Romney marschiert weiter

Küßchen hier, Küßchen da. Einmal nett gelächelt und in die Menge gewunken. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat auch die Vorwahlen in Illinois gewonnen. Seine Delegiertenstimmen für den Wahlparteitag sind damit auf 563 angestiegen, 1144 braucht er, um den Sack zuzumachen. Romney hat auch in Illinois rund sieben mal so viel Geld investiert, wie seine Kontrahenten. Man wird den Eindruck nicht los, dass er sich die Wahl kaufen will. Das Establishment der Partei hat sich zwar hinter ihn gestellt, doch so richtig will der Funken innerhalb der GOP nicht überspringen.

Romney wird es schaffen, das steht außer Frage. Doch er wird weder die Partei im Wahlkampf einen können, noch die Novemberwahl gegen Barack Obama gewinnen. In Illinois ist erneut klar geworden, dass Romney nicht die Wähler und nicht die eigenen Parteimitglieder begeistern kann. Zwar gewinnt er die meisten Vorwahlen, doch mit erheblichem finanziellen Aufwand und dann auch nur gerade mal so. Einen Erdrutschsieg gab es im direkten Vergleich mit seinen Mitkonkurrenten noch nie.

Mitt Romney wird der GOP Kandidat für die Wahl 2012 werden. Doch es ist ein „Loser Ticket“. Die frühere Bush Vertraute und Außenministerin Condoleezza Rice hat bereits abgewunken, sie werde nicht als Vize-Kandidatin für Romney zur Verfügung stehen. Der sucht nämlich schon nach einem fähigen Partner, gerade im außenpolitischen Bereich. Rice ist sich dafür zu schade und distanziert sich. Wahrscheinlich auch mit dem Hintergedanken, dass sie sich ein paar Monate lang nicht die Hacken im Wahlkampf ablaufen will, um dann als Verliererin dazustehen.

Was nach den jüngsten Wahlergebnissen auch immer deutlicher geworden ist, Rick Santorum könnte Romneys Pläne ernsthaft gefährden, wenn denn da nicht ein egozentrischer und arroganter Newt Gingrich wäre. Der will einfach nicht aus dem Rennen ausscheiden, obwohl seine Chancen gleich Null sind. Wie es heißt will Gingrich auf alle Fälle bis zum Parteitag durchhalten und sich dann direkt an die Delegierten wenden. Sein Ziel ist es, mit einem wahltaktischen Manöver eine freie Kandidatenwahl auf dem Parteitag durchzusetzen. Gingrich meint, er sei genau der richtige für die Grand Old Party im Kampf gegen den „Sozialisten“ Obama. Von daher tritt er nicht ab, zieht weiterhin Wählerstimmen auf sich, die Rick Santorum dringend bräuchte. Gingrich ist ein Narzist, der jedem und in jeder Situation klar macht, dass er der eigentliche Führer Amerikas ist und sein sollte.

Die Republikaner haben große Ziele für dieses Jahr. Sie wollen das Weiße Haus gewinnen, die Mehrheit im US Kongreß halten und die Mehrheit im US Senat bekommen. Ich bezweifele allerdings, dass das alles mit einem Kandidaten Romney möglich ist, denn dessen Kandidatur legt offen, dass die republikanische Partei tief gespalten ist und alles andere als gemeinsam in den Wahlkampf zieht.

 

 

Exit Strategy: Deutscher Pass

Auf CNN strahlt gerade Rick Santorum in die Kameras. Er ist der große Sieger des heutigen Abends. Alabama und Mississippi, der Mann dreht nun auf. Mitt Romney winkt ab und meint, ist alles halb so schlimm, denn er liege immer noch bei den Delegierten vorne.

