Der Ausverkauf der „State of the Union“

Eigentlich ist diese Rede des Präsidenten, eines jeden Präsidenten, die wichtigste im ganzen Jahr. Es soll eigentlich eine überparteiliche Rede sein, die das Land zusammenbringen kann, zusammenbringen soll, die zeigt, wir alle sind Amerika. Eigentlich!

Doch Donald Trump ist Präsident. Der selbstverliebte Geschäftemacher, der Washington nicht nur umkrempelt, der vielmehr das Land in einen Kulturkrieg geführt hat, sieht bekanntlicherweise vieles ganz anders. Er hat die bereits bestehenden Gräben in der Gesellschaft noch weiter vertieft und unternimmt keinerlei Anstalten Brücken zu bauen. Trump ist Trump und bleibt auch Trump. Nun ist er sogar soweit gegangen, die „State of the Union“ Rede an seine Unterstützer zu verkaufen, wie die „Washington Post“ meldet. Wer will, kann gegen einen Betrag seinen eingeblendeten Namen beim Live-Streaming der Rede über die Webseite des Kandidaten Trump 2020 sehen. Das nennt Trump dann die gemeinsame Bewegung, das gemeinsame Anliegen, das Trockenlegen des Sumpfes, wenn er nationale Symbole zu Bargeld machen kann.

In den USA ist man gespannt auf diese erste Trump Rede zur Lage der Nation. Es wird zweifellos ein Schulterklopfen werden, wie großartig, wie einzigartig, wie historisch Donald Trump als Präsident ist. Und das aus dem Mund des Präsidenten selbst. Der heutige Abend wird erneut zeigen, dass es in den USA zwei Realitäten gibt, die einfach nicht zusammenpassen.

The State of the Union is strong

„The State of the Union is strong“. Eigentlich sagt das ja jeder Präsident. Muß er auch irgendwie, denn wer sagt schon gerne, dass die Lage alles andere als gut ist. Mehr Jobs, die Wirtschaft funzt, die Welt blickt neidisch auf dieses Amerika. Diese Reden zum Jahresbeginn ähneln sich, egal ob da ein Demokrat oder ein Republikaner am Mikrofon steht. Ein bisschen Politik wird gemacht, ein bisschen schielt man schon auf die kommenden Wahlen. Der Kongress sollte endlich handeln für die Mittelklasse, für hart arbeitende Amerikaner, für Schüler und Studenten, für die Energieunabhängigkeit, für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, für Gerechtigkeit in der Gesellschaft, ach ja, wer Amerika angreift, kriegt einen auf die Mütze. Deutliche Worte an die Terrorfraktionen rund um den Globus.

Dann wird etwas vom American Dream eingeworfen, die Immigranten, die hierher kommen und sich mit Tatendrang ans Tageswerk machen, sich hoch arbeiten, ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen, die in Mexiko, Mittelamerika, irgendwo in Asien oder auch in Europa nicht möglich war. Hierher kommen sie alle, in „God’s Country“…God bless America.

Dann die obligative und durchaus auch berechtigte Verneigung vor den Frauen und Männern in Uniform. Komisch nur, dass die, die da irgendwo in einem Wüstensand oder einem entlegenen Flecken Erde für Amerika kämpfen, eigentlich nie die Kinder der Kongressabgeordneten sind. Und welcher Präsident war eigentlich schon mal im Einsatz? In vorderster Reihe, direkt vor dem „Commander in Chief“ sitzen die Generäle des militärischen Führungsstabs, neben der First Lady ein schwer verwundeter Veteran. Die Bilder ähneln sich Jahr für Jahr.

Die „State of the Union“, die Rede zur Lage der Nation, ist ein immergleiches Schauspiel. Amerika feiert sich selbst. Ein bißchen werden die Differenzen zwischen Republikanern und Demokraten unterstrichen, aber irgendwie sind wir doch alle Amerikaner an diesem Abend. Allein der Blick in die Berichterstattung der Medien aus Übersee zeigt, wie diese nichtssagende Rede überbewertet wird. Der Präsident macht an diesem Abend keine Politik. Er packt das, was in den letzten 12 Monaten gelaufen ist…oder schief gelaufen ist… in schöne Worte. Applaus. Standing Ovations. America, the land of milk and honey .

„But if we work together; if we summon what is best in us…with our feet planted firmly in today but our eyes cast towards tomorrow, I know it’s within our reach. Believe it. God bless you, and God bless the United States of America.“

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Wahlkampfpräsident Obama

      Obama Rede

Da ist er wieder. Der Wahlkämpfer Barack Obama. Locker, flockig, lächelnd und mit Charme, Witz und ganz nah. Das kann er. Das kann er richtig gut. Er redet über die Mittelschicht, über Jobs, über all das, was seine Administration gemacht hat und noch schaffen will.  Und da sind wir auch schon beim wichtigsten Wort dieser Obama Rede; will. Er will ja so viel, aber irgendwie geht nichts zusammen. Reden kann er, das muß man ihm lassen.

