Eine Nichteinladung wird zurück gezogen

Präsident Donald Trump zieht eine Einladung zurück, die es nie gegeben hat. So rückt er sich zumindest ins richtige Licht. Was war passiert? Die Golden State Warriors, das NBA Team aus Oakland, hat eindrucksvoll die Meisterschaft der Basketball Liga gewonnen. Kein Team konnte mithalten, die Warriors fegten alle vom Platz.

Das Team der Warriors ist fest verankert in der San Francisco Bay Area. Und auch in den Werten dieser Region, gegen Rassimus, Sexismus, für Toleranz und Weltoffenheit. Schon kurz nach der Meisterschaft zeichnete sich ab, dass der wohl derzeit beste Basketballspieler der Welt, Stephen Curry, nicht ins Weiße Haus kommen würde, falls es eine Einladung für einen Empfang geben sollte. Etliche Team-Mitglieder schlossen sich in Interviews an, und meinten, man werde so einen Besuch im Team besprechen….falls die Einladung überhaupt kommen sollte. Denn Trump und seine Leute wissen genau, dass die Warriors nicht gerade politisch auf seiner Seite stehen.

Nun also zieht Trump eine Einladung zurück, die es nie gegeben hat. Damit versucht er, den Schein zu wahren, Dinge so hinzubiegen, wie sie für ihn passen. Nichts Neues im Trump-Universum. Schon zuvor, am Freitagabend, legte sich Trump mit der NFL, der Football League, an und meinte, Spieler, wie Colin Kaepernick von den 49ers, die während der Nationalhyme aus Protest knieten, sollten umgehend entlassen werden. Sowieso sollten NFL-Fans nicht mehr in die Stadien gehen, wenn diese Art der Proteste stattfinden.

Man kann nun gespannt darauf sein, wie die Warriors und die NFL-Teams auf Trumps Rundumschlag reagieren. Immerhin geht es um das Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Am Sonntag steht der nächste Spieltag in der Football League an. Es ist zu offen, dass dann ein klares Zeichen von den Spielern gesetzt wird. Die erste und klare Reaktion kam bereits von LeBron James, der im NBA-Finale gegen Stephen Curry verlor:

Die patriotische Football Front

Die NFL, die National Football League, hat immer mal wieder Probleme mit den eigenen Spielern. Greg Hardy von den Carolina Panthers wurde wegen häuslicher Gewalt gegen seine Freundin für schuldig befunden. Doch das war kein Problem für die Dallas Cowboys den „Linebacker“ zu verpflichten. Der Besitzer der Cowboys, Jerry Jones, meinte sogar, Hardy sei „einer der wahren Führungsspieler im Team“. Jones hatte auch schon Josh Brent erneut ins Team geholt, nachdem der alkoholisiert einen Verkehrsunfall verursachte, bei dem sein Mitspieler Jerry Brown ums Leben kam.

Ray Rice von den Baltimore Ravens wurde in einem Aufzug von einer Überwachungskamera gefilmt, wie er seine damalige Verlobte zusammenschlug. Erst liess ihn die NFL fallen, doch dann einigte man sich in einer Klage auf ein Millionen Dollar schweres Abfindungspaket. Und die Fans standen dennoch zu Rice, viele trugen bei Heimspielen T-Shirts mit dem Aufdruck: „Free Ray Rice“.

Gewalt gegen Freundinnen, Partnerinnen, Ehefrauen ist bei NFL-Spielern keine Seltenheit. Auch die Horrorbilder von Tierquälerei und die folgende Verurteilung von Michael Vick hielten gleich mehrere NFL Teams nicht davon ab, den Quarterback wieder anzuheuern. Vick hatte in einem seiner Häuser einen Hundekampfring aufgezogen. „Verlierer“ wurden erdrosselt, erschossen, ertränkt, erhängt oder mit Elektroschocks hingerichtet. Nach seiner Haftstrafe wurde Vick erst von den Philadelphia Eagles, dann den New York Jets und schließlich von den Pittsburgh Steelers unter Vertrag genommen.

Egal, wie brutal und folgenschwer die Straftaten auch waren, die 32 weißen, superreichen Männer, denen die NFL-Teams gehören, hatten nie ein Problem einem „guten“ Spieler zu verzeihen. Frei nach Johanna von Koczian: Das bisschen Blut, Schlagen und Töten ist ja nicht so schlimm, sagt mein Mann.

Colin Kaepernick (rechts) wagt es mit einem Mitspieler während der Nationalhymne zu knien.

