Das Feuer wird politisch

Ein Fake Bild vom Präsidenten verbreitet.

Kalifornien brennt weiter, ein Ende ist noch nicht in Sicht. In der Nähe der Ronald Reagan Library in Simi Valley ist ein weiteres Großfeuer ausgebrochen. Donald Trump tweetet gar nichts zu der ungebremsten Katastrophe in Kalifornien, er verbreitet lieber ein billig bearbeitetes Foto, das ihn und den Hund zeigt, der im Anti-Terror Einsatz Abu Bakr al-Baghdadi gejagt haben soll. Darauf hängt Trump dem Hund einen Orden um. Darüber schreibt der Präsident „American Hero“. Ein gefaktes Foto von einem Mann, der tagtäglich gegen die „Fake News“ wettert. Interessant sind vor allem die witzigen Kommentare unter diesem präsidialen Tweet. Einer schreibt, Trump müsse sich in das Bild „photoshoppen“, denn der Hund würde ihm sonst in seine „kleinen Hände“ beißen.

Kalifornien interessiert da nicht, darum kümmert sich nun sein Haussender FoxNews. Dort wird erklärt, dass die Klimaschützer und die linken Horden für die Flächenbrände verantwortlich seien, denn die verhinderten eine sinnvolle Umweltschutzpolitik und sinnvolle Brandprävention. Da wird dann auch noch das Energieunternehmen PG&E zum Opfer gemacht. Der arme Konzern würde ja so gerne „fire protection“ durchführen, aber das würde immer wieder verhindert werden.

Unterdessen sind noch immer Hunderttausende ohne Strom. 100.000 Menschen können in Sonoma County noch immer nicht zurück in ihre Häuser, im Süden fliehen die Menschen vor den Flammen. Die öffentlichen Parks in meiner Gegend sind noch immer aufgrund der extremen Feuergefahr gesperrt. Bei mir gingen zum Glück die Lichter wieder an. Langsam kehrt der Alltag in diesem Teil des Bundesstaates zurück. Aber die Spuren der Feuerwalzen werden noch lange zu sehen sein.

330 Brände in 20 Stunden

Mit kontrollierten Feuerschneisen gegen den Flächenbrand. Foto: AFP.

Warum fällt mir gerade in so einer Situation diese olle Textzeile aus einem NDW-Klassiker ein „es brennt so gut, bald sieht man nur noch Glut…“. Kalifornien brennt, am Montagmorgen gab Gouverneur Gavin Newsom bekannt, dass innerhalb der letzten 20 Stunden 330 Brände bekämpft wurden. In der Nacht auf Montag nahm das Ausmaß des Kincade Fires in Sonoma County noch einmal zu. Die eineinhalbfache Fläche von Nürnberg ist nun betroffen, gerade mal 5 Prozent sind unter Kontrolle.

Und in Los Angeles, in der Nähe des Getty Centers, ist auch ein Großfeuer ausgebrochen. Im nahegelegenen Brentwood mussten u.a. Arnold Schwarzegger und LeBron James ihre Häuser verlassen. Die Flammen machen vor niemandem Halt. Unterdessen wächst der Ärger über den Stromversorger PG&E, der weder einen klaren Plan, noch glaubwürdige Informationen zu haben scheint, wann der Strom für Hundertausende Haushalte wieder angestellt wird. Dazu kommt, dass das mangelhafte Equipment des Unternehmes etliche der Feuer entfachte. Nach dieser Krise stehen viele offene Fragen im Raum.

Die Winde haben heute etwas nachgelassen, doch das heisst nicht, dass die Lichter wieder angehen. Morgen sollen, so die Meteorologen, erneut heftige Stürme auf uns zu kommen. Die Frage also ist, ob PG&E einfach den Schalter unten läßt, bis auch diese neuen Lüftchen vorbeigezogen sind, oder ob man zwischenzeitlich versucht einige der Haushalte wieder mit Strom zu versorgen. Außerdem muss, so das Unternehmen, jede Stromleitung noch vor dem Einschalten begutachtet werden. Noch Fragen?

