Eine totale Schweinerei

Munition gegen Islamisten     

Man solle 72 Jungfrauen retten und „Put some Ham in MoHAMed“, also etwas Schweinefleisch für den Propheten Mohammed. Das sind die Werbeslogans der kleinen Munitionsfirma „Jihawg Ammo“. Gegründet 2010, als „Patrioten aus Idaho County, Idaho, um ein Lagerfeuer sassen und ein Erwachsenen Getränk genossen“. Man redete erhitzt über den geplanten Moscheenbau am Ground Zero, ein Unding sei das, direkt dort, an diesem heiligen Platz Amerikas ein islamisches Gotteshaus zu errichten. Damit würde man den Amerikanern praktisch jeden Tag „die Nase in diese Tragödie drücken“. Das dort keine Moschee gebaut wird, hat sich wahrscheinlich noch nicht bis Idaho rumgesprochen.

Es mußte was getan werden in einem Land, in dem schon der Präsident den Mittelnamen „Hussein“ trägt, entschlossen sich die Feierabendpatrioten in Idaho. Doch was könnte man nur gegen den Dschihad und das Scharia Gesetz machen. Der Alkoholspiegel stieg am Lagerfeuer und so kam man auf die Idee, die Islamisten in ihrem heiligen Krieg nicht nur umzbringen, sondern auch noch gleichzeitig in die Hölle zu schicken. Munition, die mit einer schweinefetthaltigen Glasur umhüllt ist. Das sei die Lösung. Bumm, böser Islamist tot, und das Schweinefett sorgt auch noch dafür, dass der bärtige Gotteskrieger nicht zu Allah und seinen versprochenen 72 Jungfrauen kommt. Und das Sahnehäubchen im Kampf um Himmel und Hölle, die Munition ist „Made in USA“. Uncle Sam läßt grüßen.

Gesagt-getan, „Jihawg Ammo“ wurde gegründet, als Teil des Kriegs gegen den islamistischen Terror. So zumindest haben es sich die patriotischen Idahoaner vorgestellt. Doch ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein mit dem „Highway to Hell“ für Osamas Kumpel.  Man will es nicht glauben , doch eine Religionsexpertin hat sich bereits zu Wort gemeldet: „Es gibt keine Strafe im Koran für das Berühren von Schwein. So weit ich weiß, würden Moslems nicht vom Himmel ausgesperrt werden, wenn sie Schwein essen oder davon getroffen werden“, weiß Shannon Dunn, Professorin für religiöse Studien in einem Interview. Und sie hat ja wohl den direkten Draht zu Jesus, Buddha, Shiva und eben Mohammed.

Doch die Munition kommt an und verkauft sich. Die Facebook Seite von „Jihawg Ammo“ hat bereits tausende Fans und wie die Firma selbst erklärt, „die Patronen sind ganz normal einsetzbar“, nur man sei eben schon jetzt für den Ausbruch des Dschihad in Amerika vorbereitet. In Zukunft werden also die Enten und das Wild in Amerikas Weiten mit Schweinfett glasierten Patronen beschossen.

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Die Islamisten kommen

Der erzkonservative Fernsehmoderator Glenn Beck ist sauer. Er wollte Current TV kaufen, damit sein Fernsehprogramm „The Blaze TV“ in rund 60 Millionen amerikanischen Haushalten zu sehen ist. Doch die Besitzer Al Gore und Joel Hyatt dachten gar nicht daran, ihren progressiven Sender dem selbsternannten „Progressiven“ Beck zu überlassen.

Sie verscherbelten ihre Station lieber an Al Jazeera, das arabische Nachrichten Network. Und nun laufen die Konservativen im Land Sturm. Al Jazeera wird als Terroristensender beschimpt, als pro Al-Qaida, als anti-amerikanisch. Der Kabelkanalanbieter Time Warner hat umgehend Current TV/Al Jazeera aus seinem Angebot gestrichen, damit verliert Al Jazeera zum Sendestart gleich mal 20 Millionen potentielle Zuschauer in den beiden Märkten New York und Los Angeles. In Berichten über den Verkauf wurden Bilder gezeigt, die Osama bin Laden zeigen, so als ob Al Jazeera der offizielle Kanal des einstigen Terrorfürsten gewesen sei.

