Das gibt’s doch gar nicht!

Da verstanden sie sich noch gut, Omarosa Manigault Newman an der Seite von Donald Trump. Foto: Reuters.

Seit fast 22 Jahren arbeite ich als USA Korrespondent. In diesen Jahren ist viel passiert, was ich versucht habe zu erklären, für mich und für Leser und Hörer. Aber so langsam weiß ich nicht mehr, was ich noch sagen soll. Ein Präsident der täglich Politik über den Kurznachrichtendienst Twitter macht, der beleidigt, der provoziert, der vor allem tagtäglich und nachweislich lügt. Wie will man das erklären? Wie will man das in Worte fassen, dass seine Wählerinnen und Wähler noch immer zu diesem Mann stehen?

Politik in den USA ist zu einem durchgeknallten Geschäft geworden. Extreme und nicht schmerzfreie Unterhaltung mit Fremdschämen garantiert. Die amerikanischen Nachrichtensender und Tageszeitungen schauen für ihre Berichterstattung in diesen Tagen „Celebrity Big Brother“. Ein paar C und D Promis sind da in einem Haus eingesperrt, beobachtet von 87 Kameras und abgehört von noch mehr Mikrofonen. Das Interesse ist diesmal groß, denn eine der anwesenden Damen ist Omarosa Manigault Newman, die bis Dezember im Kommunikationsteam des Weißen Hauses tätig war. Zuvor war sie enge Vertraute von Donald Trump, auch Kandidatin in seiner „Apprentice“ Reality TV-Show.

Und Omarosa, wie sie in der CBS Sendung nur genannt wird, packt derzeit über ihre Monate im „White House“ aus. „Mich verfolgten die Tweets jeden Tag, was tweetet er nun als nächstes?“, beschrieb sie ihre Situation einem Mit-Big-Brother-Kandidaten. Gespannt wartet die politischen Kommentatoren in DC nun auf weitere Details aus dem Innenleben der Machtzentrale. So weit ist es in der amerikanischen Politik schon gekommen, dass die Couchgespräche aus der Reality TV-Show „Big Brother“ Teil der Berichterstattung aus Washington geworden sind. Armes Amerika!