Unterdessen kämpfen rund 4000 Feuerwehrleute in Sonoma gegen die Flammen, darunter auch etliche Trupps aus benachbarten Bundesstaaten. Die Krise ist hausgemacht, dass habe ich an dieser Stelle schon mehrmals geschrieben. Dazu kommt der Klimawandel, der in Kalifornien deutlich zu spüren ist, auch wenn an der anderen Küste im Weißen Haus ein Präsident sitzt, der den „Climate Change“ als „Hoax“, als Schwindel und als von Chinesen erfunden bezeichnet. Schwierige Zeiten hier in den USA und in Kalifornien, die Nachrichtenlage überschlägt sich tagtäglich. Man kann nur auf einen einigermaßen guten Ausgang hoffen.

Ein Flammenmeer im Wine Country

Das „Wine Country“ brennt. Foto: AFP.

Es brennt im Wine Country. Gerade kam die Nachricht, dass nun Geyserville, Windsor und auch die Kleinstadt Healdsburg evakuiert werden. Das Kincade Fire ist auf eine Größe von zweimal Fürth angewachsen und kein Ende ist in Sicht. Heute Abend rechnen die Einsatzkräfte mit weiteren kräftigen Winden mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Deshalb wurden nun die weiteren und weitreichenden Evakuierungen angeordnet. Denn klar ist, wenn das Feuer weiter wächst wird der Freeway 101 gesperrt werden, dann wäre eine geordnete Evakuierung schwierig, wenn nicht sogar zu spät.

Bislang sind gerade mal zehn Prozent der Flammen unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte kämpfen gegen Windmühlen, derzeit geht es noch immer nur darum, Menschen und auch Tiere zu retten, schnell zu evakuieren, einige gezielte Gegenbrände zu legen. Todesopfer sind bislang noch nicht zu beklagen.

Und wieder mal deutet viel darauf hin, dass PG&E für das Feuer verantwortlich ist. Kaputtes Equipment an einem Strommast soll Funken geworfen haben, genau dort, wo die ersten Flammen gemeldet wurden. Nun will der Stromlieferant zeitgleich zum Brand in Sonoma County Hundertausenden von Kunden den Strom abschalten. Insgesamt sollen dabei mehr als zwei Millionen Menschen betroffen sein. Auch bei mir und das nicht nur über Nacht, bis zu 48 Stunden sollen hier ab heute Abend die Lichter aus bleiben. Und damit Computer, Herd, Kühlschrank und so weiter. Nicht gerade rosige Aussichten für jemanden, der von zu Hause arbeitet und gerade an einem 30 Minuten Feature sitzt, das ich nicht mit Kleber und Schere zusammen basteln kann. Da taucht bei mir immer wieder die Frage auf, was ich eigentlich in diesem Dritte-Welt-Land mit seiner katastrophalen Infrastruktur mache. Ich lebe in einer Gegend, die als High Tech Schmiede gilt, von der neue Impulse ausgehen. Und was passiert hier, sie schalten den Strom ab, weil der Wind bläst. Das nicht zum ersten Mal, es ist ein hausgemachtes Problem. Meine Güte, verbuddelt die Kabel endlich und gut ist.

Und die Lichter gehen aus

Fast eine Million Menschen sind von den Stromabschaltungen in Nordkalifornien betroffen. Dabei geht es nicht nur darum, ob das Licht im Kühlschrank ausgeht, auch wichtige medizinische Geräte in Privatwohnungen, Alarmanlagen, Straßenlichter, Ampeln, lokale Läden, Aufladegeräte und so weiter fallen aus. Mein Fitnessclub hat die Türen geschlossen, denn ohne Strom laufen keine der Ausdauermaschinen und im Dunkeln zu Pumpen ist auch kein Spass.

Bis zu fünf Tage sollen die Abschaltungen dauern, denn der Stromversorger PG&E muss Leitungen reparieren und will „Inch by Inch“ die Kabel kontrollieren. Gouverneur Gavin Newsom spricht von einem Skandal, immerhin sind wir im 21. Jahrhundert und das in einer Gegend, die als Zukunftsschmiede, als Zentrum der High Tech Industrie gilt. Der Schaden für die Allgemeinheit wird schon jetzt auf weit über eine Milliarde Dollar geschätzt.

Die Lichter gingen aus im High Tech Country. Foto: AFP.