Und dabei kennen die meisten Amerikaner Al Jazeera gar nicht. Nur wer bereits in Übersee gereist ist, wird den Nachrichtenkanal aus Katar schon mal gesehen und schätzen gelernt haben. Denn im Vergleich zu CNN (US Ausgabe), MSNBC oder dem unsäglichen FOXNews ist Al Jazeera ein hervorragender, kritischer und thematisch offener Sender. Hier kommen Stimmen zu Wort, hier werden Themen behandelt, die andernorts bewußt oder unbewußt übergangen und übersehen werden. Al Jazeera will nun in den USA mit einer Amerika Ausgabe durchstarten, rund ein Dutzend lokale Büros eröffnen. Natürlich verfolgt Al Jazeera eine andere Linie als die amerikanischen „Counterparts“. Und klar ist, was Amerika im Nahen Osten, im Irak, in Afghanistan, in Teilen Afrikas tut, wird auf Al Jazeera anders kommentiert, behandelt, berichtet. Wenn man sich die jüngstn Äußerungen in den USA über den Verkauf von Current TV an Al Jazeera durchliest und anhört, dann erinnert man sich wieder an die Worte des früheren Präsidenten George W. Bush: „Either you’re with us or you’re with the terrorists“.

Washington gegen Hollywood

„Zero Dark Thirty“ heißt ein neuer Film, der zwar erst im Januar in die Kinos kommt, aber schon jetzt heftigste Proteststürme verursacht. Und dieses mal motzen nicht christliche Fundamentalisten oder Moralapostel gegen den Verfall der Sitten in Hollywood, nein, die politischen Schwergewichtler Demokratin Dianne Feinstein, der Demokrat Carl Levin und der Republikaner John McCain wenden sich in einem gemeinsamen – öffentlich verfassten – Brief an den Chef des Sony Studios. Alle drei sind Vorsitzende und wichtige Mitglieder in militärischen Ausschüssen. Diese überparteiliche Allianz beschwert sich über den mehrfach nominierten Film, der die Jagd nach Osama bin Laden beschreibt.

In dem neuen Streifen von Oscar Preisträgerin Katherine Bigelow werden u.a. CIA Agenten dargestellt, die Informationen von Verhafteten durch Folter herauspressen. Feinstein, Levin und McCain erklären in ihrem Schreiben, dass sie noch einmal alle Geheimakten der CIA im Fall bin Laden durchgesehen haben und die Beschuldigungen in „Zero Dark Thirty“ „absolut falsch und irreführend“ sind. Das Trio fordert Sony auf, den Inhalt des Filmes noch einmal zu überarbeiten. „Sie haben eine soziale und moralische Verantwortung, die Fakten richtig darzustellen“, fordern die drei. So, als ob in Washington immer auf einer moralischen und sozial verantwortlichen Ebene entschieden wird.

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Menschen 2011

Einer wird im Rückblick auf das Jahr 2011 auf alle Fälle vorkommen: Osama bin Laden. Nach fast zehnjähriger Jagd wurde er am 2. Mai im pakistanischen Abbottabad von einer amerikanischen Spezialeinheit gestellt und getötet. Ein Audiobericht:

Osama bin Laden 2011     

Wenn das World Trade Center noch stände…

…würde Präsident Barack Obama heute anders dastehen? Am vergangenen Wochenende war der 10. Jahrestag der Terrorangriffe vom 11. September 2001. Eine noch immer offene Wunde im Bewußtsein der Amerikaner. In diesen Tagen wurde zurück geblickt, man sah immer und immer wieder die Flugzeuge in die Türme des WTC fliegen, die geschockten Gesichter der Menschen in Lower Manhattan, man hörte die Zeugenberichte, die Einschätzungen von Politikern und Helfern. Dramatische Bilder, nahegehende Berichte von Überlebenden.

Und dabei kam mir der Gedanke, was wäre aus der Präsidentschaft von George W. Bush geworden, wenn Osama bin Laden mit seinem Terrornetzwerk nicht angegriffen hätte? Wenn Amerikan nicht in zwei Kriege gezwungen worden wäre? Hätte Bush eine Wiederwahl überlebt? Denn im Rückblick muß man eingestehen, dass Bush politisch nicht viel erreicht hat. Schon im Wahlkampf spaltete er die Nation, eine umstrittene Wahl brachte ihn ins Weiße Haus. Er geht in die Annalen der USA als der Präsident ein, der einem Terrornetzwerk in den Bergen von Afghanistan offen den Krieg erklärte und auch eine noch offene Rechnung mit einem Despoten beglich. Was sonst? Bush konnte viele seiner Wahlkampfziele aufgrund von 9/11 nicht verwirklichen, er und seine Mannschaft um Cheney, Rumsfeld, Armitage, Wolfowitz und Ashcroft konzentrierten sich einzig und allein auf den „War on Terror“. Sie beschränkten Bürgerrechte in den USA, bauten weltweit ein Abhör- und Verhörsystem auf und aus, struktierten die Armeen und Einheiten in Uniform ganz neu, verwurzelten in Amerika eine tiefe Angst vor allem, was anders war und ist. Bei wirklichen Tests versagte sie, man denke nur an die Katastrophe nach dem Hurricane Katrina.

