Pfefferspray am „Black Friday“

Da hat wohl eine Frau zu viel youtube Videos geschaut und sich ein paar Tipps vom Polizeieinsatz an der UC Davis geholt. Am „Black Friday“, dem wichtigsten Verkaufstag des amerikanischen Einzelhandels, der nun schon in den späten Stunden des Thanksgiving Donnerstags beginnt, hat eine noch Unbekannte einen Wühltisch mal etwas anders verteidigt. Geschrei ja. Geschiebe ja. Gespritze….das ist was neues.

Um 22.20 Uhr Ortszeit zog sie ein Pfefferspray aus der Tasche und sprühte um sich. 20 fanatische Shopper mußten daraufhin ärztlich behandelt werden, doch das hielt niemanden vom Kaufrausch auf. Der WalMart Laden im Großraum Los Angeles, in dem sich der Zwischenfall ereignete, sah keinen Einlaß den Auftrieb zu beenden. Die Polizei hatte sogar Schwierigkeiten bei all dem Getrampel und Geschiebe überhaupt Ermittlungen vor Ort aufzunehmen.

Seitdem ich in den USA lebe, habe ich es mir einmal angetan, am „Black Friday“ in die Stadt zu fahren. Ich dachte echt, als Nürnberger mit Christkindlsmarkterfahrung und als ehemaliger Rolltreppenwärter zur Weihnachtszeit im Karstadt (was man nicht alles während der Studienzeit macht!), bei dem reihenweise die Dinger stehenblieben und die Käufer dann über mich drüben stiegen, als ich den Schlüssel wieder sinnigerweise in Fußhöhe drehen wollte….da dachte ich echt, ich habe das Zeug für so einen richtigen „Black Friday“. Aber nichts da…einmal und nie wieder. Das ist kein Spaß, das ist ein Rinderauftrieb und wer nicht aus dem Weg geht, wird platt gewalzt.

Polizeibrutalität an der UC Davis

Davis liegt zwischen San Francisco und Sacramento. Dort gibt es eine  Universität, an der es nun auch Proteste in Solidarität mit der Occupy Wall Street Bewegung gibt. Und nicht nur das, an der staatlichen Universität wird auch gegen die erneute drastische Anhebung der Studiengebühren an öffentlichen Universitäten in Kalifornien demonstriert. Macht Sinn, beide Bereiche miteinander zu verbinden.

Die Aktionen waren bislang friedlich. Am Freitag jedoch eskalierte die Situation auf dem Campus. Polizeibeamte fühlten sich von Studenten umzingelt, die auf dem Boden saßen, so die Sprecherin der Polizei am Samstag. Einer der Beamten hatte anscheinend die Faxen dicke mit der friedlichen Demo und wollte die ganze Sache etwas aufwürzen. Ganz ruhig marschierte er zu der Reihe sitzender Studenten, hielt kurz die Flasche Pfefferspray hoch und dann drückte er den Abzug, die Gruppe ablaufend, damit auch jeder was davon abbekommt. Das ist Polizeibrutalität, wie sie deutlicher nicht sein könnte. Der Übergriff wurde „glücklicherweise“ gefilmt, auf youtube gestellt und nun ist das Video auf allen Fernsehstationen zu sehen. Die Leitung der Universität wurde bereits zum Rücktritt aufgefordert. So kann man auch auf friedliche Proteste reagieren.

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