Trump der große Verschlimmbesserer

Der Mann mit dem großen Ego ist zurück. Eigentlich war er gar nicht weg. Donald Trump hat zuerst seinen eigenen Außenminister mit ein paar Tweets diskreditiert, in dem er dessen Versuche direkte Gespräche mit Nordkorea zu führen als Zeitverschwendung abtat. „Little Rocket Man“, wie Trump den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un nennt, verstehe nur eine Sprache, die der deutlichen militärischen Drohungen. Danach kamen seine Vorgänger dran, Demokraten wie Republikaner. Alles Hohlköpfe in Trumps Augen, nur er, der Mann mit der Tolle, kann Amerika und die Welt retten.

Trump brüskiert Rex Tillerson und dessen diplomatische Offensive. Tillerson kann eigentlich nach diesem sonntäglichen Eklat nicht länger Außenminister bleiben. Er ist angezählt, auch wenn Trump in seinem Tweet erklärt, Tillerson sei „our wonderful Secretary of State“.

Für Trump scheint zu gelten, wie kann ich eine verbockte Situation noch schlimmer machen und mich dabei als toller MAGA-Patriot darstellen? Das schafft er immer wieder. Zuletzt mit der Debatte um kniende Footballspieler vor NFL Spielen während der Nationalhymne. Nicht einmal, nicht zweimal meldet sich der „Tweeter in Chief“ zu Wort, nein, Trump haut Dutzende von Kurznachrichten raus und spaltet damit nur noch mehr eine Gesellschaft, die sowieso schon seit langem in Grabenkämpfe verwickelt ist.

Der Präsident will gar nicht Präsident aller Amerikaner sein. Klar, das ist sowieso unmöglich. Doch Trump versucht noch nicht einmal eine Hand zum Dialog auszustrecken. Das zeigt er nun wieder mit Nordkorea. Anstatt seinen Außenminister seine Arbeit tun zu lassen, spuckt Donald Trump auf dessen zarte diplomatische Versuche Nordkorea zum Einlenken zu bringen. Damit schafft es Trump nicht nur die eigenen Leute vor den Kopf zu schlagen, er bringt die USA und damit die Welt näher an einen militärischen Konflikt. Einen militärischen Konflikt, dessen Ausmaß nicht einzuschätzen, vor allem nicht zu gewinnen ist. Mit Trump im Amt, das steht fest, ist die Welt unsicherer geworden.

Hauptsache, die Luft scheppert!

Foto: Reuters

Nach einem katastrophalen PR Wochenende für Donald Trump sollte gestern wieder der Alltag in Washington Einzug finden. Trump, der im Wahlkampf ein hartes Durchgreifen gegen China und andere Handelspartner versprach, will nun Taten folgen lassen.

Am Montag reiste Präsident Donald Trump von seinem Golfclub in Bedminster, New Jersey, nach Washington, um dort über “wichtige Handelsverträge für die amerikanischen Arbeiter” zu beraten und seine Unterschrift unter ein Blatt Papier zu setzen, dass seinen Chefstrategen in Handelsfragen damit beauftragt, innerhalb eines Jahres der Frage nachzugehen, ob China gezielt Wirtschaftsspionage betreibe und geistiges Eigentumsrecht verletze.
Dass das so ist, weiss jeder, nicht nur in den USA. Doch Trump und seine Administration wollen damit China unter Druck setzen…zumindest ein wenig. Denn am Ende dieser Untersuchung könnten Handelssanktionen anstehen. Trump bewertete diesen Schritt am Montag als “sehr, sehr wichtig”. Gelobt wurde er von Vertretern des Technologiesektors in den USA. Kommentatoren jedoch meinten, nach den scharfen Worten im Wahlkampf und in den ersten Monaten seiner Präsidentschaft gegen China sei dieser vage Beschluss nicht mehr als eine Rauchbombe.
Trump braucht China mehr denn je, gerade jetzt im Konflikt mit Nordkorea. Die China-Resolution präsentiert ihn jedoch vor seiner Anhängerschaft als jemanden, der zu seinem Wahlversprechen steht, gegen Peking vorzugehen und für amerikanische Jobs zu kämpfen – auch wenn am Ende dabei nichts herauskommen sollte. Der amerikanische Präsident wird immer mehr zum „Dampfplauderer in Chief“, er tönt, schwärmt von seinen (Schein)Erfolgen, verweist auf Jobs, Jobs, Jobs, auch wenn er in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nicht mehr geschaffen hat als Barack Obama im gleichen Zeitraum 2016. Aber Fassade ist alles was für Trump und seine Anhänger zählt

