Der Feuerwehrmann im Weißen Haus

Erinnern wir uns an letztes Jahr. In Kalifornien wüteten riesige Brände, vernichteten Waldgebiete und ganze Gemeinden und Präsident Donald Trump drohte zum einen damit, Bundesmittel genau der Behörde zu entziehen, die der Bundesregierung und damit ihm untersteht – dem US Forrest Service, der weite Teile des Waldes in Kalifornien kontrolliert. Zum anderen forderte er die Kalifornier auf, mehr die Wälder zu harken, denn das habe er in einem Gespräch mit dem finnischen Präsidenten erfahren. Finnland habe kaum Waldbrände, weil man dort eben im Wald harke, so Trump. Die Finnen erklärten ganz diplomatisch, dass sie das eigentlich nicht tun und auch der finnische Präsident meinte nur, er habe das sicherlich nicht seinem amerikanischen Kollegen geraten.

Donald Trump nahm allerdings nichts zurück. So ist er eben. Und Trump hat zu allem einen Ratschlag, weiss alles besser. Er erklärt General Motors wie sie mit ihren Autos international wieder konkurrenzfähig werden und Boing wie sie fortan ihre Flugzeuge bauen sollten. Doch Feuer scheinen ihn zu begeistern. In Paris brennt die Kathedrale von Notre Dame und Trump gibt auch gleich wieder Tipps, wie man am besten das Feuer löschen könnte. Präsident Donald Trump schlägt den Franzosen tatsächlich vor, dass sie doch aus der Luft die Flammen bekämpfen sollten.

Man möchte schon gar nichts mehr sagen. Nur noch ungläubig den Kopf schütteln, wären da nicht auch die humorvollen Kommentare auf sein Tweet. Allen voran der User „Charly M.“: „Können Sie uns bitte zeigen, wie man ein Feuer löscht? Wir Franzosen haben keine Ahnung, wir blasen derzeit drauf, aber es hilft nichts. Bitte hilf uns, oh großer Weltherrscher“. Ja, mit Humor lässt sich selbst ein Donald Trump aushalten!

 

 

Alle Achtung, Mister President!

Barack Obama kam furchtlos in die Höhle des Löwen. Nicht als Löwenbändiger (warum fällt mir hier Dieter Krebs in Sketchup ein?) wie sein Amtsvorgänger. Obama kam als Vermittler, der seinen Mann stand, doch gleichzeitig die Hand ausstreckte. Schon seit Wochen wurde sein Auftritt an der Notre Dame University heftigst diskutiert. Die Universität ist eine katholische Bildungseinrichtung, Barack Obama aber setzt sich für das Recht einer Frau auf Abtreibung ein und ist für den Ausbau der Stammzellenforschung. Und gerade diese Themen stiessen im Vorfeld bei vielen Studenten und Professoren auf Widerstand. Der Präsident wurde für die Abschiedsrede des Jahrgangs 2009 eingeladen. Obwohl der Auftritt umstritten war, Obama zog nicht zurück, sondern stellte sich den Anfeindungen.

Unter dem Applaus von 12.000 Anwesenden rief er dazu auf, die Zahl der Abtreibungen zu verringern. An einem Punkt, so der Präsident, sei man einfach anderer Meinung. Doch anstatt den Dialog zu beenden müsse man gemeinsam an dem gleichen Ziel arbeiten, das da heisst, Abtreibungen zu reduzieren. Barack Obama scheute die Kontroverse nicht, ging vielmehr so wie man es von ihm gewohnt ist, direkt in die Offensive und streckte dabei ohne jegliche Aggressionen die Hand aus….und das zeichnet ihn aus.

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Obamas zwischen Hurra- und Buh-Rufen

Die Obamas jetten an diesem Wochenende quer durchs Land. Während Michelle Obama bei strahlendem Sonnenschein und von einer jubelnden Menge in Merced empfangen wurde, könnte der Auftritt von Präsident Obama auf dem Campus Gelände von Notre Dame zum Spiessrutenlauf werden. Präsident Obama hält die Abschlussrede für die Studenten an der katholischen Universität Notre Dame in South Bend, östlich von Chicago, und schon im Vorfeld wurde klar, dass er mit Protesten von Abtreibungs- und Stammzellenforschungsgegnern rechnen muss. 85 Prozent der Studenten und fast 60 Prozent der Professoren sind katholisch. Und einige davon kündigten schon lautstarken Widerstand gegen den Auftritt des Präsidenten an, der für die freie Entscheidung einer Frau und für die Stammzellenforschung ist.

Dagegen hatte die First Lady einen Traumtag in der kalifornischen Kleinstadt östlich von San Francisco am Rande des „Central Valleys“. Die UC Merced ist eine noch junge Universität, die am Samstag die erste Abschlussklasse verabschiedete. Im Dezember begannen die Studenten die Aktion, Michelle Obama für ihren Auftritt zu gewinnen. Sie schickten ihr tausende von Briefen, erklärten, dass die Klasse 2009 in einer Zeit auf den Weg geschickt wird, in der es für viele nicht leicht sein wird überhaupt einen Fuss auf den Arbeitsmarkt zu bekommen.

Und Michelle Obama kam, wurde begeistert empfangen und sprach den Abschlussklässlern Mut zu, sprach von Hoffnung und dem Glauben an die Zukunft. Sogar die „Freshmen“, die noch jungen Studenten liessen sich von der First Lady mitreissen und motivieren.

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