Ja klar….aber Tatsache ist, Santorum gewinnt und gewinnt und gewinnt. Wie dieser rosa Plüschhase in der Batteriewerbung. Wer bitteschön wählt ihn…oder anders gefragt, in welchem Land lebe ich eigentlich, wo ein Präsidentschaftskandidat sagen kann, die Erderwärmung ist alles nur „Schwindel“?  Obama kämpfe lieber gegen die angebliche Erderwärmung als für die amerikanischen Arbeiter. Aber die Krönung ist doch wirklich seine gestern geäußerte rhetorische Frage: „Die Gefahren von Kohlendioxid? Sagen Sie das mal einer Pflanze, wie gefährlich Kohlendioxid ist“. Kein Witz. Das hat Rick Santorum am Montag auf einem Energiekongress (!) in Biloxi, Mississippi, vom Stapel gelassen. Noch Fragen? Also ich weiß, warum ich meinen deutschen Pass behalte….das ist die sicherste „Exit Strategy“ im Falle einer Wahl von Rick Santorum.

 

 

Es kann noch schlimmer kommen!!!

Romney, Santorum, Gingrich, Paul…vier Kandidaten, von denen man sich keinen einzigen im Weißen Haus vorstellen möchte. Doch es kann noch schlimmer kommen. Oh ja, richtig geraten. Sarah Palin spielt derzeit ein Szenario durch, das mir Angst und Bange macht. Im Falle, dass keiner der Kandidaten bis zum Parteitag im August die notwendigen 1144 Delegiertenstimmen auf sich ziehen kann, um eine Mehrheit zu haben, könnte es zu einer offenen Abstimmung kommen. Dann wäre es durchaus möglich, dass der Parteitag weitere Kandidaten zuläßt. Und Sarah Palin, die sich gerne selbst als Retterin der Konservativen in den USA preist, könnte zur Kandidatur aufgefordert werden. Das „Darling“ der Tea-Party Bewegung hätte damit die Chance auf der Überholspur die Kandidatur der GOP zu bekommen. Auf dieses Szenario angesprochen meinte Palin: „Alles ist möglich. Ich schließe keine Türen, die offen sein könnten. Ich plane auf dem Parteitag zu sein“.

 

 

Und die Moral von der G’schicht…

…..Romney wird es nicht. Der Super Tuesday wurde hochstilisiert als das Ereignis dieses Wahlkampfes. Nur am Wochenende wurde die Berichterstattung über das laue republikanische Lüftchen ein bisschen von den Tornados im Mittleren Westen unterbrochen. Doch dann am Dienstagmorgen liefen die Uhren wieder rückwärts auf den amerikanischen Nachrichtenkanälen. Nur noch vier Stunden, dreiundzwanzig Minuten und sechzehn Sekunden bis zu den ersten Ergebnissen dieses Super Tuesdays. Ein absoluter Nägelbeisser. Wahnsinn, die Spannung stieg mit jedem Augenblick. Wird sich Millionendollar Romney durchsetzen oder schafft es der – in seinen Augen – von Gott gesandte Rick Santorum die Geldmacht zu brechen. Und was ist mit dem Polithai Newt Gingrich? Und Ron Paul, welche Promillegrenze muß er erreichen, damit er endlich Ruhe gibt?

Es kam, wie es kommen sollte. Romney gewann den Großteil der Vorwahlen, setzte sich deutlich im Kandidatenfeld ab, er hat nun eine sichere Anzahl von Delegiertenstimmen auf seinem Konto. Es läuft alles auf ihn hinaus. Santorum dankte dem Herrn, Gingrich meinte auch, er habe was zu feiern, doch das Ding ist durch. Für Obama. Denn der lachende Fünfte bei allem ist der Amtsinhaber. Er braucht gar nichts machen, nur abwarten, zusehen, sich zurück lehnen. Die Republikaner zerfleischen sich derzeit gegenseitig, ohne auch nur einen Fingerkrumm der Demokraten. Keiner der Kandidaten wird es schaffen, die Partei in den restlichen Monaten vor der Novemberwahl zu einen. Der eine ist zu fundamentalistisch-religiös, der andere Anhänger einer Sekte, der zu schmierig-korrupt und der da lebt sowieso in einer anderen Welt. Hin und wieder lädt Obama zu Spendensammelwahlkampfveranstaltungen ein und fragt ganz locker in die Runde „Wollt ihr Mitt, wollt ihr Rick, wollt ihr Newt, wollt ihr Ron?“ Das alleine schon langt, um die Scheckbücher zu öffnen.

