Mr. President als Nachbar

Werden hier schon bald die Obamas wohnen?

Werden hier schon bald die Obamas wohnen?

400.000 Dollar verdient Präsident Barack Obama im Jahr. Nicht gerade wenig, doch auch nicht so viel, dass er sich eine Luxusvilla in Südkalifornien leisten kann. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Obamas zwei Töchter haben, die sicherlich noch an den besten, sprich teuersten Universitäten im Land studieren werden.

Doch Barack und Michelle Obama haben wohl dennoch einen Kaufvertrag für das Anwesen 70555 Thunderbird Mesa im kalifornischen Rancho Mirage unterschrieben. Das zumindest berichten einige US Zeitungen. Lange Zeit wurde das Grundstück mit Luxusvilla für 12,5 Millionen Dollar angeboten, doch ohne Erfolg. Kein Käufer ließ sich finden. Immer weiter sank der Preis, bis er schließlich bei „nur“ noch 4 Millionen Dollar lag. Da schlugen die Obamas zu, wie es nun heißt.

Das Haus liegt in einer gesicherten Gemeinde, mit eigener Lagune und Golfplatz. 4 Schlaf- und 4,5 Badezimmer gibt es, dazu ein Pool und ein fantastischer Blick auf die Wüste. Und, ganz wichtig für die „First Family“, ein geräumiges Gästehaus für Secret Service Agenten, die die Obamas auch in Zukunft bewachen werden. Gemunkelt wird bereits, dass der staatliche Bewachungsservice rund 10.000 Dollar an die Obamas für die Unterkunft abtreten werden muß, genau wie er das schon bei den Clintons tut. Damit hätten Barack und Michelle schon fast ihre monatlichen Abzahlungen beglichen.

Offiziell hat sich im Weißen Haus noch niemand zu diesem Kauf geäußert. Kein Kommentar heißt es. Lediglich einige gut informierte Immobilienmakler in der Region erklärten, dass die Obamas hinter dem Kauf stehen. Der Vorbesitzer des Anwesens ist der Gründer des Frachtdienstes DHL, der Millionär William Armsted Robinson. Interessanterweise unterstützte Robinson seinen guten Freund Arnold Schwarzenegger im Wahlkampf um den Gouverneursposten von Kalifornien. Der Republikaner Schwarzenegger gewann bekanntlich die Wahl.

YouTube Preview Image

So schafft man Unruhen

Zehntausende kommen in diesen Tagen und Wochen über die Grenze in die USA. Minderjährige, Frauen, ganze Familien. Sie werden empfangen, in Notunterkünften untergebracht, verpflegt, gekleidet, beraten. Und dann meistens an Familienangehörige, die bereits in den USA leben, übergeben, bis zu einem Anhörungstermin. Die Grenzpolizei ist an manchen Stellen rund um die Uhr damit beschäftigt, illegale Grenzgänger aufzugreifen. Leere Gebäude in Grenznähe, wie Schulen, Lagerhallen, Kirchen, werden umgerüstet, eine Infrastruktur für die Versorgung der Neuankömmlinge muß eingerichtet werden. Präsident Barack Obama fordert zusätzliche 3,7 Milliarden Dollar vom Kongress, um mehr Richter und Anwälte anzuheuern, mehr Equipment für den Grenzschutz anzuschaffen.

Eine Flut von schlecht ausgebildeten Arbeitern trifft auf ein Land, in dem die produzierende Industrie schon lange verschwunden ist. Amerikanische Unternehmen haben bereits vor Jahren ihre Produktionen ausgelagert, zum Teil einfach um ein paar Kilometer verschoben, vom amerikanischen Süden in den mexikanischen Norden. Wie z.B. von El Paso über die Brücke nach Ciudad Juarez. Einen Steinwurf entfernt. Die amerikanischen Firmen sparten so „hohe“ Arbeitskosten in den USA und hinterließen eine Arbeitnehmerschaft, die ohne Jobs und ohne Zukunft zurück blieb. Gerade die Afro-Amerikaner wurden davon hart getroffen. Die Arbeitslosenquote bei den Schwarzen in den USA liegt bei über 11 Prozent, weit über der allgemeinen Arbeitslosenzahl. Mit großem Interesse blicken afro-amerikanische Organisationen auf das, was da an der Grenze passiert. Gelder werden für illegale Einwanderer bereitgestellt und ausgegeben, während „inner city schools“ und schwarze Stadtteile sich selbst überlassen werden, wie East-Oakland. Dort beherrschen Gangs den Alltag. Kriminalität, Prostitution, Drogensucht, Arbeitslosigkeit, die Schwarzen Amerikas fühlen sich benachteiligt und wenn man die harten Zahlen genauer ansieht, aus gutem Grund.