George W. Bush gewann die Wiederwahl gegen den demokratischen Herausforderer John Kerry. Doch auch und gerade weil er sich im Wahlkampf als Kriegspräsident verkaufte, als jemand, der hart gegen die Gegner Amerikas vorgeht und nicht so ein Weichei sei wie Kriegsveteran und Heinz-Ketchup Angetrauter John Kerry.

Vier Jahre später wurde Barack Obama gewählt, weil er den Nerv der Zeit traf. Die Amerikaner waren müde vom Kriegspielen. Zu viele ihrer jungen Soldaten starben in einem Krieg, den keiner mehr so richtig begriff. Aber was wäre gewesen, wenn Bush 2004 zwar die Wiederwahl gewonnen hätte, aber es keinen Krieg im Irak und in Afghanistan gegeben hätte? Wenn nicht Milliarden von Dollar für die Kriegsmaschinerie und neue Sicherheitsbestimmungen und -vorkehrungen im eigenen Land verpulvert worden wären? Wenn Amerika nicht seinen guten Ruf als „Land of the Hope“ verloren hätte? Wenn Barack Obama seine weitsichtigen, visionären Ideen umsetzen hätte können? Was wäre dann, wo wären wir heute?

Klar, man kann sagen, solche Hirngespinste sind müßig, sind sie ja auch nur… ich frage mich dennoch als jemand, der die letzten 15 Jahre in den USA gelebt und miterlebt hat, was mit einem Präsidenten Obama möglich gewesen wäre, der nicht das Erbe seines Vorgängers verwalten muß, sondern das Kartenspiel ganz neu zugemischt bekommt…

Osama soll Obama helfen

Seit langem schon arbeiten die Regisseurin Kathryn Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal an einem Film über die Jagd auf den Terrorfürsten Osama bin Laden. Und dann, am 2. Mai, wurden sie von der Nachricht überrascht, dass Bin Laden in einer Geheimmission amerikanischer Elitetruppen erschossen wurde. Bigelow und Boal, die für „Hurt Locker“ den Oscar bekamen, überlegten nur kurz, ob diese neue Sachlage ihrem Filmprojekt ein Ende setzt.

Nein, ganz im Gegenteil, denn anscheinend hat das Weiße Haus Wind von den Plänen bekommen und findet die Idee durchaus unterstützenswert. Drehbuchautor Boal hat sogar Zugang zu Treffen des Militärs und der Navy Seals bekommen, die ansonsten eher hinter verschlossenen Türen stattfinden. Die Obama Administration scheint einen Hintergedanken bei all der Freundlichkeit zu haben. Der Kinostart für den Osama-Jagd Streifen ist auf den 12. Oktober 2012 festgesetzt, also weniger als vier Wochen vor der Wahl. Obama als amerikanischer Held und Terrorjäger.

Natürlich führt das zu Aufregung bei den Republikanern, immerhin hatte ihr Präsident Bush die Jagd auf Bin Laden mit den Worten „Dead or Alive“ eröffnet. Auch sehen sie die Sicherheitslage gefährdet, wenn einem Drehbuchautoren Zugang zu den geheimen Navy Seal Kommandos gegeben wird. Der republikanische Abgeordnete Peter King hat deshalb jetzt eine Untersuchung der Vorfälle gefordert. Was wissen Bigelow und Boal von den Navy Seals und wie hat das Weiße Haus dabei mitgeholfen? King kritisiert auch den Zeitpunkt des Filmstarts, den er schon jetzt als billigen Werbefilm für den demokratischen Präsidenten abtut.