Wenn Obama nicht noch den totalen Bockmist baut oder irgendeine politische Entscheidung trifft, die die Republikaner doch noch unerwartet einen könnte, kann er die Möbelwagen wieder abbestellen. Um was es im November geht ist nun nicht mehr die Wahl um den Chefsessel im Oval Office. Es geht einzig und allein nur noch darum, wer in den kommenden vier Jahren die Mehrheit im Kongress und im Senat haben wird. Denn dort wird die eigentliche Politik Amerikas gemacht. Das ist entscheidend für Obama, wird er regieren können oder nur vier Jahre im Weißen Haus absitzen müssen.

Super Tuesday in den USA

Es ist nicht Dienstag, nein es ist Superdienstag. In zehn Bundesstaaten wird heute gewählt: Alaska, Georgia, Idaho, Massachusetts, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Tennessee, Vermont und Virginia. Die republikanischen Wähler entscheiden über ihren Kandidaten, der am Ende sowieso Mitt Romney heißen wird. Der hat schon Millionen in diesen Wahlkampf investiert und wird nicht verlieren, zumindest jetzt noch nicht. Keiner der Kandidaten hat bislang die gesamte Partei überzeugen können und wird es auch nicht mehr. Barack Obama wird weitere vier Jahre im Amt bleiben. Im November geht es daher vor allem um die Mehrheit im Kongress und im Senat.

Hier ein aktueller Audiobericht:

Super Tuesday in den USA     

Totgesagte haben Flügel

„Totgesagte haben Flügel“ singen die Münchner Megaherz in einem Song. Und das traf am Dienstag wohl auf Rick Santorum zu. Da wurde er schon abgeschrieben und dann gewinnt er die republikanischen Vorwahlen in Minnesota, Missouri und Colorado. Megaharte Breitseite für die Kontrahenten Mitt Romney und Newt Gingrich. Santorum is back and in full force. Der Saubermann im GOP Lager zieht mit seiner Message gegen Obamacare, gegen Abtreibung, gegen Homo-Ehe, gegen Waffenkontrolle, gegen…. immer mehr Konservative an.

In Minnesota und Colorado fiel vor allem die geringe Wahlbeteiligung auf. In Missouri dagegen war die Wahl eigentlich für die Tonne, denn hier gab es keine Delegiertenstimmen zu gewinnen.

An diesem Wahlabend gibt es durch den Wahlsieg von Rick Santorum gleich zwei große Verlierer. Der gegelte und immer ein bißchen arrogant wirkende Mitt Romney, der nach seinem Sieg in Florida schon vom sicheren Einkauf Weißes Haus träumte. Und Newt Gingrich, der sich seit South Carolina als der einzig wahre konservative Kandidat im Rennen präsentierte und nun mitansehen muß, dass ein anderer diese Rolle im „Heartland“ Amerikas erfolgreich übernimmt.

Rick Santorum hat nun mit der Wahl in Iowa schon vier republikanische „Primaries“ gewonnen. Er kann durchaus darauf verweisen, dass er der einzige Kandidat ist, der das konservative Amerika anspricht, da wo christliche Werte zählen, wo man sich keinen Wahlsieg erkaufen kann. Santorum ist im Moment obenauf und das, obwohl er insgesamt gerade mal die Hälfte der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte, die Romney hat. Und auch Gingrich hat bereits über 300.000 Stimmen mehr erhalten als Santorum. Das ist ja das Irre bei amerikanischen Wahlen, nicht wer die meisten Wählerstimmen erhält wird Kandidat (oder wie im Jahr 2000 Präsident), sondern der, der den geschicktesten Wahlkampf führt und die Resourcen am klügsten einsetzt.