Anders jedoch sieht es da im Fall Colin Kaepernick aus, dem ehemaligen Quarterback der San Francisco 49ers. Kaepernick hat weder um sich geschlagen, ist nicht besoffen oder bedröhnt und mit weitreichenden Folgen durch die Gegend gefahren, hat auch keinem anderen und keinem Tier etwas zuleide getan. Kaepernick hat sich vielmehr hingekniet. Das war alles. Und zwar immer wieder dann, wenn in den Stadien die Nationalhymne angestimmt wurde. Der Footballspieler wollte so ein Zeichen setzen: „Ich werde nicht stehen, um stolz auf die Fahne eines Landes zu sein, in dem Schwarze und Menschen mit dunkler Hautfarbe unterdrückt werden. Für mich ist das wichtiger als Football und es wäre verlogen von mir, das nicht wahrzunehmen. Da liegen Menschen in den Straßen, da bekommen andere bezahlten Sonderurlaub und kommen mit Mord durch.“ Damit spielte Kaepernick auf die „Black Lives Matter“ Bewegung an, auf die zahlreichen Toten nach Polizeiaktionen und die oftmals Straffreiheit der Beamten.

Fan Protest gegen Colin Kaepernick. Fotos: Reuters.

Das war zu viel für die NFL. Zwar schlossen sich einige Mitspieler dem Protest an, auch in zahlreichen High Schools und Colleges knieten sich Footballspieler fortan in Solidarität mit Kaepernick und der „Black Lives Matter“ Movement auf dem Spielfeld hin, doch die Aktion spaltete das Land. Aufruhr in den Stadien, wenn die 49ers spielten, „Fans“ verbrannten Trikots von Kaepernick und posteten die Videos auf youtube, FOXNews berichtete ausführlich darüber, Kaepernick solle doch nach Kuba oder Russland gehen, wenn es ihm hier nicht passe.

Seit März 2017 ist Colin Kaepernick ohne Vertrag. Nicht weil er ein schlechter Spieler oder nicht in Form ist, sondern vielmehr weil kein Team ihm einen Vertrag geben will aus Angst, ein paar „patriotische“ Fans würden ihre Jahrestickets zurückgeben. Das ist die NFL, das ist Amerika im Jahr 2017. Wer einer Frau vor einer Überwachungskamera brutalst ins Gesicht schlägt, wer Spaß daran hat zuzusehen, wie sich Hunde zerfleischen, wer sich und andere besoffen im Straßenverkehr gefährdet, der ist in der „National Football League“ jederzeit wieder willkommen. Wer dagegen ein politisches Statement abgibt, wer den (Schein-)Patriotismus der USA hinterfragt und sei es nur dadurch während des Absingens der Nationalhymne nicht zu stehen, der wird aus der „Sportlerfamilie“ der NFL verbannt. Wie verlogen und heuchlerisch kann der Sport eigentlich noch sein?

 

 

Der Abgang der Raiders

Oakland ist Raiders Nation. Das American Football Team ist fest verankert in der Stadt, seiner Geschichte, seiner Bewohner. Und die Raiders haben Tradition und eine Fankultur, die vielleicht vergleichbar ist mit der so einiger Traditionsvereine in der Fussballbundesliga. Die Fans strömen bunt verkleidet, teils martialisch zu den Spielen der Raiders. Doch das wird schon bald der Vergangenheit angehören.

Die Fans der Raiders setzten sich vergeblich für ihr Team in Oakland ein. Foto: AFP.

Die „National Football League“, NFL, hat nun fast einstimmig entschieden, dass die Raiders in die Glanz- und Glitzer Wüstenstadt Las Vegas umziehen dürfen. Eine mehr als umstrittene Entscheidung, denn Las Vegas lockt mit Steuermitteln, Oakland weigerte sich, einen Stadionneubau aus öffentlichen Geldern zu finanzieren. Bürgermeisterin Libby Schaaf wollte die Raiders halten und dafür Privatgelder anzapfen. Lediglich benötigte Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld des geplanten, neuen Stadions sollten von der Stadt übernommen werden. Schaaf führte an, dass Oakland noch immer Millionen Dollar Schulden von der letzten Stadionsanierung in den frühen 90er Jahren abbezahlt. Geld, das eigentlich dringend an anderer Stelle im Stadthaushalt gebraucht würde.

Die NFL setzte also lieber auf das große Geld im Spielerparadies Las Vegas, als auf Tradition in der East Bay. Jeder der Besitzer eines NFL Teams erhält für den Umzug etwa 25 Millionen Dollar ausgehändigt. Für die Superreichen Sportmannschaftsbesitzer gab es also eigentlich keinen Grund, die Raiders in Oakland zu belassen. Geld regiert die Welt und schon sehr lange im professionellen Sport.

