Gleichberechtigung für Alle

Die Gay Szene feiert in San Francisco     

Die Richter am Verfassungsgericht in Washington haben entschieden. DOMA, das „Defense of Marriage Act“, wurde heute außer Kraft gesetzt. Jenes Gesetz, das der Demokrat Bill Clinton 1996 unterschrieb, und das den Schutz der Ehe von Mann und Frau festlegte. Clinton hat sich mittlerweile davon abgewendet, bat die Richter sogar Anfang des Jahres gegen DOMA zu stimmen. Der soziale Wandel in den USA ist mit diesem Richterentscheid betoniert worden. Schwule und Lesben, die in jenen Bundesstaaten heiraten, in denen die Homoehe erlaubt ist, haben von nun an die gleichen Rechte und Pflichten wie heterosexuelle Paare. Ein Riesenschritt nach vorne im Zuge der Gleichberechtigung Homosexueller.

Geklagt hatte die 83jährige Edith Windsor aus New York, die seit 2007 mit Thea Spyer verheiratet und seit über 40 Jahren mit ihr zusammen war. Nach dem Tod Spyers sollte Windsor 363.000 Dollar Erbsteuer zahlen. Einen Betrag, den heterosexuelle Partner nach dem Ableben ihres Ehegatten oder ihrer Ehefrau nicht zahlen müssen. Edith Windsor klagte und bekam nun Recht. Damit haben die Richter ein weitreichendes Gesetz gekippt. Schwule und Lesben haben nun in diesen 12 Bundesstaaten – und schon bald 13 mit Kalifornien – gleiche Rechte zugesprochen bekommen. Die nächsten Klagewelle wird kommen, denn nun sind Homosexuelle in den anderen Bundesstaaten deutlich vor dem Bundesgesetz benachteiligt, bei Steuern, Rente, Absicherung etc.

Und auch Kalifornien feiert an diesem Tag. Jubel, Trubel, Heiterkeit in San Francisco, denn das Verfassungsgericht kippte auch  Proposition 8. Zumindest wurde erklärt, die Kläger hätten kein Recht auf Einspruch, nachdem ein Richter in San Francisco die Volksabstimmung zum Schutz der heterosexuellen Ehe für verfassungswidrig erklärt hatte. Die kalifornische Regierung weigerte sich in Berufung zu gehen. Eine konservative Gruppe klagte daraufhin, doch die Richter in Washington meinten, sie hätten kein Recht dazu. Damit können Schwule und Lesben schon bald hier in Kalifornien heiraten. Gouverneur Jerry Brown hat umgehend seine Behörden angewiesen.

In den Straßen von San Francisco wurde heute gefeiert. Dazu der obige Stimmungsbericht.

Nur schön sein reicht nicht

Riesenskandal bei der Miss USA Wahl in Las Vegas. Die 21jährigen Carrie Prejean aus Kalifornien war kurz davor die Krone als Schönste im Land aufgesetzt zu bekommen, als ihr eine Frage gestellt wurde, die alles über den Haufen warf. Prejean wurde von Jury-Mitglied Perez Hilton, der selbst homosexuell ist, gefragt, ob alle US-Bundesstaaten dem Vorbild von Vermont folgen und „Gay-Marriage“ erlauben sollten.

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Prejean antwortete voll überzeugt und ganz ehrlich, dass sie so aufgewachsen sei, dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau ist und sie deshalb die gleichgeschlechtliche Ehe ablehne. Und das entzündete einen Sturm der Entrüstung. Die Organisatoren ihres Bundesstaates wendeten sich umgehend von ihr ab, gratulierten ihr noch nicht einmal zum zweiten Platz. Stattdessen twitterten sie, dass Carrie Prejean Kalifornien blamiert habe und ihre Meinung nicht für den Sonnenstaat stehe. Übersehen wird dabei, dass Kalifornien im vergangenen Jahr „Proposition 8“ verabschiedet hat, in dem die Ehe als Verbindung von Mann und Frau festgelegt wurde. Ob ich das nun mag oder nicht, ist eine andere Sache, Fakt ist, die Mehrheit Kaliforniens (oder die Mehrheit der Wähler am Wahltag) hatte sich so entschieden.

Carrie Prejean jedenfalls erlebte die kalte Dusche, wurde mit allen möglichen Schimpfwörtern überschüttet. Bei den Fragen der Jury geht es also nicht um Überzeugungen und ehrliche Meinungen, sondern mehr um A….kriecherei, wer sich von den Schönen im knappen Bikini wohl eine braunere Nase holen kann.

Die Videoantwort des sogenannten „Star-Bloggers“ Perez Hilton auf Prejeans Meinungsäusserung spricht für sich. Was für eine Pappnase!!!

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