Romney und Gingrich haben nun Probleme. Es wird immer deutlicher, dass Mitt Romney die republikanische Basis mit seinem Wahlkampf nicht erreicht. Man glaubt dem früheren Gouverneur von Massachusetts einfach nicht, dass er ein Konservativer ist, der für christliche Werte steht. Und „Former Speaker of the House“ Newt Gingrich verliert immer mehr an Boden. Er ist zwar konservativ aber hat aufgrund seiner langen politischen Jahre in Washington zu viele Leichen im Keller. Und auch er kommt bei der christlichen Basis nicht an, die sich fast geschlossen hinter Santorum vereint hat. Ron Paul ist auch noch da, aber ohne finanzielle Mittel, ohne breite Unterstützung, ohne irgendwelche nennenswerte Erfolge. Abgeschlagen am Ende.

Die niedrige Wahlbeteiligung bei diesen Vorwahlen sollte allerdings der GOP Führung zu denken geben, denn damit wird deutlich, dass eigentlich kein Kandidat die Parteireihen schließen kann. Egal wer es am Schluß sein wird, in einen Kampf ums Weiße Haus wird ein angeschlagener und schwacher GOP Kandidat ziehen.

Romney der Marathonmann

Mit 47 Prozent der Stimmen hat Mitt Romney die Vorwahl in Florida für sich entschieden. Weit dahinter kommt Konkurrent Newt Gingrich mit 32 Prozent auf den zweiten Platz, Rick Santorum mit 13 Prozent auf Rang Drei und zum Schluß noch Ron Paul mit sieben Prozent. Die beiden letzten hatten allerdings in Florida überhaupt keinen Wahlkampf geführt.

Ein deutlicher Sieg des ehemaligen Gouveneurs von Massachusetts und ein Comeback nach seinem Absturz in South Carolina. Doch was bedeutet dieser Wahlausgang? Eigentlich nicht viel. Bislang sind gerade mal 115 Delegiertenstimmen für den republikanischen Parteitag vergeben worden. Romney kann davon 84 auf sich verbuchen. Doch zu einer Nominierung für die GOP braucht er über 1000 Delegierte hinter sich. Also es ist noch ein langer Weg bis Tampa, wo der diesjährige Wahlparteitag der Republikaner stattfinden wird. Im Marathonjahr 2012 sind wir gerade mal bei Kilometerstand 5, Romney hat in Florida lediglich eine Steigung als erster überwunden. Doch er sieht topfit aus und ist weiterhin der Favorit.

Es geht also weiter. Gingrich konzentriert sich derzeit auf die Südstaaten, um im konservativen Lager zu punkten. Er hat auch bereits angekündigt, dass er sich nicht zurückziehen werde. Er will dem Liberalen aus Massachusetts nicht das Feld überlassen. Und auch Santorum und Paul wollen weiter kämpfen. Die alles entscheidende Wahl wird der sogenannte „Super Tuesday“ am 6. März sein. Bis dahin ist alles noch offen.

Romney wird also noch einige Millionen ausgeben müssen. Und sicher ist derzeit gar nichts. Klar, der Supermillionär wird am Ende vorne stehen, doch, was durchaus passieren könnte ist, dass er nach der Vergabe aller Delegiertenstimmen keine absolute Mehrheit gegenüber seinen Kontrahenten Gingrich, Santorum und Paul hat. Falls die, wie angekündigt, bis zum bitteren Ende im Rennen bleiben sollten, könnte dieser Fall eintreten. Ein Desaster für das politische Establishment der Grand Old Party.

Wer nervt mehr?

Romney oder Gingrich….das ist hier die Frage. Santorum und Paul sind nur noch Statisten im Nominierungswahlkampf ihrer Partei. Und die beiden Hauptakteure hauen sich die Brocken um die Ohren, da fragt man sich schon, wie man überhaupt einen der beiden wählen kann. Obamas Team muß für die Novemberwahl nicht mehr viel machen, sondern nur noch einmal diese Fernsehdebatten ansehen, dann hat man schon genug Munition für die bevorstehende Schlacht zusammen.