Mit den Raiders wandert nun ein zweites Profi-Team aus Oakland ab. Die Golden State Warriors werden zukünftig in San Francisco auf Körbejagd gehen. Nur die Oakland A’s bleiben als traditionsreiches, aber nicht gerade erfolgreiches Underdog Team meiner neuen Heimatstadt erhalten. Und das ist dann schon fast wieder wie in Nünberg….back to the roots!

Der Superbowl in Amerika

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Es ist das größte Sportereignis in den USA – der Superbowl, das Endspiel um die Meisterschaft im American Football. Dieses Jahr wird er in Santa Clara, dem Heimstadion der 49ers ausgetragen, einer Kleinstadt bei San Jose. Doch die gesamte San Francisco Bay Area ist im Ausnahmezustand. In Downtown San Francisco wurden ganze Straßenzüge für „Superbowl City“ gesperrt. Dort treffen sich die Fans für Aktivitäten, Konzerte und zum Fanartikeleinkauf. Die Stadt ist voller Fans, das Verkehrschaos garantiert. Raketenabwehrsysteme wurden aufgefahren, Scharfschützen sind auf den Dächern auszumachen.

Alles außenrum ist auch Superlative. Hotelzimmer in San Francisco kosten bis zu einer Million Dollar, Tickets für das Spiel inbegriffen. Die letzten Einzelkarten gingen für über 30.000 Dollar an den Mann oder die Frau. Zwei Wochen lang herrschte Partystimmung in der „City by the Bay“. Stars und Sternchen waren vor Ort, darunter Jamie Foxx, Vince Vaughn, Snoop Dogg, Justin Bieber, Beyonce, die Red Hot Chili Peppers, Alicia Keyes.

In der Superbowl Woche essen die Amerikaner so viele Kalorien, wie in keiner anderen Woche des Jahres. „Junk Food“ aus Chips, Burger, Chicken Wings, allem möglich Fritiertem und viel Bier ergeben rund 6000 Kalorien pro Tag. Die zweitverfressenste Woche in den USA ist nicht Thanksgiving oder Weihnachten, es ist die Woche vor der Superbowlwoche. Man probiert quasi, was man die Woche danach verspeisen will.

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Die Werbeclips während des Endspiels sind sündhaft teuer, mehrere Millionen Dollar kostet allein die Sendezeit. Einige davon unterhaltsam, andere nervig, ein paar durchaus künstlerisch wertvoll. Drei fand ich besonders gut, schräg, witzig: den Audi-Clip, die Mountain Dew Werbung und das Video für die mexikanischen Avocados.

Der einzig wahre "Bowl" ist "Puppy Bowl".

Der einzig wahre „Bowl“ ist „Puppy Bowl“.

Und ein Klassiker am Rande des Superbowls ist immer der „Puppy Bowl“, übertragen vom Fernsehsender Animal Planet. Es ist eine Benefiz-Sendung zugunsten von Tierheimen. Eine Stunde lang kann man kleinen Hunden in einem als Football Stadion dekorierten Spielzimmer zusehen, das ganze mit Live-Kommentar. Die „Puppies“ kommen dafür aus verschiedenen Tierheimen im ganzen Land und können adoptiert werden. Und wer die Sendung um drei Uhr nachmittags verpasst, keine Sorge, sie wird zwölfmal hintereinander wiederholt.

Gewalt gehört wohl dazu

Die Bay Area ist derzeit im Football-Fieber. Am Sonntag findet der 50. Superbowl im niegelnagelneuen Heimstadion der San Francisco 49ers statt, die nun eigentlich in Santa Clara spielen, einer Kleinstadt bei San Jose. Deshalb sind die Parties auch überall, in Santa Clara, in San Jose und eben auch in San Francisco. Ein Verkehrschaos sondergleichen, in Downtown SF sind Straßen für „Superbowl City“ gesperrt, auf der man exklusive Taschen für $ 3500 oder spezielle Leder Baseball Caps für $ 2500 Dollar erwerben kann. Die Hotels in der Region bieten „Special Packages“ an, die Luxusausgaben kosten eine Million Dollar, Tickets inklusive. Na, wer hat, der hat!

Die „National Football League“, NFL, ist ein Riesengeschäft. Die Werbeclips während des Endspiels kosten mehrere Millionen Dollar für 30 Sekunden. Eines der letzten Tickets für das Endspiel ging gerade für $ 27.000 an einen „Fan“. Diesen Geldfluss will man schön fließen lassen, da passen Nachrichten von Gewalt so gar nicht ins Bild. Um das Image der harten und muskelbepackten Kerle etwas aufzupolieren, tragen viele in der NFL im Herbst die Farbe Pink, um so ihre Unterstützung im Kampf gegen Brustkrebs zu zeigen.

