Keine Drohnen mehr für die Jagd

Das schöne Alaska. Die Weite, die unberührte Natur, die Nachbarschaft zu Russland. Kein Wunder, dass sich Sarah Palin hier sauwohl fühlt. Kaum Verkehr, kein Lärm, eine Landschaft, wie Gott sie geschaffen hat. Nur da summt etwas. Hoch oben über den Wipfeln. Eine Drohne sucht den Wald ab, ob nicht hier oder da, ein Hirsch oder eine Elchkuh grast. Gesteuert wird das Flugobjekt von Jägern, die im Trockenen sitzen und so auf die Jagd gehen. Nein, sie lassen (noch) keine Bombe fallen, um den Wild zu erlegen, sie wollen nur Informationen aus der Luft einholen, um zu wissen, wohin sie dann ziehen müssen. Manchmal wird die Drohne auch direkt zum Jagen eingesetzt, sie treibt das Tier direkt vor die Flinte der Jäger. Ist ja auch saukalt in Alaska, man will sich ja nichts abfrieren und unnötig aus der warmen Stube oder dem Campingbus raus müssen.

Doch damit ist bald Schluß. Die Aufsichtsbehörde fürs Jagen in Alaska hat nun beschlossen, dass man in Zukunft keine Drohnen mehr bei der Jagd zum Einsatz bringen darf. Nun läuft den flugunterstützten Jägern die Zeit weg, denn ab 1. Juli könnte dieses neue Gesetz in Kraft treten, falls das Parlament zustimmt. Und Alaska ist nicht der einzige Bundesstaat, in dem die Drohnenjagd noch erlaubt ist. Auch in Colorado versuchen einige Kommunen diese Form des „Huntings“ mit lokalen Gesetzen zu unterbinden.

Allerdings gibt es auch die andere Seite. Die Tierschutzorganisation PETA hatte in Illinois ein Programm mit dem Namen „PETA’s Air Angels“, ein Drohnenprogramm, das aus der Luft die blutigen Aktivitäten von Jägern überwachte. Die allerdings haben Drohnenjagd ganz anders ausgelegt und auf die teuren fliegenden Kameras geschossen. Ein Gericht in Illinois hat nun entschieden, dass diese Luftüberwachung durch PETA illegal sei und die Privatsphäre von Jägern verletze. PETA hat bereits Einspruch erhoben.

 

Leiden für die Medizin

Die University of California San Francisco, UCSF, ist weltweit für ihre medizinische Forschung bekannt. Nobelpreisträger forschen und lehren hier, wer an Krebs oder AIDS erkrankt ist versucht hier betreut zu werden, denn die Spezialisten der UCSF haben den Ruf ein gutes Händchen in der Behandlung von Patienten zu haben. Das Krankenhaus wird jedes Jahr als eines der besten in den USA eingestuft.

Und doch, wenn es um den Tierschutz geht, da scheinen die Götter in Weiß es nicht so genau zu nehmen. Einem Bericht des US Landwirtschaftsministeriums zufolge, der nun als Grundlage für einen investigativen Artikel des San Francisco Chronicles geführt hat, fallen die Forschungslabors der UCSF immer wieder durch dramatische Verletzungen des Tierschutzes und durch Tierquälerei auf. Hier am Golden Gate versuchen Wissenschaftler im Namen der Forschung und des medizinischen Fortschritts in etlichen Bereichen durch den Tierversuch Erfolge zu erzielen. Dafür wurden allein im vergangenen Jahr rund 800.000 Nagetiere, Fische, Amphibien und Reptilien an der UCSF „genutzt“. Das sind 85 Prozent der „verbrauchten“ Tiere. Hinzu kamen 98 Affen, 162 Vögel und 467 Hasen.

Doch bei all dem Grauen dieser Tierversuche, haben es die UCSF Wissenschaftler noch nicht einmal geschafft, die Versorgung der Tiere zu garantieren. Mäuse verdursteten, ein Affe verhungerte fast, zahlreichen Tieren wurden nach Operationen im Namen der Wissenschaft keinerlei Schmerzmittel verabreicht, die Qualen etlicher Wühlmäuse wurden nach der Behandlung nicht einmal von den Laboranten notiert. Sie starben für nichts. Einem Rhesusaffen wurde ein Implantat zur Erforschung der Parkinson Erkrankung in die Schädeldecke eingepflanzt. Nach sieben Monaten wurde es entfernt, einige Schrauben blieben allerdings, wie es anscheinend üblich ist, im Kopf zurück. Doch der Affe wurde lethargisch, die Wunde wollte nicht heilen, auch weil „Petra“, wie Tierschützer den Rhesusaffen nach Bekanntwerden des Falles nannten, immer wieder an der gleichen Stelle kratzte. Schließlich wurde sie erneut operiert, die Schrauben entfernt, doch die Wunde heilte nicht. Erst nach zwei Jahren stellte man fest, dass ein Stück Acryl vom Implantat im Kopf zurück gelassen worden war, was die Schmerzen und die offene Wunde auf dem Kopf von Petra verursachte. Sie wurde schließlich eingeschläfert, doch die sichtlich gestresste und unter Schmerzen leidende Affendame blieb bis zu ihrem Tod Teil des 2,1 Millionen Dollar teuren Forschungsprojektes, das vom „National Institute of Health“ finanziert worden war.

Bereits 2005 mußte UCSF 92,500 Dollar Strafe für Verstöße gegen die Tierhaltung in den Jahren 2001 – 2003 bezahlen.  Tierschützer bewerten solche Strafen als lächerlich, gerade dann, wenn es um Forschungsaufträge in Millionenhöhe geht. UCSF muß sich derzeit erklären, wie es dazu kommen konnte, dass die für den Tierversuch ausgewählten Tiere in den Käfigen der Labors „nicht artgerecht versorgt werden“ (!).