„Genug geredet“, meint UN Botschafterin Nikki Haley

Auf dem Golfplatz der 8000 Seelengemeinde in Bedminster in New Jersey wird in diesen Tagen nationale und Weltpolitik gemacht. Neben dem Golfspielen verbessert Donald Trump auch noch beim Tweeten seine Fingerfertigkeit. Da greift er die eigene Partei an, schimpft gegen Obama und Hillary und ruft so ganz nebenbei auch noch den nationalen Notstand in der Opioid-Krise aus, auch wenn dafür die Pläne noch nicht ausgearbeitet sind. Trump hatte zwar im Wahlkampf viel davon gesprochen, aber politische Strategien gab es nicht.

Und dann muss sich der Präsident am Rande des grünen Rasens tagtäglich auch noch mit dem Handicap Nordkorea befassen. Dabei steht Trump in seiner Wortwahl dem Diktator Kim Jong Un in nichts nach. Die Wortgranaten fliegen schon seit einiger Zeit zwischen der Pampa in New Jersey und Pjöngjang hin und her. Am Dienstag hatte Trump erklärt, die USA werden mit “Feuer und Wut reagieren, wie die Welt es noch nicht gesehen hat”. Am Donnerstag legte Trump noch eins drauf und meinte, dass seine Antwort auf die Provokationen aus Nordkorea wohl nicht hart genug waren. Der international isolierte Staat sollte “sehr, sehr nervös” sein. Die USA würden sich nicht länger von Nordkorea herumschubsen lassen. Drohungen gegen Amerika oder Verbündete in der Region würden nicht länger geduldet werden.

Pjöngjang hatte zuvor erneut verlauten lassen, man bereite einen Erstschlag auf die Insel Guam vor, die amerikanisches Territorium und wichtiger Militärstützpunkt für die USA ist. Guam im Visier von Nordkorea zeigt, wie vollkommen vernebelt der Machthaber in dem abgeschotteten Land ist. Die Gefahr ist wohl die, dass sich keiner in seinem Umfeld traut, dem jungen Kim zu sagen, er solle das Zündeln lieber lassen. Donald Trump unternimmt auch keinen Versuch die derzeitige äußerst angespannte Situation so entschärfen. Er drückt vielmehr Kim Jong Un in eine Ecke, aus die der nordkoreanische Diktator ohne Gesichtsverlust kaum noch herauskommen kann. Doch anscheinend ist das die Strategie von Trump. Verbal Draufhauen ohne Bedenken, das war ja auch schon seine Siegesstrategie im Wahlkampf.

Unterdessen wird deutlich, dass es im Weißen Haus einen offenen Konflikt über das weitere Vorgehen in dieser Krise gibt. Mehrere enge Berater von Donald Trump wählen den kämpferischen Ton ihres Vorgesetzten, auch und vor allem in zahlreichen Fernseh- und Radiointerviews. Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister Jim Mattis hingegen setzen weiterhin zuerst auf eine diplomatische Lösung, betonen jedoch auch, dass es militärische Pläne und Antworten auf die Provokationen Nordkoreas gebe.

Die Amerikaner selbst sind gespalten, was nun passieren soll. Obwohl der Großteil der Amerikaner Nordkorea nicht auf einer Weltkarte ausmachen kann, setzen viele auf eine militärische Lösung des Konflikts. Klar ist auch, dass Donald Trump für einen nuklearen Erstschlag keine Erlaubnis durch den Kongress benötigt. In diesem Falle wird er sich nur mit Verteidigungsminister Jim Mattis, dem Stabschef im Weißen Haus John Kelly, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs General Joseph Dunford und dem nationalen Sicherheitsberater Generalleutnant H.R. McMaster kurzschließen. Vier Generale und Trump, man kann nur hoffen, dass die Militärs sich ihrer Verantwortung für Millionen von Menschen bewußt sind.

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Trump von Gott gesandt

      Die Entwicklung des Fundamentalismus in den USA

Im Wahlkampf stellte sich die religiöse Rechte in den USA schon früh hinter den Kandidaten Donald Trump. Gescheiterte Ehen, ein ausuferndes Leben, in der Vergangenheit Demokrat, der jahrelang eigentlich gegen alles war, für was die fundamentalistischen Christen stehen, Hetze gegen Migranten, „Pussy grabbing“, all das schien die Gläubigen nicht zu stören. Trump, so die einhellige Meinung im „Bible Belt“ der USA, war von Gott gesandt, ein starker Führer, der Amerika aus der Sinn- und Moralkrise führen werde. Darüber geht auch das obige Feature vom vergangenen Juli, ausgestrahlt auf Deutschlandfunk Kultur.

