Talkin‘ about a revolution

Bernie Sanders mischt sich weiter ein. Foto: Reuters.

In diesen Wochen und Monaten dreht sich die Berichterstattung aus den USA vor allem um Donald Trump. Seine Aus- und Einfälle, seine diplomatischen Fettnäpfchen und seine unzähligen, allmorgendlichen Tweets. Trump hat ohne Zweifel Amerika seit seiner Kandidatur verändert. Doch da ist noch ein anderer Politiker, der hinter den Kulissen das Land beeinflusst, der mit 13.7 Millionen Stimmen im Vorwahlkampf 2016 mehr Wähler für sich gewinnen konnte als Donald Trump bei seiner republikanischen Präsidentschaftsnominierung: Bernie Sanders.

Sanders reist seit der Wahl quer durchs Land, um seine Ideen eines liberalen Amerikas zu verbreiten. Sein Buch ist ein Bestseller geworden, seine gegründete Organisation „Our Revolution“ mischt sich in lokale Wahlkämpfe ein, Bernie Sanders legt schon jetzt die Grundlage für eine weitere Präsidentschaftskandidatur 2020. Große Chancen werden ihm nicht ausgerechnet, und doch, Sanders hat Amerika auf seine Weise verändert. Die Demokraten sind spürbar nach links gerutscht, vertreten heute viele der Grundforderungen von „Bernie“: Eine allgemeine Krankenversicherung, kostenfreie Bildung, Legalisierung von Marihuana, eine neue Steuerreform zugunsten von Geringverdienern und der vielumworbenenen „Middle Class“. In den jüngsten Vorwahlen sind etliche Kandidaten mit diesen Zielen angetreten und konnte sich durchsetzen. Die Revolution, die Bernie Sanders in seinem Wahlkampf ausgerufen hatte, findet statt. Langsam, aber stetig.

In den USA sind nach dem brutalen Wahlkampf und dem überraschenden Wahltriumph von Donald Trump viele Demokraten in eine Schockstarre gefallen. Das, was sich da nach acht Jahren Barack Obama ankündigte, wollte niemand wahrhaben. Lieber Augen zu und hoffen, dass der Alptraum bald vorbei sei. Nicht so Bernie Sanders, der erkannte, dass er mit seinem Millionenheer an engagierten Wählern, seinem Graswurzelwahlkampf, seiner Ablehnung des politischen Establishments durchaus eine Chance auf Veränderung in den USA hat. Der 76jährige kämpft und predigt den Amerikanern unermüdlich die Grundwerte Amerikas. Und das kommt an, wie die Verschiebung der Themen innerhalb der demokratischen Partei zeigt. 2018 ist ein wichtiges Wahljahr, danach beginnt der Vorwahlkampf für das Duell mit Donald Trump. Sanders ist gerüstet für die Schlacht gegen den selbstverliebten Donald Trump. Ganz sicher wird er ein Wörtchen mitzureden haben, wer am Ende bei den Demokraten in den Ring steigen wird…let’s talk about a revolution.