Alles gut und schön, das dachten sich auch die Frauen von „Made By Women“, einem Zusammschluß von mehreren Filmschaffenden in Hollywood. Sie produzierten einen Clip, der sicherlich nicht während des Superbowls gezeigt werden wird, der aber im Internet viele Zuschauer findet. Thematisiert wird die Gewalt gegen Frauen durch NFL-Spieler. Immer wieder machen Footballspieler Schlagzeilen, in dem sie durch Gewaltexzesse gegen ihre Freundinnen und Frauen auffallen. Es kommt zu Anklagen, Gerichtsverfahren und die NFL kehrt dann alles still und leise unter den Teppich. So zuletzt geschehen im Fall Greg Hardy von den Dallas Cowboys. Der hatte eine frühere Freundin verprügelt und ihr angedroht sie umzubringen. Nach der Verurteilung und einer kurzen Zwangspause wurde er wieder ins Team aufgenommen. Die Stimmen gerade bei Frauengruppen werden lauter, die fordern, wer gewalttätig gegenüber Frauen ist, sollte keinen Weg mehr zurück in die beste Liga der Welt bekommen. Insgesamt hat die NFL ein Gewaltrproblem, doch im stereoiden Muskelalltag wird darüber nicht gerne geredet.

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Da helfen auch Helme nichts

American Football ist der populärste Sport in den USA. Ein Riesengeschäft, in dem die Werbedollars nur so fließen. Doch der Sport ist schon lange in Verruf geraten. Massive Kopfverletzungen vieler Spieler, langfristige Folgen nach der kurzen professionellen Karriere führen immer wieder zu einer Debatte: wie kann man Football sicherer machen, wenn überhaupt.

49ers Chris Borland beendet frühzeitig seine Karriere.

49ers Chris Borland beendet frühzeitig seine Karriere.

Nun hat einer der großen Nachwuchstalente der NFL, Linebacker Chris Borland von den San Francisco 49ers, überraschend für die Öffentlichkeit sein Karriereende erklärt. Der 24jährige hatte bereits vor einem Jahr seinen Eltern in einem Brief erklärt, dass die vergangene Saison seine letzte sein würde. Er habe Angst vor den Gesundheitsproblemen, die ihn erwarten, falls er weiterspiele. Und nun macht er ernst, mit dem, was er seinen Eltern versprochen hat. Er steigt aus.

Gehirnerschütterungen gehören beim Football einfach dazu. Es geht hier nicht um ein oder zwei Kopfverletzungen, viele der Spieler erleiden 8, 9, 10 und mehr Gehirnerschütterungen im Laufe ihrer Karriere, die zu massiven Beeinträchtigungen in einem Leben nach dem Sport führen können. Borland ist nicht der erste bekannte Footballspieler, der sich aus dem Geschäft zurückzieht, doch er ist der jüngste, dem eine gute Karriere mit Millionen Dollar Gehalt winkte.

In den USA wird nun heftigst darüber diskutiert, was dieser Rücktritt für Folgen haben könnte. Nicht nur für den professionellen Bereich, sondern vor allem auch für den Jugendsport. Football ist ein harter, körperbetonter und teils brutaler Sport. Lange Zeit wurden die Gefahren einfach vom Tisch gewischt. Die NFL wollte keine offene Debatte über Gefahren und Folgen führen. Doch die waren irgendwann nicht mehr zu vertuschen. Als jemand, der 16 Jahre lang Handball spielte, davon am Anfang auch auf Betonplätzen, kenne ich das einfache Wegwischen der drohenden Gefahr. Nach zwei Knieoperationen weiss ich selber, dass selbst der Sport in der Kreis- und Bezirksliga seine Spuren hinterlassen hat. Das spüre ich heute.

Die Entscheidung Chris Borlands, einfach aufzuhören, die Brocken hinzuschmeissen und das als hochbezahlter Profi, verdient deshalb höchste Anerkennung und Respekt. Seine Gesundheit ist im wichtiger als Ruhm, Erfolg, Geld. Und das ist eine gute Nachricht, denn Borland mit seinen 24 Jahren ist ein Vorbild für die vielen Kinder- und Jugendlichen im Land, die selbst davon träumen, einmal beim Superbowl dabei zu sein. Und es ist eine gute Nachricht für all diejenigen, die endlich offen über die Gefahren im Sport reden und diesen sicherer machen wollen.

