Amerika hat den Krieg im eigenen Land

Wieder eine Schießerei, wieder auf einem US Militärstützpunkt. Das texanische Fort Hood wurde erneut zum blutigen Schauplatz. Schon 2009 wurden an gleicher Stelle von einem US Army Psychologen 13 Menschen erschossen und mehr als 30 verletzt. In der Kaserne zwischen Austin und Waco leben rund 45.000 Soldaten und ihre Angehörigen. Eine Kleinstadt mit allem was dazu gehört. Krankenhaus und Flughafen, Shopping Mall und Kinosäle. Und Soldaten, die von den Kriegen in Afghanistan und dem Irak gezeichnet sind.

Amerika baut in Übersee die Truppenkontingente ab. Zum ersten mal wurden im Monat März keine Militärangehörigen im Einsatz getötet. Das gab Anlass zur Hoffnung auf ein Ende des Krieges. Und nun hat Amerika eine Front daheim. „Post Traumatic Stress Disorder“, kurz PTSD genannt wird die USA noch auf Jahrzehnte hinaus begleiten. Soldaten, die mit Traumata zurück gekommen sind. Zeitbomben, die schlummern. Es muß ihnen geholfen werden, doch das Land ist darauf überhaupt nicht vorbereitet. In den VA Hospitals, den Krankenhäusern für die Veteranen, sind die Schlangen lang. Dokumente und Akten häufen sich in Kellern, immer wieder geben Soldaten frustriert auf, da sie hier keine Hilfe erhalten. Viele wenden sich erst gar nicht an die Spezialisten aus Angst, abgestempelt zu werden. Sie hoffe, die Probleme in schlaflosen Nächten alleine unter Kontrolle zu bekommen.

Der Amoklauf am Mittwoch mit drei Toten, mehr als 12 Verletzten und dem Selbstmord des Todesschützen ist nur der Anfang von dem, was auf Amerika in den kommenden Monaten und Jahren zu kommen wird…falls nicht gehandelt wird. Und danach sieht es nicht aus. Es fehlt schlichtweg das Geld um eine breite Versorgung der Veteranen zu garantieren. Und es passt irgendwie nicht in das Bild der mutigen Helden an der Kriegsfront, dass gebrochene Männer nach Hause kommen, nachts nicht schlafen können, mit Alpträumen und Schuldgefühlen aufwachen, depressiv sind, weinen, sich leer fühlen, keinen Sinn mehr im Leben sehen. Amerika muß handeln, bevor es zu spät ist.