Nun hat Präsident Trump seine erste diplomatische Krise auf dem Schreibtisch, oder genauer gesagt, auf seinem Golfplatz in New Jersey, wo er gerade seinen „Arbeitsurlaub“ verbringt. Von dort antwortet er den nordkoreanischen Drohgebärden mit einer flammigen Rede. „Feuer, Wut und Macht“ werde die passende Reaktion darauf sein, wenn Pjöngjang nicht mit den Drohungen gegen die USA aufhöre. Soviel dazu, wenn zwei Herren mit sehr eigenwilliger Haarfrisur das Nuklear-Roulette spielen.

Trump kann sich aber sicher sein, dass auch weiterhin die christliche Rechte im Land zu ihm steht. Robert Jeffress, der als Pastor in Texas einer Mega-Church vorsteht, erklärte nun, Trump habe die moralische Autorität, um Kim Jong Un auszuschalten. „Wenn es darum geht, wie wir mit Bösewichten umgehen sollten, dann sagt uns das die Bibel ganz klar: Gott hat Führern die notwendige Gewalt erteilt  – Krieg einbezogen – um Böses zu stoppen. Im Fall Nordkorea hat Gott Trump die Autorität erteilt Kim Jong Un zu beseitigen.“ Jeffress hatte auch am Morgen von Trumps Vereidigung das Gebet gehalten. Er ist bekannt für deutliche Worte. Barack Obama habe den Weg des Antichristen bereitet und im Präsidentschaftswahlkampf 2012 erklärte er, die Mormonen seien ein religiöser Kult. Die abhlehnende Haltung führte wohl auch dazu, dass Mitt Romney am Ende keine Chance hatte.

Damit wird Donald Trump zum Gotteskrieger gemacht. Das wird ihm gefallen, denn alles, was er durchsetzen will, sei es innenpolitisch oder auch nun außenpolitisch, kann er mit den Texten der Bibel belegen (lassen). Schon jetzt, nur wenige Monate nach seinem Einzug ins Weiße Haus, sieht er sich als einen der größten amerikanischen Präsidenten überhaupt. Seine Adminstration sei die erfolgreichste aller Zeiten, das ist eine Standardaussage von ihm auf Twitter, die er nur allzugerne wiederholt. Trump ist von Gott gesandt, jeder der das anzweifelt ist damit einen Pakt mit dem Teufel eingegangen.

 

 

Ein gefährliches Spielchen

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Mit “Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat”, das waren die deutlichen Worte von Präsident Donald Trump am Dienstagnachmittag am Rande eines Events in einem seiner Golfresorts. Damit reagierte er auf die erneuten Drohungen aus Nordkorea und den Berichten der japanischen und US militärischen Geheimdienste, dass das kommunistische Regime über bis zu 60 Atomsprengköpfe verfüge.

Zuvor hatte darüberhinaus ein Sprecher in Pjönjang erklärt, man werde eine strategische und deutliche Antwort auf die Provokation weiterer Sanktionen gegen Nordkorea finden. Nachdem Trumps Worte über die Medien verbreitet wurden, kam erneut eine Drohung vom nordkoreanischen Regime. Darin hieß es, man prüfe einen Präventivschlag gegen das amerikanische Territorium auf Guam.

Das Wortduell endete vorerst am Abend. Politiker und Diplomaten in Washington, New York und Peking setzen nun alles auf eine Deeskalation der Lage. Wie weit Donald Trump hier und der nordkoreanische Befehlshaber Kim Jong Un offen für Beratungen und Gespräche sind, ist derzeit kaum abzuschätzen.

Kommentatoren in den USA erklärten, Trump habe sich gerade für solch eine Situation mit einigen Generälen in seiner Administration umgeben, die kriegserfahren sind, aber auch einen kühlen Kopf bei solch einer Drohgebärde aus Nordkorea kommend behalten. Sie haben nun die Aufgabe, den amerikanischen Präsidenten zu beraten und die Wortgefechte zwischen Washington und Pjöngjang zu beenden.

Problematisch könnte jedoch das jährliche Manöver der USA mit Einheiten Südkoreas im August werden. Nordkorea wird dies sicherlich als Drohgebärde vor der eigenen Grenze sehen.

