Der republikanische Donnerstagabend

Am 6. August ist es so weit. Die erste Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten steht an. Abends um 21 Uhr Ostküstenzeit werden dann die Top Ten Kandidaten in den Umfragen gegeneinander antreten. Zu diesem Zeitpunkt sind es: Donald Trump, Jeb Bush, Scott Walker, Marco Rubio, Ted Cruz, Rand Paul, Mike Huckabee, Ben Carson, Chris Christie und Rick Perry. Diese Gruppe verspricht einiges an Sprengstoff und verbalen Angriffen. Allein Trump feuert ja schon seit Wochen seine Salven auf die Mitkonkurrenten ab. Der vom Donald stark angegangene Perry ballerte jüngst zurück. Und Mike Huckabee hat vor ein paar Tagen Barack Obamas Irandeal als „marching the Israelis to the door of the oven“ beschrieben.

Es wird also ein unterhaltsamer Abend mit zahlreichen Tiefschlägen werden, wenn die Kameras und Scheinwerfer angehen. Donald Trump, der derzeitige Frontrunner, wird gewohnt austeilen, um seine Position zu festigen. Auf klare, inhaltliche Aussagen wird man bei dieser von FOXNews live übertragenen Debatte jedoch lange warten müssen.

Doch es sind ja noch mehr Kandidaten im republikanischen Splitterzirkus dabei. FOXNews hat nun Gnade walten lassen und eine zweite Veranstaltung angesetzt. Der Rest der Möchtegernpräsidenten, die es bislang nicht in die vordere Spitzengruppe geschafft haben, dürfen nun am gleichen Abend schon ab 17 Uhr Ostküstenzeit vor die Kameras treten, quasi als Einstimmung für das Hauptevent danach. Mit dabei sind John Kasich, Rick Santorum, Bobby Jindal, Carly Fiorina, George Pataki und Lindsey Graham. Diese Kandidaten haben zumindest ein Prozent in den Umfragen geschafft.

Doch das sind noch lange nicht alle republikanischen Kandidaten fürs Weiße Haus 2016. 18 weitere eher unbekannte Namen stehen zur Wahl, die man aber zumindest einmal erwähnen sollte. Da sind Skip Andrews, George Bailey, Michael Bickelmeyer, Kerry Bowers, Dale Christensen, Brooks Cullison, John Dummett, Jr., Mark Everson, Jack Fellure, Jim Hayden, Chris Hill, Michael Kinlaw, K. Ross Newland, Esteban Oliverez, Michael Petyo, Brian Russell, Jefferson Sherman, Shawna Sterling. Diese Gruppe von Republikanern wird am Donnerstag nicht mit von der Partie sein. Daneben gibt es keine Interviews im Fernsehen, Rundfunk und Print. Aber es zählt wohl der olympische Gedanke, dabei sein ist alles.

34 Republikaner wollen also Präsident werden. Allein diese Zahl zeigt schon, in welchem Zustand die Partei ist. Eine Frage muß also gestellt werden, wird ein möglicher republikanischer Präsident überhaupt die eigenen Reihen hinter sich haben, um regieren zu können?

Obama schreibt Geschichte

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Knapp aber dennoch. Die Amerikaner bekommen nach dem Votum des US Kongresses ihre Gesundheitsreform…Die Republikaner nannten es voller Häme nur noch „Obamacare“ und versprachen, den demokratischen Kollegen im kommenden Wahlkampf die Hölle heiss zu machen. Denn ihre gestreuten Fehlinformationen trugen Früchte in einer öffentlichen Debatte, die bescheuerter nicht hätte sein können. Die Republikaner malten den Teufel an die Wand. Obama wolle die Verstaatlichung des Gesundheitswesens, ein sozialistisches System wie auf Kuba, riesige Einschnitte für Senioren und letztendlich Kommitees, die über Leben und Tod von Kranken entscheiden sollen. Alles Humbug, doch weite Teile der amerikanischen Bevölkerung liessen sich von diesen Schauermärchen irre machen. Doch am Ende siegte die Vernunft. Amerika braucht ein funktionierendes Gesundheitssystem. Jeder, der hier schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, kann dem nur zustimmen.

