America the beautiful

3500 Kilometer liegen hinter mir. Fast einmal quer durchs Land. Durch Nordkalifornien nach Nevada, den Bundesstaat von West nach Ost durchfahren, dann Richtung Norden durch Idaho, rüber nach Montana, entlang des Yellowstone National Parks. Montana durchkreuzt, den langen Freeway in North Dakota abgefahren, bei Fargo dann auf den Highway Richtung Minnesota eingeschwenkt. Bei Duluth nach Wisconsin rein, von dort noch weiter nördlich bis zur Upper Penninsula von Michigan. Das alles nur mit ein paar „Power Naps“ geschafft.

Eine Endlosfahrt durch Amerika.

Eine lange, endlos erscheinende Autofahrt durch ein Land, das mir auch noch nach 22 Jahren fremd und gleichzeitig neu ist und dennoch faszinierend bleibt. Amerika ist ein wunderschönes Land, in das es sich lohnt zu reisen. Nicht nur nach New York, Florida, Las Vegas und Kalifornien. Wer die USA verstehen lernen möchte, der muss ins Landesinnere fahren. Nach Elko, Bozeman, Bismarck, Duluth, Houghton und viele andere Kleinstädte auf dem Weg von West nach Ost.

Auf dieser Fahrt durch die unvereinigten Staaten von Amerika hörte ich B5 Aktuell, Deutschlandfunk, NPR, Al Jazeera, BBC, das Smartphone macht es möglich. Und alle berichteten von Donald Trump und seinem Treffen mit Vladimir Putin in Helsinki. Berichte, Analysen, Reaktionen. Donald Trump der seltsame, selbstverliebte, unkonventionelle, rüpelhafte Präsident der USA. Und dann diese Bilder von diesem weiten, offenen, wunderschönen Land. Menschen, an allen Tank- und „Dog Business“ Stopps, die freundlich, interessiert, humorvoll waren. Ich war überrascht, dass ich im Landesinneren nicht auf Unmegen an Trump Aufkleber und MAGA-Hüten stieß. Diese Fahrt durch Amerika führte mir auch wieder mal vor Augen, warum ich dieses Land auch nach 22 Jahren noch liebe.

70 Jahre nach Pearl Harbor

Heute vor 70 Jahren griffen die Japaner den amerikanischen Navy Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. 2403 amerikanische Soldaten starben bei diesem Angriff in den Morgenstunden des 7. Dezember 1941. Noch heute wird behauptet, es sei eine „heimtückische“ Aktion der kaiserlichen Armee gewesen, obwohl auch klar ist, dass der amerikanische Präsident Roosevelt schon vorab von geplanten Aktionen der Japaner informiert gewesen war. Die Spionageaktivitäten des japanischen Konsulats in Honolulu waren den Amerikanern bekannt. Die Diplomaten hatten regelmäßig Informationen über die Flotte der US Navy nach Tokio gefunkt.

Um 6:10 Uhr Ortszeit am 7. Dezember 1941 begann die erste Angriffswelle der Japaner auf den Navy Stützpunkt Pearl Harbor. Und noch eine zweite Angriffswelle kam, der letzte japanische Kampfjet drehte um 9:45 Uhr ab. Die US Flotte war im Mark getroffen: 2403 getötete Soldaten, 1178 Verwundete, 12 gesunkene oder gestrandete Schiffe, 9 beschädigte Schiffe, 164 zerstörte Flugzeuge, 159 beschädigte Flugzeuge. Amerika war geschockt. Nur einen Tag später trat Präsident Roosevelt vor den Kongreß in Washington und erklärte Japan den Krieg. Zuvor war das amerikanische Parlament noch gespalten, ein Großteil der Abgeordneten wollte die USA lieber nicht in die Kriegswirren in Europa und Asien hinein gezogen sehen. Doch am Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor stimmten alle Parlamentarier bis auf einen für die Kriegserklärung von Roosevelt. Vier Tage später erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg, damit eskalierte der Zweite Weltkrieg.

Nach der Attacke der Japaner änderten sich auch die Bedingungen für Japaner, Japan-Amerikaner, Deutsche und Italiener in den USA. Die amerikanischen Konzentrationslager wurden eröffnet, in denen weit über 100.000 Japaner und japanisch stämmige Amerikaner, 11000 Deutsche und rund 1500 Italiener interniert wurden. Viele der Deutschen lebten bereits seit Jahren in ihrer neuen Heimat, etliche waren aus Hitler-Deutschland geflohen, darunter auch jüdische Bürger. Zudem wurden auch einige in den USA geborene Kinder deutscher Eltern mit verhaftet. Doch das FBI kannte keine Gnade. Die Camps waren zumeist im Landesinneren angesiedelt, wie in Bismarck, North Dakota oder Crystal City, Texas. Und nicht nur das, die amerikanische Bundespolizei verhaftete sogar in Süd- und Mittelamerika Deutsche und Japaner und verschleppte sie in einer Nacht- und Nebelaktion in die US Camps.

An diesem 7. Dezember wird an den Angriff auf Pearl Harbor gedacht, die noch lebenden Veteranen von damals  geehrt. 70 Jahre danach, eine lange Zeit, doch die Narbe ist für die Amerikaner geblieben. An diesem Tag sollte man aber auch an jene denken, die als Einwanderer in die USA kamen, um eine neue Heimat zu finden. An jene, die unschuldig in amerikanische Internierungslager geschickt wurden, einzig aus dem Grund, weil sie Japaner, Deutsche oder Italiener waren.

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„Was für’n Kalb“

Boomer…würde meine Mutter bei diesem Hund sagen. Wobei ein Kalb wahrscheinlich vor Boomer, einem Landseer Neufundländer, Reißaus nehmen würde. Der Vierbeiner ist sage und schreibe 2,13 Meter lang…von der nassen Schnauze bis zum wedelnden Schwanzende. Ohne weiteres kann Boomer aus der Küchenspüle trinken oder einem Autofahrer auf gleicher Höhe in die Augen starren.

Die Besitzerin Caryn Weber aus North Dakota ist davon überzeugt, dass Boomer der weltweit grösste Hund ist. Deshalb hat sie die Maße ihres dreijährigen Riesen an die Verleger des Guinness Buches der Rekorde geschickt. Mal sehen, ob es stimmt, denn im Sommer verstarb der bislang grösste Hund, eine dänische Dogge mit einer Höhe von 1,23 Metern.