Super Bully Sunday?

Heute ist Super Bowl Sunday. In Glendale, Arizona treffen die „New England Patriots“ auf die „Seattle Seahawks“. Es ist das Endspiel im American Football, ein Großereignis, das rund um die Welt übertragen wird. Doch die National Football League (NFL) hat ein Imageproblem. Zu viele ihrer Spieler gerieten in der jüngsten Zeit in die Schlagzeilen. Vergewaltigung, Mord, Schlägereien, Kindes- und Tiermisshandlung, Gewalt gegen Frauen, einige der muskelbepackten Footballspieler schreckten vor nichts zurück. Und die Liga fand meist keine passenden Antworten, zu viel Geld ist im Spiel.

Dieser Clip während des Super Bowls soll zum Nachdenken und Handeln anregen.

Dieser Clip während des Super Bowls soll zum Nachdenken und Handeln anregen.

Seit Jahren geht auch das Gerücht um, dass der „Super Bowl Sunday“ eigentlich der „Super Bully Sunday“ ist. Also, der Tag, an dem gerade Frauen von ihren Lebenspartnern und Ehemännern besonders oft und stark mißhandelt und mißbraucht werden. Die Männer schauen das aggressive Spiel, Adrenalin wird durch den Körper gepumpt, dazu Unmengen an Alkohol, eine fatale Mischung. Doch so ganz läßt sich dieses Gerücht nicht belegen. Tatsache ist, dass es an diesem Tag mehr Zwischenfälle daheim gibt, die Polizei öfters gerufen, die Notfallnummern für mißhandelte Frauen verstärkt gewählt werden. Aber es ist nicht ein so deutlicher Anstieg, wie der Name „Super Bully Sunday“ glauben mag.

Diese Klarstellung ist ganz und gar keine Verharmlosung des eigentlichen Problems. Dazu nur hier eine  Zahl, die alles ausdrückt. Zwischen 2001 und 2012 wurden 6488 amerikanische Soldaten in den Afghanistan und Irakkriegen getötet. Im gleichen Zeitraum wurden in den USA 11766 Frauen von ihrem Ehemann, Lebenspartner oder Ex umgebracht. Gewalt in den eigenen vier Wänden ist also nicht wegzureden, nicht übertrieben, eine Tatsache.

Die National Football League hat an diesem Super Bowl Sunday einen besonders markanten und nahegehenden Werbespot unterstützt und Sendezeit eingeräumt. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass Unternehmen für solch eine Sendezeit mehr als vier Millionen Dollar pro 30 Sekunden zahlen. Die NFL weiß, sie muß Zeichen setzen und das tut sie mit diesem Spot, der schon im Vorfeld vielfach beachtet wurde. Man kann nur hoffen, dass es nicht nur bei diesem einminütigen Clip bleibt. Doch die Aussage geht uns alle an „Wenn es schwierig ist zu reden, dann liegt es an uns hinzuhören“

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Ein Deutscher für die NFL

Die American Football Kommentatoren schwärmen in diesen Tagen von Björn Werner, dem „German All-American“, einem 22jährigen Berliner, der als Hoffnungsträger der National Football League gilt. Was Basketballstar Dirk Nowitzky für die NBA war, könnte schon bald Björn Werner für die NFL sein, so liest man des öfteren.

Werner wuchs eigentlich mit Fußball auf, doch mit 12 Jahren wechselte er zum American Football. Nach seinem Wechsel von Berlin an eine High School in Connecticut war er nicht mehr aufzuhalten. Scouts der Universitäten warfen ein Auge auf ihn und beobachteten die Fortschritte des Defensivspielers. Schließlich kam er zu Florida State, und damit in die Vorstufe zur NFL.

Nun steht er vor dem Schritt in die National Football League, wird als Nummer Zwei der Top Ten Draft in diesem Jahr gehandelt. Immer wieder muß er erklären, wie er eigentlich als Deutscher zum Football kam. Björn Werner nimmt es gelassen, erzählt von Videogames und Spielen der NFL, die er online verfolgte. Sein Traum vom großen Spiel scheint nun wahr zu werden. Was die Scouts vor allem an ihm mögen ist, dass er ein Defensivspieler mit Talent ist. Er hat das Auge und die Geschwindigkeit schnell auf Angriff umzuschalten. Die NFL ist eine der letzten Bastionen im amerikanischen Sport, wo Deutsche noch nicht Fuß gefaßt haben. Das könnte nun mit Björn Werner vorbei sein.