Kalifornisches Schmierentheater

Ein mit Öl verklebter Pelikan wird am Strand von Goleta von einem Helfer eingesammelt.

Ein ölverklebter Pelikan wird von einem Helfer eingesammelt.

Fast 400.000 Liter Öl flossen am Dienstag aus einer Pipeline in Santa Barbara County. Einer der schönsten Strände in Kalifornien ist schwarz, klebrig, stinkend. Tote Fische und Vögel werden angeschwemmt, Helfer sammeln mit Öl verklebte Seevögel ein, um sie aufwendig zu reinigen. Von den Delfinen und Walen, die hier im Meer zu finden sind, redet kaum jemand. Die Channel Islands vor der Küste sind ein einzigartiges Naturschutzgebiet, auch das ist nun gefährdet. Bis Donnerstagabend wurden gerade mal 30.000 Liter Öl gebunden. Der Gesamtschaden ist noch gar nicht abzusehen. Das texanische Pipeline Unternehmen hüllt sich derzeit in Schweigen, klar ist, es gab in den letzten Jahren mehrere Unfälle und Zwischenfälle an den Rohren und Pumpstationen der Firma. Ein Schmierentheater der besonderen Art. Gouverneur Jerry Brown hat den Notstand für den County ausgerufen, um so mehr Hilfsgelder zur Verfügung stellen zu können. Mehrere Behörden arbeiten nun rund um die Uhr, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, wenn das überhaupt möglich ist.

Ich kenne die Gegend sehr gut, bin dort oft genug mit dem Kayak im Wasser, laufe am Strand entlang, beobachte die in Reihenformation knapp über die Wellen gleitenden Pelikane, die hin und her ziehenden Delfine. Die Bilder des Ölteppichs auf dem Wasser und am Strand vor Goleta sind erschreckend. Und alles treibt Richtung Süden auf Ventura zu und raus aufs Meer in eines der wichtigen Rückzugsgebiete für migrierende Wale. Es ist nicht oft, dass ich sprachlos bin, aber bei diesen Eindrücken fehlen mir die Worte.

Mit neuer Energie in den Wahlkampf

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney macht nun mit seinem Energieprogramm klar, was Barack Obama da in den letzten vier Jahren in Sachen Energiepolitik verzapft hat, sei blanker Blödsinn. Obama habe die Suche nach Ölreserven auf Bundesland und vor den Küsten der USA gestoppt, die gesamte Ölindustrie massiv mit immer neuen Auflagen und Einschränkungen behindert, den Kohlebergbau gezielt verkleinert und stattdessen – fälschlicherweise, wie Romney meint – auf erneuerbare Energiequellen, wie Wind und Solar, gesetzt. Auch die Atomindustrie habe unter Obama nicht so recht boomen können.

Aber damit sei nun bald Schluß. Romney hatte erst kürzlich ein Treffen mit Vertretern der Ölindustrie, die quasi seinen Energieplan geschrieben haben. Mit ihm im Weißen Haus werden die Umweltauflagen der Obama Administration zurück genommen, verstärkt die Erschließung neuer Ölreservern voran getrieben und die einzelnen Bundesstaaten könnten dann selbst entscheiden, ob auf Bundesland in ihrem Staat nach Öl und Gas gebohrt werden dürfe. Vor Ort wisse man das sowieso viel besser als im fernen Washington. Und auch Kohlekraftwerke sind Teil des Romneyschen Umweltprogrammes. Immerhin sind die Bergleute auch Wähler: Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt!

Es gehe um Arbeitsplätze und um die Sicherung des amerikanischen Energiebedarfs. Für grüne Hirngespinste und Schreckensmeldungen sei kein Platz in einer gesicherten und unabhängigen amerikanischen Energieversorgung. Mitt Romney verliert kein Wort für die Probleme der Erderwärmung, für die Reduzierung der Kohlendioxide, für die Ausbeutung ganzer Landstriche, für internationale Verträge und Ansätze im Kampf für eine bessere Umwelt. Es geht nicht um Energieeinsparungen, um ein Umdenken in der Energie- und Verkehrspolitik, nein, Romney redet davon drei Millionen Arbeitsplätze im Energiesektor zu schaffen, die Teil seines 12 Millionen Jobprogrammes sein sollen.“Ich will, dass jeder Amerikaner, der einen guten Job haben will, auch einen guten Job bekommt“.

Eine klare Ansage an Amerika und den Rest der Welt. Lass die Europäer mal in ihren Nuckelpinnen durch die Gegend rollen, ein Amerikaner kutschiert mit einem Straßenkreuzer herum. Energiesparen ist was für Sozialisten, Amerikaner verblasen so viel Energie, wie sie nur wollen. So sieht das aus….im Amerika des Mitt Romney!

