Donald Duck der Altnazi

Immer mal wieder stößt man bei youtube auf tolle Sachen und merkt, da ist doch mehr geboten als kleine Katzen- und Hundefilmchen, der jüngste Kindergeburtstag von Nachbars Sprössling oder die letzte Karaokeveranstaltung des Kegelclubs aus Wanne-Eickel. Propagandakunst finde ich faszinierend. Gerade was in den 20er und 30er Jahren an Plakaten und politischen Postern entstanden ist, was in den 40er und 50er Jahren filmisch und im Hörfunk umgesetzt wurde ist tief beeindruckend.

Und sogar an die Kleinen wurde damals gedacht, wie dieser Donald Duck Cartoon aus dem Jahre 1943 zeigt. Walt Disney ließ sich hochpolitisch von der Kriegspropaganda einspannen. Ich wette, Hitler, Goebbels und Konsorten wären wutschnaubend an die Decken gegangen, wenn sie dieses kleine Kunstwerk gesehen hätte. Eine Ente als Nazi, das darf doch nicht sein….aber alles kommt ja zu einem guten Ende.

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Amerika und Nord-Korea

Auf der Suche nach nordkoreanischen Nachrichtensendungen zum Clinton Besuch stiess ich auf eine prächtige Seite: Die offizielle Webseite der Volksrepublik (DPRK). Na, da jubeln die Altkommunisten und Stalinisten, die Freunde der „Achse-des-Bösen“ und Anti-Amerikaner. Denn hier präsentieren sich die Steinzeitideologen um den „Dear Leader“, den kleinen Mann im hellbraunen Kackanzug.

Neben der offiziellen Landesgeschichte, gibt es auch Songs aus Nord-Korea zu hören. Wow, da haut es einem im Land von „American Idol“ voll um. Hit folgt auf Hit, schade nur, dass man die Lieder nicht scratchen darf. Aber dafür würde man wahrscheinlich im Land mit Arbeitslager bestraft werden. Man kann auf der Seite auch Mitglied im Freundeskreis der Volksrepublik werden (Gibt es wirklich Freunde Nord-Koreas?). Allerdings muss sich der Bewerber mit den Zielen der „Korean Friendship Association“ (KFA) einverstanden erklären. Ah, hier ist der Haken an der Mitgliedschaft, die kostenlos ist.

Aber am interessantesten ist der „Shop“ für den Freund des wohl seltsamsten Regimes zwischen hier und dort. Von revolutionären Kaffeetassen bis zum Mousepad mit Propagandabildchen ist alles zu haben. Sogar Golfshirts und Kissen mit nettem Schlachtruf sind zu haben. Und da es sich bei der Firma, die diese Werbematerialien erstellt, um eine amerikanische handelt, kann man also beruhigt auf die real existierende nordkoreanisch-amerikanische Verbundenheit hinweisen. Schön vor allem, dass man problemlos mit seiner Kreditkarte zahlen darf…natürlich nur in harten Dollars und Euros, denn den „Won“ nehmen sie noch nicht einmal im eigenen Propagandaladen an.