Friede auf Erden

Deutsche und britische Soldaten spielen an Weihnachten 1914 gemeinsam Fußbal.l

Deutsche und britische Soldaten spielen an Weihnachten 1914 gemeinsam zwischen den Schützengräben Fußball.

100 Jahre ist es nun her, als an einigen Abschnitten der Westfront die Waffen schwiegen. Soldaten beider Seiten feierten gemeinsam Weihnachten, sangen zusammen und spielten Fußball. Dieses Weihnachtswunder ging in die Geschichtsbücher ein, es passierte nur einmal. Die Generäle verboten in den Folgejahren solch einen Austausch. Ein Feind ist ein Feind ist ein Feind.

An Weihnachten wird immer wieder an den Weltfrieden erinnert. Politiker und Kirchenvertreter appellieren in Fernsehansprachen und von der Kanzel an die Menschen, das neue Jahr anders anzugehen. Der Papst spricht seinen Segen „Urbi et Orbi“. Irgendwie jedoch bringen all die schönen Worte nicht viel. Politiker entscheiden über Kriege oder legen die Grundlage für ein nicht gerade friedliches Miteinander. Auch im kommenden Jahr. Da hilft auch keine Weihnachtsmusik an allen Ecken, kein romantischer Kerzenschein am Weihnachtsbaum, keine Umarmungen und Spenden für Notleidende. Die stille Nacht will einfach nicht kommen. Irgendwie macht man sich da was vor, dass es an Weihnachten friedlich ist und sein wird, dass an Weihnachten die Uhren auf Null gedreht werden, ein neues, ein friedlicheres Jahr beginnt.

Es herrschen Kriege, Hungersnöte, Elend und Not in aller Welt. Und selbst auf der lokalen Ebene verändert sich nichts. In Oakland gab es gleich mehrere Schießereien am Weihnachtstag. Einfach so, wahrscheinlich gerade weil Weihnachten war. Randalierende Protestler zerstörten Ladenfenster, klauten Gegenstände und beschmierten Wände, beschädigten sogar den großen Weihnachtsbaum am Jack-London-Square. Das alles bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt in den USA.

Frieden ist so ein abgenudeltes Wort in diesen Tagen. Vielleicht sollte man sich an das erinnern, was da vor 100 Jahren zwischen den Schützengräben der Deutschen und Engländer passierte. Wenn man das schafft, auf  seinen „Feind“ zuzugehen, dann kann man von einer gelebten Weihnachtsbotschaft sprechen, von einem Frieden, auch wenn er nur kurz hält. Doch es liegt ja an jedem einzelnen zu entscheiden, wie lange er einen Feind als Feind sieht, einen Fremden als Fremden. „Merry Christmas And A Happy New Year“ aus Kalifornien.

Rush Limbaugh ist Gott

Der selbsternannte Alleswisser, Alleskönner und Gutmensch Rush Limbaugh hat mal wieder seinen Senf dazu gegeben. Rush Limbaugh ist eigentlich ein Radiomoderator, ja, man muß im zugestehen, er ist ein Talk Radio Pionier. Limbaugh hat die amerikanische Radiolandschaft revolutioniert. Seine täglichen Sendungen werden auf rund 500 Stationen im ganzen Land ausgestrahlt. Rush Limbaughs Verbalergüsse sind für viele Amerikaner der Ersatz für seriöse Nachrichtensendungen. In einer Umfrage wurde er sogar als die „vertrauensvollste Person im Nachrichtengeschäft“ bewertet.

Das Talk Radio Format gibt vor, dass es provokant und „edgy“ sein kann und nicht so ganz nah dran an den Tatsachen sein muß. Daran hält sich Rush Limbaugh Tag für Tag. Vor einigen Jahren wetterte der erklärte American Football Spezialist gegen Fußball. Limbaugh erklärte, Fußball führe zu erheblichen Kopfverletzungen bei Kindern, die anschließend „dumm wie Stroh“ seien. Frauenfußball ist für ihn eine Ausgeburt des liberal-feministischen Amerikas. Feministinnen bezeichnet er gerne als „Feminazis“. Sowieso hält er nicht viel von staatlich geförderter Gleichberechtigung, von Umweltschutz, von Sozialprogrammen. Die Todesstrafe sei nur dann „brutal, wenn sie in der letzten Minute verhindert wird“. Rush Limbaugh kann zu allem was sagen, zu allem seinen Kommentar dazugeben. Bei Millionen von täglichen Zuhörern, bewerten einige ihn sogar als den wahren Vorsitzenden der republikanischen Partei.

Kein Wunder, dass er Barack Obama von Anfang an bekämpfte, nein, er verhehlte seinen Hass gegen den Jungsenator aus Illinois zu keiner Zeit. Obama ist in Limbaughs Tiraden mal Sozialist, mal Nationalsozialist, dann wieder Marxist oder Islamist…man denke an Obamas Zweitnamen Hussein. Die Gesundheitsreform des Präsidenten ist laut Limbaugh direkt in Moskau geschrieben worden.

