¡Adiós! El Niño

Hier deutlich zu sehen, der Temperaturunterschied im Wasser von El Niño und El Niña.

Hier deutlich zu sehen, der Temperaturunterschied im Wasser am Äquator von El Niño und El Niña.

Die kalifornische Erde hat Durst. Richtig Durst nach Regen und Schnee. Doch seit drei Jahren schon passiert in Kalifornien nicht viel in Sachen Niederschlag. Die Reservoirs, Seen, Flüsse, Bäche trocknen aus, der Grundwasserspiegel sinkt. Anfang des Jahres verkündeten die Metereologen, dass ein Ende bald in Sicht sei. Im Mai noch meinten sie, El Niño werde zur Jahreswende richtig Dampf machen und Regen, Regen, Regen bringen. Die Wahrscheinlichkeit für das Wetterphänomen El Niño liege bei 90 Prozent. Die Zeichen standen gut, denn Messungen ergaben, das Wasser im Pazifik erwärmte sich deutlich. Die Energie, die dabei entsteht, bestimmt in der Folgezeit das Weltwetter und wird für feuchte Verhältnisse in Kalifornien verantwortlich gemacht. Zwischen San Diego und Eureka begann man schon zu jubeln.

Doch damit wird es wohl nichts. Ende August lag die Wahrscheinlichkeit für eine gewaltige Regenserie nur noch bei 60 Prozent, und es heißt nun, wenn überhaupt, dann werde El Niño gerade mal ein El Niñchen werden. Bisschen Regen ja, aber eine große Entlastung für die dürstende Land- und Forstwirtschaft, für die Gärten und die Golfplätze im Sonnenstaat werde es wohl nicht geben. Plan B gibt es nicht, also wird weiter gehofft, dass Petrus doch noch ein einsehen hat und zumindest ein paar gewaltige Regenwolken an die Pazifikküste schickt.

Keine Panik, es kommt nur „etwas“ Strahlung

Am 11. März 2011 bebte vor Japan die Erde. Das Ergebnis ist bekannt, die Nuklerakatastrophe von Fukushima ist nach Tschernobyl die bislang größte. Nicht alleine das 9.0 Beben war ein Schocker, vor allem der anschließende Tsunami hob alles in seinem Weg aus den Angeln und setze das Atomkraftwerk und all seine Sicherheitsvorrichtungen unter Wasser. Das gesamte Ausmaß des Super GAUs ist noch lange nicht bekannt.

Vor einem Jahr trieben erste Boote, Holzlatten, Türen und allerlei Kram vor der amerikanischen Westküste. Schnell erkannte man, dass das nicht einfach Müll war, sondern dass diese Dinge vom Tsunami vor Japan ins Meer gerissen wurden. Ein Jahr trieben sie westwärts, um dann an Stränden in Kalifornien, Oregon und Washington State angespült zu werden.

Und nun heißt es, auch die Strahlung aus dem AKW Fukushima erreiche so langsam die Küste der USA. Aber man solle sich nicht aufregen oder sorgen, die Strahlung sei „niedrig“. Keine Gefahr für Mensch und Umwelt. Das zumindest sagen Wissenschaftler, die aber im nächsten Satz erwähnen, dass sie eigentlich kein Geld für Wassertests haben. Washington zumindest stellt keine Finanzen für zusätliche Untersuchungen in den verschiedenen Küstenregionen bereit. Ist ja alles nicht so schlimm, die Strahlung wird durch das Salzwasser und die große Entfernung bestimmt toootal verdünnt an „Baker Beach“, „Ocean Beach“, „Stinson Beach“ oder „Point Reyes“ ankommen. Keine Gefahr. Das sagten sie ja damals 1986 auch, als die Brennstäbe in Tschernobyl an zu dampfen fingen. Nur Pilze sollte man nicht essen. Und auch keine Waldbeeren. Frischmilch wäre gerade auch nicht so gut. Ach ja, die Kinder sollten auch nicht im Sandkasten spielen, bis der Sand ausgewechselt wird. Das bißchen Strahlung ist doch nicht so schlimm. Alles klar auf der Andrea Doria.

The Return Of El Niño

Wird es ein El Niño oder eine La Niña? Darüber rätseln derzeit noch die Wissenschaftler. Klar ist nur, es braut sich was zusammen in der Mitte des pazifischen Ozeans. In mehreren Hundert Metern Tiefe sind erste Anzeichen eines El Niño zu erkennen. Das hätte für die USA durchaus positive Auswirkungen, gerade für die unter extremen Wetterbedingungen leidenden Landstriche. Ein El Niño würde weitaus mehr Regen für den von Wasserknappheit betoffenen amerikanischen Südwesten bedeuten, weniger Hurricanes im Atlantik und wärmere Winter und damit weniger Schnee und Eis im Nordwesten der USA.

