, der befindet sich in Mexiko City und wird vom Militär kontrolliert. Die Pistolen und Gewehre, die im Drogenkrieg der Syndikate zum Einsatz kommen, stammen fast ausschließlich aus den Vereinigten Staaten, illegal über die Grenze geschmuggelt. Das ist mittlerweile belegt, darüber gibt es keine Diskussion mehr. In Grenznähe gibt es Tausende von „Gun Stores“, die ihren Profit vor allem durch Käufer aus Mexiko erwirtschaften. Darunter Familienväter, die eine Waffe zum Selbstschutz wollen, doch vor allem Kriminelle, die das blutige Morden im Süden mit hochkalibrigen Schußwaffen befeuern. Der Grenzübergang von Nord nach Süd ist problemlos, kontrolliert wird man so gut wie gar nicht. Auch nicht in einer Stadt wie Ciudad Juarez, die jahrelang im Mittelpunkt des Drogenkartellkrieges stand. Obama sieht die Problematik, weiß, dass Amerika eine Mitschuld an der Gewalteskalation im Nachbarland hat. Doch er kann im Norden und im Süden der Grenze predigen, was er will, verändern wird sich daheim nichts.

Das hat mal wieder die NRA in Houston demonstriert. 70.000 kamen zur Konferenz, natürlich mit Schußwaffen griffbereit. Ihr designierter Präsident James Porter erklärte vor der jubelnden Mitgliedschaft: „Dies ist kein Kampf um Waffenrechte mehr. Dies ist ein Kulturkrieg. Ihr in diesem Raum seid die Freiheitskämpfer. Wir sind die Beschützer.“ Natürlich waren auch wieder zahlreiche prominente Republikaner erschienen, die den Schulterschluß mit der Waffenlobby suchten. Rick Santorum, Sarah Palin und natürlich auch der texanische Gouverneur Rick Perry, der meinte, „man kann schon fast seine Uhr danach richten, wie lange es nach einer Massenschießerei dauert, bis die Leute, die Waffen und Waffenbesitzer hassen, eine neue Kampagne beginnen.“ Viel zynischer könnte die Hinrichtung von 20 Grundschulkindern nicht dargestellt werden.

Der Amoklauf von Newtown und andere Wahnsinnstaten wurden immer wieder direkt und indirekt auf dem Treffen der NRA angesprochen, doch die Bedeutung dieser Schießereien für die USA ganz anders ausgelegt. Kontrolle, Beschränkung, technische Veränderungen….davon war nicht die Rede. Sarah Palin, das Darling der Tea-Party Bewegung, rief den NRA Mitglieder vielmehr zu, sie sollten ihren Glauben nicht verlieren. „Steht auf und kämpft für Eure Freiheit.“

 

Laßt mir meine Knarre

In dieser Woche habe ich einen Artikel für die Nürnberger Zeitung geschrieben, in dem ich erklärte, dass es die von Präsident Obama angestrebte Verschärfung des Waffengesetzes nicht geben wird. „Shame on us“, erklärte er selbst in der vergangenen Woche. Die jüngsten Amokläufe in Auroa, Colorado, und Newtown, Connecticut, haben kein Umdenken bewirkt. Zumindest nicht bei den Gesetzgebern in Washington. Das vermeintliche Grundrecht auf Waffenbesitz ist heiliger als der Schutz der eigenen Bevölkerung.

Und nun die Nachricht, dass einige Staaten, wie New York, Colorado und jüngst Connecticut schärfere „Gun Laws“ verabschiedet haben. In ihrem Bundesstaat wohlgemerkt. Viel bringen wird das nichts, also es wird auch in Zukunft Schießereien, Morde und Amokläufe geben. Denn zum einen werden diese Gesetze von der Waffenlobby NRA und den „Rocky Mountain Gun Owners“ vor Gerichten auf ihre Verfassungsmäßigkeit geprüft werden. Zum anderen bleibt auch mit diesen regional beschränkten Gesetzen der leichte Zugang zu Waffen garantiert.

Mehr als 300 Millionen Schußwaffen sind in den USA im Umlauf. Nach jedem Massaker, wie jüngst in der Sandy Hook Grundschule in Newtown, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene abgeballert wurden, steigen die Waffenverkäufe in den USA. Amerika hat sich schon lange entschieden eine bewaffnete Nation zu sein. Heute ist es einfacher in einigen Stadtteilen von Oakland an einer Ecke eine billige Knarre zu kaufen, als Schulhefte für Kinder. Und das, obwohl Kalifornien strenge Waffengesetze verabschiedet hat. Der Kampf gegen die Schießeisen ist schon lange verloren, die Frage ist nur, wann das nächste Massaker passieren wird.