Gingrich kommt als arrogant, machtgeil, unmoralisch und korrupt daher. Romney als Superreicher, der in Sachen Geldverdienen über Leichen geht. Hier der Ehebrecher, dort der Mormone. Die christliche Basis kratzt sich nur am Kopf und fragt sich, wie es so weit hat kommen können. Kein Kandidat überzeugt die Partei, hinter keinem wird die gesamte Partei stehen. Obama, wenn er sich nicht ganz blöd anstellt, kann den Umzugswagen wieder abbestellen. Was noch vor ein paar Monaten wie eine Amtszeit für den Präsidenten aussah, ist nun vom Tisch.

Das heißt nicht, dass Obama so toll und klasse und überhaupt der beste Präsident sei. Nein, das Problem ist, derzeit gibt es in der amerikanischen Politik keine Alternative zu ihm. Das hat man auch wieder am Donnerstagabend in der letzten Floridadebatte der GOP Kandidaten gesehen. Die Wähler zeigen sich geschockt vom desolaten Zustand der republikanischen Partei, von den sogenannten Führungskräften dort oben auf der Bühne, von den Kleinkriegen, von der Orientierungslosigkeit, von der Weltfremdheit. Gingrich redet im Angesicht eines gewaltigen Schuldenberges von einer Mondstation, Romney meint nach Bekanntwerden weiterer Privatkonten in der Schweiz, ach ja, da waren ja noch ein paar Millionen geparkt. Nicht so schlimm, solche Probleme hat doch jeder. Farmer Jim aus Montana, Krankenschwester Laura aus Oklahoma packen sich nur noch an den Kopf. Gingrich oder Romney…Und diese beiden Schlawiner sollen Amerika wieder auf Vordermann bringen? Armes Amerika!

 

Auf nach Florida

Newt Gingrich muß man nicht mögen. Für so jemanden wie ihn wurde die Bezeichnung Unsympath kreiert. Aber man muß dem früheren Sprecher des US Kongresses zugute halten, dass er ein Aufstehmännchen ist. Schon dreimal wurde Gingrich in diesem Wahlkampf für politisch tot erklärt, doch er ist wieder da, wie man am Samstag in South Carolina sehen konnte.

Mit einem deutlichen Sieg über den Mann mit den großen Dollartaschen, Mitt Romney, rückte sich Gingrich wieder ins Rampenlicht. Ellbogen links, Ellbogen rechts…und da steht er. Romney und Santorum neben ihm wie begossene Pudel. Die christlich-konservativen Wähler in South Carolina, so formulierte es ein politischer Beobachter vor dem Urnengang, hatten die Wahl zwischen einem Ehebrecher und einem Mormonen. Und sie votierten für den Ehebrecher, obwohl ABC News noch zwei Tage vor dem Wahlgang ein Interview mit Gingrichs Ex-Frau ausstrahlte, in der diese die moralische Führungsstärke des Kandidaten anzweifelte. Ein deutliches Zeichen für Romney, der nach wie vor für einen Großteil der republikanischen Basis nicht wählbar ist, eben weil er dem „religiösen Kult“ der Mormonen angehört. Das ist Amerika im Jahr 2012.

Mitt Romney hatte eine katastrophale Woche hinter sich. Erst erklärte die GOP in Iowa, dass er dort doch nicht gewonnen habe, dann machte er einen Eiertanz um seine Steuererklärungen der vergangenen Jahre, die er erst im April (nach den Vorwahlen) veröffentlichen wolle. Und dann kam auch noch raus, dass der Multimillionär und frühere Gouverneur von Massachusetts gerade mal 15 Prozent Steuern auf seine Einnahmen zahlt. Ach ja, da waren auch noch die Konten auf den Cayman Islands. Keine gute Woche für Mitt, am Samstag erhielt er die Quittung dafür.