Ein Wahlkampf wie aus 1001 Nacht

Eigentlich fehlen in diesem Wahlkampf nur noch fliegende Teppiche, Flaschengeister und Sandstürme. Ansonsten ist eigentlich alles vorhanden, was man für eine schön-gruselige Märchenstunde für Erwachsene so braucht: Bösewichte und Unholde, Sex and Crime, Verleumdungen, Hinterzimmerabsprachen, Lug, Betrug und Heiterkeit. Wenn man so eine Geschichte in Romanform schreiben wollte, würde man dafür nie einen Verleger finden. Das beweist erneut, die besten Geschichten schreibt das Leben.

Nun also sollen die Russen den Email-Server der Demokratischen Partei geknackt haben. Ganz im Entenhausener Panzerknackerstil. Sowieso sind Putin und Trump ja gute Kumpels, auch die Chinesen und der nordkoreanische Pummelpräsident Kim Jong-un mögen Trump lieber als Hillary Clinton. Bei ihm wisse man, woran man sei, außerdem sei der Donald ja ein guter Geschäftsmann, heißt es aus Peking und Pjöngjang. Die Achse des Bösen kehrt also auf Umwegen heim.

Seit eineinhalb Jahren berichte ich über den Wahlkampf. Anfangs sah alles nach einem langweiligen Prozedere aus, Hillary Clinton gegen Jeb Bush. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. Hüben wie drüben wurde begeistert gefochten, als Beobachter wußte man gar nicht mehr, wohin man blicken soll, über was man als nächsten berichten sollte. Nun die Parteitage, die den Endspurt zum Weißen Haus einläuten. Und in den USA fragen sich viele, sind das wirklich die beiden besten Kandidaten, die dieses reiche, farbenfrohe, vielseitige Land hervorbringen kann. Hillary Clinton ist keine gute Kandidatin und Donald Trump ist kein guter Kandidat. Wie war das noch mit den Geistern, die man rief? Das ist wohl die bittere Wahrheit Ende Juli 2016.

Ausgerechnet Trump präsentiert sich in seinen Werbespots und in seinen Auftritten als derjenige, der das Land wieder zusammenführen, der Gräben überwinden, Brücken bauen will. Und Hillary Clinton versucht die jungen Menschen im Land zu erreichen, gerade Hillary, die im Kampf gegen Bernie Sanders vieles in Frage stellte, was die Jung- und Neuwähler motivierte. Dieser Wahlkampf stellt alles auf den Kopf. Umfragen sind für die Tonne, beide Kandidaten werden, falls sie sich am Ende durchsetzen können, keine breite Basis in der Bevölkerung finden. Amerika nach 2016 wird ein noch gespalteneres Land sein, als es am Anfang dieser Kampagne war. Auch das ist eine bittere Schlußfolgerung aus diesem Wahlkampf.

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Terrorattacke oder Spaßkommando

Sony Pictures hat derzeit den Kragen voll. Lachen Fehlanzeige. Vor vier Wochen knackten Hacker das System des Filmgiganten und klauten, was zu klauen ist. Daten von Mitarbeitern, Emails, fertig produzierte Filmdateien, Previews, Projektideen und, und, und. Dahinter wird die nordkoreanische Regierung vermutet, die zuvor erklärte, die Komödie „The Interview“ mit  Seth Rogen und James Franco in den Hauptrollen, sei eine „Kriegserklärung“. Produziert wurde der Film von Sony.

In Los Angeles wurde der Streifen bereits gezeigt, in New York sollte an diesem Donnerstag die Premiere stattfinden und US weit eine Woche später anlaufen. Doch es sieht nicht gut aus für den Klamaukstreifen. Unbekannte, die auch hinter dem Hackerangriff stehen, haben nun den Kinounternehmen gedroht, die den Film zeigen wollen, Anschläge auf die Kinos durchzuführen. „Carmike Cinemas“, ein Kinobetreiber mit 247 Filmsälen im Land, hat bereits einen Rückzieher gemacht und den Film aus dem Programm genommen. Die beiden Hauptdarsteller Rogen und Franco haben alle öffentlichen Werbeauftritte für „The Interview“ abgesagt.

Und nun klagen auch noch unzählige ehemalige Mitarbeiter gegen Sony, die dem Unternehmen mangelnde Datensicherung vorwerfen. Die Unbekannten haben bereits 32.000 Mails veröffentlicht. Sie nennen sich „Guardians of Peace“, kurz GOP, was in den USA für die republikanische Partei die Grand Old Party steht.