PG&E sieht sich allerdings im Recht. Prävention heißt das Mantra, man wolle Feuer wie im vergangenen Jahr verhindern, bei dem ganze Ortschaften wie Paradise ausgelöscht wurden, Dutzende Menschen starben, ein Schaden von nahezu 20 Milliarden Dollar entstand. Damals wurde fehlerhaftes Equipment von PG&E als Grund für die massiven Feuer ermittelt. Doch das Problem ist hausgemacht. Der Stromversorger hat es über die Jahre versäumt seine Leitungen zu erneuern, zu sichern und teils unter die Erde zu verlegen. Vielmehr wurden riesige Gewinne an die Aktionäre ausgezahlt, die eigene Infrastruktur litt unter dieser Unternehmenspolitik.

Nun will man retten, was nicht mehr zu retten ist. PG&E hat das Ansehen in der Bevölkerung verloren. Das Geld fehlt nun, um sich aus der Krise herauszuarbeiten. Deshalb geht man radikale Wege, schlägt Schneisen in Wohngebieten, in dem man ganze Baumgruppen fällt, weil ja ein Ast auf eine Leitung fallen könnte. Und man schaltet bei etwas heftigerem Wind den Strom für Hunderttausende von Konsumenten einfach ab. Nach dem Motto, wo kein Strom fließt, ist auch keine Gefahr, zumindest nicht für den Konzern. Brände durch Kerzen sind nicht das Problem von PG&E.

So lebt es sich also in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat in den USA, dem Wirtschaftsmotor des Landes, eine der für sich größten Wirtschaftsmächte der Welt. Apple, Google, Facebook und all die anderen High Tech Giganten bereiten die Zukunft vor, natürlich mit eigenen Backup Generatoren, auf den Straßen rund um ihre Headquarters allerdings gehen die Lichter aus wie in einem Dritte-Welt-Land. Das ist die bittere Realität in der San Francisco Bay Area im Jahr 2019.

Alle Jahre wieder

Wie jedes Jahr um diese Zeit Anfang Oktober gibt es starke, warme Winde in Nordkalifornien, die 100 Kilometer Windstärke und mehr erreichen können. Dann werden die sogenannten „Red Flag Alerts“ ausgerufen, die höchste Stufe der Feuerwarnung. Parks werden geschlossen, die Feuerwehr ist in Alarmbereitschaft.Denn nach einem heißen kalifornischen Sommer ist alles ausgetrocknet, ein Funken würde genügen, dazu die Winde, die wie ein Fön wirken, und alles stände in Flammen.

Mal eben schnell für ein paar Tage den Strom abschalten.

So wie im Oktober 2017 in Sonoma County, das Tubbs Fire fraß sich durch das Wine Country. Kurz darauf brannte es in Ojai, das Thomas Fire wütete um die Kleinstadt herum und wurde zum größten Feuer in der Geschichte Kaliforniens. Doch nicht für lang, 2018 wurde das folgenreichste und tödlichste Feuerjahr im Golden State. Milliarden Dollar Schäden wurden verbucht. Und immer wieder waren die Stromversorger PG&E und Edison mitverantwortlich. Stromleitungen rissen, Transformer explodierten, die gesamte Infrastruktur der „Utility Companies“ war veraltet. Beide Konzerne wurden mit Klagen überhäuft, PG&E erklärte den Bankrott, um gerichtlich geschützt überhaupt weiterarbeiten zu können.

Und all das hat Folgen. PG&E hat nun angekündigt kurzerhand den Strom für Hunderttausende von Haushalten abzuschalten. Nicht nur für ein paar Stunden, nein, bis zu fünf Tagen solle der Strom abgeschaltet werden, denn PG&E müsse vor einem erneuten Schalterklick jeden Zentimeter der Leitungen kontrollieren. Das grenzt an Schikane. Es kursiert eine interaktive Karte, in der man seine Adresse eingeben kann und dann erfährt, ob man betroffen ist. Und natürlich bin ich betroffen. Auch wenn PG&E kürzlich erst all die Bäume im Umkreis meines Hauses abgeholzt hat, da eigentlich nichts mehr passieren kann, den Stromfuzzis scheint das egal zu sein.