Barack Obama schien in den letzten Wochen ziemlich angeschlagen. Seine eigene Parteibasis und seine Wähler waren von ihm mehr als enttäuscht. Was er da lieferte, überraschte viele, das erinnerte eher an George W. Bush, als an den Friedensnobelpreisträger Obama. Nun will er wieder angreifen, den Wahlkampf für 2014 einläuten….es geht um den „American Dream“, die Mittelschicht und ja, um sein politisches Vermächtnis.

Dazu ein aktueller Audiobericht.

Angela Merkel in Stanford

merkelBundeskanzlerin Angela Merkel kam nach ihrem Washington DC Trip nach Kalifornien. Neben einer Stippvisite in Hollywood stand auch die San Francisco Bay Area auf dem Programm. Überschattet wurde der letzte Tag ihrer USA Reise von der Nachricht der getöteten deutschen Soldaten in Afghanistan.

Am Donnerstagmorgen besuchte Merkel das Lawrence Berkeley National Lab und wurde dort von 130 deutschen Wissenschaftlern empfangen. Danach ging es ins Silicon Valley. Dort besuchte die Kanzlerin einige Unternehmen. Zum Abschluss stand noch ein Vortrag auf dem Campus der Stanford University an. Hier die gesamte Veranstaltung im O-Ton:

      Angela Merkel in Stanford

Ready for War

West PointWest PointDie Kadetten, die am Dienstag in West Point auf die Rede Präsident Obamas warteten, waren in guter Stimmung. Die Zeit, bis der „Commander in Chief“ eintraf, nutzten sie mit interessanter Lektüre. Einer lass „Kill Bin Laden“, ein anderer schmökerte in „On Killing: The Psychological Cost of Learning to Kill in War and Society“. Und nun gehen diese Bilder um die Welt. Macht bestimmt einen guten Eindruck zwischen Afghanistan und Pakistan.

Eiertanz mit Barack

ObamaDie seit Wochen und Monaten mit Spannung erwartete Rede des amerikanischen Präsidenten sollte die Nation einen. Doch stattdessen spaltete sie nur noch mehr.

Hier ein Audiobericht:

      Obama Rede

Quer durchs Land und zurück

Sitze in aller Hergottsfrühe am Flughafen in Indianapolis. Na ja, so früh ist es auch nicht mehr, aber als „freier Journalist“ gewöhnt man sich daran, dass man morgens nicht unbedingt um 6 aufstehen muss. Ausserdem bin ich wohl eher ein Nachtmensch als ein Frühaufsteher.

Ich bin in Indianapolis, weil ich gestern an der Ben Davis High School über „1989 – the year the Berlin Wall came down“ gesprochen habe. An der High School gibt es auch einen Sender, WBDG, der schon seit Jahren mein Radio Goethe Programm ausstrahlt. Über diese Verbindung kam es zu dieser erneuten Einladung. Im letzten Jahr war ich schon mal hier, damals ging es um die Geschichte/Entwicklung der deutschen Musikszene. Gestern kam ich an, quer durchs Land, drei Stunden Zeitunterschied und nun geht es zurück. Wat’n Stress.

Aber solche Besuche sind durchaus interessant und bringen auch was. Letztes mal hatte ich kurz mit Jon von WBDG über die High School gesprochen und dabei erfahren, dass es an der Schule auch eine Deutschklasse gibt. Davon hatte ich dann meiner Bekannten Dagmar Freitag (MdB) aus Iserlohn erzählt, die wieder auf der Suche nach einer Partnerschule war. Zuvor hatten wir schon die Nordhoff High School in Ojai mit einem Gymnasium in Hemer verbandelt. Und dadada…. nun gibt es auch ganz offiziell eine Schulpartnerschaft zwischen der Ben Davis High School und einem Gymnasium in Iserlohn. Toll! Und nur wenige Tage vor meiner Ankunft ist die erste Gruppe von deutschen Schülern wieder abgefahren. Der Austausch ist also bereits angelaufen, im März fährt die erste Gruppe von hier nach Iserlohn.

Und nun sitze ich hier am Flughafen und warte auf meinen Flieger nach Las Vegas, von dort dann weiter nach Oakland. Heute Abend habe ich wieder meine Live-Sendung auf KUSF, zuerst wird es in der Magazinsendung die Rede von Angela Merkel vor dem Kongress geben und danach….ja, Mucke eben. Der gute deutsche Sound wird den Äther von San Francisco und Umgebung erfüllen. Auch schön!

Obama und seine Nicht-„State of the Union“

Barack Obama trat am Dienstag zum ersten mal vor den versammelten Kongress.

Dazu ein aktueller Audiobeitrag:

      State of the Union