Wie wichtig und historisch diese Abstimmung für die USA, für die Demokraten und letztendlich für den Präsidenten selbst war, zeigt die obige Rede von Barack Obama, der kurz vor Mitternacht noch vor die Fernsehkameras kam, um den Abgeordneten zu danken, die für die Reform stimmten.

Obama am Ende

So könnten am Montag die Schlagzeilen lauten, wenn das eintritt, was einige erwarten. Am Sonntag stimmt der US Kongress über die überarbeitete Gesundheitsreform ab. Ein Grossteil der Demokraten ist dafür, alle Republikaner dagegen und einige Demokraten wissen noch nicht genau, ob sie genug Mumm haben, um für das Gesetzeswerk zu stimmen. Es geht um alles für Präsident Barack Obama, für die Demokraten und auch für Amerika. Denn wenn die Gesundheitsreform nicht endlich in die Gänge kommt, wird sich die Situation für viele Amerikaner veschlechtern. Aber, wenn die Reform nicht angenommen werden sollte, wäre das auch zweifellos das Ende der Ära Obama. Er hat all seine politische Kraft und seinen Einfluss in die Waagschale geworfen, falls das nichts nützt, ist es aus mit dem „Hope“ und dem „Change“. Dann kann sich Amerika schon mal nach einem neuen Präsidenten umsehen. Barack ObamaObama kämpft bis zur letzten Minute, krempelt die Hemdsärmel hoch und pilgert von einer Veranstaltung zur nächsten. Am Samstagabend trifft er sich nochmals mit den Demokraten im Kongress, um ihnen ins Gewissen zu reden. Es geht um viel mehr, als nur um eine Reform. Es geht auch darum, ob die Demokraten sich noch als Partei der Arbeiter und des Mittelstandes sehen dürfen. Darum, ob sie Rückgrat zeigen und den Republikanern mit ihren platten und, ja, hinterfotzigen Drohungen die Stirn zeigen.

Die Republikaner lehnen die Reform ab, einfach weil sie es wollen und weil sie von Obama kommt. Der offene Hass gegen diesen Präsidenten ist schon erstaunlich. Sie reden von Patriotismus, erkennen aber Wahlergebnisse nicht an und blockieren den eigenen Präsidenten wo es nur geht. Auch wenn jeder in den USA weiss, der als Normalsterblicher schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, dass es so nicht weitergehen kann. Ohne Umschweife drohen die Republikaner damit, dass jeder Demokrat, der am Sonntag für die Gesundheitsreform stimmt, im Herbst bei den Kongresswahlen durchfällt. Deshalb haben sie von Anfang an eine Verleumdungs- und Irreführungskampagne gestartet, die Tatsachen und Sachverhalte total verdreht. Es geht nicht um die Information der Bürger, sondern um politische Grabenkämpfe. Wichtig ist der Grand Old Party nur, dass dieser verhasste Präsident zu Fall kommt oder zumindest ins Abseits gedrängt wird. Und etliche der demokratischen Abgeordneten haben die Hosen gestrichen voll. Sie wollen lieber ihren Job und die Wiederwahl garantieren, als das richtige für Amerika und die Amerikaner zu tun. Der amerikanische Politzirkus wird in diesen Tagen zur Horrorshow.

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Sexy oder sexistisch

Palin-NewsweekSarah Palin ist in dieser Woche auf dem Titelblatt des Nachrichtenmagazins Newsweek abgebildet. Da müsste sie sich ja eigentlich freuen, oder? Aber Palin zickt rum, denn heute kam ihr Buch „Going Rogue“ heraus und anstelle eines Photos von ihr in nachdenklicher Pose, wählten die Newsweek Leute ein Bild, das vor einiger Zeit für das Lauf-Magazin „Runners World“ geschossen wurde. Darauf Sarah in kurzen Shorts und mit viel Bein. Palin und ihre Unterstützer schreien nun laut „Sexismus“. Doch die Redakteure bei Newsweek lachen sich einen, denn so oft wurde ihr Cover schon lange nicht mehr im Fernsehen gezeigt und in anderen Blättern abgedruckt.

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