30 Minuten…ausverkauft!

RammsteinRammstein haben es geschafft. Innerhalb von nur 30 Minuten sind alle Tickets für ihr Konzert im Madison Square Garden in New York restlos ausverkauft gewesen. Das Konzert am 11. Dezember ist das einzige der Band in den USA und das erste seit zehn Jahren. Fans aus allen Teilen des Landes werden dafür in den Big Apple reisen. Rammstein ist die erste deutsche Band, die solch einen Vorverkaufshype losgetrete hat.

Rammstein kommen in den Big Apple

Am Freitag begann der Vorverkauf für das einzige US Konzert der Berliner Schwermetaller und Schockrocker Rammstein. Am 11. Dezember wollen sie den Madison Square Garden in New York mit 20.000 Fans füllen.

Die Band freut sich auf diesen Auftritt und spricht von einem historischen Konzert. Und die amerikanischen Fans werden da sein. Schon jetzt laufen die Foren und Fanwebseiten heiß. Rammstein gilt in den USA als eine der besten Live-Bands. Seit Jahren schon machten die Berliner einen großen Bogen um die USA. Eine Tour war zwar für diesen Herbst geplant, wie Gitarrist Paul Landers gegenüber der NZ erklärte, doch nun wird es erst einmal ein Konzert im legendären „Garden“ geben. Die Fans der Deutschen hoffen jedenfalls noch auf eine umfangreiche Tour im neuen Jahr.

Und hier noch das offizielle Promo-Video für das Konzert am 11. Dezember.

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New York singt „Du hast“

nycRammstein sind die weltweit erfolgreichste deutschsprachige Band. Ob das deutsche Kulturkritiker und Feuilletonisten wollen und gut finden oder nicht. Konzerte in Mexiko sind in Stunden ausverkauft, ihr Konzert auf einem Festival im kanadischen Quebec haben rund 130.000 Fans gesehen, Südamerika und Osteuropa sind Heimspiele für die Berliner Schwermetaller. Zwischen Rio, Moskau und Tokio singen die begeisterten Anhänger mit, was Till Lindemann auf der Bühne vorgibt. „Du hast“, „Amerika“, „Pussy“, „Links 2 3 4“. Alleine die DVD „Völkerball“ zeigt, dass Rammstein mittlerweile mehr fürs Deutschlernen im Ausland tut als das staatlich geförderte Goethe-Institut.

Nun kommt die Band erneut in die USA. Am 11. Dezember steht ein Konzert im Madison Square Garden in New York City an, das erste seit zehn Jahren in den USA. Und schon jetzt ist der „Buzz“ riesig bei den Fans. Wenn am 8. Oktober die Karten in den Vorverkauf kommen, werden die in nullkommanichts vergriffen sein. Rammstein begeistern und faszinieren und provozieren noch immer. Deutschlands Musikexport Nummer eins ist nicht zu stoppen.

Deutsch im Nordwesten

Ich bin gerade in Seattle. In den letzten Tagen ging es an verschiedenen Universitäten in der Region und an den Deutschprogrammen dort um die deutsche Musikszene. Habe ausgeholt und den Bogen von den Anfängen in den 60er Jahren bis heute gespannt.

Das Interesse war und ist da. Was mich vor allem freute, der Grossteil der Professoren und Studenten kennt sich gut aus und kam auch mit gezielten Fragen. Ich bin begeistert, denn mit Musik lassen sich kulturelle Brücken schlagen.

Immer wieder wurde nach Peter Fox gefragt, der zwar in den USA nicht veröffentlicht ist, aber seine Songs sind dennoch bekannt.
Und natürlich Rammstein, hier warten schon einige auf die anstehende US und Kanada Tournee im Herbst.
Heute geht es noch an eine Uni in Tacoma, am späten Nachmittag fliege ich dann zurück nach Oakland.