Nun verbinden die ersten Kommentatoren diese beiden Ereignisse. Hier die Afro-Amerikaner, dort die illegalen Latinos. Der konservative Autor und Anwalt A. J. Delgado geht in seinem Beitrag für nationalreview.com „Black Americans: The True Casualties of Amnesty – Democrats throw black voters under the bus“ einen Schritt weiter. Delgado meint, die Demokraten wenden sich bewußt und kalkuliert von den Schwarzen ab, die eigentlich zu ihrer Stammwählerschaft gehören. Der Anteil der Afro-Amerikaner an der Gesamtbevölkerung sinkt, während der der Latinos konstant ansteigt. Die demokratische Partei gehe davon aus, dass sich hier eine neue und weitaus wichtigere Wählerschaft entwickelt, so Delgado. Er schließt seinen Artikel mit dem Satz: „The message to black voters is: “Yes, your ancestors endured unimaginable hardships and helped build this country, and we said we’d help you out. But now we have a new trophy wife.” FOXNews und einige FOX Lokalsender nehmen solche, durchaus berechtigten, doch gefährlichen Überlegungen und Aussagen gerne auf, um die „Scheinheiligkeit“ der Demokraten „bloß zu stellen“. So werden Nachrichten auch gemacht. Amerika stehen heiße Zeiten bevor.

YouTube Preview Image

 

 

Ein hausgemachtes Problem des US Kapitalismus

Irgendwas stimmt nicht in den USA. Seit ein paar Jahren war es eigentlich das Thema schlechthin: Obamacare. Die Gesundheitsreform des Präsidenten ließ das Blut der Republikaner zum Kochen bringen. Das Thema vereinte sie, darauf schossen sie sich ein. Und manchmal hatte man das Gefühl, Obamacare ist an allen Mißständen im Land und in der Welt schuld. Vorher war ja alles so gut, doch dann kam der Sozialistenpräsident und verstaatlichte das Gesundheitswesen. Wenn man FOXNews, konservativen Kommentatoren und Bloggern folgte, dann hatte man das Gefühl, Amerika war vor Obama die gesündeste Nation der Welt. Patienten hatten die Wahl, von welchem Arzt sie sich behandeln lassen, in welchem Krankenhaus sie sich operieren lassen wollten. Auch die Prävention stand ganz oben auf dem Ausgabenplan der Versicherungen.

Das dem natürlich nicht so war und ist sollte klar sein. Eine Gesundheitsreform mußte kommen, was dann kam und als Obamacare bekannt wurde, war nicht ausgereift und wurde an allen Ecken und Enden von den Repbublikanern unterminiert. Es war ein Kompromiss auf niedrigstem Niveau. Natürlich haben sich die Republikaner auch geschworen, die Reform rückgängig zu machen, wenn sie wieder die Macht im Land in ihren Händen halten. Wie gesagt, unter George W. Bush war ja alles besser.

Immigranten auf dem Weg nach Norden. "La Bestia" wird der Zug, genannt.

Immigranten auf dem Weg nach Norden. „La Bestia“ wird der Zug, genannt.

Doch Obamacare ist aus den Schlagzeilen gekegelt worden. Nun haben die Konservativen ein paar neue Themen im Wahljahr 2014 gefunden. Die illegale Einwanderung ist das Hauptthema geworden. Amerika wird überrannt. Und wieder werden Ängste geschürt. Die Immigranten seien nur hier, um das Sozialsystem zu berauben, Amerikanern die Arbeit wegzunehmen, bla bla bla…diese Diskussion kennt man ja zu genüge aus Deutschland. Was in dieser Debatte gerne übersehen wird ist, dass amerikanische Firmen ihre Produktionsstätten aus den USA nach Mexiko und anderen mittelamerikanischen Ländern verlagert haben. Aus dem einfachen Grund, weil man dort billiger produzieren kann. In der texanischen Grenzstadt El Paso liegt der Mindeststundenlohn derzeit bei $ 7,25. Zu wenig zum Leben, aber das ist eine andere Debatte. Gleich auf der anderen Seite der Brücke im mexikanischen Ciudad Juarez liegt der Tagesverdienst eines Fabrikarbeiters in einem US Unternehmen bei 5-6 Dollar. Und das ist noch viel für Mexiko. Wenn man südlicher geht sinkt auch der Lohn.