Kathryn Bigelow und Mark Boal verstehen die ganze Kritik nicht. In einer Erklärung ihres Büros heisst es: „Unser geplantes Filmprojekt über die Jahrzehnte lange Jagd auf Bin Laden ist schon seit Jahren in Arbeit und beinhaltet die gemeinsamen Anstrengungen von drei Administrationen, von Präsident Clinton, Bush und Obama, und dem Verteidigungsministerium und der CIA. Es war ein amerikanischer Triumph, heroisch und überparteilich. Es gibt keine Grundlage dafür, dass wir diesen enormen Sieg anders darstellen werden.“

 

 

9/11 – 10 Jahre danach

Osama bin Laden ist tot. Das war das Ziel von Präsident George W. Bush, der in den Ruinen des World Trade Centers schwor, den Oberterroristen zu jagen und zu fangen. „Dead or Alive“, wie man so schön im Wilden Westen sagt, fügte Bush hinzu. Osama ist tot, doch so richtig will die Partystimmung nicht aufkommen. Nichts ist mit Friede, Freude, Eierkuchen in Washington DC.

Warum auch? Das Terrornetzwerk Al-Qaida hat den Krieg gegen die USA gewonnen, und das auf ganzer Flur. Zwar reden die USA noch immer von militärischen Gewinnen gegen die Taliban und gegen Al-Qaida im Irak, in Afghanistan und in Pakistan, doch schon lange ist klar, Amerika hat den „War on Terror“ verloren. Das ist seit dieser Woche nicht mehr zu übersehen. Mit dem Schlachtruf von George W. Bush und den Kriegen im Irak und Afghanistan, dem militärischen Einsatz in Pakistan haben sich die USA selbst an die Wand drücken lassen. Ein kleiner Gegner hat den Riesen Amerika ausgeknockt. Die USA sind pleite, ihre Kreditwürdigkeit in Frage gestellt. Die Kriege haben die amerikanischen Steuerzahler in den letzten zehn Jahren rund vier Billionen Dollar gekostet plus Zinsen und Zinses-Zinsen, denn das Geld wurde auf Pump verballert. Diese Zahl hat das Eisenhower Research Project an der Brown University zusammengerechnet. Darin enthalten sind die direkten Kosten der Militäreinsätze, aber auch die Versorgung von verletzten und verwundeten Soldaten und die Langzeitpflege von kriegsgeschädigten Veteranen.

Doch diese gewaltige Zahl von vier Billionen Dollar beinhaltet noch nicht einmal alle Kosten verbunden mit dem „War on Terror“. Seit dem 11. September 2001 drehen die USA am Rad. Die Terroranschläge sind zu einem Totschlagargument geworden, mit dem in Amerika alles verändert werden konnte und kann. Die Bürgerrechte wurden eingeschränkt, Kommunen und Bundesstaaten sparten hier, um öffentliche Gelder da in die „Sicherheit“ der Bürger zu investieren. Die Vereinigten Staaten bröckeln und das sprichwörtlich. Die gesamte Infrastruktur in den USA leidet unter dem Mangel an finanziellen Mitteln, die woanders gegen einen vermeintlichen Gegner eingesetzt werden. Die Straßenverhältnisse in Kalifornien sind katastrophal, öffentliche Parks werden geschlossen, Büchereien dicht gemacht, in den Schulen und an Universitäten wird auf Sparflamme unterrichtet.

Und dann ist da noch der moralische Sieg der Terroristen. Nicht die Täter der verheerenden Anschläge vom 11. September 2001 leben in Angst und Schrecken, es sind die Amerikaner, die seit zehn Jahren hinter jedem Busch einen Attentäter vermuten. An Flughäfen wird man als normaler Passagier wie ein potenzieller Bombenbastler behandelt. Alte, Gebrechliche, Schwerbehinderte, Kleinkinder werden abgetastet, als würden sie zum heiligen Krieg aufrufen. Moslems in den USA erleben seit zehn Jahren einen täglichen Spießrutenlauf. Wer von ihnen in einem Flughafen ein Gebet für eine sichere Reise spricht, läuft Gefahr verhaftet zu werden und einen Großalarm auszulösen. „We are at war“, eine Nation im Krieg. Damit wird alles erklärt, alles entschuldigt, jedes Argument gegen die offizielle Linie der Regierung vom Tisch gewischt. Sogar die Forderung, dass Präsident Barack Obama endlich seine Wahlversprechen einlösen soll, wie zum Beispiel die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo Bay und anderer geheimer CIA Gefängnisse, wird mit dem Totschlagargument beiseite geschoben.

