Kalifornisches Schmierentheater

Ein mit Öl verklebter Pelikan wird am Strand von Goleta von einem Helfer eingesammelt.

Ein ölverklebter Pelikan wird von einem Helfer eingesammelt.

Fast 400.000 Liter Öl flossen am Dienstag aus einer Pipeline in Santa Barbara County. Einer der schönsten Strände in Kalifornien ist schwarz, klebrig, stinkend. Tote Fische und Vögel werden angeschwemmt, Helfer sammeln mit Öl verklebte Seevögel ein, um sie aufwendig zu reinigen. Von den Delfinen und Walen, die hier im Meer zu finden sind, redet kaum jemand. Die Channel Islands vor der Küste sind ein einzigartiges Naturschutzgebiet, auch das ist nun gefährdet. Bis Donnerstagabend wurden gerade mal 30.000 Liter Öl gebunden. Der Gesamtschaden ist noch gar nicht abzusehen. Das texanische Pipeline Unternehmen hüllt sich derzeit in Schweigen, klar ist, es gab in den letzten Jahren mehrere Unfälle und Zwischenfälle an den Rohren und Pumpstationen der Firma. Ein Schmierentheater der besonderen Art. Gouverneur Jerry Brown hat den Notstand für den County ausgerufen, um so mehr Hilfsgelder zur Verfügung stellen zu können. Mehrere Behörden arbeiten nun rund um die Uhr, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, wenn das überhaupt möglich ist.

Ich kenne die Gegend sehr gut, bin dort oft genug mit dem Kayak im Wasser, laufe am Strand entlang, beobachte die in Reihenformation knapp über die Wellen gleitenden Pelikane, die hin und her ziehenden Delfine. Die Bilder des Ölteppichs auf dem Wasser und am Strand vor Goleta sind erschreckend. Und alles treibt Richtung Süden auf Ventura zu und raus aufs Meer in eines der wichtigen Rückzugsgebiete für migrierende Wale. Es ist nicht oft, dass ich sprachlos bin, aber bei diesen Eindrücken fehlen mir die Worte.