Kraftwerk fürs Museum

Kraftwerk wurden für die Hall of Fame nominiert.

Kraftwerk wurden erneut für die Hall of Fame nominiert.

Es gibt nicht viele Bands aus Deutschland, vor denen sich Musikfans weltweit voller Hochachtung verneigen. Klar, international werden Gruppen wie Can, Faust, Einstürzende Neubauten für ihre musikalischen Arbeiten und ihre Experimentierfreude geliebt und geschätzt. Einig sind sich jedoch alle, dass Kraftwerk schon lange in die Rock’n Roll Hall of Fame gehören. Keine andere deutsche Band hat solch einen Einfluß auf das Musikgeschehen rund um den Globus gehabt. Und das nicht nur für die elektronische Musikszene, sondern auch für Genres wie Rock, Hip Hop und Pop, ganz zu schweigen von all den Subgenres, die es da so gibt.

Nun wurde die Düsseldorfer Formation erneut für die Ahnengalerie in Cleveland nominiert. Zum zigten Mal wohlgemerkt, bislang wurden Kraftwerk immer wieder übergangen. Ob es diesmal klappt muß man abwarten. Wahrscheinlich ist es nicht, denn die Liste der Vorschläge ist lang und die Amerikaner huldigen lieber ihresgleichen und auch noch ein paar Briten. Für 2014 wurden nominiert: Green Day, Nine Inch Nails, Joan Jett & The Blackhearts, Sting, Stevie Ray Vaughan, Lou Reed, NWA, War, Bill Withers, Chic, The Marvelettes, The Smiths, The Spinners, The Paul Butterfield Blues Band. Wo und wie da Kraftwerk mit ihrem geradlinigen und minimalistischen Elektrosound reinpassen ist fraglich.

Es scheint bei der Rock’n Roll Hall of Fame auch nicht um den Einfluß einer Band oder eines Musikers zu gehen, sondern vielmehr um den Geschmack der Jury. Kraftwerk sind einzigartig. Ihre Pionierarbeit veränderte die Musikwelt, ließ weltweit Musiker aufhorchen. Und selbst heute, 40 Jahre nach ihren bahnbrechenden Platten, klingt von all dem nichts verstaubt, veraltet, „out of touch“. Ganz im Gegenteil, im Frühjahr sah ich Kraftwerk live in Oakland. Es war ein lebendiges Konzert, verankert in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Und gerade das macht Kraftwerk aus, Musik ohne Grenzen und ohne Stillstand. Sie haben es verdient endlich ins Clevelander Museum aufgenommen zu werden.

Kiss wollen kein Schmusefest

Am 10. April ist es so weit. Kiss werden in die „Rock’n Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Die Make-up Rocker mit Hits wie „Detroit Rock City“, „Beth“, „I was made for lovin‘ you“ und „Rock’n Roll all Nite“ werden allerdings nicht bei der feierlichen Rock Veranstaltung live spielen, wie es eigentlich üblich ist. Man konnte sich nicht auf ein „Line-up“ einigen, heißt es. Das heißt, Gene Simmons und Paul Stanley, die nach wie vor den Schminkkoffer mit festem Griff halten, wollten nicht klein beigeben. Für die vielen Fans, die diesen Moment seit Jahren herbeisehnten ist jedoch klar, dass neben Gene Simmons und Paul Stanley auch Ace Frehley und Peter Criss auftreten sollten. Doch Simmons und Stanley hätten da wohl lieber auch ihre derzeitigen musikalischen Angestellten Eric Singer und Tommy Thayer auf der Bühne gesehen.

Also sagte man lieber gleich ganz ab. Verständlicherweise sind Ace Frehley und Peter Criss sauer, dass es nach all den Jahren nicht erneut zu einer Reunion kommt, noch nicht einmal für diesen besonderen Anlass. Frehley ließ in einer Radioshow gehörig Dampf ab. Criss sprach von einer „beschämenden“ Entscheidung der beiden Kiss Größen Simmons und Stanley. Die Fans wollten nach 40 Jahren Kiss eine erneute Wiedervereinigung, so Peter Criss. Die wird es wohl weiterhin nur in Form der Kiss Action Figuren geben. Beim Spielen mit Paul, Peter, Gene und Ace kann man ja ein gutes altes Album aus den 1970er Jahren auflegen. Ich empfehle Kiss Alive oder Kiss Alive II. Und ja, ich war auch mal Kiss Fan. Lange ist es her, aber die rockten wirklich mal…

Ein Kraftwerk(er) kommt nach Nürnberg

Karl Bartos im Radio Goethe Interview     

Am 29. Januar spielt Karl Bartos, zweiter von links in der legendären Kraftwerk Formation, live in Nürnberg. Im Festsaal des K4 wird der Musikpionier altes von Kraftwerk und neues von seiner zweiten Soloplatte „Off The Record“ gekonnt vermischen. Viele der Kraftwerk Klassiker, wie „Die Roboter“ oder „Tour de France“, wurden von ihm mitgeschrieben. Dabei wird deutlich, dass Bartos nie bloß Gastmusiker oder Platzhalter auf den hindrapierten Fotos der Band war. Für „Off The Record“ hat er sein umfangreiches Archiv durchstöbert und alte Klangideen aus seiner Düsseldorfer Kraftwerk Zeit neu verarbeitet.

Die Tour von Bartos könnte zu keinem besseren Zeitpunkt beginnen. Am 25. Januar, wenn Karl Bartos in Köln seine erste Solotour seit acht Jahren startet, erhalten Kraftwerk in Los Angeles einen Grammy für ihr Lebenswerk.

Seit Jahren werden die Düsseldorfer Elektrotüftler bei der Aufnahme zur „Rock’n Roll Hall of Fame“ kläglich übergangen, doch nun wird endlich auf internationaler Bühne die maßgebliche Vorarbeit von Kraftwerk ausgezeichnet. Gerade was die Band in den 70er Jahren leistete, ist Grundlagenarbeit für viele Genres gewesen, die sich später erst entwickelten. Ob im Rock, im Pop, im HipHop, die heutige elektronische Musikwelt wäre ärmer ohne den Weitblick von Krafwerk.

Einen Eindruck dieser klanglichen Welten kann man nun am 29. Januar im K4 live erleben. Karl Bartos kommt in die Frankenmetropole. Für meine Sendung Radio Goethe hatte ich vor einiger Zeit mit Karl Bartos geskypt, das Interview kann man oben hören.

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Kritiker Kraft(werk)los

Man will es nicht glauben, Kraftwerk wurden von den seltsamen Mitgliedern der Rock And Roll Hall of Fame übergangen. Einer der einflußreichsten Bands der Musikgeschichte wurde damit gesagt, nö, ist nicht. Nominiert ja, aber dann nicht aufgenommen in diese Ehrenhalle des Rock’n Roll. Stattdessen wurden Rush, Heart, Public Enemy, Randy Newman, Albert King und Donna Summer (!) ausgewählt…..Ja, Discoqueen Donna Summer, klar „she works hard for her money“.

Neben Kraftwerk wurden auch Deep Purple, Procol Harum, Meters, Joan Jett and the Blackhearts, Marvelettes, Chic und die Paul Butterfield Blues Band links liegen gelassen. Also, schon seltsam, was da am 18. April in Los Angeles ausgezeichnet werden wird.