Getötet im Einsatz

Steven Sotloff war einer von 60 Journalisten, die 2014 umgebracht wurden.

Steven Sotloff war einer von 60 ermordeten Journalisten.

Es ist eine traurige Bilanz. Mindestens 60 Journalisten wurden in diesem Jahr in Ausübung ihres Berufes oder weil sie Journalisten waren getötet. Es sind 10 weniger als noch ein Jahr zuvor, doch in den letzten drei Jahren sind so viele Reporter umgebracht worden, wie noch nie zuvor. Die grausamsten Morde waren die Enthauptungen der amerikanischen „Freelancer“ James Foley und Steven Sotloff, die von den IS Terroristen in Syrien umgebracht wurden.

Viele Reporter, Kameraleute, Fotografen starben, deren Namen meist unbekannt sind, die sich jedoch für eine Geschichte in Gefahr begaben. Sie waren in Kriegsgebieten unterwegs, berichteten über Korruption, recherchierten über das, was andere nicht veröffentlicht haben wollten. Es ist diese tägliche Arbeit, die beim Lesen eines Artikels, beim Hören eines Rundfunkfeatures, beim Sehen einer Fernsehdokumentation, kaum transportiert werden kann.

Auf meinen Reisen in Krisenregionen hatte ich immer größten Respekt vor denjenigen, die sich ganz selbstverständlich im Gefahrenalltag bewegten. Sie leben dort, sie arbeiten dort, sie sind ganz selbstverständlich dort. Und wer einmal diesen Job macht, kommt nur noch selten davon los. Es sind nicht nur die Geschichten, nicht nur der Nervenkitzel, der zur Sucht werden kann. Es ist auch das Unverständnis auf das man stößt, wenn man zurück kommt und nur schwer über das berichten kann, was man gesehen, erlebt, erfahren, gefühlt hat.

Die Arbeit von Journalisten, von Medienschaffenden wird oftmals kritisiert. Manchmal zurecht. Doch wie eine Berichterstattung entsteht, gerade unter solch erschwerten Bedingungen, wie sie Reporter in Kriegs- und Krisengebieten erleben, ist nur schwer vorstellbar und nachvollziehbar. Die Zahl von 60 getöteten Journalisten in diesem Jahr drückt das nur annähernd aus. Doch als Leser, Hörer, Zuschauer sollte man daran denken, wenn man mit Nachrichten und Informationen im täglichen Leben lebt. Daran, dass andere dafür ihr Leben riskiert haben.