Und nun schießt sich der in vierter Ehe verheiratete Radiomann auf Papst Franziskus ein. Dessen jüngste Erklärungen seien „purer Marxismus“. Der Argentinier habe keine Ahnung von dem, was er da von sich gebe. Einer müsse es dem Oberkirchenmann ja sagen. Limbaugh vermutet, dass dem Papst dieses Sendschreiben von einflußreichen Kräften zugespielt wurde. Denn wie sonst könnte man sich ernsthaft gegen die Wohltaten des Kapitalismus wenden. Rush Limbaugh muß ja wissen, wovon er redet. 2008 unterschrieb er einen neuen, acht Jahre laufenden Vertrag für seine „syndicated“ Talkshow, der ihm 400 Millionen Dollar garantierte. Darauf kann man sich schon mal eine gute Zigarre anstecken.

„Boots on the ground“ in Syrien

Man will reden, man will den diplomatischen Weg gehen. Doch dabei geht es einzig und allein um einen Luftangriff gegen militärische Einrichtungen des Assad-Regimes, als Bestrafung für den Giftgaseinsatz. Unterdessen hat die CIA mit der Auslieferung von Waffen, Fahrzeugen, Kommunikationstechnologie und medizinischen Versorgungsgütern an die syrischen Rebellen begonnen. Klar ist, Amerika hat sich positioniert und greift ein. Greift massiv ein. Da kann Putin noch so viel behaupten, die UN, der Papst und Guido Westerwelle weiter warnen, die USA haben ihren neuen Krieg. Und der wird nun eskalieren. Man kann davon ausgehen, dass die USA nicht nur, wie öffentlich behauptet wird, leichte Schußwaffen liefern werden. Was ist in den Vereinigten Staaten schon eine „leichte Schußwaffe“? Amerika will eine Entscheidung herbei zwingen.

Schon jetzt sind in Jordanien und in der Türkei amerikanische Militärberater und Ausbilder vor Ort, die die Rebellen für den Kampf in Syrien schulen. Und auch damals, kurz nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 waren Special Forces schon in Afghanistan und später auch im Irak, lange vor dem Einmarsch einer Truppe, und auch vor den Bombardements gegen Stellungen der Taliban und Saddam Husseins. Die Spezialeinheiten des amerikanischen Militärs und der CIA sind auch in Syrien vor Ort, klären auf, sammeln Informationen, unterstützen mit Know-How den Widerstand gegen die Assad Regierung. Die berechtigte Frage in Deutschland sollte deshalb sein, ob, wie damals in Afghanistan, auch Spezialkräfte der Bundeswehr und des Nachrichtendienstes in Syrien sind, um ihre amerikanischen Kollegen zu unterstützen?

Nun wird also auch noch geliefert, mit etwas Verzögerung, denn bereits im April kündigte US Außenminister John Kerry an, innerhalb „weniger Wochen“ Materialien zu schicken. Damals war aber die Rede von „nonlethal material“, also ausdrücklich keine Waffen. Das scheint vergessen zu sein.  Der Krieg in Syrien erreicht mit den amerikanischen „Shipments“ eine neue Dimension. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Situation auf dem syrischen Boden außer Kontrolle gerät.

Fernsehpredigerpannemann

Man kann dem Papst ja vorwerfen, was man will, aber er bleibt standhaft. Er steht für die katholische Kirche wie ein Fels in der Brandung. Das muß man schon ehrlich zugeben, egal, wie man nun die Dinge sieht, die da so vehement verteidigt werden.

Anders ist das in den USA. Hier wird das „christliche“ Weltbild vor allem von Fernsehpredigern bestimmt, die tagein tagaus ihre Zuschauergemeinde beschallen, erleuchten, wegen ein paar Dollar anhauen und ihnen dabei vor allem vom Übel der Welt berichten. Da geht es durchaus auch politisch zu. Schwule, Homoehe, Obama und Demokraten sind verantwortlich für Terror, Lug und Trug und alles was einen in den Schoß von Satan bringt.

Pat Robertson, seines Zeichens Aushängeschild der Fernsehprediger und Boss des Christian Broadcasting Networks, meldet sich immer über seinen „700 Club“ zu Wort. Dabei gibt er Tipps, wie ein Christ im täglichen Leben zurecht kommen kann. Sei es beim Sport, beim Essen, beim Sex, bei der Geldanlage, beim Beten….Pat Robertson weiß zu allem die passende Antwort für den fleißigen „700 Club“ Zuschauer. Seine Popularität war sogar mal so groß, dass Robertson ernsthaft fürs Weiße Haus kandidierte.

Auf die Email eines besorgten Christen, wie man damit umgehen soll, wenn der Partner mit Alzheimer diagnostiziert werde, meinte Pat der Bibelverdreher nun, dass Scheidung in so einem Fall durchaus vertretbar sei, denn diese Krankheit sei „eine Art Tod“ und das Gebot besage ja, „bis der Tod euch scheidet“. „Ich weiß es klingt brutal, aber wenn er (der Email Schreiber) etwas machen will, dann sollte er sich scheiden lassen und ganz neu anfangen. Aber er sollte sicher gehen, dass für seine Frau gesorgt ist und jemand sich um sie kümmert.“

Ganz neue Töne für diesen Seelenfänger, denn ansonsten ist Pat Robertson für die Ehe….natürlich nur die Ehe zwischen Mann und Frau…aber, in so einem Fall von Alzheimer, da kann Jesus auch nicht böse sein, ist Scheidung doch wohl das richtige. Wer will das schon mitansehen, das kann man doch nicht erwarten, schon gar nicht von einem gläubigen Christen? Warum fällt mir da gerade Obelix etwas abgewandelt ein: „Die spinnen ja, die Fernsehprediger“.