Klingt alles positiv, nicht wahr? Allerdings müsste El Niño schon im richtigen Gewand daher kommen, denn wenn es wieder so einer wie 97/98 wird, könnte das massive Ausfälle für die Ernten bedeuten. Drei Milliarden Dollar kostete damals El Niños Umtrieb allein in den USA. Denn nach dem vielen Regen steht ein extremer Sommer mit Rekordtemperaturen an. Auch weltweit hat das Wetterphänomen Auswirkungen. Hitze und Dürre sind damit verbunden, Ernten in vielen Teilen der Welt werden mit einem massiven Einzug von El Niño verloren gehen.

Auch ist noch nicht klar, ob das, was sich da mitten im Ozean entwickelt, nicht auch eine La Niña sein könnte, ein Kältefront. Und dann ist da auch noch die Möglichkeit, dass gar nichts passiert. Auf jeden Fall wollen die Wissenschaftler das ganze nun genauer beobachten, in Sachen Wetter und Wettervorhersage wird es nicht langweilig in diesen Tagen.

Atomkraft Ja, Bitte!

Die Atomstromdiskussion, die es in Deutschland gibt, geht den Amerikanern am Allerwertesten vorbei. Aus allen politischen Lagern ist zu hören, dass die Nuklearenergiegewinnung ein wichtiger Teil für das Energiekonzept Amerikas ist und bleiben wird. Ausserdem, so wird immer wieder betont, seien die US Kraftwerke sicher.

Doch auch hier gibt es Pannen. Im Erdbebengebiet Kalifornien stehen gleich mehrere Atomkraftwerke, direkt am Pazifikstrand. 1968 wurde mit dem Bau des Kraftwerks Diablo Canyon, unweit von San Luis Obispo, begonnen. Der Standort wurde für sicher befunden. 1973, kurz nach Fertigstellung, entdeckte man eine neue Erdspalte nur wenige Meilen von Diablo Canyon entfernt. Daraufhin unternahm man zusätzliche Baumaßnahmen, um das Kraftwerk vor Erdbeben bis zur Stärke von 7,5 auf der Richterskala zu schützen.

Aber von sicher kann man auch hier nicht sprechen. Erst 2009 mußte man eingestehen, dass Techniker bei Reparaturabeiten Ventile verschlossen hatten, die im Falle einer Reaktorüberhitzung sich nicht hätten öffnen lassen. Heraus kam diese Panne nach 18 (!) Monaten, als bei Routinetests der Fehler im System entdeckt wurde. Der Betreiber PG&E erklärte später, das Problem sei eigentlich keines gewesen, denn die Ingenieure hätten im Ernstfall die Ventile auch noch manuell öffnen können. Beruhigend, noch bis 2025 soll Diablo Canyon am Netz bleiben.

Könnte es hier passieren?

In den USA stehen 104 Atomkraftwerke. Alle wurden 1974 oder davor gebaut. Ein paar neue sollen dazu kommen, doch fraglich ist, ob das nun durchgesetzt werden kann. Republikaner und Demokraten sind sich eigentlich einig darüber, dass die Atomkraft ein Teil der alternativen Energiegewinnung ist und auf die langfristig gebaut werden sollte. Die GOP fordert schon lange, den Weg für neue Bauprojekte freizumachen, und auch Präsident Obama sieht die Nukleartechnik als zukunftsweisend.

Der deutsche Botschafter in Washington, Klaus Scharioth, widersprach dem letzte Woche bei einem Vortrag in San Francisco. Scharioth meinte, in Deutschland setze man auf regenerierbare Quellen, Solar, Wind und Biomasse. Die Energiegewinnung aus der Atomkraft sei in Deutschland langfristig nicht zu halten. Ein paar Tage später, werden die Gäste des Vortrags an die Worte des deutschen Diplomaten gedacht haben. Die Katastrophe in Japan hat die ganze Diskussion über das für und wider der Atomkraft neu angeheizt. Ist die Technik beherrschbar, können Kraftwerke sicher sein?

Amerikanische Patrioten erklären, die US Technik sei die beste der Welt. Und es gäbe keine absolute Sicherheit. Das ist nicht gerade beruhigend, Japan ist auch kein Entwicklungsland in Sachen Technik. Hinzu kommen die Standorte der Atomkraftwerke in den USA. Auf dem Photo sieht man das Kraftwerk in San Onofre, südlich von Los Angeles, direkt am Pazifikstrand gelegen. Erdbeben und auch Tsunami Wellen sind hier mehr als denkbar. Bei einem Unfall wären Millionen von Menschen von Los Angeles bis San Diego betroffen.

Die Atom-Lobby in den USA hat nach dem Wochenende einen sehr schwierigen Stand, die Öffentlichkeit für neue Kraftwerke zu begeistern, ja, die bestehenden AKWs am Netz zu halten. Doch was in den USA leider fehlt, ist eine breite Diskussion über Energiesparmaßnahmen. Man kann nur hoffen, dass nun ein längst fälliges Umdenken auch hier stattfindet und man nicht länger auf Sprechblasentrommler wie Sarah Palin hört, die nach „Drill, Baby, Drill“ und Atomkraft schreien.

