Realitätsverlust in Washington

Es war damit zu rechnen, dass Donald Trump der Veröffentlichung des vertraulichen Berichtes des republikanischen Abgeordneten Devin Nunes zustimmen würde. Schon am Dienstag, noch bevor Trump den vierseitigen Bericht überhaupt gelesen hatte, erklärte er am Rande seiner “State of the Union” Rede, dass er auf alle Fälle zustimmen werde.

Der Republikaner Devin Nunes kämpft für Donald Trump. Foto: Reuters.

Und so kam es auch. Das Memo schlug am Freitag wie zu erwarten hohe Wellen. Für viele Republikaner, doch vor allem für Donald Trump und seine Anhänger ist dieser Bericht ein Beweis dafür, dass die Ermittlungen zu der Russland-Connection von Trump und seinen Mitarbeitern eine politisch motivierte Aktion war. In dem Memo wirft Nunes einigen führenden Personen im FBI und im Justizministerium vor, gezielt Falschaussagen und falsche Fakten für eine Ermittlung gegen das Trump Lager genutzt zu haben. Es entsteht der Verdacht, dass es einen Staat im Staat gebe, unterwandert vom Clinton-Apparat, der Donald Trump schaden wollte.

Der Bericht ist hochpolitisch und durchaus einseitig formuliert. Vor allem auch, weil nur am Rande erwähnt wird, dass die Ermittlungen des FBIs sich nicht nur auf eine Person beschränkten, sondern ein Tipp auch von der australischen Regierung kam. Der frühere nationale Sicherheitsberater George Papadopoulos soll dabei angetrunken in London einem australischen Diplomaten erzählt haben, dass Russland schädigende Emails von Hillary Clinton besitze. Vor der Veröffentlichung dieser Informationen hatten das Justizministerium und das FBI gewarnt, denn damit würden wichtige Quellen, auch auf internationaler Ebene, belastet werden.

Dennoch erklärte Präsident Donald Trump und viele seiner Unterstützer vorab, das Memo wäre eine politische Granate, die weitaus größer sei, als der Watergate Skandal unter Präsident Richard Nixon in den 70er Jahren. Zahlreiche Kommentatoren sahen das als masslos übertrieben an und sprachen von einem “Realitätsverlust” Trumps. Der führende Demokrat im Sicherheitsausschuss, Adam Schiff, erklärte, dieser Bericht sei ein “politischer Anschlag” auf die USA.

Es scheint, dass Donald Trump mit seiner Zustimmung zur Veröffentlichung dieses Memos nur ein Ende der Mueller Ermittlungen erreichen will und unliebsame Mitarbeiter im FBI und im Justizministerium, wie den Stellvertretenden Minister Rod Rosenstein, loswerden möchte. Für die Demokraten und auch etliche Republikaner, darunter Senator John McCain, ist das ein nur allzu durchsichtiges Ziel von Donald Trump. Die USA sind mit der Veröffentlichung dieses Memo in eine tiefe politische Krise gerutscht. Wie es nun weitergehen soll, das ist derzeit noch völlig unklar.

Zur Lage der Nation

State of the Union 2010Präsident Obama hat am Abend vor dem versammelten Kongress zur Lage der Nation gesprochen. Eine vielbeachtete Rede, die von beiden Seiten des politischen Spektrums mit grosser Spannung erwartet wurde.

Dazu ein Audiobericht:

      State of the Union

Der Faschingsprinz von LA

Es ist die Zeit der Narren und Närrinnen. Und auch die deutschen Gemeinden in den USA feiern diese Kaspartage, zum grossen Erstaunen und Unverständnis der Amerikaner. Auch hier gibt es Prinz und Schalk, Tätä-Tätä-TäTä und Prunksitzungen. Als jemand, der nicht so doll mit dem Karneval und Fasching verbunden ist, ist das alles eher eine peinliche Veranstaltung. Ich weiss immer nicht so genau, wie ich das ganze Amerikanern erklären soll.

Billboard Prince FredericUnd nun auch noch die Aktion von Prinz Frederic von Anhalt, der gestern auf dem Sunset Boulevard erklärte, er wolle Gouverneur von Kalifornien werden und damit die Nachfolge des Gouvernators Schwarzenegger antreten, der auf ganzer Linie versagt hat. Der neunte Ehemann von Zsa Zsa Gabor ist auf dem Papier zumindest mehr als ein Faschingsprinz, aber die Aktion glich schon sehr einer Prunksitzung. Da lädt er in Beverly Hills Reporter zur Enthüllung seines Werbeplakates und erklärt, was alles in Kalifornien falsch sei und was er in Zukunft machen werde. Legalisierung von Marihuana und kubanischen Zigarren, offene Grenzen zu Mexiko und Solar Panels auf jedem Dach. Und Prinz Frederic meint, er habe schon Geldgeber für seinen Wahlkampf gefunden, die alle genug von den politischen Spielereien in Kalifornien hätten. Es benötige einen deutschen Prinz und keinen österreichischen Terminator, um den Sonnenstadt zurück an die Sonnenseite zu bringen.

Die Medien berichteten artig über diesen verschrobenen Deutschen mit amerikanischem Pass. Mal was anderes zwischen Erdbebenopfern und Filmpreisen und so lassen sich auch die Politiknachrichten etwas aufheitern.

Sexy oder sexistisch

Palin-NewsweekSarah Palin ist in dieser Woche auf dem Titelblatt des Nachrichtenmagazins Newsweek abgebildet. Da müsste sie sich ja eigentlich freuen, oder? Aber Palin zickt rum, denn heute kam ihr Buch „Going Rogue“ heraus und anstelle eines Photos von ihr in nachdenklicher Pose, wählten die Newsweek Leute ein Bild, das vor einiger Zeit für das Lauf-Magazin „Runners World“ geschossen wurde. Darauf Sarah in kurzen Shorts und mit viel Bein. Palin und ihre Unterstützer schreien nun laut „Sexismus“. Doch die Redakteure bei Newsweek lachen sich einen, denn so oft wurde ihr Cover schon lange nicht mehr im Fernsehen gezeigt und in anderen Blättern abgedruckt.

Was meinen Sie? Sexy oder sexistisch?