Dann werde ich mal Botschafter

Wer in Deutschland in den diplomatischen Dienst möchte, hat einen langen und schweren Weg vor sich. Der Einstellungstest für das Auswärtige Amt ist einer der schwierigsten überhaupt. Ein umfassendes Allgemeinwissen wird vorausgesetzt, dazu muß man mehrere Fremdsprachen können und bereit sein, alle paar Jahre umzuziehen. Und nicht nur in solche Orte wie New York, Paris und Tokio. Auch Ouagadougou, Antananarivo, Pjöngjang und weitere Zungenbrecher stehen auf den Versetzungslisten.

Die deutschen Diplomaten werden geschult und fachlich ausgebildet. In der Regel wissen sie, wie man sich auf diplomatischem Boden bewegen sollte. Anders ist das in den USA. Hier gibt es zwar auch ausgebildete Karrierediplomaten im „State Department“, doch die Anzahl nimmt ab. Immer mehr politische Kandidaten bekommen Jobs als Botschafter. Politisch heißt dabei nicht, dass sie eine große Ahnung von Land und Leuten, von Diplomatie und internationalen Zusammenhängen haben müssen. Ganz im Gegenteil, „political nominee“ bedeutet, dass der zukünftige Botschafter oder die angehende Botschafterin fleißig und ordentlich für den Wahlkampf eines Präsidenten gespendet hat.

Barack Obama war angetreten und hatte versprochen, mehr Karrierediplomaten ins Feld zu schicken. Nach acht Jahren George W. Bush sah er die Notwendigkeit, auf diplomatischen Grund einiges wieder gut zu machen. Doch Obama ließ den hehren Worten keine Taten folgen. Seine Vorgänger besetzten rund ein Drittel der amerikanischen Botschafterposten mit solchen „political nominees“. Damit bedankte man sich bei seiner Exzellenz für generöse Wahlkampfspenden. Unter Obama jedoch stieg diese Zahl an. Rund die Hälfte der offenen Botschafterposten wurden von ihm mit einstigen Geldgebern besetzt.

Na ja, man könnte darüber hinweg sehen, wenn diese Diplomaten fachlich auf der Höhe wären, aber die jüngsten Nominierungen zeigen, dass Obama eigentlich keinen Wert darauf legt, wer die USA im Ausland vertritt. Die Kandidaten für Buenos Aires, Reykjavík, Oslo und Budapest mußten in ihren Anhörungen vor dem Senat einräumen, dass sie noch nie in ihren zukünftigen Einsatzländern waren, auch nicht die Sprache sprechen und eigentlich auch nicht viel darüber wußten. Colleen Bell, eine Soap Opera Produzentin, die von Obama für Budapest vorgeschlagen wurde, konnte auf die Frage von Senator John McCain, was eigentlich die strategischen Ziele der USA dort seien, nur ein Gestammel antworten. Nach der Befragung twitterte McCain „You can’t make this up.“

Auch Hotel Manager George Tsunis, Kandidat für Norwegen, kam nicht besser weg. Auch nicht Fundraiser Noah Bryson Mamet, neuer Botschafter in Argentinien. Und auch nicht Robert Barber,  neuer Chef-Diplomat in Island. Alle haben neben ihren Unwissen noch eines gemeinsam, sie haben Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen von Dollar für Obamas Wahlkampf gesammelt. Der Präsident hat seit 2007 24 Botschafterposten an Männer und Frauen vergeben, die insgesamt fast 17 Millionen Dollar für ihn zusammen getragen haben. Der Großteil der Kauf-Botschafter wurde auf Positionen in West-Europa „entsandt“. Was sagt das eigentlich über die „guten, transatlantischen Beziehungen“ aus?

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„Hitler Youth“ in Norwegen

Wenn Glenn Beck wenigstens einen Kasten Beck’s geleert hätte, dann könnte man sagen, er quatscht nur Mist, der alte Suffkopp. Doch Beck trinkt keinen Alkohol, dafür belallt er seine Hörer in seiner „syndicated“ Radioshow mit allerlei Blödsinn, Verschwörungstheorien und Weltuntergangsszenarien. Der frühere FOXNews Moderator ist beliebt, weil er es schafft, die Welt in schwarz und weiß, in gut und böse zu trennen und das seinen Hörern – und lange Zeit auch seinen Zuschauern – in wirren Gedankensprüngen zu erklären. Die sind dankbar über den Analytiker Beck, der im Weißen Haus von Barack Obama eine Terroristenzelle von Al Quaida vermutet.

Wenn man Glenn Beck eine zeitlang zuhört, also regelmäßig sich auf diese Art des intellektuellen Masochismus einlässt, dann wird einem ganz schwummerig. Das tut manchmal richtig weh, ich bin mir sicher, wenn ich für Nasenbluten anfällig wäre, dann könnte ich mir das mit Beck nicht antun. Dass Beck in seiner Sicht der Dinge nicht auch noch Elfen, Trolle und fiese Unterweltsmonster zur Erklärung der Lage der Nation heranzieht, ist überraschend. Denn eigentlich ist Obama ja ein kommunistischer Kinderfresser, Hillary Clinton eine faschistische Gestapotante und Joe Biden sowieso schon lange auf Drogen.

Beck spinnt. Punkt. Um das zu belegen hier mal ein aktuelles Beispiel dieses vielgehörten Radiomoderators, der mehr als zwei Millionen „Fans“ auf seiner facebook Seite hat. Doch bevor jetzt jemand den vielbeliebten Allgemeinrundumschlag macht und erklärt, die Amerikaner spinnen sowieso, will ich mal ganz deutlich sagen, dass Glenn Beck ein Entertainer ist. Zwar ist er überzeugt von dem was er da sagt und er überzeugt auch seine ziemlich vielen Hörer mit seinen Verbalergüssen, doch Beck spricht nicht für die Allgemeinheit der USA. Sogar dem Murdoch Sender FOXNews wurden Becks Wahnvorstellungen etwas zu viel. Man trennte sich vor ein paar Monaten „im Einvernehmen“. Nun laberrhabarbert Beck sich tagtäglich durch seine „syndicated“ Radioshow, schreibt Bücher für eine Millionenleserschaft und hat darüberhinaus auch noch GBTV gegründet, ein Web based Fernsehprogramm.

Doch zurück zum aktuellen Beckschen Durchfall. Die tragischen Anschläge von Norwegen waren auch in den USA ein großes Thema. Natürlich wollte auch Glenn Beck dazu was sagen und verglich gleich mal das Jugendlager mit der Hitler Jugend: „Als die Dinge sich entwickelten und es eine Schießerei in einem politischen Camp gab, was für mich wie Hitler Jugend klingt… Wer macht schon ein Lager für Kinder, in dem es nur um Politik geht? Das ist beunruhigend.“ Beck hasst Linke und vergleicht Präsident Obama auch schon mal mit Adolf Hitler. Irgendwie alles das gleiche, Hitler war ja auch Sozialist. Von daher kommt dieser Vergleich nicht von ungefähr. Sozialdemokraten in Norwegen sind sicherlich im gleichen Fahrwasser wie Hitlers Nationalsozialisten. Hier ein Jugendlager der Regierungspartei, dort ein Lager der Hitler Jugend der Nazi-Partei. So argumentiert Beck, so hat er auch immer schön auf seiner Tafel in der FOXNews Sendung die Dinge erklärt. Ist logisch, nicht wahr! Hier die gestrige Sendung, der Vergleich mit der Hitler Jugend kommt nach 35 Sekunden.

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