Der IS soll sich warm anziehen

Präsident Barack Obama während seiner Rede an die Nation. Foto: Reuters.

Präsident Barack Obama während seiner Rede an die Nation. Foto: Reuters.

Erst zum dritten mal in seiner Amtszeit hat sich Präsident Barack Obama aus dem Oval Office des Weißen Hauses an die Nation gewandt. Das unterstreicht schon die Bedeutung dieser Rede am Sonntagabend, nur wenige Tage nach dem Terroranschlag von San Bernardino, bei dem 14 Menschen getötet und 17 weitere zum Teil schwer verletzt wurden:

Der Präsident sprach deutliche Worte in seiner 13minütigen Rede, ohne dabei groß zu überraschen. Die vergangenen Tage hatten bereits den Ton vorgegeben. Amerika will sich mit seinen Partnern aktiver im Kampf gegen die Terrorgruppe des Islamischen Staates engagieren. Mit weiteren Luftangriffen, mit Spezialeinheiten am Boden, mit weitreichender Unterstützung lokaler Truppen. Obama machte deutlich, dass die USA sich nicht erneut in einen teuren und gefährlichen Bodenkrieg in der Region reinziehen lassen.

Obama rief die moslemischen Gemeinden im Land zur Mitarbeit auf, um radikale Strömungen frühzeitig zu erkennen und auszumerzen. Doch Obama machte auch deutlich, dass Moslems mitten im amerikanischen Leben stehen. „Moslemische Amerikaner sind unsere Freunde und unsere Nachbarn, unser Mitarbeiter, unsere sportlichen Helden….und ja, sie sind auch die Männer und Frauen in Uniform, die bereit sind, für dieses Land zu sterben“.

Die Reaktion der Republikaner ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Die Präsidentschaftskandidaten Ted Cruz und auch Donald Trump warfen dem Präsidenten Versagen vor. Er habe zu lange gewartet, um hart gegen den IS vorzugehen. Der Terror in den USA wird mit Sicherheit eines der heißen Themen in den kommenden Wahlkampfmonaten sein.

Hier kann man Barack Obamas Rede hören:

Rede an die Nation 06.12.2015