 

 

Verbalterrorist Gingrich

Newt Gingrich ist, was wir einen „Hate Monger“ nennen, ein Hass Priester. Der Mann versprüht Gift und Galle, wenn es um den politischen Gegner geht. Das erlebte einst Bill Clinton, als Gingrich noch Sprecher des Kongresses war, das bekommen derzeit seine innerparteilichen Konkurrenten zu spüren und natürlich wird auch der Amtsinhaber Barack Obama mit einer hasserfüllten Schmierenkampagne überzogen. Gingrich ist hochintelligent, von sich mehr als überzeugt, immer mal wieder spricht er von sich in der dritten Person, so, als ob Gingrich Gingrich huldigt. Doch seine Verbalattacken gegen den verhassten Obama grenzen schon fast an Verbalterrorismus. Verwundern würde es wohl nicht, wenn im schwerbewaffneten Amerika ein Bekloppter Gingrichs Worte zu ernst nehmen und den „Sozialisten“, „Verräter“ und „Muslim“ Obama zur Zielscheibe nehmen würde.

Gingrich greift an. Obama ist für den Untergang des Abendlandes verantwortlich, stehe für alles, was in seinem „geliebten“ Amerika falsch laufe. Obamas Entschuldigungsschreiben an den afghanischen Präsidenten Karzai, nachdem auf einem US Stützpunkt irrtümlich der Koran verbrannt wurde, sieht der Republikaner als eine „politische und militärische Aufgabe“. Vielmehr verlange er vom US Präsidenten, dass dieser sich vor seine Soldaten stelle und eine Entschuldigung von Seiten der afghanischen Regierung einfordere, da diese den anschliessenden Unruhen untätig zugesehen habe. Er, Gingrich, würde sich als Präsident jedenfalls nicht für so etwas entschuldigen. Unerwähnt läßt er, dass sich auch Obamas Vorgänger George W. Bush nach den skandalösen Zwischenfällen im Militärgefängnis von Abu Ghraib beim irakischen Präsidenten entschuldigte. Auch das wäre im Falle einer Gingrich Präsidentschaft wohl nicht vorgekommen.

Doch damit nicht genug. Obama ist natürlich auch für die hohen Spritpreise in den USA verantwortlich. Eine Gallone Benzin kostet mittlerweile in Kalifornien rund 4 Dollar und 26 Cent. Obama, so Gingrich, hänge der wilden Fantasie nach, „dass man mit kleinen Autos und hohen Spritpreisen“ die Energiewende herbei führe. Obama sei dafür verantwortlich, dass ein „Barrel“ Öl derzeit 125 Dollar koste. Newt Gingrich posaunt, er werde im Weißen Haus den Spritpreis auf 2 Dollar und 50 Cent senken. Einfach, weil er überall nach Öl bohren lassen werde. Vor den amerikanischen Küsten, in Naturschutzgebieten und auch hoch oben in Alaska. Und auch die Pipeline von Kanada nach Texas werde gebaut. Umweltschutz? Absoluter Blödsinn. In einer Gingrich Regierung werde das Umweltministerium gleich mal abgeschafft. Ach ja, 2008, unter Präsident Bush kostete das „Barrel“ 147 Dollar!

Newt Gingrich ist ein hasserfüllter Mann, der klar und deutlich sagt, dass der Großteil der Amerikaner, die für Barack Obama gestimmt haben Idioten sind. Blindwütig und machthungrig greift er an, verdreht Tatsachen oder legt die Dinge einfach mal so aus, wie sie am besten für ihn passen. Gingrich als Präsident wäre nicht nur eine Katastrophe für die USA.

Ölpest vor Kalifornien?

MontebelloEs könnte passieren. Ölteppiche vor der kalifornischen Küste. Und die derzeitige Gefahr kommt nicht so sehr von den Bohrinseln in der Nähe von Santa Barbara. vielmehr von einem gesunkenen Tanker. Die „Montebello“ wurde am 23. Dezember 1941, 16 Tage nach dem Angriff auf Pearl Harbor vor der Küste Kaliforniens von einem japanischen U-Boot torpediert und sank. Seitdem liegt sie auf dem Meeresboden mit ihrer Ladung von rund 8 Millionen Liter Rohöl. Eine Tauchmission Mitte der 90er Jahre ergab, dass das Schiff fast unbeschadet und im ganzen in rund 300 Metern Tiefe ruht. Doch nun macht man sich Sorgen darüber, was genau aus dem Öl geworden ist. Eine neue Expedition soll klären, inwieweit die Tanks des über 70 Jahre alten Schiffes noch sicher sind und was getan werden kann, um eine Ölkatastrophe vor der kalifornischen Küste zwischen Monterey und San Luis Obispo zu verhindern.