Die Stromversorger sind so ein Fall für sich. Warum, so fragt man sich, werden die Kabel eigentlich nicht unterirdisch verlegt, dann gäbe es das Problem mit der Feuergefahr gar nicht. Die Kosten können es nicht sein, denn die Klagen, die PG&E und auch Edison am Hals haben, sind in ihrer Dimension deutlich höher, als Stromkabel zu verbuddeln. Aber was weiß ich schon. Ich lade mal alles auf, kaufe Batterien, lege mir Kerzen, Taschenlampen und Streichhölzer zurecht, ist ja dann quasi nach Sonnenuntergang wie Campen im eigenen Haus. Ach ja, ich habe auch einen Elektroherd!

Mein Freund der Baum ist tot

Auf google maps kann man ihn noch sehen.

Nach einer langen und intensiven Reise nach Somaliland und in den Niger bin ich wieder in Oakland. Ich habe mich auf daheim gefreut. Doch hier ist nichts ist mehr so, wie es einmal war. Vor meinem Haus sieht es aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hat und ich habe in meinem Leben schon Bombenkrater gesehen. Kein Baum steht mehr und nicht nur das, der wunderschöne Redwood Tree, direkt vor meiner Tür, wurde gefällt. Da ging ein Freund.

Der Stromversorger PG&E wird seit den massiven Bränden in Kalifornien mit Klagen überzogen, denn etliche der gewaltigen Feuer im ganzen Bundesstaat gingen auf mangelhafte Stromkabel zurück, Stromkabel, die anders als in Deutschland nicht im Boden verbuddelt, sondern über Masten gezogen sind. Und nun werden mit aller Gewalt Bäume gefällt, um die Gefahr zu verringern. Auch wenn man nur ein paar Äste zurückschneiden müsste.

Und in meiner Nachbarschaft trifft diese katastrophale Entscheidung auf Nachbarn, die lieber ein kahles Grundstück haben wollen, als gewaltige und majestätische Redwoods direkt vor der Tür. Schon seit Jahren beschwerte sich diese Frau darüber, dass der Baum, der von ihrem Vater Anfang der 60er Jahre gepflanzt wurde, ihr das Tageslicht nehme. Jüngst kam noch die Aussage hinzu, dass die Wurzeln des Sequoias das Fundament ihres Hauses beschädigt hätten. Belegen musste sie das nicht, aber das kam ihr gelegen, als jemand von PG&E bei ihr anklopfte und fragte, ob man den Baum beschneiden dürfe. Nicht nur das, so ihre Antwort, fällen sie ihn doch gleich ganz.

Mails and PG&E, an meine Repräsentantin im Stadtrat und selbst an die Nachbarin halfen nichts. Es war zu spät. Der Redwood wurde „entfernt“ für einen vermeintlichen Brandschutz, der mehr als übertrieben ausgelegt wurde. Und das, obwohl keine Äste des Baumes die Stromkabel direkt berührten und der Baum in jedem Sturm wie ein Fels in der Brandung steht. Es gab keine Gefahr, dass dieser weit über 50 Jahre alte, gesunde Redwood umfallen würde.

Nun ist da ein gewaltige Lücke, ein leerer Platz, wo einst Dutzende von Bäumen standen – California Oak, Eucalyptus, Bay Trees und eben dieser wunderbare Redwood. Was mit diesem Baum auch verloren ging ist ein gutes Nachbarschaftsverhältnis, denn die Nachbarin wusste, wie sehr ich diesen Sequoia mochte. Sie schuf Fakten ohne ein Wort mitzuteilen. Beim Lesen fiel mein Blick aus dem Fenster auf ihn, jeden Morgen ging ich mit meinem Hund die Treppe runter und sah diesen stillen Freund. Nun ist da ein riesige Schneise geschlagen, ein Windkanal geschaffen worden, der für sich eine Gefahr ist. Ich kann nur hoffen, dass irgendwas dran ist an dem Wort „Karma is a bitch“.

Bürger eines Dritte-Welt-Landes

Guten Morgen. Der Lichtschalter läßt sich wieder umlegen und es wird hell. Die Heizung wummert. Die Kaffeemaschine läuft. Ein Samstagmorgen, wie er sein sollte. 36 (!) Stunden mußte ich darauf verzichten. Ein Sturm wehte über der Bay Area, ein Baum fiel um und mit einem dollen Wumm war alles schwarz am Donnerstagabend. Die Crews der Versorgungsgesellschaft PG&E kamen erstmal nicht. Sie hatten andere Arbeiten als die in meiner Nachbarschaft zu erledigen. Am Freitagnachmittag gab es dann ein Männleinlaufen. Ein PG&E Wagen nach dem anderen brummte den Hügel hoch. Männer in Arbeitshosen und mit Helm auf dem Kopf latschten die Straße wieder runter, schauten sich die hängenden Kabel an und kamen dann zu dem Ergebnis, da muß ein anderer Trupp her.

