Man kann nur noch lachen über „President Trump“

Ich sitze in Somaliland und Donald Trump verfolgt mich, aber das hier muss ich einfach im Blog aufgreifen. Präsident Trump haute in den letzten paar Tagen so richtig auf die Pauke und meinte im „eye of the storm“, seine Regierung habe im vergangenen Jahr hervorragend (1+) auf die Hurricanes in Texas und Florida reagiert und auch auf Puerto Rico einen „great job“ geleistet, der nur nicht anerkannt wird.

Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten. Immerhin wurden nach offiziellen (!) Zählungen etwa 3000 Todesopfer auf Puerto Rico gezählt. Auch die Reaktion auf die Katastrophe war alles andere als „great“, vielmehr mussten die Menschen lange auf Verpflegung, Wasser, Strom warten. Das allerdings will Trump nicht wahrhaben. Deshalb tweetete er heute, dass es nur 6 – 18 Tote gab, nachdem er die Insel besuchte, Papierhandtuchrollen in die Menge warf und mit seiner stöckelnden Melania auf Mitgefühl machte.

Trump wirft in seinen Tweets den Demokraten vor, eine Falschmeldungskampagne gegen ihn zu führen und sogar aus Altersgründen Verstorbene zu den Opfern des Hurricanes zu zählen. Was soll man darauf noch sagen, man kann eigentlich nur noch mit Humor reagieren, wie Twitter User „Hitting the Trifecta“:

An der Uhr drehen

UhrHeute Nacht um 2 Uhr beginnt in den USA die Sommerzeit, zwei Wochen bevor es in Deutschland so weit ist. Zumindest in weiten Teilen der Vereinigten Staaten. In Arizona, Hawaii und  in Puerto Rico, Guam, den Virgin Islands und American Samoa werden die Uhren nicht vorgestellt. Wobei in Teilen von Arizona, in den Reservaten der Navajo Indianer, die Sommerzeit gilt. Das macht wieder mal überhaupt keinen Sinn, aber so ist das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Kalifornien hatte sogar 2001 einen Antrag gestellt, eine ganzjährige „Sommerzeit“ einzuführen. Damals herrschte die totale Energiekrise im Bundesstaat und man erhoffte durch die Umstellung erheblich an Energiekosten einzusparen. Das wurde abgelehnt, also blieb man bei der „normalen“ Sommerzeit.

Ob und wieviel Energie überhaupt durch die Zeitumstellung eingespart wird, darüber streiten sich die Geister. Bislang verweist man hier drüben immer auf eine Studie von 1970, in der es heisst, pro Sommerzeiten Tag spare man rund ein Prozent an Energie.

Hillary gewinnt, Barack ist fast am Ziel

Hillary Clinton gewinnt in Puerto Rico mit 68 Prozent und die Schlagzeile bei sfgate.com, dem Online Portal des San Francisco Chronicle, heisst „Obama closer to nomination“. Also, es war mal wieder nichts mit einem Sieg Frau Clinton.

Mal so ganz nebenbei bemerkt, warum wählt man eigentlich in Puerto Rico für die Präsidentschaftskandidaten, denn an den Wahlen im November für den Präsidenten dürfen die Puerto Ricaner nicht teilnehmen. Diese Logik erklär mir bitte mal einer. Aber das ist ja nicht das einzige seltsame in diesem amerikanischen Wahlkampf. Die Vorwahlergebnisse in Michigan und Florida sollten nicht zählen, weil die Demokraten in diesen Bundesländern eigenhändig entschieden hatten, ihre Abstimmungen vorzuverlegen. Auch die Androhung die Stimmen letztendlich nicht zählen zu lassen, konnte die Parteifunktionäre in Michigan und Florida nicht von ihrem Plan abbringen. Das Ergebnis war, dass keiner der demokratischen Kandidaten dort Wahlkampf führte. In Michigan liessen sich Barack Obama und John Edwards sogar wieder vom Wahlzettel streichen.

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Hillary Clinton gewann deutlich bei beiden Wahlen, denn ihr Name war der bekannteste auf dem Stimmzettel und entgegen der Abmachung hatte sie doch einige Wahlkampfauftritte in Michigan und Florida eingeplant. Immerhin sind dort einige ihrer wichtigsten Unterstützer zu finden.

Und noch am Wahlabend erklärte sie, sie werde sich dafür einsetzen, dass die Stimmen der demokratischen Wähler in den beiden Bundesstaaten gehört werden.

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Seitdem spielte das Urnentheater das Drama von der Heldin Hillary, die sich für die unterdrückten Wähler zwischen Detroit und Daytona Beach einsetzt. Clinton meinte, die Ergebnisse müssten so akzeptiert werden, wie sie am Wahltag bestimmt wurden. Kein Wunder, dass Barack Obama damit gar nicht einverstanden war und erklärte, wenn, dann müsste man die Stimmen teilen, auch wenn Florida und Michigan in „normalen“ Wahlgängen wahrscheinlich Clinton Siege gewesen wären.

Am Samstag entschied nun die demokratische Partei „Halbe/Halbe/Halbe“ zu machen. Also die Stimmen zählen nur halb so viel und beide bekommen ihren Anteil. Obama ist erleichtert, Clinton ist stocksauer und tobt. Sie überlege sich nun, gegen den Beschluss Einspruch zu erheben, heisst es aus dem Clinton Lager.

Am Dienstag stehen jetzt noch abschliessend die Vorwahlen in Montana und South Dakota an und dann ist Schluss. Endlich!!! Parteifunktionäre, wie die Sprecherin des Abgeordnetenhauses Nancy Pelosi, verlangen nun von den Kandidaten aufeinander zuzugehen und den Zweikampf nicht noch weiter bis zum Parteitag im August auszutragen. Man solle nicht vergessen, so Pelosi, dass der eigentliche Gegner John McCain heisse. Pelosis Worte in Gottes und Clintons und Obamas Ohren.

Noch eine Randnotiz. Was wirklich seltsam ist, ich höre hier drüben immer mehr Leute darüber reden, dass es sie nicht verwundern würde, wenn es demnächst ein Attentat auf Barack Obama geben würde. Nein, das sind keine „Spinnerten“, die so reden, sondern ganz normale Leute, die durchaus politisches Verständnis haben. Wie sie darauf kommen? Das wissen sie nicht, nur alle meinen, „ich habe so ein komisches Gefühl“….