Der Abgang der Raiders

Oakland ist Raiders Nation. Das American Football Team ist fest verankert in der Stadt, seiner Geschichte, seiner Bewohner. Und die Raiders haben Tradition und eine Fankultur, die vielleicht vergleichbar ist mit der so einiger Traditionsvereine in der Fussballbundesliga. Die Fans strömen bunt verkleidet, teils martialisch zu den Spielen der Raiders. Doch das wird schon bald der Vergangenheit angehören.

Die Fans der Raiders setzten sich vergeblich für ihr Team in Oakland ein. Foto: AFP.

Die „National Football League“, NFL, hat nun fast einstimmig entschieden, dass die Raiders in die Glanz- und Glitzer Wüstenstadt Las Vegas umziehen dürfen. Eine mehr als umstrittene Entscheidung, denn Las Vegas lockt mit Steuermitteln, Oakland weigerte sich, einen Stadionneubau aus öffentlichen Geldern zu finanzieren. Bürgermeisterin Libby Schaaf wollte die Raiders halten und dafür Privatgelder anzapfen. Lediglich benötigte Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld des geplanten, neuen Stadions sollten von der Stadt übernommen werden. Schaaf führte an, dass Oakland noch immer Millionen Dollar Schulden von der letzten Stadionsanierung in den frühen 90er Jahren abbezahlt. Geld, das eigentlich dringend an anderer Stelle im Stadthaushalt gebraucht würde.

Die NFL setzte also lieber auf das große Geld im Spielerparadies Las Vegas, als auf Tradition in der East Bay. Jeder der Besitzer eines NFL Teams erhält für den Umzug etwa 25 Millionen Dollar ausgehändigt. Für die Superreichen Sportmannschaftsbesitzer gab es also eigentlich keinen Grund, die Raiders in Oakland zu belassen. Geld regiert die Welt und schon sehr lange im professionellen Sport.

Mit den Raiders wandert nun ein zweites Profi-Team aus Oakland ab. Die Golden State Warriors werden zukünftig in San Francisco auf Körbejagd gehen. Nur die Oakland A’s bleiben als traditionsreiches, aber nicht gerade erfolgreiches Underdog Team meiner neuen Heimatstadt erhalten. Und das ist dann schon fast wieder wie in Nünberg….back to the roots!

Nur in Oakland

Oakland, die Stadt in der ich lebe, hat ihren Ruf weg. Die Mordrate ist eine der höchsten im Land, die Aufklärungsquote bei Gewaltverbrechen liegt bei rund 25 Prozent, die von Einbrüchen noch darunter. Die Polizei ist so gut wie kaum noch sichtbar im Stadtgebiet, wie auch, nur noch die halbe Polizeieinheit ist im Dienst. Man schrumpft sich von Seiten der Stadt finanziell „gesund“. Und wenn was passiert in der San Francisco Bay Area, dann in Oakland.

Kein Wunder, denn auch die Kriminellen, Berufschaoten und sonstige Vollpfosten der Bay Area haben mittlerweile verstanden, dass man hier alles ungstraft tun kann. Jüngstes Beispiel die Autobahn 880, direkt vor dem Coliseum, in dem die „A’s“, die „Raiders“ und die „Golden State Warriors“ spielen. 880 ist nicht einfach so eine Nebenstrasse, es ist eine der Hauptverkehrsadern der Gegend, wie die Südwesttangente in Höhe Nürnberg-Hafen, nur eben auf acht Spuren.

Vorgestern hat dort eine Gruppe von jungen Leuten den Verkehr Richtung Süden total blockiert und dann angefangen „Doughnuts“ zu fahren. Quietschende und qualmende Reifen, Höllenspass….und nichts passierte. Nach gut einer Minute schrie jemand „5-0“, der Code für herannahende Highway Patrol Wagen. Die Rennfahrer in der aufgemotzten Familienkutsche machten sich schleunigst von dannen.

Das ganze wurde natürlich gefilmt und von einigen Beobachtern und auch Teilnehmern auf youtube gestellt. Dort kann man nun die hirnrissige Aktion sehen, die glücklicherweise zu keinen Toten oder Verletzten geführt hat. In Oakland schütteln Polizei und Stadtführung nur den Kopf. Irgendwas stimmt hier nicht, aber ändern wird sich an der Gesetzlosigkeit in naher Zukunft sicherlich nichts.

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