Es war schon wieder dunkel und ich lass mit Taschenlampe in einem Buch, als draussen das schwere Gerät angekarrt wurde. Die Nacht wurde mit Flutlicht erhellt und los ging es. Ein Gesäge und ein Gebrumme, ein Geschrei und ein Aufheulen der Motoren. Das Ergebnis war dann am Morgen der frischaufgebrühte Kaffee. Yeah!

Und doch, im Februar war ich im Ost-Kongo. Da sass ich auf dem Balkon meines Zimmers und auf einmal war der Strom weg. Etwas ganz normales in Goma. Zwei, drei, vier Stunden wird dann das Stromnetz umgeschaltet. Das ist normal, das weiß man, Stromausfälle sind in der Region ganz alltäglich, damit lernt man zu leben. Aber ich kann nicht damit leben, dass hier in einer Region, die sich die High Tech Schmiede der Welt schimpft, Jahr für Jahr bei einem lauen Lüftchen die Bäume umknicken und der Strom weg ist. Die mit ihren ollen Kabeln über der Straße, was soll denn das? Warum verbuddeln die die nicht, wie in Deutschland? Teurer kann das nicht sein, wenn man Jahr für Jahr explodierende Transformatoren und zerrissene Kabel austauschen muß, wie das hier um die Ecke gestern Nacht passiert ist….wieder passiert ist. Denn die Dunkeldüsterstunden in den Hills von Oakland waren nicht meine erste Erfahrung mit dem Unvermögen von PG&E.

Ich habe da so meine Vermutung, warum die Kabel nicht unter die Erde verlegt werden. Die Materialschlacht, die da gestern abgeliefert wurde, die Trupps von „Spezialisten“, die Freitagabend nach Dienstschluß angerückt kamen, das alles kostet Geld, viel Geld. Die Mitarbeiter verdienen bei PG&E gut, Über- und Nachtstunden werden extra, doppelt und dreifach bezahlt. Da gibt es sicherlich Bedenken und Ablehnung bei den Arbeitnehmern, dieses eingespielte Kabelfrickeln zu verändern. Vielleicht liege ich auch falsch. Egal, ich habe wieder Strom im Haus.

Atomkraft Ja, Bitte!

Die Atomstromdiskussion, die es in Deutschland gibt, geht den Amerikanern am Allerwertesten vorbei. Aus allen politischen Lagern ist zu hören, dass die Nuklearenergiegewinnung ein wichtiger Teil für das Energiekonzept Amerikas ist und bleiben wird. Ausserdem, so wird immer wieder betont, seien die US Kraftwerke sicher.

Doch auch hier gibt es Pannen. Im Erdbebengebiet Kalifornien stehen gleich mehrere Atomkraftwerke, direkt am Pazifikstrand. 1968 wurde mit dem Bau des Kraftwerks Diablo Canyon, unweit von San Luis Obispo, begonnen. Der Standort wurde für sicher befunden. 1973, kurz nach Fertigstellung, entdeckte man eine neue Erdspalte nur wenige Meilen von Diablo Canyon entfernt. Daraufhin unternahm man zusätzliche Baumaßnahmen, um das Kraftwerk vor Erdbeben bis zur Stärke von 7,5 auf der Richterskala zu schützen.

Aber von sicher kann man auch hier nicht sprechen. Erst 2009 mußte man eingestehen, dass Techniker bei Reparaturabeiten Ventile verschlossen hatten, die im Falle einer Reaktorüberhitzung sich nicht hätten öffnen lassen. Heraus kam diese Panne nach 18 (!) Monaten, als bei Routinetests der Fehler im System entdeckt wurde. Der Betreiber PG&E erklärte später, das Problem sei eigentlich keines gewesen, denn die Ingenieure hätten im Ernstfall die Ventile auch noch manuell öffnen können. Beruhigend, noch bis 2025 soll Diablo Canyon am Netz bleiben.