Ich fass‘ es nicht!

Gestern hielt Präsident Barack Obama seine erste Rede aus dem Oval Office. In knapp 18 Minuten übernahm er die Verantwortung für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, versprach Abhilfe, Druck auf den Ölkonzern BP und stellte kurz seine neue Energiepolitik vor. Es war eine gute Rede, was dabei herauskommt, muss man in den kommenden Wochen und Monaten abwarten. Immerhin hat er heute BP 20 Milliarden Dollar für Soforthilfen für die Betroffenen in der Region abtrotzten können. Ein wichtiges Zeichen.

Sarah PalinAllerdings habe ich mir nach der Rede auch die Reaktionen auf Obamas Ausführungen angeschaut. Hätte ich mal lieber nicht tun sollen. Da turnen echt einige Verbalakrobaten durch die Fernsehnation. Allen voran die olle Sarah Palin, die sich wirklich dazu erdreistete, Barack Obama zu unterstellen, er wolle eigentlich gar nicht das Leck stopfen, sondern viel lieber seine radikale Umweltpoltik voran treiben. Da sitzt man da und hört das und denkt sich nur: boah, die Alte hat so einen an der Waffel! Palin meint, da sie noch nicht mal eine volle Amtszeit Gouverneurin von Alaska war nun alles besser zu wissen. Keine Ahnung von Tuten und Blasen, aber mitreden wollen. Und das Schlimme ist ja, sie will auch noch Präsidentin werden. Na dann, gute Nacht, Marie!

Republikaner finden sowieso alles Mist, was der Demokrat Obama anpackt. Klar gibt es politische Differenzen, aber in dem Fall der Ölkatastrophe ist es unsinnig Obama vorzuwerfen, er versuche nicht alles, um das ausströmende Öl zu stopfen. Was soll er denn machen, runtertauchen und seinen Finger aufs Loch drücken? Palin, Palin…geh‘ du mal wieder nach Alaska und schau dir deine Nachbarn in Russland an. Aber das Genöle geht einem wirklich sowas von auf die Nerven…

Das Ausmaß der Katastrophe

Brauner Pelikan im Golf von MexikoNun kommen sie also, jene Bilder, die man eigentlich nicht sehen will. Der Ölteppich im Golf von Mexiko waberte so für Wochen vor sich hin. Man hörte viel über die Probleme der Fischerei- und Tourismusindustrie, über das Ausmaß des Ölteppichs und vor allem darüber, dass auch mit modernster Technik das Loch bislang nicht zu stopfen ist. Doch da sind nun diese Bilder, die man eigentlich zu gut kennt, die einen aber immer wieder betroffen machen.

Und da ist die neueste Meinungsäußerung von Sarah Palin, der ehemaligen Gouverneurin von Alaska und Vize-Präsidentschaftskandidatin neben John McCain. Schon im Wahlkampf 2008 trat sie als Bohrlochfetischistin auf. In der Fernsehdebatte mit dem demokratischen Vize-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden antwortete sie auf dessen Vorbehalte zur Energiepolitik McCains: „Der Ruf ist ‚Drill, Baby, Drill‘. Und das hören wir auf allen unseren Veranstaltungen im ganzen Land, denn die Menschen sind so hungrig danach, diese eigenen Quellen der Energie anzuzapfen“. Der Spruch „Drill, Baby, Drill“ ist zwar noch nicht mal von ihr, aber Palin machte ihn berühmt-berüchtigt.

Brauner Pelikan im Golf von MexikoDie neueste Verbalattacke des GOP Darlings kommt diesmal aus aktuellem Anlass, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, und ist an die Umweltschützer und Demokraten gerichtet: „Extremes Tiefseebohren ist nicht die beste Wahl, unseren Energiebedarf zu lösen, aber Eure Proteste und Klagen und Lügen über das Ölbohren auf dem Land und in seichtem Gewässer haben diese Gebiete abgeriegelt. Nun holt es Euch ein. Das tragische, beispiellose Tiefsee Ölleck beweist es“. Das ist wahrlich eine, ja, schamlose Umkehrung der Tatsachen. Sarah Palin setzt sich weiterhin für Ölbohrungen ein. Ihr scheinen solche Bilder aus der Golf Region nichts auszumachen. Bis 2012 sind wohl auch die offensichtlichen Folgen dieser Katastrophe nicht mehr zu sehen, dann kann sich die lächelnde Sarah ja wieder an den Strand von Louisiana stellen und auf die tollen Jobs in der Ölindustrie verweisen, die sie als Präsidentin schaffen wird….