Und Pullunderträger Rick Santorum, der war auch irgendwo im Wahlkampf, aber weit hinten. Die offene Unterstützung der meisten religiösen Führer im Land nutzte ihm nichts. Irgendwie sieht er einfach zu brav und unerfahren aus. Santorums Tage in diesem Wahlkampf sind gezählt. Gerade auch wenn man daran denkt, was nun noch kommt. Als nächstes steht am 31. Januar Florida an, dort müssen sich die Kandidaten in einem bevölkerungsreichen Staat beweisen. Es wird eine teure Schlacht mit Fernseh- und Radiospots. Romney hat das Geld, Gingrich auch, Santorum eiert hinterher. Ron Paul kann überall im Land auf seine Basis bauen, doch oben mitreden wird er nicht mehr. Paul ist bereits abgehakt, man läßt ihn einfach freundlicherweise noch reden.

Nun wird es richtig schmutzig. Angriffe gegen die einzelnen Kandidaten werden kommen. Der einzige, der sich dabei lachend zurück lehnen kann ist Präsident Barack Obama. Denn die GOP Kandidaten schwächen sich derzeit mit den unzähligen und unsäglichen Tiefschlägen nur selbst. Egal wer von ihnen am Ende durchkommt, im Hauptfight ums Weiße Haus wird ein angeschlagener GOP Kandidat gegen Amtsinhaber Obama antreten.

Da warens nur noch vier

Rick Perry hat die Faxen dicke. Der Texaner war eigentlich DER Kandidat der Republikaner. Mit viel Palaver und hohen Erwartungen stieg er im Sommer ins Rennen ein. Doch dann kam alles anders. Seine Fernsehdebatten waren unter aller Kanone, seine Kommentare nicht haltbar und in Wählerumfragen drückte sich das deutlich aus. Fünfter in Iowa, Sechster in New Hampshire mit noch nicht einmal einem Prozentpunkt am Wahlabend. Er baue auf South Carolina, tönte Perry. Doch auch da schlappt er hinter den anderen Kandidaten her. Keine Chance, nun also zieht er nur zwei Tage vor der Wahl in South Carolina die Reissleine. Das wars, Tschüss, bis denne und ich bin dann mal wieder in Texas.

Sowieso sieht alles danach aus, als ob die Vorwahlen ein abgekartetes Spielchen sind. In Iowa „gewann“ am Wahlabend Mitt Romney mit nur acht Stimmen Vorsprung. Nun „tauchten“ weitere Stimmzettel auf, die Rick Santorum zum Sieger machen. Doch die GOP in Iowa sagt, es ist ein Unentschieden. Warum? Ähm, es fehlen noch weitere Stimmzettel aus ein paar Bezirken. Hallo! Wenn das nicht nach Schiebung aussieht. Wie schwer ist es eigentlich Wahlstimmen einzusammeln und auszuwerten? Wahlzettel ausgeben, Kreuz machen, Wahlzettel einsammeln, nach Wahlschluß alle Zettelchen auswerten. Vielleicht sollte hier drüben mal jemand vom Unschlittplatz 7 einen Crashkurs „Wahlen für Anfänger“ anbieten.

Romney also nun vorne, South Carolina fest im Blick. Doch der smarte Frontrunner gerät immer mehr unter Druck. Die Geschäfte des Kandidaten und seine Steuerzahlungen stehen von allen Seiten unter Beschuß. Romney hat wohl gerade mal einen Steuersatz von 15 % auf seine Investitionen zahlen müssen und erklärte, sonst habe er kaum Einnahmen gehabt. Bis auf die rund 400.000 Dollar an Sprecherhonoraren. Peanuts, ich weiß. So eine Äußerung kommt aber nicht so gut beim Wahlvolk an, dass hier und da und dort sparen muß. Romney will nun alles offenlegen, sagt er….nachdem er seine Steuererklärung für 2011 abgegeben hat. Im April, dann sind auch die Vorwahlen vorbei.