Das Ende einer Ära

Seit 1909 wurden Hunderttausende von Soldaten im Walter Reed Army Medical Center versorgt. Zuletzt rund 18.000 Verletzte aus den Irak und Afghanistan Feldzügen. Ihre erste Station zur Stabilisierung war meist in Deutschland die Air Force Base in Ramstein, bevor es weiter ging nach Washington DC. Präsident Dwight Eisenhower starb im Walter Reed Hospital genauso wie die Generäle J. Pershing und Douglas MacArthur. Walter Reed ist zweifellos eines der bekanntesten Krankenhäuser der Welt.

Doch nun ist Schluß. Nachdem 2007 ein Skandal die amerikanische Öffentlichkeit schockierte, werden nun endgültig die Tore des Hospitals geschlossen. Nach zahlreichen Beschwerden fand eine eingesetzte Kommission heraus, dass die Bedingungen für die verwundeten GIs im Walter Reed Medical Center nicht mehr zeitgemäß und alles andere als heilsam waren. Die Versorgung war schlecht, das Alter der Gebäude zeigte sich und bauliche Maßnahmen konnten nicht mehr den Verfall aufhalten.

Das Hauptgebäude wird allerdings nicht abgerissen, es steht unter Denkmalschutz. Die neuen Mieter stehen auch schon fest, das State Department und der District of Columbia werden die Räumlichkeiten nutzen. Das eigentliche Krankenhaus zieht um vor die Tore der Hauptstadt, nach Bethesda, Maryland und wird fortan „Walter Reed National Military Medical Center“ heißen.

Kein gutes „Timing“

Gestern war „Veterans Day“ in den USA. An diesem Tag gedenkt die amerikanische Nation ihrer Veteranen, die in den Kriegen rund um den Erdball für Frieden, Freiheit und Demokratie kämpften. In den letzten Jahren, seit Beginn der Offensiven im Irak und in Afghanistan, ist dieser Feiertag wieder ganz wichtig geworden. Überall weht die amerikanische Flagge, die Soldatenfriedhöfe sind geschmückt, in Veranstaltungen im ganzen Land wird an den Einsatz der Soldaten gedacht. Wie bedeutend dieser Tag ist, zeigt auch der Blitzbesuch von First Lady Michelle Obama auf dem amerikanischen Militärstützpunkt in Ramstein.

Und genau an diesem Tag erschien in unzähligen von amerikanischen Tageszeitungen der jüngste Garfield-Comicstrip von Jim Davis (siehe unten). Und der war leider zeitlich total unpassend, denn etliche Leser und Kritiker sahen dies gleich als Angriff auf die Veteranen, als ein politisches Statement, als ein Belächeln der „wahren Helden“. Als Davis morgens in Muncie, Indiana, die Zeitung aufmachte, mußte ihn wohl der Schlag getroffen haben, denn umgehend ließ er eine Stellungnahme veröffentlichen, in der er sich ausdrücklich für das „Timing“ entschuldigte. Dieser Comicstrip sei schon vor mehr als einem Jahr gezeichnet worden und er habe dabei auf keinem Fall das US Militär im Sinn gehabt. Vielmehr habe sein Bruder in Vietnam gekämpft und sein Sohn sei im Irak und in Afghanistan eingesetzt worden.

Veteranenverbände sehen das ganze gelassen, sowas passiere und eine Entschuldigung sei nicht notwendig. Doch konservative News Organisationen, wie FOX News, blasen das ganze unnötig auf. Muß wohl so sein, denn wir sind ja hier drüben auch in einem „Cultural War“, und wer dabei das Militär unterminiert, dient dem Feind.

GARFIELD-VETERANS-DAY