Neujahrsnacht im Sendestudio

Sitze im KUSF Sendestudio mit meinem 2009er Mix. Alles duster, nur eine kleine Lampe brennt. Silvester in San Francisco mal anders erleben. Einige Parties sind in der Umgebung zu hören, aber die Knallerei fehlt. Ist nicht erlaubt, denn hier sind die Häuser aus Holz und das könnte ins Auge gehen. Also bleibt es weitgehend ruhig auf den Strassen.

2009 war gar nicht mal so ein schlechtes Jahr für die Musikszenen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Einige richtig tolle Alben wurden veröffentlicht, wie z.B. Sophie Hungers „Monday’s Ghost“ oder Soap & Skin mit „Lovetune for vacuum“ oder Eisheilig mit „Imperium“ oder Diary of Dreams mit „(if)“. Klar, in einer solchen Sendung über 2009er Veröffentlichungen muss ich auch Rammstein spielen. Aber auch einige Nürnberger Bands sind heute Abend on-air in San Francisco. Fiddler’s Green von ihrer sehr famosen Platte „Sports Day At Killaloe“ und Black Rust mit „medicine & metaphors“.

Na, es ist eine ganz bunte Mischung geworden aus ruhigeren, nachdenklichen Songs, bodenständigen Sachen, dann auch ein bißchen Elektromucke und eben ein paar brettharte Dinger. Auf kusfarchives.com kann man später reinhören faaaaaalllllsssss es jemanden interessieren sollte. Ich wünsche auf alle Fälle ein schönes Neues Jahr aus San Francisco.

Grammy Blödelei

Gerade habe ich die Liste der Grammy Nominierungen für die 52. Preisverleihung durchgeschaut. Boah, wer nominiert hier eigentlich wen? Ich dachte immer, es geht bei dieser Auszeichung um aussergewöhnliche Leistungen in der Recording Industrie. Aber diese Liste…so was geht ja gar nicht. Klar, kann man sich über Geschmack streiten und den Mund fusselig reden, aber dass da immer die gleichen Verdächtigen auftauchen, die entweder wirklich keinerlei Innovation zeigen oder schon seit Jahren jenseits von Gut und Böse rumwandeln, das ist der Hammer. Green Day sind genauso dabei wie dieser nervige Dave Matthews und natürlich Bonos U2. Der hat sowieso das Abo bei solchen Bauchpinselveranstaltungen gebucht.

Und wenn ich Britney Spears schon wieder nominiert sehe, oder Bob Dylan in der Kategorie „Best Rock Solo Vocal Performance“, also, da hört der Spass ja wohl auf. Dylan ist ohne Zweifel eine Legende, ein brillanter Songschreiber, aber singen kann der nicht, konnte er noch nie und das wurde über die Jahre nur noch schlimmer mit der unverständlichen Näselei. Und was sollen die ganzen alten Recken im Hard Rock und Metal Bereich? Schauen sich die Juroren nur Bands aus ihrer Altersgruppe an oder wie kommen AC/DC und Judas Priest auf die Liste. Irre!

Also von Innovation, von Massstäbe setzen, von neuen Ideen und Wegen keine Spur. Sicherlich werden die Nominierungen immer auf Unverständnis und ohne Zweifel auch auf die verschiedenen Geschmäcker stossen. Aber den mittlerweile riesigen Independent Markt so aussen vor zu lassen, nicht zu beachten, dass ein gutes Album heute eben nicht mehr über die Major Labels herauskommen muss (und auch wird), das ist schon bedrückend. Kein Wunder, dass die herkömmliche Musikindustrie im Eimer ist. Denn wer so sehr auf Show und Schulterklopfen steht, der braucht sich nicht wundern, wenn keiner mehr den Mist kauft, der ihm da vorgesetzt wird.

Ich kann hier nur auf Collegesender wie KUSF verweisen, die ein alternatives Musikprogramm zum Kommerzgedudel bieten. Oder man schaut sich auf myspace um oder bei solchen Mailordern wie CDBaby. Die gute Musik ist nicht verloren gegangen, nur die Wege zwischen Musikern und Hörern haben sich verändert.

