Kraftwerk in Oakland

„Where did you get that Radio Goethe jacket?“, fragte mich einer im Fox Theater in Oakland. „I am Radio Goethe“, meinte ich darauf. Klar, an so einem Abend muß ich doch meine von Atze Bauer bedruckte Radio Goethe Jacke tragen. Kraftwerk spielten zum ersten mal in meiner Wahlheimat Oakland. Erst wurde ein Konzert angekündigt, nun sind sie an drei Abenden in der Stadt. Ausverkauft.

Mein erstes 3D Konzert und es war der Wahnsinn. Am Eingang erhielt jeder Besucher eine 3D Brille ausgehändigt. Auch wenn mit Ralf Hütter nur noch ein Gründungsmitglied mit dabei ist, das macht rein gar nichts aus, denn die Kraftwerker bewegen sich eh nicht viel auf der Bühne. Vier Pulte, dahinter stehen sie in seltsam gestreiften Anzügen und dahinter eine riesige Leinwand, auf der Symbole herumfliegen und Filmchen gezeigt werden. Dreidimensional wohlgemerkt, der eine oder andere im Publikum, etwas berauscht vom nordkalifornischen Gras und den elektronischen Klangteppichen der Düsseldorfer, duckte sich immer mal wieder vorsichtshalber weg. Yeah!

Rund 140 Minuten lange beschallten Kraftwerk ihr begeistertes Publikum, der Altersdurchschnitt lag bei etwa 50. Ich war also weitaus nicht der Älteste, eher so im unteren Durchschnitt. Alle Platten der Elektro-Pioniere wurden abgearbeitet. Es klang frisch und doch, hier wurde das Fundament der modernen Musikwelt präsentiert. Kraftwerk leben von ihrem Namen, von ihrer Grundlagenarbeit in den 70er Jahren. Und doch ist das anders, als wenn hier Uriah Heep auf der Bühne stehen würde. Es ist nicht einfach ein Abspielen alter Songs, quasi „Easy Livin'“. Kraftwerk arbeiten vielmehr mit den technischen Möglichkeiten von heute, um ihren „alten“ Sound ganz neu zu präsentieren. Es ist ein Wohlfühl-Klangbad, in dem man sich akustisch und visuell aalt. Ein Hörgenuss für alte Fans und junge Neugierige, die von diesen „Germans“ schon viel gehört, aber sie noch nie so nah erlebt haben.

Collegeradio ist ein Kraftwerk

KraftwerkIch habe hier ja schon viel über Collegeradio in den USA geschwärmt. Die Uniradios sind viel mehr als nur Studentenradio. Sie übernehmen oftmals die Aufgabe des „Community“ Radios, geben Minderheiten und anderen Themen ein Forum. Und sie sind Trendsetter. Viele Bands, die heute legendär sind, wie Nirvana, R.E.M., Metallica uva. haben auf Collegeradio begonnnen.

Ein DJ von KUSF hat mir nun eine Audiofile zugeschickt, die das erneut untermauert. Ende der 70er Jahre interviewte WKSU, der Sender von Kent State University, Ralf Hütter von Kraftwerk. Die Macher von Collegeradio erkannten schon früh, dass Kraftwerk bahnbrechende musikalische Ideen haben. Und die Band hat mit der Kurzversion von „Autobahn“ einen genialen Schachzug gemacht, denn damit war es möglich diesen Song in der normalen Rotation von Radiostationen unterzubringen. Da die Mitglieder der Düsseldorfer Formation sehr selten Rede und Antwort standen und stehen hier das WKSU Interview zum Nachhören.

Kraftwerk auf WKSU