Amerika hat sich also ein Problem im eigenen Vorgarten geschaffen. Die Aktionäre verlangen mehr Gewinn, die Unternehmen machen ihre Tore in den USA dicht, Hunderttausende verlieren hier ihre Arbeit, weil die Jobs südlich der Grenze angesiedelt werden. Und dort fahren die Firmen riesige Gewinne ein, weil sie die leidlichen Lohnkosten erheblich drücken können. Doch diese Löhne sind nicht genug zum Leben, das hatten wir ja schon oben. Profitgier hat also weitreichende Folgen, und die bekommt Amerika nun zu spüren. Die „Globalisierung“ der amerikanischen Wirtschaft ist sicherlich nicht der einzige Grund für die illegale Einwanderung in die USA, doch es ist ein Grund, ich denke, ein wichtiger Grund sogar.

In diesem Jahr wird wieder gewählt in den USA. Die Kongresswahlen stehen an. Vor der Stimmenabgabe wird es keine Reform des Einwanderungsgesetzes geben, auch wenn die seit langem mehr als überfällig ist. Es wird ein Wahlkampf der Angst werden. Angst vor der Immigrantenflut. Angst vor Terrorangriffen. Angst vor dem übermächtigen Staat. Angst vor einem neuen Wirtschaftscrash. Kein Wunder, dass man sich hier bewaffnet, irgendein vermeintliches Gefühl der Sicherheit muß man ja im Leben haben.

Erdbeben im Republikanerlager

Eric Cantor nach seiner Niederlage am Wahlabend.

Eric Cantor nach seiner Niederlage am Wahlabend.

Ein politisches Erdbeben hat am Dienstag die Republikaner kräftig durchgeschüttelt. Eric Cantor ist draußen. Der Name sagt wahrscheinlich in Deutschland nicht vielen etwas. Cantor war der Vorsitzende der Republikaner im Abgeordnetenhaus, ein sehr einflussreicher Politiker seiner Partei. Er stand 2008 auf der Liste der möglichen Vize-Präsidentschaftskandidaten und sollte John Boehner nach der Wahl im November als Sprecher des Kongresses beerben.

Doch dann kam die Vorwahl am Dienstag im 7. Distrikt von Virginia und Amtsinhaber Eric Cantor verlor. Nicht nur knapp, sondern gleich mit 10 Prozent Rückstand auf Dave Brat, einem absoluten Nobody. Warum diese Niederlage nun ein politisches Erdbeben ist, liegt zum einen an Eric Cantors Namen und Position in der republikanischen Partei. Zum anderen wurde Dave Brat massiv von der erzkonservativen Tea Party und einigen sehr erfolgreichen, doch polarisierenden Talk Show Größen wie Laura Ingraham und Ann Coulter unterstützt. Brat machte Wahlkampf, in dem er Eric Cantor als einen Amnestie Unterstützer für illegale Einwanderer darstellte. Was so nicht stimmt, doch die Wähler glaubten diesen Irrsinn. Amnestie ist für die Tea Party ein rotes Tuch. Sie verlangen ganz offen, alle illegalen Einwanderer abzuschieben und die Grenzen dicht zu machen. Am besten mit sicheren Grenzschutzanlagen, hohen Zäunen und militärischen Mitteln.

Mit dem Sieg des Herausforderers Dave Brat meldet sich die Tea Party mit einem lauten Knall zurück, das weitreichende Folgen haben wird. Eine längst überfällige Einwanderungsreform wird es in dieser Legislaturperiode nicht mehr geben. Kein Republikaner wird dieses heiße Eisen nach der Niederlage Cantors anfassen, denn am Dienstag ist klar geworden, dass kein Abgeordneter mehr ein sicheres Mandat hat. Falls die Tea Party eine Chance sieht, einen in ihren Augen zu „weichen“, zu „liberalen“ oder zu „Obama nahen“ Kandidaten aus dem Parlament zu kegeln, dann wird sie es tun. Und nun muß auch die Nachfolge von John Boehner neu geregelt werden. Vermutet wird, dass die Republikaner einen deutlichen Rechtsruck machen werden. Das wird das Land noch mehr lähmen, als es eh schon ist. Nach der Novemberwahl wird zwei Jahre lang rein gar nichts mehr passieren, durchgesetzt werden, voran gehen. Obama wird mit dem neu zusammengesetzten Kongress nicht zusammen arbeiten können. Das steht nun schon vor der Wahl fest. Amerika hat sich gerade selbst in den Fuß geschossen.

