El Niño ist im Anzug

Wenn man den Wissenschaftlern glauben will, dann steht El Niño quasi schon vor der Tür. Mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit wird der kommende Winter in Kalifornien und dem Südwesten der USA nass werden. Endlich will man sagen, doch erstens kommt der Niederschlag etwas zu spät und zweitens wird es massive Überflutungen, Erdrutsche und damit einhergende Probleme geben.

Foto: NOAA Climate.gov

Foto: NOAA Climate.gov

Die Feuersaison in Kalifornien ist schon seit Februar im Gange. Normalerweise sieht man die Brände erst im Spätsommer oder Frühherbst. Doch die Wälder sind ausgetrocknet, im vierten Jahr der historischen Dürre braucht es nicht viel für einen Flächenbrand. Die Feuerwehren im Sonnenstaat sind bereits an ihren Grenzen. Tausende von Häftlingen aus den kalifornischen Gefängnissen kämpfen an vorderster Front gegen die Flammen mit. Sie alle wünschen sich, dass El Niño schon etwas früher kommen würde, doch der Plan geht nicht auf. Frühestens im Dezember rechnen die Wissenschaftler mit dem Öffnen der Himmelsschleusen.

Und dann geht es los. Die Zeichen stehen auf Sturm. Die Wassertemperaturen im Pazifik steigen weiter an, die Wasseroberfläche ist deutlich höher als gewöhnlich und die Migration von Fischen, Walen, Krebsen und allerhand anderem Meeresgetier ist mehr als ungewöhnlich. So findet man vor der Küste Nordkaliforniens Meeresbewohner, die normalerweise nur in den warmen Gewässern vor Mexiko leben. Die Experten von NOAA, der National Oceanic and Atmospheric Administration, gehen von einem gewaltigen El Niño aus, der da im Anzug ist. Bis ins kommende Frühjahr könnte dieses Wetterphänomen den Westen der USA überfluten. Es wird ein feuchter Winter werden. Und ich sollte mal in den kommenden Wochen aufs Dach steigen, die Regenrinnen reinigen und schauen, ob alles für die feuchte Jahreszeit bereit ist.