Fernsehpredigerpannemann

Man kann dem Papst ja vorwerfen, was man will, aber er bleibt standhaft. Er steht für die katholische Kirche wie ein Fels in der Brandung. Das muß man schon ehrlich zugeben, egal, wie man nun die Dinge sieht, die da so vehement verteidigt werden.

Anders ist das in den USA. Hier wird das „christliche“ Weltbild vor allem von Fernsehpredigern bestimmt, die tagein tagaus ihre Zuschauergemeinde beschallen, erleuchten, wegen ein paar Dollar anhauen und ihnen dabei vor allem vom Übel der Welt berichten. Da geht es durchaus auch politisch zu. Schwule, Homoehe, Obama und Demokraten sind verantwortlich für Terror, Lug und Trug und alles was einen in den Schoß von Satan bringt.

Pat Robertson, seines Zeichens Aushängeschild der Fernsehprediger und Boss des Christian Broadcasting Networks, meldet sich immer über seinen „700 Club“ zu Wort. Dabei gibt er Tipps, wie ein Christ im täglichen Leben zurecht kommen kann. Sei es beim Sport, beim Essen, beim Sex, bei der Geldanlage, beim Beten….Pat Robertson weiß zu allem die passende Antwort für den fleißigen „700 Club“ Zuschauer. Seine Popularität war sogar mal so groß, dass Robertson ernsthaft fürs Weiße Haus kandidierte.

Auf die Email eines besorgten Christen, wie man damit umgehen soll, wenn der Partner mit Alzheimer diagnostiziert werde, meinte Pat der Bibelverdreher nun, dass Scheidung in so einem Fall durchaus vertretbar sei, denn diese Krankheit sei „eine Art Tod“ und das Gebot besage ja, „bis der Tod euch scheidet“. „Ich weiß es klingt brutal, aber wenn er (der Email Schreiber) etwas machen will, dann sollte er sich scheiden lassen und ganz neu anfangen. Aber er sollte sicher gehen, dass für seine Frau gesorgt ist und jemand sich um sie kümmert.“

Ganz neue Töne für diesen Seelenfänger, denn ansonsten ist Pat Robertson für die Ehe….natürlich nur die Ehe zwischen Mann und Frau…aber, in so einem Fall von Alzheimer, da kann Jesus auch nicht böse sein, ist Scheidung doch wohl das richtige. Wer will das schon mitansehen, das kann man doch nicht erwarten, schon gar nicht von einem gläubigen Christen? Warum fällt mir da gerade Obelix etwas abgewandelt ein: „Die spinnen ja, die Fernsehprediger“.

Hass und Haiti

Pat RobertsonRush Limbaugh ist ein Döskopp und Pat Robertson eine absolute Pappnase. Diese zwei Quatschköpfe haben in dieser Woche wirklich den Vogel abgeschossen. Der verbohrte und extrem nervige Fernsehprediger Robertson hatte das Erdbeben in Haiti damit erklärt, dass die Menschen dort sich dem Voodoo Glauben zugewandt hatten und wer einen Pakt mit dem Teufel eingehe, der brauche sich über die Strafe Gottes nicht zu wundern. Auch eine Erklärung, die sicherlich sehr hilfreich in dieser Situation ist. Wenn Robertson so ein seniler, alter Prediger wäre, der nur nachts, wie so viele andere, die schlaflosen Amerikaner belabert, dann wäre das kein Ding. Doch Pat Robertson hat ein richtiges Fernsehimperium mit seinem „Christian Broadcasting Network“ und seinem „700 Club“ aufgebaut. Und als ehemaliger Präsidentschaftsanwärter hat er grossen Einfluss auf die religiöse Rechte und die Diskussion um Moralvorstellungen in den USA.

Rush LimbaughAber so richtig genervt hat in dieser Woche vor allem Rush Limbaugh, der bekannteste und erfolgreichste Radio Moderator, der Tag für Tag auf rund 500 Stationen die Amerikaner gegen Barack Obama aufpeitscht. Limbaugh ist ein Hassprediger, der in seiner Sendung behauptete, Präsident Obama würde die Katastrophe in Haiti nur für die eigenen politischen Ziele nutzen. Er wolle sich mit seiner schnellen und massiven Hilfe für die Erdbebenopfer nur bei den „leicht farbigen und dunkelhäutigen“ Amerikanern einschmeicheln. Auch wendete er sich gegen jegliche Spenden, denn man „zahle ja über die Einkommenssteuer“ für die Hilfsmassnahmen. Limbaugh ist ein Quasselkaspar, der seinen Hass auf diesen Präsidenten überhaupt nicht versteckt. Das Problem ist, dass dieser selbstverliebte Verbalschläger grossen Einfluss auf die republikanische Partei hat und als Gradmesser der Konservativen im Land gesehen werden muss. Rush Limbaugh kann fast eigenhändig einen Kandidaten ins Amt heben oder ihn total zerstören. An ihm kommt Amerika derzeit nicht vorbei.