 

Obama schießt scharf

Obama verabschiedet Waffengesetze     

Nach vier Wochen war Schluß mit lustig. Obama greift frontal die „National Rifle Association“ und die Waffennarren im Kongress an. Dabei kann er sich auf die Unterstützung in der Bevölkerung verlassen, denn nach keinem Amoklauf war der Ruf nach schärferen Waffengesetzen so laut wie nach dem Massaker von Newtown.

20 ermordete Kinder und sechs Erwachsene ließen das Land nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Diskussion riss nicht ab, tagtäglich wurde in den Medien diskutiert, tagtäglich starben weitere Menschen in den USA durch Schußwaffen. Insgesamt mehr als 900 in den letzten vier Wochen.

Höchst fraglich ist jedoch, ob die Verfügungen des Präsidenten weitreichend genug sind, um weitere Amokläufe zu verhindern. Dazu der aktuelle Audiobericht.

Die Waffenlobby zittert

Schießerei und Debatte     

Es sieht ganz danach aus, als ob nun doch schärfere Waffengesetze in den USA kommen. Doch die Frage bleibt, ob das überhaupt etwas bringt in einem Land, das überschwemmt ist von Knarren aller Art. In dem weiterhin Handfeuerwaffen und Gewehre problemlos verkauft und gekauft werden können, in dem am Ende politisch motivierte Richter die eigentliche Entscheidung treffen werden. Man muß sich fragen, ob das Grundrecht auf Waffenbesitz, das die Gründungsväter vor Jahrhunderten sicherlich zu der Zeit gerechtfertigt festschrieben, für Musketen gedacht war, oder aber auch für automatische Schnellfeuergewehre des 21. Jahrhunderts gilt. Dazu ein aktueller Audiobeitrag, siehe oben.

Los Angeles kauft Knarren ein

Die Einkaufszentren waren voll mit Käufern, die nach Schnäppchen suchten und Beschenkten, die ihre Geschenke umtauschen wollten. An zwei Parkplätzen stauten sich am Mittwoch jedoch vor allem die Autos. An der Los Angeles Memorial Sports Arena und vor dem Van Nuys Masonic Temple ging es nur langsam voran, doch das aus gutem Grund.

Fast 2000 Pistolen, Shotguns und Gewehre weniger sind seit Mittwoch im Umlauf. Los Angeles hat seine jährliche Rückkaufaktion für Knarren kurzerhand vom Muttertag auf den zweiten Weihnachtsfeiertag vorverlegt. Mit dem Amoklauf von Newtown in den Schlagzeilen war man der Überzeugung, dass man mehr Menschen im Großraum LA für diese Aktion gewinnen könne. Und das war dann auch so. Für Supermarktgutscheine konnte jeder seine Knarre eintauschen. Es wurden keine Fragen gestellt, warum und weshalb man diese oder jene Wumme überhaupt hatte. Für Handfeuerwaffen gab es 100 Dollar, für Sturmgewehre 200 Dollar. Man fuhr einfach vor, reichte die Schußwaffe einem Beamten wie beim „Drive Through“ von McDonald’s aus dem Autofenster und der gab einem einen Gutschein. Das wars.

Auch wenn nur wenige automatische Angriffsknarren eingetauscht wurden, bezeichneten Bürgermeister Antonio Villaraigosa und Polizeichef Charlie Beck die Rückkaufaktion als vollen Erfolg. Schon am Nachmittag standen die einsammelnden Polizisten ohne Gutscheine da, so groß war die Nachfrage. Von alten Revolvern bis hin zu einem Kofferraum voller Pistolen wurde alles angenommen.

Seit 2009 konnten so mehr als 8000 Schußwaffen in Los Angeles eingesammelt werden. Das löst sicherlich nicht das Gewaltproblem in der kalifornischen Metropole, doch es zeigt auf, wie viele Knarren in der Stadt im Umlauf sind

Das Ei tötet, eine Glock nicht

Es wird sich in den USA nichts ändern. Die Waffenlobby macht mobil, Kritiker sollen verstummen und die mächtige NRA weigert sich, mit Präsident Barack Obama an einer Lösung des Waffenproblems zu arbeiten. Ganz klar wird gesagt, wenn die von Obama einberufene Kommission nur aus Leuten bestehe, die schon seit Jahren das vermeintliche Grundrecht auf Waffenbesitz einschränken wollen, dann habe es keinen Sinn mit eigenen Vorschlägen am selben Tisch zu sitzen. Das heißt im Klartext, die NRA und ihre vier Millionen Mitglieder wollen weder den Verkauf von Sturmgewehren verbieten, noch den Zugang zu Schußwaffen für psychisch labile Menschen beschränken, noch etwas für die allgemeine Prävention von weiteren Amokläufen tun.

