Soccer Fieber in den USA

Die deutsche Botschaft organisiert ein "Public Viewing".

Die deutsche Botschaft organisiert ein „Public Viewing“.

Amerika entwickelt sich zur „Soccer Nation“. American Football, Basketball und Baseball liegen zwar noch weit vorne, doch so langsam fängt man auch hier an, das „beautiful game“ zu lieben. Überall wird über die WM berichtet, in den Kneipen laufen die Spiele und es gibt sogar „Public Viewing“ auf Großleinwänden. Die übertragenden Networks erreichen Bestzahlen für die Spiele aus Brasilien. Das Interesse ist riesig, die Zeitungen und Online Angebote sind voll mit News von der WM und man merkt, die USA sind kein Fußballentwicklungsland mehr. 1994 zur Weltmeisterschaft in den USA war ich in San Francisco. Damals war gleich klar, wer Fußball schaut ist nicht von hier. Das hat sich grundlegend geändert.

"Public Viewing" in San Francisco

„Public Viewing“ in San Francisco

In Washington DC organisiert die deutsche Botschaft so ein Event am zentralen Dupont Circle. In San Francisco parkt der Deutsche Jens-Peter Jungclaussen seinen umgebauten Schulbus aus den 60er Jahren direkt vor dem Rathaus, um hier ausgewählte Spiele zu zeigen. Wie schon 2010 erwartet er mehrere tausend Fans zu den ausgewählten Spielen. 2006 begann Jungclausen mit dem „Public Viewing“ im Dolores Park von San Francisco und brachte 10.000 Menschen zu einer Fußballparty zusammen.

Fußball ist kein unbekannter Sport mehr in den USA. Gerade, wenn es auf die internationale Bühne geht und Top Soccer gespielt wird, ist die Begeisterung groß. Dann merkt man, dass Amerika ein Einwanderungsland ist, ein „melting pot“, in dem die Kulturen zusammen kommen und gemeinsam feiern. Das Spiel USA gegen Deutschland werde ich mir wohl in der „Speisekammer“ ansehen, einem deutschen Restaurant in Alameda, wenn ich denn reinkomme, denn bei der letzten WM war die Bude rappelvoll. So viele Deutsche in Trikots habe ich selten gesehen. Dazu „German Beer“ vom Fass. Partystimmung ist angesagt.

Fußballmania in den USA

So langsam kommt man auch in den USA auf den Geschmack. Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist die fünfte WM, die ich aus den USA miterlebe und seit 1994 hat sich wahrlich viel verändert. Das größte Sportereignis der Welt wird auch hier registriert, und nicht nur das, alle Spiele werden im Fernsehen übertragen. Die Kommentatoren kennen diesmal auch die Regeln, Zusammenhänge, Spieler und Hintergründe und vergleichen nicht mehr alles mit American Football. In den Läden und Restaurants kann man Leuten zuhören, die über die Spiele des Tages diskutieren. In Cafes, Bars und auch an öffentlichen Plätzen treffen sich „Soccer“ Fans zum gemeinsamen Schauen. In der Stadt sieht man die verschiedensten Trikots. Amerika „gets it finally“.World Cup

Zum Teil werden die Spiele ja morgens live um halb fünf übertragen. Doch auch schon da sind etliche Bars gut besucht. Ein Bierchen zum Frühstück, um das eigene Team in stimmungsvoller Umgebung zu bejubeln. Der „World Cup“ macht Fussball hier noch bekannter, helfen wird es der MLS, der Major League Soccer, wenig, denn die ist ein totaler Krampf. Die Spiele der MLS laufen ja sogar zur Zeit parallel zu den Ereignissen in Südafrika…was ist das denn?

Doch alle Fernseh- und Radiostationen, die Tageszeitungen und Online News Dienste berichten ausführlich von dem, was sich am Kap der Guten Hoffnung so tut.