Stan neben Ronnie neben Lemmy

Gestern hatte ich viel Zeit in Los Angeles. Ich glaube, das war das erste Mal überhaupt, dass ich in aller Ruhe in dieser Stadt Dinge für mich machte. Zuerst ging es zu Amoeba Records in Hollywood, ein riesiger Plattenladen, in dem man Stunden verbringen kann. Ich hatte ein „Gift certificate“, das eingelöst werden wollte. Gefunden habe ich so einiges zwischen experimenteller Musik, über deutsche Beat/Tanzmucke der 60er und 70er Jahre bis hin zu historischen Sounddokumenten aus dem Jahr 1959 und alten Aufnahmen aus dem Iran. Man kann also nicht sagen, dass ich einen eingeschränkten Musikgeschmack habe.

Von Amoeba ging es Richtung Burbank zu einem Buchladen, der einem Labyrinth glich, aber fündig wurde ich da nicht. Irgendwie hatten sie eine andere Zielgruppe. Und da ich noch ein paar Stunden zum „Totschlagen“ hatte, fuhr ich in Richtung Griffith Park und entdeckte durch Zufall den „Forest Lawn Memorial Park“ in den Hollywood Hills. Und dort ging ich auf Namenssuche, was nicht so leicht ist, denn so richtig organisiert ist man in diesem Schattenreich nicht. Aber ich fand durch Zufall das Grab von Stan Laurel, den Meister der Comedy, und dann nach langer Such noch die der Rock’n Roll Ikonen Ronnie James Dio und Lemmy. Dios Grab ist da schon etwas protziger, der „Man on the silver Mountain“. Viel Platz für den kleinen, gewaltigen Sänger, den ich einmal in San Francsico traf, als Doro Pesch im Vorprogramm von Dio spielte.

Viele kommen mit Campingstühlen auf den Friedhof, geniessen die Ruhe, den Ausblick, die besondere Atmosphäre. Rehe liegen im Schatten der Bäume und Sträucher, es wird auch vor „Mountain Lions“ gewarnt. Für jeden und jede, die Los Angeles besucht, würde ich einen Besuch auf diesem alten Friedhof voller Geschichte und Geschichten empfehlen. Einfach mal mit Zeit über die Rasenflächen spazieren, hier findet man ein etwas anderes Los Angeles, nicht weit vom hektische und lauten Hollywood Boulevard entfernt. Nur gewarnt sollte man sein, Blumen dürfen nicht geklaut werden, denn sonst wird man eingesperrt. Wo, das ist die große Frage auf diesem Friedhof?

 

 

Ronnie James Dio ist tot

Ronnie James DioEine der markantesten Stimmen im Heavy Metal Geschäft ist tot. Am Sonntag verstarb in Houston, Texas, Ronnie James Dio, der mit Rainbow, Black Sabbath und seiner eigenen Band Dio Musikgeschichte schrieb. Im letzten Jahr erklärte er nach der „Heaven & Hell“ Tour mit den Ex-Black Sabbath Musikern, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice, dass er an Magenkrebs erkrankt sei. Auch mehrmalige Chemotherapien halfen nichts. Ronnie James Dio starb im Alter von 67 Jahren.

Wenn ich an Ronnie James Dio denke, dann fallen mir zwei Sachen ein. Einmal „Stargazer“ von Rainbow….Ritchie Blackmore an der Gitarre und die Wahnsinnsstimme von Dio. Einfach genial. Das ist für mich einer der besten Songs im Hard Rock/Heavy Metal….unübertreffbar. Ronnie James Dio war einfach einer der genialsten, ausdrucksstärksten Heavy Rock Sänger im Geschäft. Ein netter obendrein, wer ihn mal interviewt hat, wird das bestätigen können.

Und dann denke ich auch an meinen Unfall an der Ecke Hafenstrasse/Eibacher Hauptstrasse. Ein Auto nahm mich mit, ich segelte durch die Luft und auf dem Walkman lief „Sacred Heart“ von Dio….und der sang und sang, und ich segelte zum Heavy Rock durch die Gegend….tja, komische Erinnerungen. Was einem so alles einfällt?

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