Also, es wird sich nichts ändern. Alles wird so bleiben wie es ist. Es wird jetzt viel nach neuen Gesetzen gerufen, die Bilder der ermordeten Schulkinder von Newtown kennt mittlerweile jeder in den USA. Doch am Ende wird nichts passieren. Mal ganz ehrlich, erwartet man wirklich, dass sich die Waffengesetze in den Vereinigten Staaten ändern, in einem Land, das den Import und den Verkauf von Kinderüberraschungseiern verbietet? Ja, was süßes, was zum Spielen, eine Überraschung ist seit 1997 für den Gesetzgeber in den USA gefährlicher als der Kauf einer Glock, einer Smith & Wesson, einer Heckler & Koch. Man darf schon als Kleinkind auf dem Schießstand in Wildwestmanier durch die Gegend ballern, aber kein Kind sollte dem gefährlichen Überraschungsei ausgesetzt sein. Wer in die USA einreist und solche Süßigkeiten als Mitbringsel im Koffer mit sich führt, bekommt eine Lektion in Sachen amerikanischer Logik. Die Eier werden als verbotenes und als gefährlich eingestuftes Importprodukt beschlagnahmt und zerstört. Noch Fragen?

Klar ist, nicht die Amerikaner haben ein Problem mit ihren mehr als 30.000 Schußwaffenopfern im Jahr, sondern der Rest der Welt mit seinen vom Erstickungstod gefährdeten Kindern. Ja, wir alle im Rest der Welt – die USA sind das einzige Land, das den Import und den Verkauf von Überraschungseiern explizit verbietet – sollten uns Gedanken machen und endlich verantwortlich handeln. Prost Neujahr!

Ich glaub‘ es hackt

In Newtown, Connecticut werden die Opfer des Amoklaufes beerdigt und in weiten Teilen der USA überlegt die Waffenlobby, wie sie mit diesem neuen Massaker umgehen soll. 20 ermordete Kleinkinder sind dann wohl doch etwas viel, um die Debatte über verschärfte Waffengesetze in den USA einfach mal schnell abzuwürgen. Doch auch dieser Amoklauf verlangsamt nicht das Interesse an den Schießeisen in den USA. Die Gun Stores sind überfüllt, die Gun Shows mehr als gut besucht. Noch schnell ein Sturmgewehr einkaufen, ein paar weitere Glocks besorgen und vor allem Munition bunkern, bevor der Sozialist im Weißen Haus mit seinem Waffenverbot durchkommt. Das ist dann wohl der Ruf nach den Milizen, von denen die Gründerväter der Vereinigten Staaten gesprochen haben. Wegen Obama und seiner Politik gebe es das Grundrecht auf Waffenbesitz, so die schießwütigen Amerikaner in einschlägigen Online Foren.

Aber auch dieses jüngste Massaker stört  einige nicht, mit krassen Argumenten die Diskussion anzuheizen. Einige Politiker, vor allem aus den Südstaaten, fordern, dass Lehrer von nun an bewaffnet zur Schule gehen sollten. Eine Tat, wie die von Newtown, wäre nicht geschehen, wenn die Direktorin der Schule eine Knarre im Büro gehabt und sofort reagiert hätte. Bumm, Bumm….Amokläufer durchlöchert. Klar, die Logik ist ganz in Wild West Manier.

Auch der Polizeichef von St. Louis fordert die Bewaffnung der Lehrer. Ein deutliches Zeichen an Schwachmaten, die ein Massaker verüben wollen. Am besten noch ein leuchtendrotes Schild am Schulhauseingang: Achtung hier wird zurück geballert. Die konservative Rechte in den USA sieht sich zur Zeit in die Ecke gedrängt. Ein Teil fordert die freie Vergabe von Schußwaffen, nur so könnten Gemetzel verhindert werden, andere, wie der Talk-Show-König Rush Limbaugh sieht die Debatte um strengere Waffenkontrollen als einen klaren Angriff auf die amerikanische Verfassung. Er sprach in seiner Radiosendung von einem vorgeschobenen Grund, um die politische Bibel der Rechten auszuhöhlen. Erst falle das zweite Grundrecht, dann kämen andere dran, auf dem Weg eine sozialistische Agenda in den USA zu verwirklichen…..da kann man nur zu sagen, Rush Limbaugh spinnt, auch wenn ihm pro Woche rund 20 Millionen Amerikaner zuhören.

Interessanterweise hat sich der Medienmogul und FOXNews Besitzer Rupert Murdoch, der mittlerweile Amerikaner geworden ist, für strengere Waffengesetze in den USA ausgesprochen. Aber damit kann es nicht weit her sein, auf seinem Kabelkanal FOXNews wird auch weiterhin das vermeintliche Grundrecht auf Waffenbesitz und die Angst vor einer Weltregierung geschürt.