Das FBI und das „Departments of Homeland Security“ sind nun eingeschaltet, Hinweise auf den oder die Täter gibt es bislang noch nicht. Auch keine konkreten Hinweise auf Anschlagsziele in den USA. Falls wirklich das nordkoreanische Regime hinter der Cyber Attacke stecken sollte, wäre das eine deutliche Warnung an US Unternehmen und die Regierung in Washington. Kim Jong Un versteht wahrlich keinen Spaß, wenn es um seine Person geht. Schade eigentlich!

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America Under Attack!

In knapp zehn Wochen wird in den USA gewählt. Das gesamte Abgeordnetenhaus und ein Teil des Senats werden neu besetzt. Die Republikaner erhoffen sich, einen deutlichen Sieg einzufahren, ihre Mehrheit im „House“ auszubauen und gleichzeitig die Kontrolle über den Senat zu übernehmen. Damit würde Präsident Obama in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit endgültig ausgebremst werden und die GOP könnte bereits jetzt mit der Beseitigung des „politischen Flurschadens“ beginnen, wie sie die Politik Obamas sehen. Alles ist möglich am 4. November. Um sicher zu gehen, dass die republikanischen Wähler auch ihre Stimme abgeben, wird nun – mal wieder – ein Wahlkampf voller Angst vom Zaun gebrochen. Und im Angstschüren sind die Republikaner Weltmeister.

Die Santa Fe Bridge trennt Ciudad Juarez von El Paso. Werden schon bald die ISIS Terroristen über diese Brücke kommen?

Die Santa Fe Bridge trennt Ciudad Juarez von El Paso. Werden schon bald die ISIS Terroristen über diese Brücke kommen?

In irgendeinem Hinterzimmer der Parteizentrale muß sich folgendes zugetragen haben. Ein paar kluge Köpfe überlegten sich, wie man am besten die Emotionen der Wähler bedienen kann. Einer meinte, man müsse im Wahlkampf mehr auf die Grenzsituation eingehen, denn die sei ja löchrig wie ein Schweizer Käse. All die Illegalen kommen so ins Land, nehmen den hartarbeitenden Amerikanern die Jobs weg, plünderten das Sozialnetz und sowieso seien viele von ihnen auch noch Schwerkriminelle und Bandenmitglieder. Die anderen nickten wohlwollend. Toller Plan.

Der neben ihm saß meinte nur, vielleicht sollte man auch noch die mexikanischen Drogenkartelle mit in dieses Szenario aufnehmen, denn die seien ja wie die Mafia, unkalkulierbar, das schüre Ängste. Alle nickten, guter Plan.

Der Dritte im Bunde überlegte etwas und erklärte dann, die größte Gefahr bliebe dennoch der internationale Terrorismus. ISIS und Al-Qaida, das seien Dauerbrenner. Und sowieso habe die GOP schon mehrere Wahlkämpfe mit diesen Schreckgespenstern des Terrors gewonnen.

Und dann meldete sich der Vierte im Raum. Warum verbinde man nicht all diese Szenarien, das wäre doch dann der SuperGAU des Angstschürens: Die Kämpfer von ISIS, eigentlich im Irak und Syrien aktiv, sind schon in Mexiko gelandet, haben sogar schon eine Terrorzelle in der Grenzstadt Ciudad Juarez aufgebaut. Natürlich ging das nur mit Zustimmung der dort aktiven Drogenkartelle. Nicht genannte Mitarbeiter der Geheimdienste hätten Telefonate, Emails und SMS Botschaften abgehört und abgefangen, in denen ganz deutlich würde, dass ISIS, Ortsgruppe Juarez, Bombenanschläge auf Grenzposten und Einrichtungen im Grenzbereich auf amerikanischer Seite durchführen will. Die Grenzen sind ja durchlässig, von daher ein Klacks für die Islamisten und ihre Kumpels von den Kartellen. America Under Attack!

Ich weiß nun nicht, ob dieses Hinterzimmergespräch tatsächlich so stattgefunden hat. Denkbar wäre es, denn das Horrorszenario, das hier beschrieben wird, ist tatsächlich die Wahlkampfstrategie der Republikaner. Genau so und in dieser Deutlichkeit. In den konservativen Medien von FOXNews und Breitbart bis hin zu Kommentatoren, wie Allen B. West, wird dieser Terrorplan Tag für Tag Zuschauern, Zuhörern und Lesern dargeboten und nimmt immer haarsträubendere Formen an. Ich denke, bis zum Wahltag werden die ISIS Kämpfer auch noch mit nordkoreanischen oder pakistanischen Nuklearwaffen bewaffnet sein. Es sind ja noch knapp zehn Wochen. Alles ist möglich, man muß es nur glauben.