 

Im Gleichschritt zur Staatsbürgerschaft

Präsident Obama wollte die Gesundheitsreform. Das war eine seiner wichtigsten politischen Ziele. Doch mit der Umsetzung des landläufig als „Obamacare“ verschrienen Gesetzes, wurde alles andere in Washington ausgebremst. Die Republikaner hassen Obama und hassen noch mehr „Obamacare“. Die Gesundheitsreform sei unamerikanisch, sozialistisch, ein Jobkiller. Alles wird versucht, um irgendwie auch noch jetzt und heute die neue Regelung auszuhebeln. Klar ist, mit einem republikanischen Präsidenten im Weißen Haus, wird „Obamacare“ ausgehöhlt oder ganz abgeschafft werden.

Egal, dass nun auch Menschen mit chronischen Krankheiten versichert sein können oder bislang Unversicherte einen Versicherungsschutz bekommen. „Obamacare“ hat alles andere ausgebremst. Nichts geht mehr in Washington. Der totale Stillstand hat eingesetzt. Seit Jahren wird versucht in den USA eine Reform des Einwanderungsgesetzes durchzusetzen. Ich selbst habe die Idiotie dieses legalen Prozesses mitmachen müssen und habe mich bei jedem Schritt gefragt, wie das jemand aus Mexiko überhaupt hinbekommen kann. Ich war dankbar Deutscher zu sein, um Amerikaner zu werden.

In dieser Legislaturperiode und in der verbleibenden Amtszeit von Präsident Obama wird es keine grundlegende Überarbeitung des Immigrationsgesetzes mehr geben. Das steht fest. Nun haben ein paar Republikaner eine neue Initiative ins Gespräch gebracht, um Willigen den amerikanischen Pass schmackhaft zu machen. Potenzielle Einwanderer sollen sich „freiwillig“ zum Dienst an der Waffe verpflichten, dem neuen Vaterland dienen, bereit sein für Amerika zu sterben. 43 republikanische Abgeordnete haben diese Initiative unterschrieben, die sie passend „ENLIST Act“ nennen, also man unterschreibt bei der Navy, der Army, der Air Force, den Marines und wird dann bevorzugt auf dem Weg zum Staatsbürger behandelt.

Als Amerika noch eine „Draft“, eine allgemeine Wehrpflicht, hatte, wurden auch hier lebende Deutsche zum Militärdienst eingezogen. Ich kenne einige Deutsche, die in den 50er Jahren in die USA auswanderten und dann erstmal ihren Armeedienst ableisten mußten. Pikanterweise wurden sie oftmals in Deutschland oder Österreich stationiert, als Mitglied der US Army.

Mandelas Kampf ist unser Kampf

27 Jahre in einem rassistischen Land hinter Gittern. Unbeugsamer Führer einer Widerstandsbewegung gegen ein Unrechtsregime. Bürgerrechtskämpfer, dessen Stimme für Gleichberechtigung, Frieden und Freiheit weltweit zu hören war. Nelson Mandela war einer der großen Männer unserer Zeit. Ohne Frage.

Doch was einige führende Republikaner in den USA von sich geben, ist Hohn, Beleidigung, ja, absurde Geschichtsverfälschung. Rick Santorum, der ehemalige Präsidentschaftskandidat, erklärte in einem Interview mit Bill O’Reilly, nachdem der gesagt hatte, Mandela sei ja Kommunist gewesen: „Sie haben recht, ich finde, für was er eintrat war nicht unbedingt die richtige Antwort, aber er kämpfte gegen eine große Ungerechtigkeit. Und ich würde das Argument anführen, dass wir in diesem Land gerade eine große Ungerechtigkeit erleben, mit einer stetig wachsenden Regierung, die alles übernimmt und das Leben der Menschen kontrolliert. Und Obamacare ist dabei der Mittelpunkt von allem“. Kein Witz, das sagte Rick Santorum. Das südafrikanische Apartheit Regime wird mit der amerikanischen Gesundheitsreform verglichen. Indirekt damit die rassistischen Buren mit der Obama Administration.