Das Ende der Ölkrise

UFOExperten, Möchtegernexperten, Verschwörungstheoretiker, selbsternannte Krisenmanager und Quarktöpfe reden sich derzeit den Mund fusselig und tippen sich die Finger wund. Jeder versucht die Ölkrise im Golf von Mexiko so auszulegen, wie es ihm gerade passt. Und nun kommt noch eine ganz neue Dimension hinzu…die Ufologen Sichtweise. Gerade erreichte mich die folgende Presseerklärung der „Paradigm Research Group“ mit der Frage, warum die US Regierung nicht schon längst der Bevölkerung die Ufos und Alien Spaceships präsentiert habe, die bereits seit langem im Besitz der Regierung sind? Denn damit könnte die Abhängigkeit vom Öl gelöst werden….noch Fragen?

Amerikanische Umweltpolitik

Präsident Obama lässt nun doch vor den Küsten nach Öl bohren. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, meint er. Na ja, ein weiteres Wahlkampfversprechen gebrochen. Jetzt fallen die Küstenregionen, bislang geschützte Regionen in Alaska sind wohl als nächstes dran. Aber so ist das mit der amerikanischen Umweltpolitik. Viel Sinn macht das hier nicht. Weder in der grossen Politik, noch bei kleinen Dingen vor Ort. Recycling

BART heisst  hier in der San Francisco Bay Area die U-Bahn, die weite Teile der Region miteinander verbindet. Allerdings scheint Erfolg nicht gewollt zu sein. Wie sonst sollte man die Entscheidungen des Aufsichtsrats werten, wenn Autofahrer, die bislang kostenlos an den Bahnhöfen parken durften nun zur Kasse gebeten werden. Zusätzlich zum Ticket. Oder der Ticketpreis zum Flughafen wurde einfach verdreifacht. Das ist wahrlich ein guter Anreiz, das Auto stehen zu lassen.

Auch nicht schlecht ist die Absicht des Stadtrats in Berkeley, die eigenen Bürger demnächst für ihr Recycling zahlen zu lassen. Wer Müll trennt und Papier, Glas, Plastik und Alu in Zukunft in die dafür vorgesehenen Behälter einmal die Woche an den Strassenrand stellt, muss dafür blechen.

In Oakland wird man für Heimarbeit mit Steuern bestraft. Anstatt den Trend zu fördern, sich zu freuen, dass Strassen entlastet werden, kriegt man von den Stadtoberen einen drüber gebraten. Wer von zu Hause arbeitet muss eine „Business License“ beantragen, auch wenn er da nur einen Schreibtisch stehen hat und keine Kundschaft erwartet.

Auch schön ist der Neubau der Bay Bridge, die San Francisco mit Oakland verbindet. Der Ostteil muss ganz neu gebaut werden, der Westteil wird Erdbeben sicher gemacht. Geplante Kosten, 6,3 Milliarden Dollar. Und ein Fahrradweg ist geplant, allerdings nur auf dem Ostteil, der dann von Oakland bis Treasure Island in der Mitte reicht. Von dort kann man sich dann von lediglich die Skyline von San Franciso ansehen, denn weiter kommt man auf dem Drahtesel nicht.

Die amerikanische Umweltpolitik macht keinen Sinn. Egal wohin man auch blickt. Vom energiesparenden Bau neuer Häuser bis zur Nutzung der Solarenergie, vom Strassenverkehr bis zur Wegwerfmentalität, man sollte nicht zu genau hinsehen, denn sonst schlägt man nur noch die Hände über den Kopf zusammen.

Ölpest vor San Francisco

Öl verklebte VögelAm Freitagabend liess ein Schiff unter panamischer Flagge beim Auftanken 400 bis 800 Gallonen schweres Öl in die San Francisco Bay ab. Das ganze ereignete sich ungefähr zweieinhalb Meilen südlich der Bay Bridge. Und irgendwas lief mal wieder schief, denn erst rund eine Stunde später wurden Schwimmbarrikaden um das Schiff gezogen. Was genau auf der „Dubai Star“ passierte und was zum Öl Ablassen führte ist noch unklar. Klar ist nur, dass das sehr fragile Ökosystem der San Francisco Bay schweren Schaden genommen hat. Am Wochenende versuchten Helfer an den Stränden angeschwemmte Ölbrocken einzusammeln und mit Öl verklebte Vögel zu bergen.