Amerikanische Umweltpolitik

Präsident Obama lässt nun doch vor den Küsten nach Öl bohren. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, meint er. Na ja, ein weiteres Wahlkampfversprechen gebrochen. Jetzt fallen die Küstenregionen, bislang geschützte Regionen in Alaska sind wohl als nächstes dran. Aber so ist das mit der amerikanischen Umweltpolitik. Viel Sinn macht das hier nicht. Weder in der grossen Politik, noch bei kleinen Dingen vor Ort. Recycling

BART heisst  hier in der San Francisco Bay Area die U-Bahn, die weite Teile der Region miteinander verbindet. Allerdings scheint Erfolg nicht gewollt zu sein. Wie sonst sollte man die Entscheidungen des Aufsichtsrats werten, wenn Autofahrer, die bislang kostenlos an den Bahnhöfen parken durften nun zur Kasse gebeten werden. Zusätzlich zum Ticket. Oder der Ticketpreis zum Flughafen wurde einfach verdreifacht. Das ist wahrlich ein guter Anreiz, das Auto stehen zu lassen.

Auch nicht schlecht ist die Absicht des Stadtrats in Berkeley, die eigenen Bürger demnächst für ihr Recycling zahlen zu lassen. Wer Müll trennt und Papier, Glas, Plastik und Alu in Zukunft in die dafür vorgesehenen Behälter einmal die Woche an den Strassenrand stellt, muss dafür blechen.

In Oakland wird man für Heimarbeit mit Steuern bestraft. Anstatt den Trend zu fördern, sich zu freuen, dass Strassen entlastet werden, kriegt man von den Stadtoberen einen drüber gebraten. Wer von zu Hause arbeitet muss eine „Business License“ beantragen, auch wenn er da nur einen Schreibtisch stehen hat und keine Kundschaft erwartet.

Auch schön ist der Neubau der Bay Bridge, die San Francisco mit Oakland verbindet. Der Ostteil muss ganz neu gebaut werden, der Westteil wird Erdbeben sicher gemacht. Geplante Kosten, 6,3 Milliarden Dollar. Und ein Fahrradweg ist geplant, allerdings nur auf dem Ostteil, der dann von Oakland bis Treasure Island in der Mitte reicht. Von dort kann man sich dann von lediglich die Skyline von San Franciso ansehen, denn weiter kommt man auf dem Drahtesel nicht.

Die amerikanische Umweltpolitik macht keinen Sinn. Egal wohin man auch blickt. Vom energiesparenden Bau neuer Häuser bis zur Nutzung der Solarenergie, vom Strassenverkehr bis zur Wegwerfmentalität, man sollte nicht zu genau hinsehen, denn sonst schlägt man nur noch die Hände über den Kopf zusammen.