Was will man da noch sagen. Egal, was für ein Interview in diesen Tagen, Wochen und Monaten über die Bildschirme läuft oder über die Hörfunkfrequenzen verbreitet wird, wenn ein Republikaner auftritt, bringt er Obamacare zur Sprache. Egal um was es sich dreht, egal was für ein Thema behandelt wird. Das erinnert schon sehr an Mister 9-11, Rudy Giuliani, der seinen gesamten Präsidentschaftswahlkampf über die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 definierte. Der jetzige Vize-Präsident Joe Biden, damals selbst Kandidat, erklärte dazu passend, Giuliani habe die Sprache neu erfunden, denn bei ihm sei 9-11 ein Substantiv, ein Verb und ein Adjektiv geworden.

Die Republikaner machen es jetzt nicht anders. Alles und jedes Problem kann auf Obamacare zurück geführt werden. Und das soll so noch weiter bis zum Wahltag 2014 und wohl auch bis zum Wahltag 2016 gehen. Oh Mein Gott!.

Irgendwie findet man immer einen Dreh, um eine gut gemeinte Gesundheitsreform, die mit viel Pech und Pannen und auch Unvermögen begonnen hat, als Teufelswerk zu verfluchen. Irgendwie hackt es doch in den USA.

BatKid rettet die Stadt

„Der 15. November wird für immer BatKid Tag sein“, das sagte San Franciscos Bürgermeister Ed Lee und überreichte dem Helden des Tages den Schlüssel zur Stadt. Die „Make A Wish Foundation“ übertraf sich am heutigen Tag selbst. Immer wieder gewährt die Stiftung schwer kranken Kindern einen Wunsch. Heute wurde der Wunsch des fünfjährigen Miles erfüllt, er wollte BatMan….oder BatKid sein. Wochenlang wurde geplant und um Unterstützung gebeten. Und dann kam der entscheidende Tag. Ein spätsommerlicher Morgen, die Sonne strahlte am blauen Himmel und BatKid wurde vom BatMobil und Batman am Hotel abgeholt. Der Polizeichef der Stadt ließ nach ihm rufen, um die Bösewichte dingfest zu machen.

Und alle machten mit. Bürgermeister und Polizei, Feuerwehr und Fernsehsender und tausende von begeisterten Bürgern, die dem kleinen Superhelden auf seiner Verbrecherjagd zujubelten:

YouTube Preview Image

Kongressabgeordnete wandten sich genauso an BatKid wie Präsident Barack Obama aus dem Weißen Haus. Die Organisatoren waren begeistert und zugleich überrascht von der Resonanz, die sie bei der Realisierung dieses Wunsches erhielten. Eine ganze Stadt spielte mit, stand Kopf und machte den kleinen Jungen, der seinen eigenen Kampf gegen Leukämie kämpft, einen Tag lang zu einem Superhelden. Und dabei erlebte San Francisco ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie schon lange nicht mehr. Vergessen all die Probleme des Alltags. Ein Wohlfühltag im November.

YouTube Preview Image

 

 

 

 

 

 

Der ganz normale Wahnsinn geht weiter

Man kann sich freuen. Die Regierungsgeschäfte laufen wieder, die 401 amerikanischen Nationalparks können besucht werden, staatliche Behörden haben ihre Türen für Anfragen der Bürger, für Serviceleistungen und Hilfen für Bedürftige wieder geöffnet. Und auch die Webseite des Weißen Hauses ist wieder online und aktualisiert. In Washington geht die Diskussion allerdings weiter, wie man in naher Zukunft die Probleme sachlich und ohne solche drastischen Konsequenzen wie in den letzten Wochen lösen kann. Unterdessen schieben die einen den anderen die Schuld an allem zu. Klar ist allerdings, die Tea Party Fraktion der Republikaner, und da sind sich mal alle einig, haben sehr deutlich gemacht, dass man ohne sie in Washington nicht mehr regieren kann. Dann wird auch noch gerechnet, was die zweiwöchige Auszeit eigentlich an Geld und Ansehen gekostet hat. Der politische Machtkampf war nicht gerade billig.

