„Der müde Tod“ im Elektrogewand

Musik ist eine internationale und vor allem zeitlose Sprache. Ich weiss, wovon ich rede, denn seit fast 13 Jahren lege ich CDs im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf. Deutsche CDs wohlgemerkt, deutsche Mucke. Und die reicht von den experimentellen Klängen der sogenannten Krautrock Ära, a la Faust, bis hin zu den harten Riffs von Rammstein und den Country-Rock Tönen der Nürnberger Smokestack Lightnin‘. Erlaubt ist alles, was Spass macht und ankommt.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich durchaus meine Vorlieben habe. Da ist zum Beispiel die Berliner Elektro-Szene. Da passiert einfach so viel, da kommen immer neue Sachen, neue Impulse. Das reicht von der DJ-Szene bis zu avantgardistischen und experimentellen Klängen.

Eine Band, die es mir besonders angetan hat ist ALP. Wie kann man ihre Musik beschreiben? Oder, wie lässt sich ihre Musik, dieser kompakte Sound, in Worte fassen? ALP nehmen von allem etwas. Da hört man Downbeat, da hört man Punk, da hört man Avantgarde. Da sind langatmige, endlose Elektrobeats aufgetürmt, die dann von fetzigen Gitarrenriffs zerteilt werden. ALP heisst hinhören. Es ist Soundtrack Musik, für den eigenen kleinen Film, der von den Momentaufnahmen des Alltags lebt. Klingt das zu kompliziert? Ok, hier sind einige Soundbeispiele:

ALP1:      
ALP2:      
ALP3:      

ALP bringen aber nicht nur diesen vereinenden Charakter verschiedenster Einflüsse in ihre Musik. Sie nutzen die Sprache Musik für alte Filme. Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit sie in Berlin-Friedrichshain irgendwo in einer Hinterhofgarage live zu sehen. Es war ein schräger Club in einer ehemaligen Werkstatt. Ein Euro Eintritt, ein Euro Bier…und dann kamen ALP auf die Behelfsbühne. Hinter ihnen eine Leinwand, auf der „Panzerkreuzer Potemkin“ lief…und ihre Musik untermalte diese alten Schwarz-Weiss Bilder, hauchten ihnen ein ganz neues Leben ein. Das zeichnet ALP aus, sie überbrücken Genres und Zeiten.

Und nun kommen ALP nach Nürnberg, mit einem „neuen“ Film im Gepäck. „Der müde Tod“ von 1921. Fritz Langs Klassiker. Das ganze findet am kommenden Sonntag, 10. Mai (21. Uhr) im Kommkino statt. Also hingehen, geniessen, eintauchen in Bilder und Soundwelten.

YouTube Preview Image

Anker los – Rammstein auf voller Fahrt

till99.2.jpegSeit Wochen kamen regelmässig Anfragen aus allen Teilen der Welt. „Weisst Du was über die neue Rammstein CD? Wann kommt die neue Platte? Was macht die Band gerade?“

Im Januar hatte ich eine Rammstein Sondersendung auf Radio Goethe und ein Zweistundenspezial auf KUSF San Francisco. Darin auch ein Interview mit Gitarrist Paul Landers, der ankündigte, das neue Album würde noch in diesem Jahr verwirklichlicht werden. Diese Sendung war die erfolgreichste Radio Goethe Show überhaupt, von überallher schalteten sich Fans zu. Rückmeldungen kamen von Japan bis Brasilien,  von Russland bis Alaska. Darum also die Anfragen, ob ich was wüsste.

Und ja, Rammstein sind im Endstadium für ihr neues Album. Ab dem 9. November werden sie in einem Studio ausserhalb von San Francisco die neuen Songs einspielen. Ich bin schon gespannt, was da auf uns zu kommen wird, mit Sicherheit steht eine Rammstein Sondersendung an…

Von Silbermond, Rammstein und Megaherz

Nach einer endlos langen Autofahrt bin ich wieder zurück. Ich war in Corvallis und Eugene, zwei Uni-Städte in Oregon. Beide haben ein sehr aktives Deutschprogramm und im Zuge von zwei Veranstaltungen über 60 Jahre Berliner Luftbrücke, wurde ich eingeladen, das ganze am Abend noch mit einem Deutschmusikmix abzurunden.

Es waren zwei interessante Abende, die mich ein bisschen an die Realschulparties in Nürnberg Eibach erinnerten…na ja, ich gebe es ja zu, ein paar Kracher aus der NDW-Zeit habe ich auch gespielt. Aber die gehören ja auch dazu, zeitlose Musik sozusagen…Anyway, was ich eigentlich sagen wollte war, den Amerikanern sagt die deutsche Musikszene wirklich zu. Da wurde nach der neuesten Megaherz CD „Heuchler“ gefragt, Rammstein wurden gleich mehrmals gewünscht. Doch auch Bands wie Rummelsnuff, Silbermond, Tokio Hotel, Sportfreunde Stiller und Die Fantastischen Vier waren angesagt.

In Corvallis waren einige im Club, die auch meine Sendung „Radio Goethe“ hören, lokal ausgestrahlt auf KBVR. Von daher kann ich noch verstehen, dass bei manchem ein breites Spektrum der deutschen Musikszene bekannt ist. Aber in Eugene kannte man die Sendung nicht, doch auch da kamen Musikwünsche nach ganz speziellen Sachen.

An beiden alkoholfreien Abenden (weil auf Uni-Geländen) waren DJs wie Tomcraft und Lützenkirchen der Renner. Ich war nur froh, dass ich nicht „3 Tage wach“ übersetzen musste….“Pille, Palle…druff, druff, druff„…ich glaube, dann hätte ich geschaut wie das sprichwörtliche Achala, wenn’s blitzt….