Rammstein auf dem Index

Liebe ist für alle daIch habe nun ein Problem. Wie erkläre ich Amerikanern, was ein Index ist und warum die jüngste CD von Rammstein „Liebe ist für alle da“ nun unterm Ladentisch verkauft werden muss? Auf Antrag der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nahm sich nun die traute Runde der Jugendschützer und Kämpfer des guten Geschmacks die Nummer 1 der deutschen Charts vor. Geht ja auch nicht, so einen Schweinkram massenhaft zu verbreiten! Da muss man schon 18 sein, denn ansonsten wird aus einem jugendlichen Hörer noch ein potentieller Amokläufer. Beispiele dafür gibt es ja genug, dachte sich wohl auch die in Internetforen nur als „Zensursula“ bekannte von der Leyen. Man denke nur an das Massaker an der Columbine High School, die Täter sollen ja angeblich auch eine Rammstein Platte in ihrem Regal stehen gehabt haben. Und auch das erste Video für die neue Platte „Pussy“ sei ja wohl der Hammer (unpassende Wortwahl, Herr Peltner!). Die Sexszenen würden, so die Prüfkommissare, zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animieren. Aids hat sich ja auch erst seit diesem Herbst drastisch ausgebreitet, weil Jugendliche nun wie die Böcke zum Rammsteinsound rumrammeln.

Ich frage mich echt, ob die werten Damen und Herren sich schon mal die Mühe gemacht haben, englischsprachigen Bands auf die schmutzigen Finger zu schauen. Wahrscheinlich pfeifen sie sogar die Melodie von Fran Zappas „Bobby Brown“ mit. Na ja, man sollte das eine nicht gegen das andere ausspielen. Tatsache ist wohl einfach, dass so eine Indizierung der jüngsten Rammstein Platte lächerlich ist. Ich frage mich wirklich, was das soll. Bislang ist die Begründung der Bundesprüfstelle noch nicht veröffentlicht worden, „Liebe ist für alle da“ steht also noch in den Plattenregalen, ist noch ohne weiteres über amazon.de erhältlich. Aber schon bald muss man seinen Ausweis zeigen, um den Silberling ganz legal kaufen zu können. Auch schön! Na, hier drüben in den USA bin ich das ja vom Bier bestellen in der Kneipe gewöhnt, ich sehe ja mit meinen 41 auch noch so aus wie 15.

Es wird sich also zeigen, ob diese Massnahme zum drastischen Verkaufseinbruch des Albums führen wird. Aber, wo kämen wir auch hin, wenn man Jugendlichen in Deutschland Gewalt und Pornographie zugänglich machen würde. Sowas sieht man ja sonst nirgends, oder?

Interview mit Rammstein

rammsteinDie neue Platte steht in den Läden. „Liebe ist für alle da“ ist das sechste Studioalbum der Berliner Schwermetaller. Fans weltweit haben lange auf diese Veröffentlichung gewartet. In Online Foren und Boards ging es seit gut einem halben Jahr rund, denn klar war, Rammstein sind auf dem richtigen Kurs. Die Songs wurden im kalifornischen „Wine Country“ nördlich von San Francisco eingespielt. Im November nun beginnt die Tour, quer durch Europa. Grosse Festivaltermine für das kommende Jahr sind auch schon festgelegt worden, u.a. spielen Rammstein als Headliner bei „Rock im Park“ in Nürnberg.

Hier nun ein aktuelles Telefoninterview mit Rammstein Gitarrist Paul Landers:

Paul Landers:     

„Kein Mitleid für die Mehrheit“…

kmfdm…oder „Kein Mehrheit für die Mitleid“. Bekannter aber als KMFDM….(und nein, das steht nicht für „Kill Motherfucking Depeche Mode“). Dahinter steckt vor allem der aus Hamburg kommende Sascha Konietzko, und der hat wahrlich Musikgeschichte geschrieben. Mitte der 80er Jahre ging es als Kunstprojekt in Paris los, dann zog es ihn in die USA, wo er die Musikszene gehörig aufmischte. Konietzko und seine KMFDM gelten heute als Pioniere des Elektro-Metal-Industrial Sounds. Harte, treibende Beats, provokante Lyrics und schweisstreibende, lautstarke Shows.