In der San Francisco Bay Area kann man wieder Alcatraz und die „Golden Gate National Seashore“ besuchen, wenn man denn hin kommt. Denn seit Freitagmorgen streiken die Mitarbeiter von BART, der U-Bahngesellschaft im Großraum. Und das hat ein immenses Verkehrschaos nach sich gezogen. Die Brücken über die Bay sind überlastet, dazu noch lange Schlagen vor den Fähren und an den Bushaltestellen. Noch ist nicht klar, wie lange der Streik andauern wird. Die öffentliche Seele kocht allerdings schon hoch und verlangt eine Privatisierung der staatlichen U-Bahn. Die Gewerkschaften fordern mehr Geld und keine längeren Arbeitszeiten. Das Management von BART bietet mehr Geld, fordert aber Abbau der Überstunden, längere Arbeitszeit, Eigenbeteiligung an Renteneinzahlungen und der Krankenversicherung. Derzeit, so sieht es aus, kann man die Differenzen nicht überwinden, die Züge stehen still.

Und dann wurde mal wieder ein zweijähriger Junge lebensgefährlich in Oakland angeschossen. Am hellichten Tag, gegen 13 Uhr begann ein Schußwechsel zwischen zwei Gangs auf offener Straße in East Oakland. Der Junge spielte vor der Haustür, als die Knallerei losging. Alltag in Oakland. Die Bürgermeisterin Jean Quan zeigte sich – wie immer – tief betroffen. Der Bleikurs in diesem Jahr ist stabil, Oakland wird auch 2013 wieder mehr als 100 Morde und über 500 Schießereien im Stadtgebiet haben. Die jüngste Kriminalitätsstatistik belegt auch, dass Oakland die meisten Raubüberfälle in Kalifornien und die meisten Einbrüche in den USA hat. Man kann nur hoffen, dass im kommenden Jahr ein politischer Wechsel im Rathaus stattfinden wird.

YouTube Preview Image

„And the winner is…“

… Mitch McConnell. Der Vorsitzende der Republikaner im Senat hat so ganz nebenbei und fast unbeachtet mal eben 2,9 Milliarden Dollar abgesahnt. Dieses Geld, was im nun verabschiedeten Überbrückungshaushalt festgeschrieben wurde, geht für ein Dammprojekt nach Kentucky. Zufälligerweise McConnells Heimatstaat. Nun stellen sich einige in seiner Partei, aber auch in der amerikanischen Öffentlichkeit durchaus berechtigt die Frage, ob der Republikanerführer nur deshalb dem Kompromiss mit Obama und seinen Demokraten zugestimmt hat, weil am Ende einige viele Dollar nach Kentucky fließen werden? Interessant ist das gerade auch deshalb, weil die Republikaner immer wieder öffentlich gegen die sogenannten „Earmarks“ toben, also finanzielle Versüßungen, um am Ende eine Unterschrift zu bekommen.

Die republikanische Partei geht am Ende dieser Politikkrise in Washington als Verlierer vom Platz. Nicht nur haben sie die Schlacht gegen Obama verloren. Sie haben auch mit den Hardlinern der Tea Party Fraktion, die lieber den Kahn gegen das Cliff fahren lassen wollten, und den nun bekannt gewordenen Zugeständnissen für Mitch McConnell ihr wahres Gesicht gezeigt. Es geht der „Grand Old Party“ derzeit nicht um das allgemeine Wohl der USA. Vielmehr versucht die Partei einen ihr verhassten Präsidenten zu schaden und dabei noch selbst Profit aus der Situation zu schlagen. Auch das ist eine Form von Demokratieverständnis.

Der amerikanische Tag der Arbeit

Heute ist Feiertag in den USA, „Labor Day“. So etwas wie die 1. Mai Demonstrationen in Deutschland sind hier unvorstellbar. Zwar wird auf der Webseite des Weißen Hauses an die Bedeutung der amerikanischen Arbeiterbewegung erinnert, aber groß gefeiert wird der Tag nicht.

Zum amerikanischen Tag der Arbeit hat „The Nation“, das Flaggschiff der linken Presse und die älteste Wochenzeitung in den USA eine Liste mit den Top Ten der „Labor Songs“ auf ihre Webseite gestellt. Das reicht von Pete Seeger bis zu Dolly Parton. Ob das nun wirklich die besten sind, das sei mal dahin gestellt, wahrscheinlich hat man nur die auf youtube gefunden, aber es ist eine interessante Mischung an Videos zum Thema „Arbeit“ heraus gekommen. Top Ten Labor Day Songs