Auffahrunfall auf offener See

WalEin nicht gerade alltägliches Bild lieferte ein Containerschiff, das heute morgen in den Hafen von Oakland einfuhr. Irgendwo auf offener See stieß der Schiffsriese mit einem Wal zusammen. Der tote Meeressäuger sank jedoch nicht, sondern wurde auf dem Bug des Schiffes mitgeschleift, bis zum Andocken im Hafen. Die Küstenwache und der „National Marine Fisheries Service“ wurden alarmiert, um den mehr als acht Meter langen Wal loszumachen.

Ölpest vor Kalifornien?

MontebelloEs könnte passieren. Ölteppiche vor der kalifornischen Küste. Und die derzeitige Gefahr kommt nicht so sehr von den Bohrinseln in der Nähe von Santa Barbara. vielmehr von einem gesunkenen Tanker. Die „Montebello“ wurde am 23. Dezember 1941, 16 Tage nach dem Angriff auf Pearl Harbor vor der Küste Kaliforniens von einem japanischen U-Boot torpediert und sank. Seitdem liegt sie auf dem Meeresboden mit ihrer Ladung von rund 8 Millionen Liter Rohöl. Eine Tauchmission Mitte der 90er Jahre ergab, dass das Schiff fast unbeschadet und im ganzen in rund 300 Metern Tiefe ruht. Doch nun macht man sich Sorgen darüber, was genau aus dem Öl geworden ist. Eine neue Expedition soll klären, inwieweit die Tanks des über 70 Jahre alten Schiffes noch sicher sind und was getan werden kann, um eine Ölkatastrophe vor der kalifornischen Küste zwischen Monterey und San Luis Obispo zu verhindern.

Vom Rauchen und Trinken

Auch in der Schweiz gibt es seit Anfang Mai strenge Nichtrauchergesetze. Nicht nur in Bayern soll der blaue Dunst der erfrischenden Kneipenbrise weichen. Doch das ist nichts neues in San Francisco und Kalifornien, hier darf man schon seit Jahren auch als Nichtraucher wieder tief in den Bars durchatmen.

San Francisco ist die Partnerstadt von Zürich, natürlich wollte man dort genauer wissen, was sich an der Pazifikküste tut. Die Meldung, dass nun auch Colaautomaten aus Gesundheitsgründen geleert werden, stieß auf grosses Interesse.

Hier dazu ein Audiobeitrag: Colaverbot auf Radio 24

du-du, du-Du, Du-Du…

Great White beim Wellenreiten…so ging doch in etwa die bekannte Melodie aus dem „Weissen Hai“. Es ist mal wieder so weit, die weissen Haie sind auf Partnersuche und treiben sich vor der Küste Kaliforniens rum. Der „National Park Service“ hat erneut die jährliche Warnung rausgegeben.  Das Rumgebalze im Salzwasser macht hungrig und die Jagd auf Seelöwen hat damit auch begonnen. Nur zu dumm, dass Haie immer mal wieder Surfbretter für leckerschmecker Seehunde halten.

Jedes Jahr werden Surfer und auch Schwimmer an bestimmten Stränden angegriffen. Gerade die Santa Barbara/Ventura  und die Point Reyes/Stinson Beach Gegenden sind beliebte Jagdreviere für die weissen Haie. Jeden Sommer kommt es in den Gegenden zur Schliessung ganzer Strände, wenn mal wieder ein Hai jemanden angegriffen oder angeknabbert hat. Das liegt an den vorliegenden Inselgruppen. Im Süden die Channel Islands, im Norden die Farallon Islands. Dort tummeln sich die „Great Whites“ vor allem rum. Und manchmal zieht es sie eben auch für einen Imbiss in die seichteren Gewässer Richtung Strand.

Deutsch im Nordwesten

Ich bin gerade in Seattle. In den letzten Tagen ging es an verschiedenen Universitäten in der Region und an den Deutschprogrammen dort um die deutsche Musikszene. Habe ausgeholt und den Bogen von den Anfängen in den 60er Jahren bis heute gespannt.

Das Interesse war und ist da. Was mich vor allem freute, der Grossteil der Professoren und Studenten kennt sich gut aus und kam auch mit gezielten Fragen. Ich bin begeistert, denn mit Musik lassen sich kulturelle Brücken schlagen.

Immer wieder wurde nach Peter Fox gefragt, der zwar in den USA nicht veröffentlicht ist, aber seine Songs sind dennoch bekannt.
Und natürlich Rammstein, hier warten schon einige auf die anstehende US und Kanada Tournee im Herbst.
Heute geht es noch an eine Uni in Tacoma, am späten Nachmittag fliege ich dann zurück nach Oakland.