Am heutigen Abend waren KMFDM mal wieder in San Francisco. Das erste mal, seitdem Sascha Konietzko und seine Frau und Bandkollegin Lucia Cifarelli von Seattle zurück nach Hamburg gezogen sind. Es war erneut ein Hammerkonzert. Ein Wechsel zwischen Klassikern und Songs der jüngsten CD „Blitz“.
KMFDM sind eine der wenigen deutschen, oder deutsch geleiteten Bands, die es international zu Ruhm gebracht haben und als Pioniere ihres Genres gelten. Ohne Zweifel haben sie Bands wie Oomph! oder auch Rammstein massgeblich beeinflusst (Rammstein tourte u.a. zuerst als Vorband von KMFDM durch die USA).

Der Ballsaal (!) des Grand Regency war am Abend sehr gut gefüllt und die Fans sangen auch bei den zahlreichen deutschsprachigen Songs kräftig mit („Hau Ruck“, „Tohuvabohu“, Potz Blitz!“). Ob sie es verstanden, weiss ich nicht, aber deutsche Texte sind kein Hindernis mehr in den USA. Bei KMFDM ist die deutsche Sprache sogar zu einem wesentlichen Element der Musik und des Sounds geworden. Natürlich habe ich auch mein iPhone hochgehalten, man sieht nicht viel…aber, hey, ich war da.

KMFDM auf myspace

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Rammstein machen ernst

Seit ein paar Wochen wundern sich amerikanische Rammsteinfans; was ist aus dem Forum herzeleid.com geworden. Denn dort findet man nur noch eine alte Version von 1999. Herzeleid.com war die wohl grösste und meist frequentierte Fan betriebene Webseite, die sich vor allem mit Rammstein, aber auch mit anderen deutschen Bands beschäftigte. Dort wurden News und Infos über die Band ausgetauscht, Texte und Inhalte diskutiert, es war ein Treffpunkt der riesigen nordamerikanischen Rammsteingemeinde.

Doch nun ist sie weg. Der Grund liegt bei Rammstein selbst. Ein bislang Unbekannter hatte auf You Tube einen Song des neuen Albums eingestellt „Liebe Ist Für Alle Da“. Rammstein veranlasste die umgehende Löschung des Titels, doch wohl zu spät. Auch tauchten im World Wide Web brandneue Promophotos der Band auf, die noch nicht zur Veröffentlichung freigegeben waren. Und auf Foren, wie herzeleid.com und auch die grösste europäische Fanseite  wurden Song und Bilder breit diskutiert. Doch, wie mir vom Betreiber versichert wurde, war der Song nie frei zugänglich und zum Download auf dem Forum erhältlich. Vielmehr nutzten „Fans“ das Forum, um sich über das Lied auszutauschen und sich gegenseitig „Liebe ist für alle da“ per Email zuzuschicken. Doch die Plattenfirma Universal und auch das Management verlangten die vorübergehende Schliessung, um dem ganzen Hin und Her ein Ende zu setzen.

Das Management der Band ging wohl auch einen Schritt zu weit und drohte hinter vorgehaltener Hand mit Unterlassungsklagen. rammstein-austria.com nahm umgehend alle Inhalte dazu von den Seiten, herzeleid.com stellte eine alte Version des Forums online. Die Berliner Schockrocker verstehen da keinen Spass, auch wenn die weltweite Rammsteingemeinde sehnsüchtig auf neue Songs, Infos und News wartet, und die Betreiber solcher Foren keinerlei illegale Machenschaften unterstützen und selbst riesige Fans der Band sind.

Im Oktober wollen Rammstein ihre neue Platte veröffentlichen, im August soll die erste Single Auskoppelung die Runde machen.