Auch außenpolitisch haben sich die USA mit der Bush-Doktrin geschadet. Amerika hat den Status einer Supermacht verloren, ist nicht mehr der Kämpfer für Frieden, Freiheit und Demokratie. Die USA stehen heute für Kalkül, militärische Macht und draufhauen mit aller Gewalt. Seit dem Beginn des „War on Terror“ sind, so das Eisenhower Research Project der Brown University, 225.000 Menschen durch den Krieg gestorben. Soldaten, ihre Gegner und Zivilisten. Auch diese Kosten wurden nicht berechnet, können nicht berechnet werden. Wie errechnet man Trauer für unschuldige Opfer, wie errechnet man Hass gegen die USA, wie errechnet man Rachegefühle gegen ein Land?

Die USA haben ihren „War on Terror“ verloren. Mit Saddam Hussein und Osama bin Laden sind ein paar bekannte Köpfe gerollt, doch von einer Befriedung der Regionen, von einer Befreiung, von einer Demokratisierung kann nicht die Rede sein. Und nun auch noch das, Amerika ist pleite. Wer jetzt noch von „Mission accomplished“ spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, träumt weiter von „God’s country“, von „the mighty, the greatest nation in the world“.

 

 

„It took Obama to catch Osama“

Immer mehr Informationen dringen vom Tod Osama Bin Ladens durch. Anfangs hieß es noch, der Terrorchef sei bewaffnet gewesen und habe Widerstand gegen den Zugriff der Navy Seals geleistet. Doch heute erklärte das Weiße Haus, der Al Qaida Chef sei unbewaffnet gewesen, habe sich jedoch einer Verhaftung widersetzt. Und das wirft neue Fragen auf: War es wirklich das Ziel der Amerikaner Osama Bin Laden lebend zu fassen?

Amerika am Tag danach     

Freude macht sich nicht breit

Osama bin Laden ist tot. Gestern Abend feierten das noch einige vor dem Weißen Haus in Washington und am Ground Zero in New York, doch so richtige Partystimmung will in den USA nicht aufkommen. Die Fernseh- und Radiokanäle berichten zum Thema, interviewen alle und jeden, die was zu sagen haben oder sagen wollen. Ehemalige Mitarbeiter aus Präsident George W. Bushs Administration, Verteidigungs- und Sicherheitsexperten und namhafte und zweifelhafte Reporter.

Doch irgendwie weiß keiner so recht, was man nun mit der Meldung anfangen soll. Klar, Osama bin Laden ist weg. Das ist erstmal gut. Doch was kommt nun, was nach ihm? War er eigentlich noch die zentrale Person im Terrornetzwerk? Der Tag danach zeigt vor allem eines, man weiß nicht viel vom vermeintlichen Gegner. Die Amerikaner zumindest sind sich nicht sicher, ob das nun ein Freudentag sein soll, oder aber im Rückblick der Beginn einer neuen Terrorwelle sein könnte. Hier einige Stimmen von den Straßen Oaklands:

Radiobeitrag Osama bin Laden     

Mission accomplished

Präsident Bush jagte ihn ganz in Wild West Manier: Die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 hatten die Amerikaner wahrlich im Mark getroffen. Fast seine zwei gesamten Amtszeiten verbrachte Bush damit, Osama bin Laden auf den Fersen zu bleiben, doch vergeblich:

Doch die Geduld hat sich nun ausgezahlt. Im zehnten Jahr nach den Anschlägen und acht Jahre auf den Tag genau nach George W. Bushs „Mission Accomplished“ Verkündigung, wurde der Al Qaida Boss von US Spezialkräften aufgespürt und erschossen.

Radiobeitrag zum Tod von bin Laden     

Präsident Barack Obama trat am Abend vor die Fernsehnation. Alle TV-Sender und Radiostationen unterbrachen ihre aktuellen Sendungen, um ins Weiße Haus umzuschalten. Zuvor hatte Obama schon mit Bill Clinton und George W. Bush telefoniert, um ihnen von der „guten“ Nachricht zu berichten. Die USA hoffen mit dem Schlag gegen den Kopf des Terrornetzwerks, die Organisation deutlich geschwächt zu haben. Doch erst einmal bleibt es bei der Hoffnung. Noch am Abend verkündete das „State Department“, aufgrund der Aktion in Pakistan müsse von einer erhöhten Anschlagsgefahr für alle Amerikaner im Ausland ausgegangen werden.

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