You’re never too old for Metal

Im Vorverkauf lief es nur schleppend an, doch dann war am Donnerstagabend der „Regency Ballroom“ in San Francisco dennoch gut gefüllt. Nicht ganz voll, aber die Bude war am Kochen. Schon komisch, dass in diesem Ballsaal mit Stuckdecke und Kronleuchter immer wieder deutsche Heavy Combos auftreten. Zuvor hatte ich hier schon KMFDM gesehen und nun eben Accept. Ja genau, jene Accept, die mit „Balls to the wall“ und „Fast like a shark“ die 80er aufgerollt haben.

Nun haben sie nach längerer Pause einen neuen Sänger in dem Amerikaner Mark Tornillo gefunden. Ich weiß auch nicht warum, aber Accept scheinen am liebsten mit kleinen, aber stimmgewaltigen Frontmännern auf der Bühne zu stehen. Tornillo hatte große Schuhe zu füllen, wobei ihm die alleine von der Körpergröße her betrachtet sicherlich spielend passen. Mit Udo Dirkschneider wurde die Messlatte sehr hoch gelegt. Doch der neue am Mikrofon hat die Power und die Stimmgewalt, um locker die Hard Rock Hymnen wie „Princess of the dawn“ rüber zu bringen.

Die fünf da vorne auf der Bühne sind keine jungen Knaben mehr. Doch die vielen Jahre „on the road“ merkt man ihnen nicht an. Ganz im Gegenteil, sie haben Spass an der Sache, es scheint sogar, die lange Pause hat ihnen gut getan. Frisch erholt spulen sie die Tour und ihre Songs ab. Mal was altes, viel neues, eine exzellente Mischung. Headbangen, Gitarrensoli, Posen…Accept spielen die Rohversion des Hard Rock, so wie er sein muß, so wie er klingen muß, so wie er mich und die rund 500 Fans schon immer begeisterte. Und die Band zeigt, dass man für Metal niemals zu alt ist. Auch das Publikum ist größtenteils in die Jahre gekommen. Graue Langhaarige mit Kutten und Metal Shirts, aber jeder hatte einen Klasse Abend mit den deutschen Hard Rock Heroen, die ihr Handwerk noch immer bestens verstehen.